Herz-Kreislauf und Gefässe

Ätherische Öle bei Krampfadern

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 11.05.2018
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Ätherische Öle bei Krampfadern
© fotolia.com/Floydine

Krampfadern und Besenreiser können altersbedingt auftreten, aber auch während einer Schwangerschaft entstehen oder als Folge eines vorwiegend sitzenden Lebensstils. Wenn in der eigenen Familie Krampfadern vorkommen, steigt die Gefahr, dass man selbst ebenfalls früher oder später davon betroffen ist. Vorbeugend und therapeutisch lässt sich viel tun, um Krampfadern zu vermeiden bzw. zu behandeln. Bindegewebsstärkende Massnahmen und Bewegung sind dabei sehr wichtig. Aber auch ätherische Öle, die viele Menschen bereits in der Hausapotheke haben, können helfen.

Welche ätherischen Öle helfen bei Krampfadern und Besenreisern?

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenauszüge. Sie sind so stark konzentriert, dass sie bereits in sehr geringen Dosen von nur wenigen Tropfen Wirkung zeigen. Bestimmte ätherische Öle können Lungenkrankheiten vorbeugen, manche helfen bei Depressionen, andere wiederum bei Verstopfung oder chronischen Entzündungen. Wieder andere können in der Hautpflege eingesetzt werden.

Heute möchten wir Ihnen ätherische Öle vorstellen, die bei Krampfadern und Besenreisern verwendet werden können und die jeweilige Therapie unterstützen. Krampfadern tauchen an den Beinen auf. Sie sind blau oder rot, können anschwellen und manchmal schmerzen sie oder verursachen einen Juckreiz.

Besenreiser hingegen sind das feine Geflecht winziger Äderchen, die an der Oberfläche der Haut hervorschimmern. Sie können ein Hinweis auf Krampfadern sein oder u. U. zu Krampfadern führen. Je nach Ausprägung können Sie ein Spannungs- und/oder Schweregefühl in den Beinen hervorrufen.

Ursachen und Entstehung

Betroffen sind die Venen (also nicht Arterien). Venen haben die Aufgabe, das Blut wieder zurück zum Herzen zu transportieren, was besonders in den Beinen schwierig ist, da das Blut entgegen der Schwerkraft nach oben gebracht werden muss. Dies bewerkstelligen die Venen mit Hilfe der Muskelkraft, der Sogwirkung des Herzens, der Atmung und ihrer Venenklappen (die verhindern, dass das Blut wieder nach unten fliesst).

Bei Bewegungsmangel, sitzendem Lebensstil, Übergewicht, hormonellen Einflüssen und einer Bindegewebsschwäche können sich die Venen ausdehnen. Sie werden immer schlaffer und die Venenklappen funktionieren nicht mehr richtig. Das Blut „versackt” in den oberflächlichen Venen und kann nicht mehr in das innere Venensystem abfliessen, das viel leistungsstärker ist und den Grossteil des Blutes zum Herzen pumpen würde.

Fünf ätherische Öle bei Krampfadern

Krampfadern sind einerseits ein kosmetisches Problem, können aber auch das Thromboserisiko erhöhen oder Venenentzündungen begünstigen. Aus ganzheitlicher Sicht gibt es vieles, was man bei Krampfadern oder zu deren Prävention tun kann. Der Einsatz von ätherischen Ölen kann ebenfalls zur Krampfadern-Therapie gehören.

Auch wenn die ätherischen Öle nicht in jedem Fall die Krampfadern an sich bekämpfen, so lindern sie doch die Symptome, wie Schwellungen, Schweregefühl, Juckreiz oder Schmerzen.

Zu den ätherischen Ölen, die immer wieder im Zusammenhang mit Krampfadern oder Venenproblemen genannt werden, gehören u. a. Weihrauch, Strohblume, Geranie, Zitronengras und Myrrhe. Nachfolgend beschreiben wir jene Öle näher, zu denen es in Bezug auf Krampfadern bereits erste Studien gibt:

  1. Lavendel
  2. Strandkiefer (Pinie)
  3. Schafgarbe
  4. Rosmarin
  5. Zypresse
Kokosöl

1. Ätherisches Lavendel-Öl

Lavendelöl ist eines der bekanntesten Hausmittel bei Schmerzen, da es in der Lage sein soll, im Gehirn den Serotoninspiegel zu erhöhen. Offenbar kann schon allein das Einatmen von Lavendelöl Schmerzen mindern, wie eine Studie von 2006 an frisch operierten Patienten ergab.

Darüber hinaus kann Lavendelöl die Durchblutung fördern, was dem Kreislauf bei Krampfadern besonders gut tut. Zusätzlich wirkt das Öl heilfördernd und entzündungshemmend, so dass entzündlichen Venenproblemen vorgebeugt werden kann.

Zur genauen Anwendung ätherischer Öle finden Sie die entsprechenden Angaben ganz unten unter „Anwendung ätherischer Öle bei Krampfadern und Besenreisern“.

2. Ätherisches Öl der Strandkiefer (Pinie)

Das ätherische Öl der Strandkiefer kann bei Krampfadern ebenfalls hilfreich sein. In einer Studie vom Januar 2018 konnte die entzündungshemmende und wundheilende Wirkung des Strandkiefernöls belegt werden. Diese Eigenschaften sind der Volksheilkunde schon sehr lange bekannt, weshalb das ätherische Strandkiefernöl auch traditionell bei chronischen Venenbeschwerden eingesetzt wird. In genannter Untersuchung war das Öl sogar wirksamer als der bei Venenerkrankungen so häufig verordnete Rosskastanienextrakt (siehe weiter unten).

Auch innerlich können Strandkiefernpräparate zum Einsatz kommen, etwa ein Extrakt ihrer Rinde, der besonders hohe OPC-Mengen enthält (über 80 Prozent). OPC (Oligomere Proanthocyanidine) gelten als starkes Antioxidans mit entzündungshemmender und bindegewebsstärkender Wirkung.

Im Journal of the German Society of Dermatology ging es im November 2010 um das Thema „Welche Heilpflanze für welche Hautkrankheit?“. Der Strandkiefernextrakt wurde dabei als gutes Mittel für geschwollene Beine genannt. Man hatte Patienten mit chronischer Veneninsuffizienz in einer randomisierten und placebokontrollierten Studie acht Wochen lang täglich 50 mg des Strandkiefernextraktes verordnet (Pycnogenol). Die Schwellungen gingen in der OPC-Gruppe deutlich zurück, in der Placebogruppe nicht.

In einer weiteren randomisierten Studie nahmen die Patienten in einer Gruppe 360 mg Strandkiefernextrakt ein, in einer zweiten Gruppe 600 mg Rosskastanienextrakt – und zwar vier Wochen lang. Hier konnte der Strandkiefernextrakt die Beinödeme sehr viel besser mindern als die Rosskastanie.

3. Ätherisches Schafgarben-Öl

Das ätherische Öl der Schafgarbe gilt schon lange als traditionelles Mittel bei Venenerkrankungen. Meist wird es in Salben eingearbeitet, die dann auf die Krampfadern oder Besenreiser aufgetragen werden können.

Die Schafgarbe vereint verschiedene Eigenschaften in sich, die alle optimal für die Behandlung von Krampfadern geeignet sind. So wirkt sie in erster Linie entzündungshemmend, wundheilend, blutstillend und blutreinigend sowie durchblutungsfördernd.

4. Ätherisches Rosmarin-Öl

Das ätherische Öl aus dem Rosmarin gilt als belebend, entkrampfend und durchblutungsfördernd. Im Juli 2010 wurde in einer Untersuchung gezeigt, dass diese Eigenschaften auch zu einer schmerzlindernden Wirkung beitragen.

Zur Behandlung schmerzender Beine infolge von Krampfadern mischt man 4 Tropfen des ätherischen Rosmarin-Öls mit 1 Esslöffel Kokosöl oder Olivenöl und massiert damit die betreffenden Stellen.

5. Ätherisches Zypressen-Öl

Immer wieder wird von Phytotherapeuten auch das ätherische Öl der Zypresse bei Krampfadern empfohlen, da sich sein Hauptwirkstoff – das Alpha-Pinen – positiv auf den Blutkreislauf auswirkt und überdies Schmerzen sowie Muskelkrämpfe lindern kann. Letztere können infolge von Krampfadern insbesondere nachts auftreten.

Die Rosskastanie – Tinktur für ein Venengel

Aus der Rosskastanie wird zwar kein ätherisches Öl hergestellt, dennoch handelt es sich um eine Heilpflanze, die schon lange bei Venenleiden und Veneninsuffizienz eingesetzt wird – und zwar in Form von Rosskastanien-Präparaten, die man innerlich einnehmen kann.

Man kann aber auch selbst eine Rosskastanientinktur ansetzen (Rosskastanien schälen, zerstückeln und 1 Woche lang in Wodka oder Korn ziehen lassen, dabei täglich schütteln, dann abseien und in Dunkelglasfläschchen aufbewahren). Mit dieser Tinktur wiederum kann man ein Venengel herstellen.

In Phytotherapy Research las man im September 2010, dass Rosskastanienextrakte geweitete Blutgefässe wieder zusammenziehen und ausserdem die Thrombenbildung mindern (also blutverdünnend wirken) können.

Auch in den Jahren 2009 und 2006 waren Untersuchungen erschienen, die zeigten, dass die Rosskastanie eine optimale Heilpflanze für eine chronische Veneninsuffizienz darstellt. In ihr ist der Pflanzenstoff Aescin enthalten, der entzündungshemmend und abschwellend wirkt.

Basis-Massnahmen bei Krampfadern

Natürlich können die genannten pflanzlichen Mittel nur wirken, wenn die Grundvoraussetzungen für eine Besserung der Venenbeschwerden erfüllt sind:

Bewegen Sie sich daher regelmässig, da dies die Durchblutung fördert und so auch den Rückfluss des Blutes aus den Beinen zum Herzen unterstützt.

  • Ernähren Sie sich gesund.
  • Meiden Sie Alkohol, rauchen Sie nicht.
  • Bei Übergewicht bauen Sie dieses ab.
  • Sitzen Sie nicht mit überschlagenen Beinen, da dies den Blutfluss noch weiter verlangsamt.
  • Legen Sie bei sitzenden Tätigkeiten immer wieder Pausen ein, in denen Sie sich bewegen.
  • Tragen Sie ggf. Kompressionsstrümpfe.
  • Vermeiden Sie zu enge Kleidung.
  • Essen Sie salzarm, da Salz die Entwicklung von Ödemen fördert.
  • Sorgen Sie für „dünnes“ Blut.
  • Optimieren Sie Ihre Vitamin-C-Versorgung (mind. 200 mg zusätzliches Vitamin C in Form von Nahrungsergänzungen, wie z. B. Acerolakirschpulver), da sich die Einnahme von Vitamin C aufgrund seiner heilenden, entzündungshemmenden, antioxidativen und blutverdünnenden Eigenschaften äusserst positiv auf die Blutgefässgesundheit auswirkt.

Anwendung ätherischer Öle bei Krampfadern und Besenreisern

Ätherische Öle werden so gut wie nie pur und unverdünnt eingesetzt. Mischen Sie sie daher immer mit einem sog. Basisöl (Mandelöl, Avocadoöl, Kokosöl, Jojobaöl oder einem anderen unparfümierten und reinen Öl, das Sie zur Körperpflege verwenden).

Geben Sie 3 bis 5 Tropfen des ätherischen Öls in 1 bis 3 EL des Basisöls und massieren Sie es sanft in die betroffenen Beinpartien ein. Wenn Sie empfindliche Haut haben oder zu Allergien neigen, testen Sie die jeweilige Ölmischung erst vorsichtig an einer kleinen Hautstelle und warten Sie einen Tag, ob sich eine Reaktion ergibt.

Auch eine Mischung der genannten ätherischen Öle ist möglich, z. B. Zypressenöl und Schafgarbenöl, die man beide in Jojobaöl tropft.

Direkt nach dem Auftragen der ätherischen Öle sollten Sie keine Sonnenbäder nehmen, da manche ätherischen Öle die Haut empfindlicher für die Sonnenstrahlung machen können, so dass sich leichter ein Sonnenbrand bilden könnte.

Sie können die ätherischen Öle auch in kaltes Wasser geben, ein Tuch damit tränken und dieses auf Ihre Krampfadern legen. Auch hier geben Sie 3 bis 5 Tropfen in 3 EL Wasser.

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie die genannten pflanzlichen Mittel nur nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme verwenden.

Drei innerlich einzunehmende Mittel gegen Krampfadern und Besenreiser, die ebenfalls therapeutisch oder präventiv zum Einsatz kommen können, finden Sie im zuvor gesetzten Link.

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