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Antibiotika erhöhen Darmkrebsrisiko

Antibiotika erhöhen Darmkrebsrisiko

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(Zentrum der Gesundheit) – Die Einnahme von Antibiotika erhöht die Wahrscheinlichkeit, einen Darmkrebs zu entwickeln – und zwar besonders dann, wenn Antibiotika über mehr als zwei Wochen hinweg eingenommen werden. Diese Ergebnisse unterstreichen einmal mehr, wie wichtig eine gesunde Darmflora ist. Denn die nützlichen Darmbakterien werden bei der Einnahme von Antibiotika stark dezimiert. Je länger bzw. häufiger Antibiotika genommen werden, umso schwerer fällt es der Darmflora, sich wieder zu erholen. Krebszellen können sich jetzt manifestieren, wachsen und ausbreiten.

Antibiotika: Risikofaktor für Darmkrebs

Allein in Deutschland erhalten jährlich mehr als 60.000 Menschen eine Darmkrebsdiagnose. Mehr als 25.000 Menschen sterben daran. Nach Brust- und Prostatakrebs ist der Darmkrebs in Deutschland die häufigste Krebsform. Darmkrebs wird meist im höheren Lebensalter diagnostiziert. Nur 10 Prozent erkranken vor ihrem 55. Lebensjahr. Die Hälfte aller Darmkrebsfälle wird nach dem 70. Lebensjahr diagnostiziert.

Nun könnte man in jungen Jahren denken, dass man später ja immer noch gesund leben könnte, um das Darmkrebsrisiko zu reduzieren, wenn der Darmkrebs erst so spät auftritt. Man weiss jedoch, dass gerade die Fehler der Lebensweise im jüngeren und mittleren Lebensalter zu einem späteren Darmkrebs führen.

Zu den Darmkrebsrisikofaktoren gehören mangelnde Bewegung, ein zu geringer Verzehr von Obst und Gemüse, Übergewicht und Alkoholkonsum. Eine neue Studie, die im April 2017 im Fachmagazin Gut veröffentlicht wurde, fügt nun auch einen langfristigen Antibiotikagebrauch zur Liste der Risikofaktoren hinzu.

Antibiotika zerstören die Darmflora

Schon lange weiss man, dass Antibiotika zu einem Reizdarmsyndrom führen können, zu einer Zöliakie oder anderen Unverträglichkeiten, ja selbst zu Übergewicht und vielen weiteren chronischen Beschwerden mehr. Denn Antiobiotika stören das gesunde Gleichgewicht der Darmflora – und eine gesunde Darmflora wiederum ist die Voraussetzung dafür, gesund und schlank zu bleiben.

Sobald die Zahl der nützlichen Darmbakterien oder die Zahl der vertretenen Stämme reduziert wird, löst dieser Umstand spezielle krankhafte Stoffwechselprozesse aus, die chronische Beschwerden nach sich ziehen können.

Einige Studien wiesen in diesem Zusammenhang auch auf ein erhöhtes Darmkrebsrisiko hin, insbesondere dann, wenn häufig oder über einen längeren Zeitraum hinweg Antibiotika genommen werden. Allerdings wurden die bisherigen Untersuchungen über eher kurze Zeiträume durchgeführt.

Antibiotika und Darmkrebs

Eine Forschergruppe der Harvard Medical School in Boston hat nun die Angelegenheit detailliert untersucht. Dazu nutzten sie die Datenbank der Nurses Health Study, einem Projekt, das seit 1976 die Daten von 121.700 Krankenschwestern aufnimmt. Die Frauen waren zu Beginn der Nurses Health Study zwischen 30 und 55 Jahre alt.

Die Bostoner Wissenschaftler entnahmen der Datensammlung die Daten von 16.642 Frauen, die im Jahr 2004 älter als 60 waren. Dann schaute man, ob diese Frauen im Alter zwischen 20 und 59 Antibiotika genommen hatten. Alle hatten ausserdem bereits eine Darmspiegelung machen lassen. Von all den untersuchten Frauen fand man bei 1.195 Frauen Darmpolypen, also gutartige Darmtumoren, die als Krebsvorstufe gelten.

Antibiotika in jungen Jahren – höheres Darmkrebsrisiko im Alter

Man sah nun, dass eine Antibiotika-Einnahme in den letzten vier Jahren vor der Diagnose offenbar noch nicht mit dem entstehenden Darmkrebs in Verbindung gebracht werden konnte. Wer jedoch in seinen 20ern und 30ern zwei Monate lang oder länger Antibiotika eingenommen hatte, hatte ein signifikant höheres Risiko (um 36 Prozent), mit 60 oder später einen Darmkrebs zu entwickeln als jene Frauen, die keine Antibiotika eingenommen hatten oder nur kurzfristig.

Frauen, die in Ihren 40ern und 50ern über zwei Monate hinweg oder länger Antibiotika eingenommen hatten, hatten sogar ein um 69 Prozent höheres Risiko, später einen Darmkrebs bzw. Darmkrebsvorstufen zu bekommen. Die Antibiotika-Einnahme stand in beiden Gruppen bevorzugt mit Darmkrebsfällen im proximalen Dickdarm in Verbindung, also mit jenem Dickdarmbereich, der sich an den Dünndarm anschliesst.

In einer dritten Gruppe – diejenigen Frauen, die im Alter zwischen 50 und 59 Jahren Antibiotika eingenommen hatten, und zwar 15 Tage und länger – beobachtete man ein um 73 Prozent erhöhtes Risiko für Darmkrebsvorstufen.

Antibiotika machen positive Auswirkungen gesunder Ernährung zunichte

Natürlich kommen hier immer auch andere Ursachen in Frage. So könnte z. B. auch allein die bakterielle Infektion (deretwegen Antibiotika genommen wurden) zu entsprechenden Darmschleimhautveränderungen geführt haben.

Grundsätzlich sollten jedoch möglichst alle Faktoren vermieden werden, die die gesunde Darmflora in irgendeiner Weise beeinträchtigen – und ein übermässiger Gebrauch von Antibiotika gehört in jedem Falle dazu.

Eine dänische Studie – ebenfalls vom Frühjahr 2017 – zeigte, dass die Einnahme von Antibiotika derart gravierende Auswirkungen auf die Darmflora hat, dass sie sogar teilweise die positiven Einflüsse einer gesunden Ernährung wieder zunichte machen kann, z. B. jene von Vollkornprodukten.

Diese werden stets mit einem geringeren Risiko für Herzprobleme, Diabetes und auch Krebs in Verbindung gebracht. Besonders den sekundären Pflanzenstoffen im Vollkorngetreide wird diese präventive Wirkung zugesprochen, insbesondere den Lignanen. Im Auszugsmehl sind davon nur noch minimale Mengen enthalten.

Lignane werden von der Darmflora in Enterolignane verwandelt (was so viel wie "darmeigene Lignane" heisst), die einen dem Östrogen ähnliche Struktur haben und als brustkrebsvorbeugend gelten.

Ist die Darmflora jetzt aber geschädigt – z. B. durch Antibiotika – dann sinkt der Enterolignanspiegel und der hilfreiche Effekt der Vollwertprodukte bleibt aus. Offenbar bleibt der Enterolignanspiegel noch viele Monate lang nach einer Antibiotikaeinnahme niedrig, was auch ein Hinweis darauf ist, dass sich die Darmflora eben nicht so schnell regenerieren kann, wie viele Ärzte oft sagen.

Bei und nach Antibiotika-Einnahme Darmflora aufbauen

Sind Antibiotika unumgänglich, sollten parallel dazu Probiotika eingenommen werden, wie einzelne Ärzte und Heilpraktiker heute auch bereits empfehlen. Die Probiotika sollten ausserdem nicht nur während der Antibiotika-Einnahme, sondern noch mehrere Wochen darüber hinaus eingesetzt werden. Wie dies geht, haben wir hier beschrieben: Darmflora-Aufbau – Die Anleitung

Natürliche Antibiotika

In manchen Fällen helfen bereits natürliche Antibiotika, die auch präventiv (kurweise) zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte eingenommen werden können. Eine Mischung natürlicher Antibiotika kann dabei besonders wirksam sein. Ein solcher Antibiotika-Mix besteht aus Lebensmitteln und Gewürzen, die über starke antibakterielle Wirkung verfügen, wie z. B. Knoblauch, Chili, Meerrettich, Kurkuma und Ingwer.

Der grosse Vorteil ist, dass ein natürliches Antibiotikum nicht einfach nur antibakteriell wirkt, sondern auch antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften mit sich bringt. Einige der genannten natürlichen Antibiotika wirken zudem nachweislich krebsbekämpfend. Gleichzeitig verschonen sie die Darmflora, so dass sich insgesamt der Gesundheitszustand verbessert und das Krebsrisiko sinkt. Wie ein natürliches Antibiotikum konkret wirkt und wie Sie es herstellen können, haben wir im nachfolgenden Text und Video erklärt: Natürliches Antibiotikum selbst hergestellt

Unsere Zubereitung des Antibiotikums

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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