Gesundheit

Bittere Aprikosenkerne in der Krebstherapie - Vitamin B 17

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 16.10.2018
  • 10 Kommentare
Bittere Aprikosenkerne in der Krebstherapie - Vitamin B 17
© Ulada - Shutterstock.com

Bittere Aprikosenkerne enthalten eine Blausäureverbindung: Amygdalin. Bei der Verstoffwechslung soll aus Amygdalin ein Stoff im Körper entstehen, der Krebszellen vernichtet, gesunde Zellen aber nicht antastet. Und so kam es, dass Menschen bittere Aprikosenkerne assen, um sich mit Amygdalin von Krebs zu heilen. Während manche Berichte von tatsächlichen Heilerfolgen sprechen, wird auf der anderen Seite vor einer Selbsttherapie mit amygdalinhaltigen Aprikosenkernen gewarnt, da es zu Blausäurevergiftungen kommen könne.

Inhaltsverzeichnis

Heilt Amygdalin aus Aprikosenkernen Krebs?

Paul Reid bekam die Nachricht, er habe einen unheilbaren Lymphdrüsenkrebs und noch etwa fünf Jahre zu leben. Paul Reid war bereit zu kämpfen. Die Waffen seiner Wahl: Bittere Aprikosenkerne. Er lehnte eine Chemotherapie ab, ass dreissig Aprikosenkerne (das Innere des Kerns) pro Tag und lebt heute – dreizehn Jahre nach seiner Diagnose – immer noch, und zwar gesund und munter. So oder ähnlich lauten die ungewöhnlichen Erfolgsberichte mit Amygdalin bzw. bitteren Aprikosenkernen.

Bittere Aprikosenkerne enthalten Blausäure

Bei manchen Menschen löst schon die Erwähnung von Bittermandeln oder Apfelkernen Angst und Schrecken aus. Diese Kerne enthalten Amygdalin. Dabei handelt es sich um ein Cyanid. Cyanide sind Blausäureverbindungen. Kennen Sie Zyankali? Das ist der Stoff, mit dem sich manche Menschen das Leben nehmen oder mit dem sie anderen Menschen das Leben nehmen. Schon wenige Milligramm genügen, um innerlich zu ersticken. Zyankali ist ein Cyanid, nämlich Kaliumcyanid.

Curcuperin

Täglich bittere Aprikosenkerne

Das Cyanid in Bittermandeln, das auch in vielen anderen Fruchtkernen wie z. B. Apfelkernen oder auch bitteren Aprikosenkernen enthalten ist, heisst dagegen Amygdalin. Manche Menschen essen nun gezielt und regelmässig bittere Aprikosenkerne in grösseren Mengen, um sich von Krebs zu heilen oder diesem vorzubeugen – und zwar völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass an jeder Ecke vor dem Verzehr dieser Kerne gewarnt wird.

Doch wie kamen diese Menschen überhaupt auf die Idee, angeblich giftige Fruchtkerne zu essen und dabei zu hoffen, sich völlig nebenwirkungsfrei von schwersten Krankheiten zu heilen? Warum erlitten jene, die das taten, nicht die prophezeite Vergiftung? Warum wurden hingegen manche sogar gesund?

Aprikosenkern Amygdalin – Vitamin B17 – Laetril

Amygdalin wird oft auch Laetril oder Vitamin B 17 genannt und ist selbst nicht giftig. Giftig sind zwei seiner Abbauprodukte: Cyanid und Benzaldehyd. Während Benzaldehyd auch im Weisswein enthalten ist, dort massgeblich für dessen Aroma zuständig ist und erst in höheren Dosen gesundheitsschädlich wirken soll, gilt Cyanid bereits in kleinsten Dosen als hochgiftig. Doch heisst es, dass Cyanid nur für Krebszellen giftig sei. Woher weiss das Amygdalin, dass es nur Krebszellen vergiften darf?

Tötet Amygdalin aus Aprikosenkernen nur Krebszellen?

Das Amygdalin weiss gar nichts. Die Krebszellen sind an ihrem Untergang offenbar selbst Schuld. Krebszellen lieben Zucker. Neben Cyanid und Benzaldehyd stecken im Amygdalin auch zwei Zucker-Moleküle (Glucose). Kaum erscheint das Amygdalin im Körper, erkennen die Krebszellen den Zucker darin und wollen ihn haben. Also bauen sie das Amygdalin auseinander, um an die beiden Zucker-Moleküle zu gelangen. Dabei werden jedoch auch das Cyanid und das Benzaldehyd frei, die jetzt zum Ersticken der Krebszelle führen.

Gesunde Zellen durch Amygdalin nicht gefährdet?

Gesunde Körperzellen jedoch – so wird behauptet – nähmen kein Amygdalin auf, da nur Krebszellen das dazu benötigte Enzym Beta-Glucosidase enthalten würden. Dieses Enzym schliesst die Amygdalin-Verbindung auf und setzt so die tödlichen Gifte in der Krebszelle frei. Allerdings soll sich das Enzym auch in den Aprikosenkernen selbst sowie im Darm des Menschen befinden, so dass gewisse Mengen an Amygdalin dennoch auch in gesunde Zellen gelangen könnten.

Die meisten gesunden Zellen sollen laut Amygdalin-Befürwortern jedoch ein anderes Enzym enthalten. Es heisst Rhodanase. Käme die gesunde Zelle mit freien Cyanid-Molekülen in Kontakt, dann binde die Rhodanase die Cyanid-Moleküle an Schwefel-Moleküle. Dadurch entstünden unschädliche Cyanate, die mit dem Urin ausgeschieden würden.

Gegner des Amygdalins behaupten hingegen, dass vor allem oral verabreichtes Amygdalin in hohen Konzentrationen zu einer Cyanid-Vergiftung und sogar zum Tode führen kann.

Die Geschichte des Amygdalins aus Aprikosenkernen

Amygdalin gewann bereits im Jahr 1952 einen gewissen Bekanntheitsgrad. Damals forschten Dr. Ernest Krebb und Dr. John Richardson intensiv mit Amygdalin in der Krebstherapie. Dr. Krebb extrahierte das Amygdalin aus bitteren Aprikosenkernen und bereitete es so auf, dass es Krebspatienten injiziert werden konnte. Ja, er soll es sich sogar selbst injiziert haben, um die Sicherheit von Amygdalin zu demonstrieren. Dr. John Richardson indessen soll mehrere Krebspatienten in San Francisco mit Amygdalin geheilt haben.

Studien mit Amygdalin

Später in den 1970er Jahren wurden am New Yorker Memorial Sloan-Kettering Cancer Center (MSKCC), dem grössten privaten Krebs-Zentrum verschiedene Studien mit Amygdalin durchgeführt. Dabei stellte der Wissenschaftler Kanematsu Sugiura fest, dass Amygdalin zwar nicht den Ersttumor, aber offenbar die Metastasen zerstören könne – zumindest bei Mäusen. Obwohl der Erfolg dieser Experimente – nach offizieller Aussage – von anderen Forschern nie wiederholt werden konnte und daher die Ergebnisse von Sugiuras Versuchen auch nicht publiziert werden sollten, drang die Botschaft vom "krebsheilenden" Amygdalin dennoch an die Öffentlichkeit und erregte grosses Aufsehen.

Amygdalin-Studien an der Mayo Klinik

Gleichzeitig führte die Mayo Klinik in Rochester/Minnesota klinische Studien mit Amygdalin durch. Die meisten der teilnehmenden Patienten litten an fortgeschrittenem Krebs. Sie hatten grösstenteils bereits eine Chemotherapie und Bestrahlungen hinter sich, die keine Erfolge gebracht hatten. Nach der Verabreichung von Amygdalin soll sich innerhalb von drei Wochen bei 70 Prozent der Patienten eine Stabilisierung des Krebsgeschehens eingestellt haben. Dann jedoch konnte keine Wirkung des Amygdalins mehr nachgewiesen werden und der Krebs machte weiter.

Amygdalin wird verboten

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass bei dieser Studie einerseits das fast inaktive Isoamygdalin verwendet wurde und darüber hinaus nach den ersten drei erfolgsversprechenden Wochen die Therapie von intravenösem Amygdalin plötzlich auf orales Amygdalin umgestellt wurde, anstatt weiterhin bei der intravenösen Verabreichung zu bleiben. Daraufhin wurde das Amygdalin von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA verboten.

Amygdalin heute

Heute wird Amygdalin nur noch von sehr wenigen Ärzten eingesetzt, z. B. in der Contreras-Klinik in Tijuana/Mexico, wo Amygdalin seit 25 Jahren wichtiger Teil der Krebstherapie ist. Lothar Hirneise schreibt in seinem Buch "Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe", er habe in der Contreras-Klinik persönlich Ärzte und Patienten befragt und von guten Erfahrungen gehört. Allerdings weist Hirneise ausserdem daraufhin, dass Amygdalin intravenös verabreicht werden müsse, da es sehr unsicher sei, ob Amygdalin wirke, wenn es oral eingenommen werde. Um die nötige Dosierung auf oralem Wege zu erreichen, müsse man grosse Mengen einnehmen. Diese aber könnten wiederum den Magen-Darmtrakt rasch überfordern.

Nicht nur Amygdalin

Das Fazit lautet also, dass Amygdalin aus bitteren Aprikosenkernen sicher keine Wunder vollbringen kann. Möglicherweise liegt das Geheimnis aber in der richtigen Kombination verschiedener Massnahmen. Und so erfahren wir, dass auch Paul Reid nicht nur einfach 30 bittere Aprikosenkerne täglich gegessen hatte, um sich von seinem Lymphdrüsenkrebs zu heilen. Er tat noch viel mehr! So stellte er seine Ernährung vollständig um und ernährt sich seit seiner Diagnose vegan und zu 75 Prozent von lebendiger Rohkost. Darüber hinaus führte er ein umfassendes Darmsanierungsprogramm durch und widmete sich dem Gebet. Paul Reid ist der Meinung, dass ihn diese Kombination aus Darmsanierung, vitalstoffreicher Ernährung, amygdalinhaltiger Aprikosenkerne und seinem unerschütterlichen Glauben gerettet habe.

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Zuletzt kommentiert

Anonym schrieb am 09.12.2017

Ich habe schon seit Monaten einen Bittermandel -Geschmack und Druck im Oberbauch . Am Anfang des Jahres 2017 wurde mittels Ultraschall alle Organe untersucht. Jedenfalls war dies so geplant. Aber der untersuchende Arzt sagte ,dass er die Galle und die Milz nicht beurteilen konnte. Eine Magenspiegelung wurde empfohlen. Die Untersuchung ergab ,dass vereinzelt kleine Entzündungen vorhanden sind. Eine Ärztin erklärte ,es könne auch ein Gallestau vorliegen. Meine Hausärztin hat aber bis jetzt keine weitere Abklärung unternommen . Ich hoffe sehr ,dass Sie mir eine Erklärung geben können. Für Ihre Bemüungen bedanke ich mich im Voraus

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Aus ganzheitlicher Sicht überprüft man stets in einer ausführlichen Anamnese die gesamte Lebens- und Ernährungsweise des Menschen, sein Stresslevel, seine Vitalstoffversorgung, sein übriger Gesundheitszustand, seine Organwerte und vieles mehr. Erst dann kann man sich ein Bild von möglichen Ursachen und in Frage kommenden Massnahmen machen. Aus der Ferne ist daher eine Diagnose leider nicht möglich.

Für Geschmacksveränderungen kommen sehr viele Ursachen in Frage, die Sie mit einem umsichtigen Arzt abklären könnten: Schwermetallbelastung, Zahn- und Zahnfleischprobleme, Gastritits, Reflux, Magengeschwür, Allergien, Unverträglichkeiten, Nierenprobleme, Hormonschwankungen, Medikamente etc.

Alles Gute!

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

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