Kürbisblätter sind essbar – aber nicht alle Kürbisblätter

Die Blätter von Speisekürbissen sind essbar, aber nicht jene von Zierkürbissen. Letztere schmecken bitter und enthalten den Giftstoff Cucurbitacin. Die Blätter von essbaren Kürbissen sind hingegen giftfrei und weisen einen angenehm milden Geschmack auf.

Im Gegensatz zu manch anderem Blattgemüse, wächst die Kürbispflanze schnell, oft schneller, als Schnecken sie fressen können, so dass der Ernteerfolg fast vorprogrammiert ist.

Wer daher den Aufwand der Zubereitung nicht scheut, kann daraus ein feines und auch nährstoffreiches Gemüse zubereiten. Aufwand deshalb, da erst die Fasern der Blätter entfernt werden sollten und auch teilweise die kleinen Stacheln. Andernfalls wäre das Kürbisblattgemüse kein Genuss. Mit ein bisschen Übung benötigt man jedoch auch dafür nicht länger als 10 Minuten (zzgl. Kochzeit).

Kürbisblattgemüse ist in Afrika ein traditionelles Gericht

In Afrika, Indonesien und Malaysia werden Kürbisblätter schon sehr lange als Gemüse gegessen. In Afrika z. B. in Sambia, Tansania, Nigeria oder Zimbabwe.

Ein Video des Kinderhilfswerkes ChildFund Deutschland, das in Sambia die Ernährungssituation der Menschen verbessern hilft, zeigt, wie dort das Traditionsgericht Nshima Chibwawa zubereitet wird. Es besteht aus Kürbisblattgemüse mit Tomaten und Erdnüssen, dazu gibt es Maisbrei. Sie finden das sehenswerte Video in unseren Quellenangaben ganz unten (2).

Sind Kürbisblätter ein neues Superfood?

Kürbisblätter enthalten zahlreiche Nähr- und Vitalstoffe, sind dabei aber nicht DAS Superfood schlechthin. Sie sind in Sachen Nährstoffprofil durchaus mit anderen Blattgemüsen zu vergleichen und enthalten vom einen Nährstoff mehr, vom anderen weniger.

Es geht jedoch nicht darum, ein neues Superfood zu finden, sondern zu erfahren, welche bislang unbeachteten Pflanzenteile in Wirklichkeit ein essbares Gemüse sind.

Kürbisblätter: Nährstoffe, Mineralstoffe und Vitamine

Wie jedes Blattgemüse bestehen auch Kürbisblätter aus viel Wasser, wenig Fett und wenig Kohlenhydraten. Entsprechend kalorienarm sind sie.

Falls Sie bei den unten angegebenen Nährwerten manche Nährstoffe vermissen, so liegt das daran, dass es bislang noch sehr wenige Informationen dazu gibt und die vermissten Nährstoffe vermutlich einfach noch nicht analysiert wurden.

Die unten zuerst angegebenen Nährwerte (1) beziehen sich auf die rohen Kürbisblätter, so dass man bei gekochten Kürbisblättern natürlich von etwas geringeren Vitaminwerten ausgehen muss, da es beim Erhitzen unweigerlich zu Nährstoffverlusten kommt.

Die nach den Klammern angegebenen Mineralstoff- und Vitaminwerte (3) beziehen sich auf die gekochten Kürbisblätter, jedoch stammen diese Nährwerte von einer anderen Quelle, so dass hier natürlich auch andere Blätter verwendet wurden und man wiederum von sortenbedingten und naturgemässen Schwankungen ausgehen muss.

Nährstoffe

Für ein Blattgemüse sind Kürbisblätter relativ proteinreich. Sie enthalten in roher Version 3,15 g Protein pro 100 g. Zum Vergleich: Mangold 2,1 g, Löwenzahnblätter 2,9 g, Spinat 2,3 g, Feldsalat 1,8 g, Brennnessel 7 g.

Pro 100 g enthalten rohe Kürbisblätter die folgenden Nährstoffe (in den Klammern befinden sich die Werte der gekochten Blätter):

  • Wasser: 92,88 g
  • Kcal: 19 (21)
  • kJ: 79 (88)
  • Protein: 3,15 g (2,7 g)
  • Fett: 0,4 g (0,2 g)
  • Kohlenhydrate: 2,33 g (3,4 g) inkl. Ballaststoffe
  • Ballaststoffe: (2,7 g)

Mineralstoffe und Spurenelemente

Was die Mineralstoffe angeht, so findet man bis auf das Kalium keine besonderen Höchstwerte. Der Gehalt an Kalium liegt im oberen Bereich, so dass Kürbisblätter wie auch andere Blattgemüse zum kaliumreichen Gemüse zählen.

Eventuell ist der Gehalt an Eisen (2,2 mg bzw. 3,2 mg – je nach Quelle) noch hervorzuheben. Er übertrifft jenen mancher herkömmlichen Gemüse, ist aber im Hinblick auf die rohen Blätter immer noch niedriger als der Eisengehalt von Mangold (2,7 mg), Fenchel (2,7 mg), Kresse (2,9 mg) und Löwenzahn (3,1 mg) und im Hinblick auf die gekochten Blätter niedriger als der Eisengehalt von Spinat (4,1 mg) und Topinambur (3,7 mg).

Pro 100 g enthalten Kürbisblätter die folgenden Mineralstoffe und Spurenelemente (in Klammern ist der offiziell gültige Tagesbedarf eines (nichtschwangeren) Erwachsenen angegeben (nach DGE)):

  • Calcium: 39 mg (1.000 mg) 43 mg
  • Eisen: 2,22 mg (12,5 mg) 3,2 mg
  • Magnesium: 38 mg (350 mg) 38 mg
  • Phosphor: 104 mg (700 mg) 79 mg
  • Kalium: 436 mg (4.000 mg) 438 mg
  • Natrium: 11 mg (1.500 mg) 8 mg
  • Zink: 0,2 mg (8,5 mg) 0,2 mg
  • Kupfer: 0,133 mg (1,25 mg) 0,1 mg
  • Mangan: 0,355 mg (3,5 mg) 0,4 mg
  • Selen: 0,9 µg (60 – 70 µg) 0,9 µg

Vitamine

Bei den Vitaminen sind es die Vitamine A und K, die in relevanten Mengen enthalten sind. Von manchen B-Vitaminen werden immerhin pro 100 g Kürbisblätter um die 10 Prozent des Bedarfs gedeckt werden. Der sowieso schon geringe Vitamin-C-Gehalt jedoch sinkt beim Kochen auf nur noch 1 mg, ist also nicht erwähnenswert.

Pro 100 g enthalten Kürbisblätter die folgenden Vitamine (steht nur der Wert rechts von der Klammer, bezieht sich dieser auf die gekochten Blätter, da die Werte der rohen Blätter in der Quelle fehlen):

  • Vitamin A (Retinoläquivalent): 97 µg (900 µg) 480 µg
  • Vitamin C: 11 mg (100 mg) 1 mg
  • Vitamin B1: 0,094 mg (1,1 mg) 0,1 mg
  • Vitamin B2: 0,128 mg (1,2 mg) 0,1 mg
  • Vitamin B3: 0,920 mg (15 mg) 0,9 mg
  • Vitamin B5: 0,042 mg (6 mg) 0 mg
  • Vitamin B6: 0,207 mg (2 mg) 0,2 mg
  • Folat: 36 µg (300 µg) 25 µg
  • Vitamin E: (12 – 15 mg) 1 mg
  • Vitamin K: (70 – 80 µg) 108 µg
  • Cholin: (425 – 550 mg) 21 mg

Wie gesund sind Kürbisblätter?

Nun werden auf manchen Seiten die gesundheitlichen Vorteile von Kürbisblättern aufgezählt:

  • Sie sollen vor Krebs und Augenkrankheiten schützen (weil sie so viel Vitamin A enthalten),
  • Übergewicht abbauen helfen (weil sie kalorienarm und vitaminreich sind),
  • zu hohen Blutdruck senken (weil sie kaliumreich sind und Kalium gut für das Herz-Kreislauf-System ist),
  • vor Infektionen schützen (wegen ihres Vitamin-C-Gehalts, der – wie Sie oben sehen – nicht wirklich hoch ist),
  • aufgrund ihrer Ballaststoffe das Verdauungssystem mobilisieren und vieles weitere mehr.

Alle diese Eigenschaften treffen auf nahezu jedes (Blatt-)Gemüse zu, sind also nicht allein den Kürbisblättern zu eigen. Besonders wertvoll sind diese Eigenschaften jedoch für z. B. manche afrikanische Zonen, in denen zeitweise vielleicht keine anderen grünen Blattgemüse wachsen und so das Kürbisblattgemüse tatsächlich von enorm hohem gesundheitlichen Wert sein kann.

Wie bereitet man Kürbisblätter zu?

Die Zubereitung von Kürbisblättern ist etwas aufwändig, da man die Blätter nicht einfach waschen, schneiden und kochen kann, sondern erst die Fasern und teilweise auch die Stacheln entfernen sollte. Junge Blätter sind angenehmer zuzubereiten, da sie noch keine so ausgeprägten Stacheln (bzw. zarte und daher essbare Stacheln) und kaum Fasern aufweisen.

Auch die Stängel können verwendet werden, aber auch hier nur – wenn überhaupt – die Stängel sehr junger Blätter, andernfalls sind sie zu faserig.

Am besten schauen Sie sich ein Video zur Zubereitung von Kürbisblättern an (z. B. hier (4)), da man dort sehr gut sieht, wie man die Fasern (an denen auch die meisten Stacheln haften) entfernen kann. Man zieht dazu die Fasern vom Stielansatz über das Blatt ab. Dann kann man das Blatt verwenden.

Kürbisblattgemüse: Das Grundrezept

Im untenstehenden Rezept (4) wird das Kochwasser abgegossen. In anderen Rezepten werden die Kürbisblätter nur mit wenig Wasser gedämpft, so dass das Kochwasser nicht abgegossen werden muss und man auf diese Weise den mit dem Abgiessen verbundenen Vitalstoffverlust vermeiden kann. Da die Blätter nicht sehr oxalsäurereich sind (5), ist ein Abgiessen aus diesem Grund ebenfalls nicht erforderlich.

Zutaten:

  • 30 Kürbisblätter entfasert und klein geschnitten
  • 1 Zwiebel gewürfelt
  • 1 Tomate gewürfelt (wenn gewünscht gehäutet)
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken
  • ¼ TL Natron, damit die Blätter zart werden (bei sehr jungen, zarten Blättern nicht nötig)
  • 1 EL Öl
  • 2 EL Sahne (z. B. Mandelsahne, Sojasahne oder auch Kokosmilch)

Zubereitung

  1. Salzwasser zum Kochen bringen, die Blätter hinzugeben. Das Natron hinzufügen und 5 Minuten kochen oder so lange, bis die Blätter zart sind.
  2. Topf von der Herdplatte nehmen und das Wasser abgiessen.
  3. Separat die Zwiebel und die Tomate im Öl dünsten, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die gekochten Kürbisblätter gut unterrühren.

Dazu wird traditionell Sadza (Maisbrei) oder Reis serviert. Auch mit Yamswurzel gibt es Rezepte. Guten Appetit!

Kann man Kürbisblätter auch roh essen?

Kürbisblätter können auch roh als Salat gegessen werden, natürlich nur die sehr jungen und zarten Blätter.

Quellen

  1. USDA, Full Report (All Nutrients): 11418, Pumpkin leaves, raw, abgerufen 29.9.2019, National Nutrient Database for Standard Reference Legacy Release
  2. Rezept Kürbisblattgemüse aus Sambia: ChildFund Deutschland, Veganes Rezept aus Sambia: Nshima Chibwawa
  3. SELF NutritionData, Pumpkin leaves, cooked, boiled, drained, without salt, abgerufen am 3.10.2019
  4. Princess Tafadzwa, RECIPE FOR PUMPKIN LEAVES (MUBOORA), 7.5.2012
  5. Wakhanu AJ et al., Oxalate Levels in Selected African Indigenous Vegetable Recipes from the Lake Victoria Basin, Kenya, International Journal of Agriculture and Environmental Research, Januar 2016

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Hinweis zu Gesundheitsthemen

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.