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Die besten Tees bei Reizdarm

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 31.08.2018
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Die besten Tees bei Reizdarm
© istockphoto.com/udra

Das Reizdarmsyndrom ist für die Schulmedizin nach wie vor ein Rätsel. Die Ursachen kennt man nicht – und Untersuchungen bleiben ohne Befund. Also gibt es Medikamente gegen die unterschiedlichen Symptome, etwa Schmerzmittel bei Bauchkrämpfen, Abführmittel bei Verstopfung, stopfende Mittel bei Durchfall oder auch Antidepressiva zur Beruhigung des Darms. Natürlich hat jedes dieser Arzneimittel auch Nebenwirkungen. Oft helfen beim Reizdarmsyndrom jedoch naturheilkundliche Mittel, wie bestimmte Tees. Wir stellen die besten Tees für einen Reizdarm vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Reizdarmsyndrom?

Das Reizdarmsyndrom äussert sich in immer wiederkehrenden Bauchkrämpfen, Blähungen, chronischen Durchfällen oder chronischer Verstopfung oder auch im Wechsel mal Verstopfung, mal Durchfall. Auch Übelkeit und Sodbrennen können zu den Symptomen gehören. Ganz gleich aber welche Untersuchungen man auch veranlasst, immer heisst es, Sie sind vollkommen gesund.

Welche Ursachen könnte ein Reizdarmsyndrom haben?

Leider sind die Betreffenden überhaupt nicht gesund, nur vergisst man gerne die wirklich wichtigen Untersuchungen (Unverträglichkeiten, Intoleranzen, Mastzellaktivierungssyndrom o. ä.), die dann auch den Grund der Problematik zeigen würden.

Oft entwickelt sich ein Reizdarm auch nach einer Antibiotikatherapie, so dass man sich hier zunächst einer gründlichen Sanierung des Darms und der Darmflora widmen sollte, bevor Medikamente nichts weiter tun, als die Symptome zu unterdrücken.

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Wie behandelt man einen Reizdarm?

In der Naturheilkunde behandelt man den Reizdarm den gefundenen Ursachen entsprechend. Dazu gehören eine individuell passende Ernährung, die sämtliche Unverträglichkeiten und mögliche Intoleranzen berücksichtigt, ein umfassendes Stressmanagement, eine Darmsanierung und viele weitere Massnahmen, die wir in unserem Reizdarm-Hauptartikel beschrieben haben.

Welche Tees helfen bei einem Reizdarm?

Zusätzlich können ausgewählte Heilkräutertees beim Reizdarmsyndrom helfen und die Beschwerden lindern.

Pfefferminztee bei einem Reizdarm

Die Pfefferminze ist die bekannteste Heilpflanze für das Reizdarmsyndrom. In einem Review von 2014 zeigte sich, dass die Pfefferminze beim Reizdarmsyndrom die Beschwerden deutlich besser lindern konnte als Placebopräparate. Ausgewertet wurden in dieser Arbeit neun Studien mit insgesamt über 700 Patienten, die jeweils mindestens zwei Wochen lang ätherisches Pfefferminzöl nutzten (in magensaftresistenten Kapseln).

Das krampflösende Öl konnte die typischen Reizdarmbauchschmerzen bessern. Gelegentlich berichteten die Probanden von Sodbrennen, was jedoch bei einem Pfefferminztee nicht auftreten wird, da dessen Konzentration an ätherischen Ölen geringer ist. Dennoch ist seine beruhigende Wirkung auf den Darm bewiesen. So haben Studien gezeigt, dass Pfefferminztee Bauchkrämpfe lindert und die Leber bei der Entgiftung unterstützen kann.

Inhaliert man das Pfefferminzöl oder reibt man es – verdünnt in ein Basisöl (Mandelöl, Avocadoöl, Jojobaöl) – in die Haut, ist das Öl ebenfalls nebenwirkungsfrei.

Kurkumatee bei einem Reizdarm

Kurkuma ist eine weitere Heilpflanze, die beim Reizdarmsyndrom zum Einsatz kommen kann. In einer Studie aus dem Jahr 2005 untersuchte man die Wirkung von Curcumintabletten auf die Symptome des Reizdarmsyndroms. Die Teilnehmer nahmen 1 bis 2 dieser Tabletten über 8 Wochen hinweg. Anschliessend zeigte sich, dass die Bauchschmerzen besser waren und zwei Drittel der Probanden von einer allgemeinen Besserung ihrer Symptome berichteten.

Eine aktuellere Studie von 2016 stellte fest (allerdings nicht am Menschen), dass Kurkuma bei Darmerkrankungen entzündungshemmende Wirkung hatte. Wer keine Curcuminpräparate einnehmen möchte, kann Kurkuma verstärkt in den Speiseplan einbauen, da auch das natürliche Gewürz (die frische Wurzel oder das Pulver) bekannt dafür ist, Entzündungen zu lindern und antioxidative Eigenschaften mit sich zu bringen – was beides gerade bei einem gereizten Darm eine Wohltat ist.

Da Kurkuma – wenn in grösseren Mengen verzehrt – das Blut u. U. „verdünnen“ könnte und den Gallenfluss anregt, sollten Menschen, die Blutverdünner nehmen oder Gallenprobleme haben, vor der Anwendung von Kurkuma oder Curcumin mit ihrem Arzt sprechen.

Aus Kurkuma lässt sich überdies wunderbar ein Tee zubereiten, ja, es gibt ihn sogar bereits in Teebeuteln zu kaufen. Wirkungsvoller dürfte er jedoch sein, wenn man ihn aus der frischen Wurzel oder dem gemahlenen Kurkumapulver herstellt. Zur Geschmacksverbesserung kann man das Kurkuma hervorragend mit Zimt und Ingwer mischen. Ein Rezept dazu finden Sie in unserer Rezepterubrik, das umso interessanter ist, da auch Ingwer eine bewährte Heilpflanze beim Reizdarmsyndrom darstellt.

Ingwertee bei einem Reizdarm

Ingwer wird in vielen östlichen Heilweisen – sei es im Ayurveda oder der Traditionellen Chinesischen Medizin – bei Beschwerden infolge eines nervösen Verdauungssystems verordnet. Überzeugende wissenschaftliche Studien zum Einsatz des Ingwers beim Reizdarmsyndrom fehlen noch, doch weiss man, dass der Ingwer entzündungshemmend wirkt, die Magenschleimhaut stärkt und sich positiv auf die Darmperistaltik auswirkt – und damit schon allein drei Eigenschaften mit sich bringt, die ein Reizdarmsyndrom bessern könnten.

Wer Fruchtsäfte gut verträgt, kann sich auch ab und an diesen alkoholfreien Punsch zubereiten, der reichlich frischen Ingwer enthält. Ansonsten wird ein Ingwertee am einfachsten so hergestellt:

Man nimmt pro grosser Tasse (250 ml) ein daumennagelgrosses Stück frischen Ingwer, gibt es in den Mixer, giesst nicht mehr ganz heisses Wasser darüber, mixt eine Minute und trinkt das Ingwerwasser sofort.

Fencheltee bei einem Reizdarm

Auch Fencheltee ist ein sehr empfehlenswerter Tee beim Reizdarmsyndrom. Fenchel entspannt die Darmwände und wirkt gegen Blähungen. Fencheltee schmeckt mit seinem süssen Aroma zudem sehr angenehm und kann beispielsweise mit Kurkuma gemischt werden.

In einer Studie wurde genau diese Kombination – Fenchel und Kurkuma – untersucht. Dazu erhielten 121 Teilnehmer einen Monat lang die ätherischen Fenchel- und Kurkumaöle und erlebten eine deutliche Besserung ihrer Reizdarmsymptome, was in der Placebogruppe nicht der Fall war.

Kamillentee bei einem Reizdarm

Kamillentee ist wohl DER traditionelle Magen-Darm-Tee schlechthin. Er gilt als beruhigend und entspannend, obwohl es nicht viele Studien gibt, die dies bestätigen. In der Volksheilkunde jedoch zeigen die jahrhundertealten Erfahrungswerte, dass Kamillentee einen nervösen Magen beruhigt und auch ein Reizdarmsyndrom äusserst positiv beeinflussen kann, insbesondere wenn dieses stressbedingt ist.

Tees bei Reizdarm meist gut verträglich

Die genannten Tees sind in den meisten Fällen gut verträglich und weisen kaum Nebenwirkungen auf. Will man hingegen zu den jeweiligen ätherischen Ölen oder anderen Extrakten der Heilpflanzen greifen, z. B. in Kapselform, sollte man eine solche Anwendung stets mit dem Arzt oder Heilpraktiker besprechen. Liegt eine Schwangerschaft vor, sollte die Einnahme von Heilpflanzenzubereitungen ebenfalls mit dem Arzt besprochen werden.

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