Tiere

Laborbienen gestohlen

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 09.09.2016
  • 2 Kommentare
Laborbienen gestohlen

Das schottische Bienen-Forschungsprojekt des Center for Neurosciences der Dundee Universität war mit 3,3 Millionen Dollar dotiert. Es sollte das Phänomen namens Colony Collapse Disorder (CCD; zu deutsch Völkerkollaps) untersuchen, bei dem Honigbienen unerklärlicherweise in Scharen sterben. Anfang Mai 2011 wurden die extra für dieses Projekt gehaltenen Laborbienen der Spezies British Black Bee an einem Sonntagmorgen vom Gelände der Dundee University gestohlen. Wer war der Dieb?

Inhaltsverzeichnis

Wenn Bienen sterben

Bei der Bienenkrankheit CCD sterben nur die erwachsenen Bienen, aber diese gleich scharenweise. Oder besser gesagt, sie verschwinden einfach und kehren nicht mehr zum Stock zurück. Im Stock selbst sind nur noch junge Bienen, die Brut, der Honig und die Pollenvorräte zu finden, aber keine erwachsenen Bienen mehr. Imker konnten bei manchen Bienen Orientierungslosigkeit beobachten. Irgendetwas musste sie derart beeinträchtigen, dass sie nicht mehr zurück in den Stock fanden und schliesslich starben.

Ursache für Bienensterben unbekannt

Während in den USA in manchen Regionen bis zu 80 Prozent der Bienenvölker betroffen waren, ergab ein Bienen-Monitoring in Deutschland, dass 5 Prozent der Bienenstöcke aufgrund von möglicherweise CCD verwaist waren. Bislang schlugen alle Versuche fehl, die Ursache dieses Phänomens zu ergründen.

Das schottische Bienenforscherteam beabsichtigte, hier Licht ins Dunkel bringen. Doch irgendjemand wollte, dass es noch ein Weilchen dunkel blieb. Denn was könnte eine Forschungsarbeit und vor allem die Veröffentlichung der Forschungsresultate besser verzögern als das Verschwinden der Forschungsobjekte?

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Rückschlag für die Bienenforschung

Der finanzielle Wert der verschwundenen Bienenvölker lag bei lediglich 5.000 – 6.000 Dollar und ist folglich zu verschmerzen. Viel schlimmer jedoch wiegt der Verlust der bisherigen Forschungsarbeit und ihrer Resultate.

Dieser Diebstahl ist ein herber Rückschlag für die Bienenforschung..

erklärte der Leiter des Forschungsvorhabens Dr. Chris Connolly, der das Ereignis als "entmutigend" für seine Kollegen bezeichnete.

Diebe mit Imker-Erfahrung

Die Diebe arbeiteten rasend schnell und kannten sich offenbar mit Bienen aus. Connolly erzählte:

Die Bienen befanden sich noch an Ort und Stelle, als ich am Sonntagmorgen in der Universität eintraf. Als ich 20 Minuten später mit meiner Arbeit an den Tieren beginnen wollte, waren sie verschwunden.

Die örtliche Polizei verfolgt nun Hinweise auf zwei Männer in einem weissen Van, die zur Tatzeit in der Nähe des Forschungszentrums gesichtet worden seien. Einer der Männer trug demnach eine Imkermontur. Dr. Connolly beschrieb die entwendeten Tiere als "einzigartig" und deutete an, dass sie leicht zu identifizieren seien - sollte man sie je entdecken.

Wer klaut Laborbienen?

Doch wer könnte ein Interesse an Laborbienen haben? Dr. Connolly beispielsweise spekulierte darüber, dass jemand die Bienen als Grundstock für eine lukrative Honigbienenzucht verwenden könnte. Bienenzucht kann in einer Zeit, in der immer mehr Bienenvölker sterben und die fleissigen Tierchen daher äusserst selten und gefragt sind, eine lohnenswerte Sache sein.

Ja, inzwischen hat sich sogar ein regelrechter Bienen-Schwarzmarkt entwickelt. Bienen-Diebstähle sind also nicht selten. Allerdings finden diese gewöhnlicherweise bei einem Imker oder Bienenzüchter statt, eher selten in einem Forschungszentrum.

Sind Gifte aus der Landwirtschaft schuld?

Als Ursachen für CCD wurden bereits mehrere Möglichkeiten in Betracht gezogen. Man untersuchte die Auswirkungen von chemischen Saatgutbeizmitteln, von Mobilfunk, von Genpflanzen, von Medikamenten und von Fehlernährung auf die Gesundheit der Bienen - jedoch ohne eindeutige Ergebnisse.

Viele Wissenschaftler und Umweltschützer sind der Ansicht, dass CCD bei Bienen – wie das White-Nose-Syndrom (zu deutsch: Weissnasenkrankheit) bei Fledermäusen - auf den Kontakt der Tiere mit Pestiziden zurückzuführen ist, also mit Giften, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Eine Liste mit möglichen Verdächtigen...

Wer könnte nun ein Interesse daran haben, Forschungsprojekte zu verhindern, die möglicherweise den Zusammenhang zwischen giftigen Chemikalien und dem mysteriösen Verschwinden der Bienenpopulation wissenschaftlich belegen könnten? Könnte es sein, dass die Liste der möglichen Verdächtigen ein wenig so aussieht wie diese hier?

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Zuletzt kommentiert

Darek schrieb am 12.10.2011

An der Uni in Koblenz konnten Forscher herausfinden, dass sich das verhalten von Bienen bei elektromagnetischer Strahlung verändert. Die Bienenvölker die gezielt mit Handytrahlung bestrahlt wurden, blieben in der Entwicklung kleiner, als die Bienvölker ohnr Bestrahlung. Zudem war auffällig, dass von den bestrahlten Bienenvölkern weniger Bienen zu ihrem Stock zurückkehrten und falls doch, brauchten die bestrahlten Bienen länger. Da Bienen ihren Artgenossen durch einen sogenannten "Schwänzeltanz" neu entdeckte Futterquellen mitteilen, dieser Tanz die Waben im Bienstock in Schwingungen versetzen und diese Schwingungen einen Frquenz von 200 bis 300 Hz haben, erscheint mir eine Störung des Bienenverhaltens durch Mobilfunk am wahrscheinlichsten. Immerhin arbeiten etliche Handys ebenfalls mit einer Frequenz in diesem Bereich.

Die Bienen erhalten somit einen ziemlichen "Datensalat" und finden den Weg zu ihrem Stock nicht mehr. Aber wie heißt es doch so schön - "Das Elend der Menschen wird so lange anhalten, wie der Jammer der Tiere zum Himmel stinkt."

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo,
vielen Dank für diesen Kommentar. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Liebe Grüsse

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

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