Keine Milch bei Prostatakrebs


Eine Studie legt den Verdacht nahe, dass Kuhmilch die Entstehung von Prostatakrebs begünstigen kann.

Studie: Erhöhtes Prostatakrebs-Risiko durch Milch

Veröffentlichung am 12.01.2011 um 15:16 Uhr / Aktualisierung am 27.02.2012 um 12:33 Uhr  Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) - Nur wenige Dinge sind so umstritten wie der Einfluss von Kuhmilch und daraus hergestellter Produkte auf die Entstehung von Krebserkrankungen. Das Ergebnis einer neuen Untersuchung scheint jenen Experten Recht zu geben die der Meinung sind, Milchprodukte seien schädlich und sollten daher generell gemieden werden. Es hatte sich herausgestellt, dass jene Menschen die gerne Milch konsumieren, offenbar mit einem höheren Prostatakrebs-Risiko zu leben haben.

Prostatakrebs Begünstigt Milch Prostatakrebs?

Fördert Kuhmilch Prostatakrebs?

Wissenschaftler am Europäischen Institut für Onkologie in Mailand und der Universität von Montreal verglichen 197 Prostatakrebs-Patienten mit einer gleichen Anzahl gesunder Menschen. Das Ergebnis wurde im Fachblatt The Prostate veröffentlicht. Die Teilnehmer der Studie füllten einen Fragebogen aus, der Informationen über das Konsumverhalten der Patienten in Bezug auf über 200 Nahrungsmittel liefern sollte.

Schützen Hülsenfrüchte und Nüsse vor Prostatakrebs?

Die Auswertung der Bögen erbrachte, dass das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, umso höher war, je mehr Milch verzehrt wurden.

Dabei konnte dieses erhöhte Risiko nur bei Milch, weniger aber bei Milchprodukten festgestellt werden. Gleichzeitig konnte ein geringeres Erkrankungsrisiko bei denjenigen Personen festgestellt werden, die einen überdurchschnittlichen Konsum an Hülsenfrüchten, Nüssen, Fisch und Meeresfrüchten sowie von Vitamin E (alpha-Tocopherol) angaben.

Wissenschaftler unschlüssig: Was in der Milch begünstigt Prostatakrebs?

Allerdings wurde bei der Studie die Qualität der Milch leider nicht in die Auswertung mit einbezogen. So berücksichtigten die Wissenschaftler nicht den Unterschied zwischen Milch, die von grasgefütterten Kühen stammte und solcher, die von getreidegefütterten Kühen produziert wurde.

Auch mögliche Milchkontaminationen mit Pestiziden oder Hormonen wurden nicht als mögliche Auslöser erwogen. Außerdem wurden die Mechanismen, nach denen verschiedene Inhaltsstoffe der Milch mit jenen anderer Nahrungsmittel interagierten und damit das Erkrankungsrisiko beeinflussen könnten, nicht näher untersucht.

Die Wissenschaftler verblieben letztendlich unschlüssig, was genau in der Milch nun für das gestiegene Erkrankungsrisiko verantwortlich sein könnte.

Milchcalcium beeinflusst Krebsentstehung nur grenzwertig

Sie schlossen lediglich das in der Kuhmilch vorhandene Calcium als Urheber aus. Eine in der Vergangenheit aufgestellte These hatte einen hohen Calciumkonsum mit einem erhöhten Krebserkrankungsrisiko in Zusammenhang gebracht.

Falls das Calcium an der Entstehung von Krebserkrankungen beteiligt wäre, so die Forscher, dann bestünde hier nur ein grenzwertiger Zusammenhang, der allerhöchstens zu einem leicht erhöhten Risiko führen könne. Unstrittig jedoch blieb die Tatsache, dass Milch beim Ausbruch von Prostatakrebs offenbar eine große Rolle spielt.

Quellen

Raimondi S, Mabrouk JB, Shatenstein B, Maisonneuve P, Ghadirian P. Diet and prostate cancer risk with specific focus on dairy products and dietary calcium: a case-control study. Prostate. 2010;70(10):1054-1065.

Quelle 2
Quelle 3




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(1)

Andreas
geschrieben am: Donnerstag, 23. Februar 2012, 10:32
eMail-Adresse hinterlegt

Sehr geehrte Damen und Herren, ich hätte dazu eine Frage. Verringere ich das Krebsrisiko, wenn ich auf Ziegenmilch umsteige? Danke Andreas




Zentrum der Gesundheit:

Hallo Andreas,
vielen Dank für Ihre Mail.
 
Ziegenmilchprodukte sind - unabhängig vom möglichen Einfluss auf das Krebsrisiko - insbesondere dann empfehlenswerter als Kuhmilchprodukte, wenn es sich um Produkte aus biologischer und/oder extensiver Ziegenhaltung handelt.
 
Da laut der im Artikel genannten Experten der Grund, warum Kuhmilch das Prostatakrebsrisiko erhöhen können soll, nicht bekannt ist, können wir in Bezug auf den Einfluss des Krebsrisikos durch Ziegenmilch nur spekulieren.
 
Falls - wie gelegentlich vermutet wird - der IGF1 (Wachstumsfaktor) aus der Milch für das höhere Krebsrisiko verantwortlich ist, dann gilt, dass dieser nicht nur in der Kuhmilch, sondern leider auch in der Ziegenmilch enthalten ist - einfach deshalb, weil es sich um einen natürlichen Bestandteil von Milch handelt.
 
Der IGF1-Gehalt lässt sich jedoch signifikant durch die milchsaure Fermentation verringern, so dass Ziegenmilch, Ziegenkäse etc. eher vermieden werden sollten und dafür Ziegenjoghurt in den Speiseplan integriert werden sollte.
 
Mögliche andere Faktoren für ein höheres Prostatakrebsrisiko durch Tiermilch sind hierbei jedoch nicht berücksichtigt.
 
Liebe Grüsse
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

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