Lippenstift kann mit schädlichen Stoffen belastet sein
Lippenstifte gibt es nicht nur in unzähligen Farben, sondern auch in unzähligen Qualitäten. Sie können harmlos sein, sie können aber auch schädliche Stoffe enthalten. Diese werden durch das Benetzen der Lippen mit der Zunge zumindest teilweise vom Speichel aufgenommen und gelangen so in den Körper.
Ein Lippenstift liegt heutzutage nur dann im Trend, wenn er bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Hierzu zählen: besonders intensive Farbpigmente, unwiderstehlicher Glanz sowie eine Haltbarkeit von mindestens 24 Stunden - ohne dabei in den Lippenfältchen zu verlaufen oder an Farbintensität zu verlieren.
Je effektvoller und haltbarer die Farbpigmente sind, umso ausgefeilter müssen auch die für diesen Effekt verantwortlichen Inhaltsstoffe sein. Zur Verfügung steht eine breite Palette synthetischer Substanzen.
Teuer ist nicht immer auch besser
Viele der verwendeten Inhaltsstoffe konventioneller Produkte gelten als problematisch und gesundheitsgefährdend.
Einige von ihnen stehen im Verdacht, allergische Reaktionen auszulösen, andere zeigen eine karzinogene Wirkung. Obwohl dies längst bekannt ist, sind diese Substanzen nach wie vor in fast allen herkömmlichen Lippenstiften zu finden - in billigen Fabrikaten ebenso wie in hochpreisigen Markenprodukten.
Inhaltsstoffe konventioneller Lippenstifte
Zu den gesundheitlich bedenklichen Inhaltsstoffen zählen beispielsweise die aus Erdöl gewonnenen Paraffine und Mineralöle. Sie legen einen nicht wasserlöslichen Film auf die Lippen, der sie scheinbar weich und geschmeidig macht.
In Wahrheit besitzen sie jedoch keinerlei Pflegeeigenschaft. Im Gegenteil: Sie entziehen den Lippen die natürliche Feuchtigkeit und trocknen sie aus. Das Gleiche gilt auch für Silikone. Sie erhöhen außerdem die Gleitfähigkeit und machen das Produkt haltbarer.
Formaldehyd als Konservierungsmittel (3) und Diethylphthalat (5) als lichtbeständiger Weichmacher sind ebenfalls in vielen Produkten enthalten. Beide Substanzen bergen ein hohes karzinogenes Risiko (4).
Um den unangenehmen Geruch der verwendeten Rohstoffe zu übertönen, wird mit synthetischen Duftstoffen nicht gespart. Diese können bei empfindlichen Menschen zu allergischen Reaktionen führen.
Auch die Farbpigmente sind in herkömmlichen Produkten ausschließlich synthetisch hergestellt. Sie sind kostengünstig, in vielen Farben erhältlich und immer in gleicher Qualität vorhanden.
Die verwendeten Farbstoffe sind jedoch äußerst kritisch zu betrachten. Als besonders heikel gelten Substanzen wie der Farbstoff CI 17200, der das krebsverdächtige Anilin abspalten kann, sowie das Tartrazin (CI 1914), dessen hohes allergisches Potential schon lange bekannt ist (6) (7).
Schwermetalle im Lippenstift
Eine amerikanische Studie der Universität von Kalifornien, Berkeley (UCB) ergab, dass Lippenstifte gesundheitsgefährdende Mengen an Metallen wie Aluminium, Cadmium, Blei, Titan sowie anderen Toxinen enthalten (1).
Besonders hoch war die Konzentration an Titan und Aluminium. Drei Prozent der getesteten Produkte führten bei regelmäßiger Benutzung zu einer Aluminiumaufnahme, die über dem Toleranzwert liegt.
In 75 Prozent aller getesteten Produkte war Blei enthalten; teilweise ergaben die Messungen erschreckend hohe Werte.
Die verschiedenen Metalle werden im Körper gespeichert und können erhebliche gesundheitliche Probleme auslösen. Gelangen Blei oder Aluminium ins Gehirn, können sie dort irreparable Hirnschäden verursachen.
Auch die FDA (Food and Drug Administration) gab eine Studie in Auftrag, bei der 400 Lippenstifte auf ihren Bleigehalt überprüft wurden. Das Ergebnis war, dass 95 Prozent der getesteten Produkte eine Bleikonzentration aufwies, die die zulässige Höchstgrenze in Schokoriegeln (Lebensmittel!) überschritt.
Dennoch kam die FDA zu dem Schluss, dass diese Bleimengen noch keine Gefahr für die Gesundheit darstellen.
Die Auswirkung bleibt individuell
Sicher ist es nicht möglich, die Gefährlichkeit dieser Schadstoffe konkret einzuschätzen. Schließlich ist die Gesamtbelastung eines Menschen mit Toxinen und anderen Schadstoffen ebenso individuell zu betrachten wie dessen grundsätzliche Schadstoff-Belastbarkeit. Daher ist es durchaus denkbar, dass die Toxine im Lippenstift das vielleicht bereits gefüllte "Belastungs-Fass" zum Überlaufen bringen könnten.
Ganz besonders gefährdet sind Schwangere und stillende Frauen, denn sie geben die Toxine über die Plazenta, beziehungsweise über die Muttermilch direkt an das Ungeborene oder an das Baby weiter.
Die Bluthirnschranke der Babies und Kleinkinder ist noch nicht vollständig ausgebildet, so dass die Gifte nahezu ungehindert ins Gehirn gelangen und schwere Entwicklungsstörungen verursachen können.
In Anbetracht unzähliger weiterer Belastungs-Quellen, wie konventionelle Gesichts- und Körperpflege, Trinkwasser, Nahrungsmittel, Umweltbelastungen etc. , wird klar, dass zumindest die bewusste Aufnahme gesundheitsschädigender Substanzen unbedingt minimiert werden sollte.
Ein Lippenstift aus kontrollierter Herstellung
Beginnen Sie doch am besten gleich mit dem Naheliegenden: Kaufen Sie sich als erstes einen neuen Lippenstift. Ausgezeichnete Alternativen zu den herkömmlichen Produkten finden Sie im Bereich der zertifizierten Naturkosmetik.
Die zertifizierte Naturkosmetik unterliegt einer strengen Überwachung. Hier dürfen für die Herstellung von Kosmetika ausschließlich kontrollierte Pflanzenauszüge sowie kontrollierte mineralische oder Erdpigmente verwendet werden. Als Duftstoff dienen ätherische Öle.
Ein Lippenstift in kontrollierter Naturkosmetik-Qualität schützt und pflegt Ihre Lippen, auch wenn er vielleicht nicht so lange auf den Lippen hält.