Manipulation von Printmedien
Der Ölkonzern BP zieht Negativberichte in Printmedien systematisch zürück um das Image des Konzerns nicht zu schädigen. Aufgrund der schlechten finanziellen Situation vieler Magazine werden diese Auflagen meist geschluckt.
Veröffentlichung am 05.01.2007 um 15:52 Uhr / Aktualisierung am 13.05.2011 um 15:04 Uhr 
BP reagiert auf Negativmeldungen mit Werbeentzug - Nichtbefolgung der Spielregeln wird mit Werbesperre bestraft.
Öl-Konzern BP verhindert systematisch negative BerichteNew York (pte/25.05.2005/11:55) - Der Ölkonzern BP soll Werbeanzeigen aus Medien zurückziehen, wenn diese Negativberichte über den Ölkonzern bringen. Dies behauptet der Branchendienst AdAge, der die Kopie einer Notiz der für BP tätigen Werbeagentur Mindshare vorliegen haben will. Darin enthalten sei die Anordnung von fünf Richtlinien für BPs Werbepolitik. Der Ölkonzern folgt damit dem Beispiel des Finanzdienstleister Morgan Stanley, der aus Printmedien Werbeanzeigen automatisch zurückzieht, wenn die jeweilige Ausgabe eine Negativmeldung über das Unternehmen enthält.
Die Anordnungen verlangen unter anderem, dass Printmedien die Werbeagentur vor Veröffentlichung eines Artikels, der die Stichwörter Treibstoff, Rohöl oder Energie beinhaltet, in Kenntnis setzen. Weiter behält sich der Ölriese das Recht vor Anzeigen, konsequenzlos zurückziehen zu können. Sollte das Medium die Werbeagentur nicht rechtzeitig vor Veröffentlichung in Kenntnis setzen, wird das mit einer sofortigen Werbesperre bestraft. Ein Magazinchef meinte dazu, dass diese Werbepolitik, bis auf einige Aspekte, nichts Neues ist.
Aufgrund der schlechten finanziellen Situation vieler Magazine werden diese Auflagen meist geschluckt. Ein früherer Magazinchef, der anonym bleiben möchte, ist der Ansicht, dass diese Politik auch weiterhin fortgesetzt werden wird. Eine Sprecherin von Mindshare verweigerte die Angelegenheit zu kommentieren, während die BP-Sprecherin von einer solchen Werbepolitik nichts gehört haben will. BP gab in den USA laut Angaben von TNS Media Intelligence für Werbung in den Medien 95,5 Mio. Dollar im vergangenem Jahr aus.
Quelle: initiative.cc
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