Langsames essen
Durch langsames essen wird die Anzahl der sättigenden Hormone im Blut gesteigert, was wiederum zu einem anhaltenden Sättigungsgefühl führt.
Dieser Text wurde veröffentlicht am 19.05.2010 um 13:09 Uhr 
Langsames essen erhöht das Sättigungsgefühl.Die Studien aus Athen beweisen eindeutig, dass die Ess-Geschwindigkeit eines Menschen sein Gewicht beeinflussen kann. In einer dieser Studien servierten die Forscher jedem Teilnehmer eine gleich große Menge Eiscreme. Der „schnelle“ Teil der Gruppe musste die Eiscreme innerhalb von 5 Minuten verschlingen, während der „langsame“ Teil sich dazu 30 Minuten lang Zeit lassen konnte.
Vor, während und nach dem Essen entnahm man Blutproben und untersuchte den Hormonspiegel aller Studienteilnehmer. Von besonderem Interesse war die Menge zweier Hormone, die das Sättigungsgefühl vermitteln: GLP-1(1) und Peptid YY(2). Diese beiden Hormone werden im Darm gebildet, sobald dort fett- oder kohlenhydrathaltige Nahrung eintrifft. GLP-1 und Peptid YY werden dann mit dem Blut zum Gehirn transportiert, hinterlassen dort die Botschaft des Körpers: „Ich bin satt!“ und der Mensch hört auf zu essen.
Im Blut der „schnellen“ Gruppe wurde ein viel niedriger Spiegel der sättigenden Hormone vorgefunden, als dies bei der „langsamen“ Gruppe der Fall war. Das Studienergebnis zeigte außerdem, dass die Testpersonen, die langsam aßen, ungefähr 10 Prozent weniger Kalorien aufnahmen als diejenigen, die schnell aßen. Langsames Essen löst also – im Vergleich zu schnellem Essen – einen viel stärkeren Anstieg der sättigenden Hormone im Blut aus, was dazu führt, dass man einerseits weniger isst und andererseits länger gesättigt ist, bevor man wieder Lust auf die nächste (Zwischen-)Mahlzeit bekommt.
Isst man schnell, bilden sich viel weniger sättigende Hormone und man fühlt sich nach einer hektischen Mahlzeit möglicherweise noch immer hungrig. Hätte man dieselbe Menge langsamer gegessen, wäre man ausreichend satt geworden oder hätte sogar schon nach dem Verzehr einer kleineren Menge die Mahlzeit beendet.
Auch in der Zeitschrift The British Medical Journal wurde eine Studie mit 3000 Teilnehmern veröffentlicht, die bewies, dass schnelles Essen eine negative Auswirkung auf das Körpergewicht haben kann. Diejenigen Testpersonen, die schnell aßen, hatten das dreifache Risiko, überflüssige Kilos anzusammeln, als jene, die gemütlich und in aller Ruhe aßen.
Natürlich ist es schwierig, die täglichen Mahlzeiten in einem oft hektischen Zeitplan unterzubringen und sich dafür dann auch noch ausgiebig Zeit zu nehmen. Allerdings zahlt sich langsames (mindestens 30 Minuten für eine Mahlzeit) und bewusstes Essen in mehrfacher Hinsicht aus. Die Mahlzeiten werden problemlos (ohne anschließende Blähungen, Sodbrennen, etc.) verdaut, die Nährstoffe können besser verwertet werden und ein starkes Sättigungsgefühl tritt ein. Letzteres führt dazu, dass einerseits (pro Mahlzeit) kleinere Mengen und andererseits auch weniger oder gar keine Zwischenmahlzeiten mehr gegessen werden, wodurch insgesamt wiederum weniger Kalorien aufgenommen und somit Übergewicht mit all seinen krankhaften Folgen vorbeugt wird.
(1) GLP-1: Glucagon-like Peptid-1 ist ein Peptidhormon, das im Dünndarm gebildet wird, sobald dort Fett oder Kohlenhydrate eintreffen. Seine Aufgabe ist es, den Appetit zu hemmen, damit nicht unendlich gegessen wird. Peptidhormone sind Hormone, die aus Aminosäuren bestehen. Auch Insulin ist ein solches Peptidhormon.
(2) Peptid YY: Peptid YY ist ebenfalls ein appetithemmendes Peptidhormon, das genau wie GLP-1 in der Darmschleimhaut gebildet wird.
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