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Cashewkerne – Nährstoffreiche Exoten

Cashewkerne – Nährstoffreiche Exoten

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(Zentrum der Gesundheit) – Cashewkerne sind äusserst vitalstoffreiche und wohlschmeckende Kerne. Mit fast 20 Prozent Eiweiss zählen sie überdies zu einer sehr hochwertigen pflanzlichen Proteinquelle. Auffallend ist der hohe Gehalt an L-Tryptophan, jener Aminosäure, die im Körper zur Herstellung des Glückshormons Serotonin benötigt wird. Studien haben ausserdem gezeigt, dass Cashewkerne beim Abnehmen helfen können, den Cholesterinspiegel senken und das Herz schützen. Cashewkerne in hochwertiger Qualität zu finden, ist übrigens gar nicht so leicht. Lesen Sie bei uns, worauf Sie achten sollten.

Die heilenden Kräfte des Cashewbaumes

Der Cashewbaum (Anacardium occidentale) gehört wie die Mango und die Pistazie zur Familie der Sumachgewächse. Es handelt sich um einen Laubbaum, der ursprünglich aus Brasilien stammt und von den portugiesischen Eroberern im Laufe des 16. Jahrhunderts nach Afrika und Indien gebracht wurde.

Seinen eigentümlichen Namen hat der Cashewbaum von den Tupi-Indianern erhalten. Sie nannten ihn "Acaju", was so viel wie Nierenbaum bedeutet und auf die Form seiner Samen hindeutet. Die Portugiesen machten daraus "Caju", wovon dann der Begriff Cashew abgeleitet wurde.

Die indigene Bevölkerung Brasiliens hat schon früh erkannt, dass im Cashewbaum heilende Kräfte schlummern. So wurde die Rinde bei Zahnfleischentzündungen und Hautausschlägen verwendet. Die frischen Blätter kamen bei Durchfall und Hämorrhoiden zum Einsatz. Überall dort, wo der Cashewbaum gedeiht, werden seine Bestandteile auch heute noch gerne als Heilmittel angewandt.

Das Hauptinteresse gilt jedoch den Cashewkernen, die weltweit als köstliche Knabberei bekannt sind, z. B. als Zutat im Studentenfutter. Sie sind der Grund, warum der Cashewbaum inzwischen in zahlreichen tropischen Ländern – hauptsächlich in Indien, Nigeria, Tansania, Brasilien, Indonesien und Vietnam – angebaut wird. Inzwischen zählen die Cashewkerne zu den begehrtesten, aber leider auch zu den teuersten Nüssen.

Cashewäpfel, Cashewfrüchte und Cashewkerne

Der Cashewkern befindet sich nicht – wie bei Samen sonst üblich – inmitten der Frucht des Baumes. Stattdessen wächst der Kern ausserhalb, nämlich direkt unter der Frucht. Eine Legende aus Thailand liefert dafür auch gleich die Erklärung: Ein wandernder Mönch trat versehentlich auf eine Cashewfrucht und der Samen wurde aus der Frucht herausgedrückt. Von diesem Tag an wuchsen alle Cashewkerne ausserhalb der Frucht, die man übrigens Cashewapfel nennt.

Der Cashewapfel

Der Cashewapfel ist eine gelbe oder rote Scheinfrucht in der Form einer Paprika. Er verdirbt schnell und kann daher nicht verpackt und über lange Strecken transportiert werden. Daher wird er nicht in andere Länder exportiert und ist bei uns so gut wie unbekannt.

Stattdessen werden Cashewäpfel nach der Ernte innerhalb von 3 Stunden zu Marmeladen, Chutneys, alkoholischen Getränken (in Indien z. B. "Cashew feni") oder Säften weiterverarbeitet, die in Brasilien in jedem Supermarkt verkauft werden. Besonders das Getränk "Cajuína" ist dort sehr beliebt, es wird zu medizinischen und rituellen Zwecken verwendet.

Cashewäpfel sind reich an Vitamin C, Beta-Carotin (orange Variante) und Anthocyanin (rote Variante). Sie stärken das Immunsystem, wirken antioxidativ sowie harntreibend und werden als natürliches Abführmittel verwendet. Inzwischen werden die seltsamen Äpfel in getrockneter Form, als Saft, Püree oder Konfitüre vermehrt in Europa – meist über das Internet – angeboten.

Cashewfrucht

Die eigentliche Frucht des Cashewbaumes baumelt lustigerweise an einem Stil am Cashewapfel. Sie ist grünlich bis bräunlich gefärbt, sieht aus wie ein winziger Boxerhandschuh und wird auch Elefantenlaus genannt.

In jeder Cashewfrucht steckt in der Regel ein einziger Samen, der als Cashewkern oder Cashewnuss bezeichnet wird. Der Grund, warum die Kerne lange nicht angerührt wurden, ist in der Cashewfrucht zu finden. In der wabenförmigen Struktur der doppelwandigen Fruchtschale steckt nämlich das giftige Cashewschalen-Öl – kurz CNSL (Cashew nutshell liquid).

Cashewschalen-Öl

CNSL ist ein natürliches Harz, das rund 70 Prozent Anacardsäure, 18 Prozent Cardol sowie 5 Prozent Cardanol enthält. Es führt bei Hautkontakt zu Rötungen, Schwellungen, Juckreiz, Ausschlag mit Fieber und Schmerzen. Kommt CNSL mit den Schleimhäuten in Kontakt, sind schwere Verätzungen die Folge.

Nichtsdestotrotz hat CNSL zahlreiche positive Eigenschaften. Es wird sowohl industriell (z. B. Lackindustrie) als auch medizinisch genutzt. In der traditionellen Volksheilkunde wird CNSL äusserlich z. B. bei Warzen und Hühneraugen, Psoriasis und Ringelflechte eingesetzt. Studien haben gezeigt, dass Anacardsäure gegen Bakterien sowie Tumorzellen wirkt und die Vermehrung von Hepatitis-C-Viren hemmt. Die eigentliche Aufgabe von CNSL ist es aber, die Cashewkerne vor Frassfeinden zu bewahren.

Cashewkerne

Cashewkerne werden zwar zu den Nüssen gezählt, im botanischen Sinne handelt es sich jedoch wie bei Pistazien und Mandeln um Steinfrüchte. Die Samen werden in der Frucht von einem hauchdünnen Häutchen, einer sehr harten Schale und einem weichen Fruchtfleisch umfüllt und geschützt. Mehr über die aufwendige Verarbeitung der Cashewkerne finden Sie im Verlauf des Textes unter "Cashewkerne kaufen: Qualitätskriterien".

Cashewkerne: Die Nährstoffe

Mit nur 550 kcal pro 100 Gramm ist der Kaloriengehalt von Cashewkerne niedriger als der von anderen Nüssen. So weisen z. B. Haselnüsse und Walnüsse rund 650 kcal auf. Der Wasseranteil ist vom Trocknungs- und Verarbeitungsprozess abhängig und liegt lediglich bei 4 Gramm pro 100 Gramm Cashewkernen. Das Nährstoffprofil gestaltet sich wie folgt:
 

Cashewkerne sind also sehr gute Energielieferanten und gehören in Bezug auf den Kohlenhydrate-Anteil im Vergleich zu anderen Nüssen zu den absoluten Spitzenreitern. In puncto Eiweissgehalt haben z. B. Erdnüsse und Mandeln zwar ein wenig mehr zu bieten, doch auch Cashewkerne stellen eine wunderbare Eiweissquelle dar.

Cashewkerne sind eine sehr gute Eiweissquelle

Haben Sie gewusst, dass Nüsse unter den pflanzlichen Eiweisslieferanten gleich nach den Hülsenfrüchten an zweiter Stelle stehen? Aus diesem Grunde stellen Cashewkerne gerade für Sportler und Menschen, die aus gesundheitlichen und/oder ethischen Gründen keine tierischen Lebensmittel essen möchten, eine wichtige Ergänzung für ihre Ernährung dar. Wie schädlich tierisches Eiweiß sein kann, erfahren Sie hier: Tierisches Eiweiss: So schädlich wie das Rauchen.

Das pflanzliche Protein der Cashewkerne ist überdies ein sehr hochwertiges Protein. So enthält es beispielsweise besonders viel der so wertvollen Aminosäure L-Tryptophan, aus der im Körper das Glückshormon Serotonin hergestellt werden kann.

Cashewkerne: Die Gute-Laune-Nüsse

Cashewkerne zählen mit fast 290 mg L-Tryptophan pro 100 g zu den besten L-Tryptophan-Lieferanten überhaupt. L-Tryptophan hebt die Stimmung, wirkt beruhigend und gewichtsreduzierend.

Bei Menschen mit Tumor- und Viruserkrankungen wurde ein verminderter L-Tryptophanspiegel und in Folge eine gesteigerte Depressionsneigung sowie eine kürzere Überlebenszeit festgestellt. Es gibt bereits tryptophanhaltige Arzneimittel, die zur Behandlung von Depressionen und als mildes Schlafmittel verschrieben werden.

Natürlich kann eine depressive Erkrankung nun nicht mit Cashewkernen behandelt werden, dennoch gelten diese zu Recht als Gute-Laune-Nüsse. Denn es steht fest, dass der L-Tryptophanspiegel allein durch die Nahrungsaufnahme angehoben werden kann. Wichtig ist dabei, dass bei der Mahlzeit Eiweiss und Kohlenhydrate kombiniert werden – und genau diese Kombination findet sich im Cashewkern.

Da Cashewkerne zudem interessante Mengen B-Vitamine enthalten, die als nervenstärkend gelten und – im Falle des Vitamin B6 – sogar die Symptome bei Depressionen verringern können, dürfen die kleinen Kerne als ideale Nervennahrung bezeichnet werden.

Cashewkerne: Die Vitamine

Cashewkerne sind auch deshalb so gesund, da sie reich an Vitaminen sind, die überdies in Bezug auf die Erfüllung der empfohlenen Tagesdosis (kurz: RDA) Grossartiges leisten. In 100 Gramm Cashewkernen stecken:
 

  • 630 µg Vitamin B1 (45 Prozent der RDA): Ist nach Erkrankungen oder Traumen wichtig bei der Regeneration des Nervensystems.

  • 260 µg Vitamin B2 (16 Prozent der RDA): Hilft dabei, Nahrung in Energie umzuwandeln.

  • 1200 µg Vitamin B5 (20 Prozent der RDA): Ist wichtig für den Aufbau der Schleimhäute, des Bindegewebes, der Haare und Nägel.

  • 420 µg Vitamin B6 (21 Prozent der RDA): Stärkt das Nerven- und Immunsystem.

  • 782 µg Vitamin E (6,5 Prozent der RDA): Das Antioxidans wirkt in puncto Arteriosklerose präventiv.

  • 26 µg Vitamin K (37 Prozent der RDA): Ist für die Blutgerinnung und die Knochen essenziell.
     

Cashewkerne: Die Mineralstoffe

In puncto Mineralstoffgehalt können Cashewkerne ebenfalls absolut überzeugen. Pro 100 Gramm Cashewkerne sind die folgenden Mineralstoffmengen zu finden:
 

  • 270 mg Magnesium (beinahe 100 Prozent der RDA): Unterstützt Muskeln, Nerven und das Herz.

  • 375 mg Phosphor (48 Prozent der RDA): Sorgt zusammen mit Kalzium für die Festigkeit von Zähnen und Knochen.

  • 552 mg Kalium (25 Prozent der RDA): Reguliert den Wasserhaushalt und den Blutdruck.

  • 3,7 mg Kupfer (246 Prozent der RDA): Ist ein wichtiger Bestandteil zahlreicher Enzyme.

  • 3 mg Eisen (21,4 Prozent der RDA): Wird für die Energiegewinnung in der Körperzelle und die Zellatmung benötigt.

  • 2,2 mg Zink (13,5 Prozent der RDA): Ist wichtig für das Immunsystem, das Wachstum, die Haut und die Insulinspeicherung.
     

Cashewkerne machen nicht dick

Obgleich Cashewnüsse reich an Fetten und Kohlenhydraten sind, müssen nicht einmal Übergewichtige auf sie verzichten. Eine Studie an der Harvard School of Public Health in Boston hat gezeigt, dass der regelmässige Genuss von Nüssen – etwa eine Handvoll pro Tag – sogar dazu beitragen kann, Übergewicht und Diabetes Typ 2 vorzubeugen.

Dies wird mitunter darauf zurückgeführt, dass Cashewkerne Ballaststoffe enthalten, die das Hungergefühl mindern. Das Sättigungsgefühl wird zusätzlich gesteigert, da das Essen eine gründliche Kauleistung voraussetzt. Cashewkerne führen zudem keineswegs zu einem starken Blutzuckeranstieg, und somit auch nicht zu einer übermässigen Insulinausschüttung. Beides würde die Gewichtszunahme fördern.

Spanische Forscher von der University of Navarra kamen in der sogenannten Sun-Studie zum selben Ergebnis. Dabei wurden die Essgewohnheiten und die damit zusammenhängende Gewichtszunahme von fast 9.000 Teilnehmern unter die Lupe genommen. Nach 28 Monaten wurde bei über 900 Probanden eine Gewichtszunahme von 5 Kilogramm oder mehr verzeichnet.

Die Studie ergab, dass jene Teilnehmer, die zweimal oder öfter pro Woche Nüsse gegessen haben, ein signifikant niedrigeres Risiko zuzunehmen hatten als jene Probanden, die nie oder nur selten zu Nüssen gegriffen haben. Die Wissenschaftler kamen zum Schluss, dass Nüsse sogar beim Abnehmen helfen können und bei einer herzschützenden Ernährungsweise eine überaus wichtige Komponente darstellen.

Cashewkerne senken den Cholesterinspiegel und schützen das Herz

Cashewkerne sind ein wunderbares Beispiel dafür, dass Fett nicht gleich Fett ist. In 100 Gramm Cashewnüssen stecken rund
 

  • 27,5 g einfach ungesättigte Fettsäuren

  • 3,3 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren

  • 9,3 g gesättigte Fettsäuren
     

Nun konnte bereits in vielen Studien nachgewiesen werden, dass sich das Essen von Cashewkernen positiv auf den Cholesterinspiegel und das Herz auswirkt. Dies wird darauf zurückgeführt, dass Cashewkerne besonders reich an ungesättigten Fettsäuren sind. Doch auch die enthaltenen gesättigten Fettsäuren können sich auf die Gesundheit positiv auswirken, wie Sie unter folgendem Link in Erfahrung bringen können: Gesättigte Fettsäuren sind gesund!

Wissenschaftler von der Loma Linda University in Kalifornien liessen verlauten, dass Menschen, die öfter als viermal pro Woche Nüsse essen, ein um 37 Prozent niedrigeres Risiko für Herzerkrankungen haben als Menschen, die selten oder gar keine Nüsse essen.

Bei einer weiteren Studie aus den USA wurden die Cholesterinwerte von 600 Probanden untersucht. Sie assen acht Wochen lang im Schnitt 67 Gramm Nüsse pro Tag. Dadurch konnte der Cholesterinspiegel um 7 Prozent gesenkt werden.

Eine Metaanalyse von diversen kontrollierten klinischen Studien hat im Jahr 2015 ausserdem gezeigt, dass Cashewkerne und Nüsse im Allgemeinen den systolischen Blutdruck senken, während Pistazien auch den diastolischen Blutdruck reduzieren. Es kann deshalb grundsätzlich sinnvoll sein, Cashewkerne mit anderen Nüsse zu kombinieren. Denn jede Nuss-Art ist einzigartig und zeichnet sich durch eine individuelle Fettsäuren- bzw. Nährstoff-Komposition aus.

Cashewkerne: Allergien sind selten, aber heftig

Obgleich Cashewkerne mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht werden, soll natürlich nicht verschwiegen werden, dass es auch Menschen gibt, die davon leider Abstand nehmen müssen. Allergien gegen Cashewkerne kommen zwar nur selten vor, können aber durchaus zu schweren Symptomen führen.

Britische Forscher von der Cambridge University haben eine Studie mit 141 Kindern durchgeführt. Dabei konnten sie erstmals aufzeigen, dass eine Cashewnussallergie mit heftigeren Symptomen in Verbindung gebracht werden kann als eine Erdnussallergie. So litten die kleinen Probanden mit Cashewnussallergie im Vergleich 8-mal häufiger unter Atemnot als die Erdnussallergiker. Auch traten bei ihnen mit einer 14-mal höheren Wahrscheinlichkeit Herz- und Kreislaufprobleme wie z. B. Herzrhythmusstörungen und Blutdruckabfall auf.

Experten raten allen Menschen zur Vorsicht, die z. B. auf Erd- oder Haselnüsse allergisch reagieren, da in diesem Fall das Risiko deutlich erhöht ist, auch Cashewkerne nicht zu vertragen. Dabei sollte bedacht werden, dass Cashewkerne in verarbeiteten Lebensmitteln wie Desserts, asiatischen Speisen oder Müsliriegeln und zudem in Haar- und Körperpflegemitteln enthalten sein können.

All jene, die keine Cashewnussallergie haben, sollten beim Kauf ebenfalls nicht zur erstbesten Packung greifen, sondern unbedingt auf eine gute Qualität achten. Denn nur dann können Sie von den beschriebenen gesundheitlichen Wirkungen im vollen Umfang profitieren.

Cashewkerne kaufen: Qualitätskriterien

Cashewkerne können heutzutage bereits in jedem Supermarkt gekauft werden. Sie kosten mehr als viele andere Nussarten, da die Ernte und die Verarbeitung mit viel Aufwand verbunden sind. Die Qualität hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Die Ernte

Wenn die Cashewäpfel voll ausgereift sind, fallen sie ganz selbständig vom Baum und können dann eingesammelt werden. Anschliessend werden die Cashewfrüchte abgetrennt und gereinigt. Leider wird der Erntezeitpunkt meist vorgeschoben, indem beispielsweise an den Ästen geschüttelt wird oder die Cashewfrüchte mit einem Stock heruntergeschlagen werden. Das hat zur Folge, dass viele unreife Cashewkerne auf den Markt kommen, die in Bezug auf die Qualität zu wünschen übrig lassen. Nur etwa 15 Prozent der meist sehr armen Bauern können den idealen Erntezeitpunkt abwarten, da der Ertrag auch von der Geschwindigkeit abhängt, mit der die Cashewkerne eingesammelt werden.

Die Trocknung

Nachdem die Cashewfrüchte geerntet wurden, müssen Sie erst einmal getrocknet werden. Dies ist notwendig, um die Kerne lagerfähig zu machen und vor Schimmelbefall zu bewahren. Traditionell werden die Früchte einfach für 2 bis 3 Tage in die Sonne gelegt. In Indien werden jedoch nur noch 5 Prozent der Cashewkerne auf diese Weise getrocknet. Vielmehr ist es heute schon die Regel, dass Trocknungsgeräte zum Einsatz kommen, in denen Temperaturen von bis zu 90 Grad Celsius vorherrschen. Dadurch wird zwar der Prozess beschleunigt, durch die hohe Temperatur leidet jedoch die Qualität.

Die Röstung

Anders als andere Nüsse können Cashewkerne nicht einfach in der Schale verkauft werden, da sich darin das weiter oben genannte giftige CNSL befindet. Ausserdem ist die Cashewschale extrem hart und kann nur mit speziellen Werkzeugen geknackt werden. Damit sich die ätzenden Stoffe verflüchtigen und die Schale brüchig wird, kommen unterschiedliche Verfahren zur Anwendung. Traditionell werden die Cashewfrüchte im Feuer geröstet, in Fabriken werden sie z. B. mit Dampf behandelt, direkt im austretenden CNSL gesiedet oder in grossen Rösttrommeln geröstet. Dabei werden die Cashewkerne hohen Temperaturen von bis zu über 200 Grad Celsius ausgesetzt, was ihre Qualität natürlich drastisch vermindert.

Cashewnüsse in Rohkostqualität stellen in Bezug auf die Verarbeitung eine besondere Herausforderung dar und werden deshalb nur selten angeboten.

Gibt es Cashewkerne in Rohkostqualität?

Unter Rohkostqualität versteht man im Allgemeinen Lebensmittel, die nicht über der sog. Fiebergrenze von 42 bis 45 Grad erhitzt wurden. In diesem Sinne gehen Cashewnüsse daher natürlich nicht mehr als Rohkost durch. Dennoch findet man immer wieder bei Spezialanbietern auch Cashewkerne in Rohkostqualität im Angebot.

Hier wurden die Cashewkerne bei niedrigen Temperaturen getrocknet und anschliessend mit speziellen Nussknackern kalt geknackt. Zu den Anbietern von hochwertigen Cashewkernen in Rohstoffqualität zählt beispielsweise das Unternehmen Keimling, das laut eigenen Angaben auch auf gute Arbeitsbedingungen in den verarbeitenden Betrieben achtet, was keine Selbstverständlichkeit ist:

Cashewkerne: Ein blutiges Geschäft

Der Anbau und die Verarbeitung von Cashewkernen finden ausschliesslich in armen Ländern statt und gehen oft mit menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen einher. Erntehelfer in Afrika verdienen ungefähr 25 Cent pro Stunde, in Indien und Pakistan sogar nur 10 Cent. Dazu kommt, dass Kinderarbeit keine Seltenheit ist. Die kleinen Arbeiter werden laut der International Labour Organization oft wie Sklaven gehalten und arbeiten 14 Stunden pro Tag, wofür sie mit maximal 50 Cent abgefertigt werden.

Jene Menschen, die an Verarbeitungsprozessen beteiligt sind, verdienen meist nicht mehr, sind aber zudem dem toxischen CNSL ausgesetzt. Werden die Cashewfrüchte geröstet, entsteht ein schwarzer Rauch, der beim Einatmen zu starken Irritationen und Schleimhautverätzungen führt. Dazu kann es zu Binde- und Hornhautentzündungen im Auge sowie Magen-Darm- und Nierenentzündungen kommen.

Beim kalten Knacken der Cashewkerne wird das CNSL zuvor nicht unschädlich gemacht, so dass es die Haut an den Händen verletzt und dauerhaft schädigen kann. Dies führt soweit, dass viele Arbeiter gar keinen Fingerabdruck mehr haben. Gerade in Ländern, in denen es viele Analphabeten gibt, führt dieser Verlust automatisch zur Geschäftsunfähigkeit.

Gummihandschuhe könnten dabei helfen, die Arbeiter zu schützen, doch in vielen Fabriken müssten diese die Kosten selbst tragen, was sie sich finanziell nicht leisten können. Die Schutzhandschuhe zersetzen sich nämlich unter dem Einfluss des CNSL nach kurzer Zeit und müssen deshalb immer wieder ausgetauscht werden.

Kaufen Sie Cashewkerne mit Bedacht und setzen Sie ein Zeichen!

Wenn Sie nun denken, dass es wohl besser wäre gänzlich auf Cashewkerne zu verzichten, dann irren Sie sich. Viele Familien, die unter dem Existenzminimum leben, sind nämlich dringend auf diese Einkünfte angewiesen, deren Abnahme bzw. Wegfall – z. B. im afrikanischen Staat Guinea-Bissau – bereits zu Hungerkrisen geführt hat.

Setzen Sie ein Zeichen, indem Sie auf höchste Qualität Wert legen UND zu fair gehandelten Cashewkernen aus Bio-Anbau zurückgreifen. Seien Sie "lästig" und erkundigen Sie sich direkt bei den Anbietern, wie es mit den Arbeitsbedingungen in den verarbeitenden Betrieben bestellt ist. Es gibt viele wunderbare Beispiele dafür, dass es sich bei den leckeren Nüssen nicht unbedingt um sogenannte "Blut-Cashews" handeln muss!

Dazu zählen u. a. die Kooperativen Zoutou de Kourinion sowie Wouol in Burkina Faso und Phuoc Hung in Vietnam oder auch die Frauenkooperative La Sureñita in Honduras, welche sogar die Verarbeitung, die Verpackung und den Export der Cashewkerne selbst organisiert.

Da Sie nun darüber Bescheid wissen, wie aufwändig die Ernte und die Verarbeitung von Cashewkernen ist und wie wenig die Bauern und Arbeiter verdienen, werden Sie sich nicht mehr über die hohen Preise ärgern, sondern gern mehr für fair produzierte und gehandelte Cashewkerne bezahlen – und jede einzelne Nuss zu schätzen wissen.

Wie werden Cashewkerne richtig gelagert?

Da Cashewkerne wie alle anderen Nüsse ranzig werden können, ist es sehr wichtig, dass sie sachgemäss gelagert werden. Noch verpackte Cashewkerne sind bei kühler und trockener Lagerung lange haltbar – optimal sind Temperaturen zwischen 10 und 18 Grad Celsius. Achten Sie auf das Ablaufdatum.

Wenn Sie die Packung bereits angebrochen haben, sollten Sie diese möglichst luftdicht wieder verschliessen und zügig aufbrauchen. Sie können Cashewkerne jedoch auch im Kühlschrank aufbewahren, dann sind sie bis zu vier Wochen haltbar. Am besten ist es, sie in luftdicht schliessende Glasgefässe zu geben, da sie schnell das Aroma von anderen Lebensmitteln annehmen. Sie können Cashewkerne ausserdem bestens einfrieren, im Eisfach lassen sie sich bis zu zwölf Monate lang lagern.

Die korrekte Lagerung von Nüssen ist überdies deshalb so wichtig, da bestimmte Schimmelpilze Giftstoffe – die sogenannten Aflatoxine – bilden können. Diese haben eine krebserregende Wirkung, können zu Leber- und Nierenschäden führen und sogar das Erbgut verändern.

Essen Sie deshalb unter keinen Umständen überlagerte, muffig riechende, verfärbte oder gar sichtbar schimmelige Cashewkerne! Sollten Sie die Nüsse bereits in den Mund genommen haben und bemerken, dass sie seltsam oder verdorben schmecken, dann spucken Sie sie sofort wieder aus. Bedenken Sie schon beim Kauf, dass ganze Cashewkerne weniger anfällig sind als gemahlene.

Cashewkerne in der Küche

In Europa werden am liebsten geröstete und gesalzene Cashewkerne in Form eines Snacks vor dem Fernseher oder auf Partys als Appetithäppchen geknabbert. Doch dank ihres milden Geschmacks passen die Cashews eigentlich in jedes Gericht: In Salate, Risotti, Pastasaucen, Gemüseeintöpfe sowie in Torten oder Eiscreme.

In der indischen Küche werden Cashewkerne gern in Currys verwendet. Auf den Philippinen gibt es ein beliebtes Dessert mit dem Namen "turrones de casuy", eine Art Marzipan aus Cashewkernen, und in Mozambique und Südafrika zählt der Kuchen "bolo polana", der Cashewkerne und gestampfte Kartoffeln enthält, zu den ganz grossen kulinarischen Highlights.

Die Nüsse können aber auch prima – im Ganzen oder gehackt – in europäische Gerichte integriert werden. Wie wäre es beispielsweise mit einem leckeren Pesto, wobei anstelle von Pinienkernen Cashewkerne und Basilikum zum Einsatz kommen?

In der Rohkostküche werden Cashewkerne als Grundlage für vegane Cremetorten, für veganes Tiramisu, vegane Sahne, Marzipan und vieles mehr verwendet. Auch herzhafte Rohkostspeisen lassen sich aus den Cashewkernen herstellen, z. B. Frischkäse. Ein Rezept finden Sie hier: Milchersatz, wo der Frischkäse allerdings mit Macadamianüssen hergestellt wurde. Mit Cashewkernen schmeckt er jedoch mindestens ebenso gut.

Der inzwischen im Handel überall erhältliche Cashewmus kann ebenfalls für viele Gelegenheiten verwendet werden, z. B. als wohlschmeckendes Topping für Cracker, als Dip für Gemüse, zum Verfeinern von Saucen oder zur Herstellung von Shakes. Überdies findet die rein pflanzliche Cashewmilch immer mehr Anklang.

Das Rezept: Cashewmilch

Cashewmilch ist äusserst nährstoffreich, schmeckt köstlich und ist zudem in 5 Minuten zubereitet:

Zutaten:

  • 200 g Cashewkerne (am besten in Rohstoffqualität)
  • 600 g Wasser

Zubereitung:

  • Weichen Sie die Cashewkerne über Nacht in einer Glasschale mit Wasser ein.
  • Geben Sie die Cashewkerne ohne das Einweichwasser in einen Mixer, fügen Sie 600 g frisches Wasser hinzu und mixen Sie die Masse für etwa 2 Minuten. Sie können die Wassermenge nach Bedarf variieren, abhängig von der gewünschten Konsistenz.
  • Wenn Sie die Süsskraft erhöhen möchten, können Sie z. B. entsteinte Datteln mit mixen.
  • Lassen Sie die Cashewmilch für einige Minuten stehen, damit sich die Rückstände der Cashewkerne absetzen oder filtern Sie sie einfach durch ein sauberes Tuch.
     

Sie können die pflanzliche Milch gekühlt geniessen, vielleicht mit einer Prise Zimt, und bei zahllosen Rezepten einsetzen, bei denen Kuhmilch gefragt ist.

Weitere erprobte Cashew-Rezepte finden Sie unter:
 

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Experimentieren und Geniessen!

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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