Placebos
Laut einer Studie, die im Lancet veröffentlicht wurde, wirken Placebos besser als Beruhigungstabletten.
Dieser Text wurde veröffentlicht am 17.06.2008 um 14:26 Uhr
In einer neuen Studie, die im Lancet veröffentlicht wurde heißt es, dass Antipsychotika bei der Behandlung von Lernschwäche weniger wirksam sind, als Placebos. In dieser Studie wurden 86 Patienten mit einer Lernschwäche in Australien, Wales und England untersucht. Die eine Patientengruppe erhielt ein Antipsychotikum der ersten Generation, Haloperidol. Die zweite Gruppe erhielt Risperidon, ein Antipsychotikum der zweiten Generation und die dritte Patientengruppe erhielt ein Placebo.
Nach 4, 12 bzw. 26 Wochen dieser Behandlung wurden die Studienteilnehmer in Bezug auf abweichendes Verhalten, Aggressionsverhalten, Nebenwirkungen der Antipsychotika sowie der allgemeinen Lebensqualität beurteilt.
Es wurde festgestellt, dass sich die Verhaltensweisen, bis hin zum Aggressionsverhalten in allen drei Gruppen verbessert hatten. Die auffälligste Veränderung zeigte sich allerdings in der Placebogruppe.
Diese Studie zeigt, wie wichtig es ist, Menschen mit Lernschwächen und aggressivem Verhalten, eine entsprechende Betreuung zukommen zu lassen. Es ist viel sinnvoller, sich mit den Betroffenen intensiv zu unterhalten, die Ursachen ihres Verhaltens herauszufinden und sie entsprechend zu unterstützen, anstatt Antipsychotika zu verordnen.
In den USA muss jetzt auch in den Fachinformationen der konventionellen Antipsychotika vor einem erhöhten Sterberisiko gewarnt werden, das beim Off-label-Einsatz der Medikamente bei älteren Menschen mit Demenz besteht.
Lesen Sie den Artikel über das erhöhte Sterberisiko bei Einnahme von Antipsychotika
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