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Erkältungstee – Selber machen

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 19.10.2018
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Erkältungstee – Selber machen
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Erkältungstees kann man fast überall kaufen. Oft aber sind sie in Filterbeuteln abgepackt, die bei therapeutischem Einsatz nicht empfehlenswert sind. Entscheidet man sich dazu, seinen Erkältungstee selber zu machen, dann kann man die Heilpflanzen lose kaufen und sie passend zur Symptomatik mischen. Denn nicht jede Erkältung ist gleich. Sie kann mit Fieber einhergehen, mit Kopfschmerzen, mit Reizhusten oder mit festsitzendem Schleim – und für jedes dieser Symptome ist ein Kraut gewachsen. Wir erklären, wie Sie Erkältungstees (auch für Kinder) selber machen können.

Inhaltsverzeichnis

Erkältungstees: Am besten selber machen!

Auch wenn es sie in jedem Supermarkt zu kaufen gibt, sollten Erkältungstees besser selbst gemacht werden. Gerade Tees im Filterbeutel zeigen oft kaum noch Wirkung und führen dazu, dass viele Menschen den Heilpflanzen und Zubereitungen daraus nicht mehr viel zutrauen. Die Pflanzen werden für Filterbeuteltees stark zerkleinert und fast schon pulverartig abgefüllt. Oxidationsprozesse führen jetzt dazu, dass die Wirkstoffe schnell schwinden. Daher sollte man zu therapeutischen Zwecken, also im Krankheitsfall, niemals auf Tee im Teebeutel zurückgreifen!

Heilpflanzenkundige trocknen und lagern ihre Pflanzen, ohne sie zu zerkleinern. Getrocknete Heilpflanzen werden im Idealfall dunkel, trocken und kühl (aber nicht im Kühlschrank) gelagert, z. B. in Teedosen in der Speisekammer und halten sich im Allgemeinen mindestens 1 Jahr.

Erst unmittelbar vor der Zubereitung werden die Heilpflanzen zwischen den Fingern oder im Mörser zerrieben. Denn die Verwendung der ganzen Blätter, Blüten oder Samen wäre auch nicht sinnvoll, da sich dann nur geringe Wirkstoffmengen im Tee lösen würden. Das Zerkleinern unmittelbar vor der Zubereitung hingegen sorgt dafür, dass die höchstmögliche Wirkstoffdosis erreicht wird.

Wie schmecken heilsame Tees?

Ein Tee, der zu Heilzwecken getrunken wird, sollte nicht mit einem aromatisierten und gesüssten Alltagstee verglichen werden. Ein Heiltee schmeckt nach den jeweiligen Heilpflanzen – und da diese auch Bitterstoffe enthalten können, kann auch eine bittere Note entstehen.

Es wäre nun kontraproduktiv, die wirksamen Heilpflanzenanteile mengenmässig zugunsten gut schmeckender Zutaten (wie z. B. Hagebutte) zu reduzieren. Denn dann könnte auch keine lindernde Wirkung erwartet werden. Sinnvoll wäre hingegen, neugierig die Geschmäcker der einzelnen Heilpflanzen kennenlernen zu wollen und diesen Geschenken der Natur mit Wertschätzung zu begegnen, statt nur eines im Sinn zu haben, nämlich wie man den Geschmack des Tees möglichst schnell dem gewohnten Fertigtee anpassen könnte, der mit künstlichen Aromen versehen ist und zu 10 Prozent aus Zucker besteht.

Meist ist der Geschmackssinn bei einer Erkältung jedoch sowieso etwas beeinträchtigt, so dass der Geschmack eines heilsamen Tees eher zweitrangig sein wird. Wer Heilkräutertees dennoch nicht ungesüsst trinken kann, brüht einfach einige Blättchen Stevia mit auf oder gibt etwas Yaconsirup, Ahornsirup o. ä. in den Tee.

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6 Rezepte für Erkältungstees zum Selbermachen

Wenn in den folgenden Rezepturen für Erkältungstees der Begriff „Tasse“ fällt, so sind damit 150 ml gemeint.

Die verwendeten Heilpflanzen können Sie selber sammeln oder aber im Bioladen kaufen. Auch in den Apotheken oder Kräuter- und Teeläden gibt es meist getrocknete Heilpflanzen zu kaufen. Vergewissern Sie sich jedoch, dass es sich um Kräuter aus biologischem Anbau oder aus rückstandskontrollierter Wildsammlung handelt. Denn gerade wenn Sie krank sind, möchten Sie ja nicht mit Ihrem Erkältungstee gleich noch eine Portion Pestizide zu sich nehmen.

Teepflanzen aus der Apotheke enthalten meist garantierte Wirkstoffmengen – so heisst es zumindest – was bei anderen Bezugsquellen nicht der Fall ist.

Geschützte Pflanzen dürfen natürlich nicht in der Natur gesammelt werden. Diese – z. B. Schlüsselblumen – müssen im Fachhandel gekauft werden. Natürlich können Sie sie auch bei sich zu Hause im Garten anpflanzen.

Wir wünschen Ihnen schon jetzt gute Besserung!

1. Tee bei fiebriger Erkältung/Grippe

Dieser Erkältungstee ist eine einfache Mischung und eignet sich daher gut zum Selbermachen. Er wirkt schweisstreibend, fiebersenkend und schleimlösend und lindert ausserdem Kopf- und Gliederschmerzen.

Alle Pflanzen bis auf den Thymian sind heimisch. Vielleicht wachsen sie ja sogar in Ihrem Garten, wie der knorrige Holunder oder der in der Blütezeit so lieblich duftende Weissdorn. Das Mädesüss finden Sie dagegen auf feuchten Wiesen und am Bachufer. Der Thymian liebt das andere Extrem und gedeiht am liebsten auf steinig-sandigen Böden in heissen Lagen.

Zutaten:

  • Holunderblüten
  • Lindenblüten
  • Thymian
  • Mädesüssblüten oder Weidenrinde
  • Weissdornblätter und -blüten

Zubereitung:

Zu gleichen Teilen mischen, z. B. jeweils 20 g. Von der Mischung pro Tasse 2 TL nehmen und mit dem kochenden Wasser übergiessen (pro Tasse 150 ml), 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abgiessen. Täglich 4 bis 5 Tassen über den Tag verteilt möglichst heiss trinken.

Hinweise

Insbesondere wenn Heilpflanzen mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen im Tee sind – wie hier der Thymian – muss der Tee abgedeckt ziehen, damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen. Sie sammeln sich nun gemeinsam mit dem Kondenswasser am Deckel. Dieses mit ätherischen Ölen getränkte Wasser wird sodann nach der Ziehzeit in die Tasse zurückgegeben.

Wirkung

Holunderblüten und Lindenblüten wirken schweisstreibend (1, 2) und dadurch u. a. fiebersenkend. Gleichzeitig haben Lindenblüten auswurffördernde und reizlindernde Eigenschaften, die bei Husten ideal sind. Auch Holunderblüten wirken sich wohltuend auf die Atemwege aus.

Thymian ist bei Erkältungen ein Allrounder der besonderen Art. Er gehört zu den sog. Aromatika. Es handelt sich dabei um Heilpflanzen mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Thymian wirkt bei Husten so gut krampflösend (3) auf die Atemwege ein, dass er die einzige Heilpflanze ist, die auch offiziell sogar bei Keuchhusten empfohlen wird.

Thymian löst und verflüssigt festsitzenden Schleim und erleichtert den Abtransport des Schleims (3). Zusätzlich wirkt er antibakteriell (3, 4) und hilft daher gegen Bakterien, die zwar nicht ursächlich für die Erkältung verantwortlich sind, sich aber meist im Verlauf einer Erkältung ansiedeln können und für zusätzliche Beschwerden sorgen.

Mädesüssblüten (5) und die Weidenrinde (6) gelten beide aufgrund ihres Salicylatgehalts als entzündungshemmende, fiebersenkende und schmerzlindernde Heilpflanzen und sind daher ideal bei fiebriger Erkältung geeignet oder bei Grippe mit Kopf- und Gliederschmerzen. Die enthaltenen Salicylate sind mit der bekannten Acetylsalicylsäure (ASS/Aspirin) verwandt, wirken daher auch ähnlich, jedoch nicht annähernd so stark und weisen überdies keine blutverdünnenden Eigenschaften auf. Im Teehandel sind auch Mädesüssblätter erhältlich. Diese wirken jedoch nicht so gut wie die Blüten. Ihr Salicylatgehalt ist geringer.

Da sich Erkältungserkrankungen und ganz besonders die Grippe immer auch belastend auf das Herz auswirken, gibt man den Weissdorn hinzu, der das Herz schützen (7) und stärken kann.

2. Tee bei Erkältung ohne Fieber

Wenn Sie eine Erkältung haben, die kein Fieber und auch keine Gliederschmerzen verursacht, dann können Sie die schmerzstillenden Pflanzen weglassen. Übrig bleiben die schweisstreibenden Zutaten, die gleichzeitig den Atemwegen gut tun sowie der Herzschutz durch den Weissdorn. Zusätzlich können Sie wählen, welche weiteren Komponenten Sie hinzufügen möchten:

Die Melisse beispielsweise erleichtert das Atmen und beruhigt (8) gemeinsam mit den Orangenblüten, was zu einem erholsamen Schlaf beiträgt. Fast noch sinnvoller ist die Süssholzwurzel (9), die einerseits den Schleim verflüssigt und andererseits antiviral und entzündungshemmend wirkt. Malvenblüten wiederum legen sich wie einen Schutzfilm auf gereizte und trockene Schleimhäute, während die Hagebutte das Immunsystem stärkt (10) und für einen fruchtigen Geschmack sorgt.

Zutaten:

  • 30 g Holunderblüten
  • 30 g Lindenblüten
  • 20 g Weissdornblätter und -blüten
  • 15 g Melissenblätter und 5 g Orangenblüten oder
  • 5 g Hagebuttenfrüchte, 5 g Süssholzwurzel und 5 g Malvenblüten

Zubereitung:

1 TL mit 1 Tasse heissem Wasser übergiessen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abgiessen und 4 bis 5 Tassen über den Tag verteilt möglichst heiss trinken.

3. Erkältungstee für Kinder mit fiebriger Erkältung

Während Erwachsene meist nicht so hohe Ansprüche an den Geschmack eines Erkältungstees stellen, kann es sein, dass Kinder bestimmten Tees gegenüber nicht gar so zugeneigt sind, wenn der Geschmack ungewohnt ist. Daher sollten Erkältungstees für Kinder nicht nur die Erkältung im Fokus haben, sondern auch einigermassen gut schmecken. Hagebutten beispielsweise können in diesem Tee das herbe Aroma der Mädesüssblüten, die nicht annähernd so süss schmecken, wie ihr Name vermuten lassen könnte, etwas kompensieren. 

Zutaten:

  • 50 g Mädesüssblüten
  • 30 g Lindenblüten
  • 20 g Hagebuttenfrüchte
  • 15 g Schlüsselblume

Zubereitung:

1 EL mit 150 ml heissem Wasser übergiessen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abgiessen und davon 3- bis 4-mal täglich eine Tasse trinken.

Der Tee ist für Kinder ab 2 Jahren, bei kleineren Kindern besprechen Sie die Teewahl bitte mit dem Arzt – und auch bei älteren Kindern immer Rücksprache mit dem behandelnden Kinderarzt halten!

Hinweis

Liegt kein Fieber vor und möchte man einfach einen schweisstreibenden Tee, dann nimmt man die doppelte Menge Lindenblüten und 20 g Holunderblüten dazu, man lässt die Mädesüssblüten weg und kann zur Abwechslung statt Hagebutten auch einmal Pomeranzenschalen verwenden (ebenfalls 20 g), die zu einem angenehmen Duft und Geschmack des Tees führen und ausserdem gleichzeitig appetitanregend und leicht entkrampfend wirken.

Wirkung

Die Mädesüssblüten wirken fiebersenkend, entzündungshemmend und schmerzstillend. Die Lindenblüten hingegen schweisstreibend – und die Hagebutten geben dem Tee nicht nur einen fruchtigen Geschmack, sondern stärken auch das Immunsystem.

Die Schlüsselblume ist eine typische Heilpflanze bei Erkältungen. Sie verflüssigt Schleim und hilft beim Abhusten (11) bzw. beim Abfluss des Schleims aus der Nase und verhindert, dass sich dieser festsetzt.

Die Schlüsselblume steht jedoch unter Naturschutz. Wer seine Heilpflanzen daher in der Natur sammeln möchte, die Pflanze also nicht in der Apotheke oder im Tee-/Kräuter-/Naturkostladen kaufen möchte und sie auch nicht eigens im Garten angebaut hat, sollte auf eine andere Pflanze mit ähnlicher Wirkung ausweichen z. B. auf den Gundermann (man pflückt im Idealfall das blühende Kraut) oder auf Veilchenblüten oder eine Mischung aus beiden.

4. Hustentee bei Reizhusten/trockenem Husten

Nichts ist bei einer Erkältung schlimmer als ein trockener Reizhusten. Er kann nächtelang den Schlaf rauben und somit jegliche Erholung vereiteln. Ein guter Erkältungstee gegen den Hustenreiz ist daher Gold wert.

Zutaten:

  • 35 g Spitzwegerichblätter (der Spitzwegerich gilt in der Pflanzenheilkunde als eines der besten Hustenmittel)
  • 35 g Königskerzenblüten
  • 10 g Isländisch Moos (12) (ist in Wirklichkeit kein Moos, sondern eine schleimhaltige Flechte, die auch nicht nur in Island heimisch ist, sondern fast auf der ganzen Welt)
  • 10 g Malvenblüten
  • 10 g Süssholzwurzel

Zubereitung:

1 TL mit 1 Tasse kaltem Wasser ansetzen, 1,5 Stunden ziehen lassen, durch ein Papiersieb/einen Kaffeefilter abgiessen (um die feinen Härchen der Königskerzenblüten abzufangen, die andernfalls reizend wirken könnten) und schluckweise trinken. Der Tee kann vor dem Trinken auch vorsichtig auf Trinktemperatur (lauwarm) erwärmt werden. Er sollte jedoch weder gekocht noch anderweitig stark erhitzt werden.

3-mal täglich 1 Tasse trinken. Wichtig: immer frisch zubereitet trinken! Nicht auf Vorrat für den ganzen Tag zubereiten.

Hinweis

Die Zubereitung dieses Tees ist ein Kaltansatz, da die Rezeptur vorwiegend aus sog. Schleimdrogen besteht. Würde man sie mit heissem oder kochendem Wasser übergiessen, würden die heilsamen Schleimstoffe abgebaut und könnten nicht mehr wirken.

Wirkung

Bei den ersten vier Zutaten handelt es sich um die genannten Schleimdrogen (13). Ihre Schleimstoffe legen sich schützend über die ausgetrockneten und gereizten Schleimhäute der Atemwege. Auf diese Weise mildern sie den Hustenreiz und sorgen ausserdem dafür, dass sich Bakterien nicht an den Schleimhäuten festsetzen können.

Der Spitzwegerich (14) wirkt zudem aufgrund seines Kieselsäuregehaltes gewebefestigend, was die Abwehr unterstützt. Seine Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und adstringierend, ja sogar leicht schmerzstillend; sie ziehen das Gewebe der Schleimhäute zusammen und machen sie weniger anfällig für Bakterien und Viren. Zu guter Letzt wirkt der Spitzwegerich konkret antiviral sowie krampflösend und verfügt ausserdem über eine gute Leberschutzwirkung, was gerade bei Krankheiten äusserst hilfreich sein kann. Denn wer eine gesunde Leber hat, wird schnell gesund und erholt sich bald wieder.

Die Süssholzwurzel wirkt generell entzündungshemmend, schleimverflüssigend, schleimhautschützend, auswurffördernd und hustenreizlindernd – was bedeutet, dass sie die idealen Eigenschaften für eine Reizhusten-Therapie mitbringt, zumal sie dem Tee ausserdem einen süss-aromatischen Geschmack verleiht.

5. Hustentee bei produktivem Husten

Produktiver Husten bedeutet, dass es sich um keinen trockenen, sondern um einen Schleimhusten handelt. Oft aber setzt sich der Schleim in den Bronchien oder den Nasennebenhöhlen fest. Hier heisst das Ziel, den Schleim möglichst gut zu verflüssigen, damit er schnell ausgeschieden werden kann. Man verwendet daher saponinhaltige Heilpflanzen, die den Schleim flüssig machen und dazu auswurffördernde Heilpflanzen, die für ein gründliches Abhusten sorgen.

Zutaten:

  • 25 g Thymian
  • 25 g Süssholz
  • 20 g Königskerze und/oder Schlüsselblume
  • 10 g Eukalyptus oder Pfefferminz oder Fenchel

Zubereitung:

1 TL mit 1 Tasse heissem Wasser übergiessen, abdecken, 10 Minuten ziehen lassen, durch ein Papiersieb/einen Kaffeefilter abgiessen (wiederum wegen der Härchen der Königskerze) und 3-mal täglich 1 Tasse trinken.

Hinweise und Wirkung

Die sog. Saponindrogen – Heilpflanzen, die Saponine enthalten – verflüssigen den Schleim. Ideal wäre es, wenn sie zusätzlich auswurffördernd wirken, also dabei helfen, dass der Schleim auch abgehustet werden kann.

Ein echter Spezialist ist hier das Efeu (15). Da man davon jedoch nur sehr wenig einnehmen darf (0,3 g pro Tag), eignet es sich nicht für einen selber gemachten Erkältungstee. Denn höhere Dosen können zu Übelkeit, Benommenheit, Herzrasen und Erbrechen führen. Es gibt aber sehr gute Fertigpräparate aus dem Efeu, z. B. Hustensaft aus Trockenblätterextrakt (auch für Kinder).

Doch gibt es noch andere Saponindrogen, die weniger kompliziert in der Anwendung sind, z. B. die Königskerze, die Schlüsselblume und auch das Süssholz. Sie sehen hier, dass es Heilpflanzen gibt, die gleichzeitig zu verschiedenen Pflanzengruppen gehören können, denn die Schlüsselblume und die Königskerze zählt man nicht nur zu den Saponindrogen, sondern auch zu den Schleimdrogen (siehe 4. Tee bei Reizhusten).

Bei der Königskerze hängt die Wirkung von der Zubereitungsart ab. Setzt man sie in einem Kaltauszug an, wirkt sie wie eine Schleimdroge. Stellt man einen heissen Aufguss aus ihr her (wie hier), wirkt sie wie eine typische Saponindroge, nämlich auswurffördernd und sekretolytisch (schleimverflüssigend).

Nimmt man Saponindrogen, dann muss man darauf achten, auch sonst über den Tag verteilt viel zu trinken (warmes Wasser), da der Körper die Flüssigkeit benötigt, um den verflüssigenden Effekt zu erzielen.

Es gibt aber auch spezielle auswurffördernde Heilpflanzen. Das sind insbesondere die Ätherisch-Öl-Drogen, zu denen der Thymian gehört, der Eukalyptus, die Pfefferminze und der Fenchel, die gleichzeitig keimwidrig wirken, das Atmen erleichtern und die Durchblutung fördern – allesamt Eigenschaften, die den Heilprozess beschleunigen können oder zumindest die Erkältung erträglicher machen.

6. Hustentee für Kinder

Dieser Hustentee für Kinder schmeckt natürlich auch Erwachsenen sehr gut. Die Aromen von Fenchel, Anis und Süssholz passen sehr gut zusammen und sorgen dafür, dass man den herben Spitzwegerich nicht mehr schmeckt.

Die Süssholzwurzel vertreibt Viren, löst den Schleim und lindert Hustenreiz. Fenchel und Anis schmecken gut und helfen beim Abhusten des Schleims – und die Spitzwegerichblätter liefern ein regelrechtes Husten-Rundumpaket: Sie hemmen den Hustenreiz, legen ihre heilsamen Schleimstoffe auf die trockenen und wunden Schleimhäute, halten Viren und Bakterien ab, lösen Verkrampfungen der Atemwegsmuskulatur und schützen die Leber.

Zutaten:

  • 1 TL Süssholzwurzel
  • 1 TL Mischung aus Fenchelsamen und Anissamen – unmittelbar vor der Zubereitung mörsern oder mahlen, andernfalls lösen sich kaum Wirkstoffe aus den ganzen Samen
  • 1 TL zerriebene Spitzwegerichblätter

Zubereitung:

Die 3 TL mit 450 ml heissem Wasser übergiessen und 10 - 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abgiessen und in eine Thermoskanne füllen, ergibt 3 Tassen, über den Tag verteilt trinken. Hier muss natürlich nicht 3-mal täglich 1 Tasse getrunken werden. Das Kind kann auch 6-mal täglich ½ Tasse trinken oder einfach immer mal wieder einen Schluck.

Der Tee ist für Kinder ab 2 Jahren geeignet, bei kleineren Kindern besprechen Sie die Teewahl bitte mit dem Arzt – und auch bei älteren Kindern immer Rücksprache mit dem behandelnden Kinderarzt halten!

Hinweise

Die Zutaten für diesen Tee bewahrt man getrennt voneinander auf, denn sie lassen sich im Sinne einer Teemischung sowieso nicht mischen. Die Samen und Wurzelstückchen würden in der Teedose unten liegen und darüber wären die Blätter. Würde man einen Löffel davon herausnehmen wollen, hätte man entweder nur Blätter oder nur Samen auf dem Löffel.

Erkältungstee – Individuelle Rezepturen selber machen

Mit unseren obigen Tipps und Hinweisen können Sie nun auch Ihren eigenen Erkältungstee zusammenstellen und selber machen. Orientieren Sie sich an Ihren Symptomen und wählen dann die passenden Heilpflanzen aus. Denken Sie jedoch daran, dass auch die Zubereitungsart die Wirkweise beeinflusst (Stichwort Schleimdrogen).

Für Details empfehlen wir Ihnen das Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde von Ursel Bühring, aus dem viele unserer o. g. Informationen stammen und das in jedem Haushalt vorhanden sein sollte, wo regelmässig pflanzenheilkundlich therapiert wird.

Weitere Informationen zu speziellen Erkältungskräutern finden Sie hier: Kräuter gegen Erkältung

Was Sie tun können, um künftig besser vor einer Erkältung oder Grippe gefeit zu sein, haben wir hier zusammengestellt: Tipps zur Grippe-Prävention

Hinweis: Natürlich müssen wir Sie – wie stets – darauf hinweisen, dass Sie im Krankheitsfalle besser zunächst Ihren Arzt konsultieren sollten. Besonders wenn Sie Medikamente nehmen, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach möglichen Wechselwirkungen mit den genannten Heilpflanzen befragen. So sollten Schleimdrogen beispielsweise nicht mit Medikamenten zusammen eingenommen werden, da sie diese u. U. in der Wirksamkeit mindern.

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Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

Zuletzt kommentiert

anonym schrieb am 17.01.2018

Habe ganzjährig mit Reizhusten zu tun, Tag und Nacht, keine Allergien, Nichtraucher. Habe schon sehr vieles ausprobiert aber keinen Erfolg gehabt.

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Bitte suchen Sie einen ganzheitlichen Arzt auf oder einen Heilpraktiker, der mit Ihnen mögliche Ursachen abklären kann. Da wir weder Ihre Lebensweise noch Ihre Ernährung noch sonstige Details Ihres Gesundheitszustandes oder Ihres Alltages kennen, lässt sich aus der Ferne nicht sagen, was der Grund für Ihren Reizhusten sein könnte. Auch Medikamente sind zu berücksichtigen, da z. B. manche Blutdrucksenker Reizhusten verursachen.

Alles Gute!

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

Quellen

  1. Herbal Medicine: Expanded Commission E, American Botanical Council, (Quelle als PDF)
  2. Linde, PharmaWiki, (Quelle als PDF)
  3. Thymian - Thymi herba, Medizinalpflanzen.de, (Quelle als PDF)
  4. Maksimov O, Thyme Thymus vulgaris L. Thymol CT Essential Oil as Natural Preservative, American Journal of Essential Oils and Natural Products, 2017; 5(2): 19-22, (Quelle als PDF)
  5. Van Galen E et al, Assessment report on Filipendula ulmaria (L.) Maxim., herba and Filipendula ulmaria (L.) Maxim., flos, European Medicines Agency, 12 Juli 2011, (Quelle als PDF)
  6. Mahdi JG, Medicinal potential of willow: A chemical perspective of aspirin discovery, Journal of Saudi Chemical Society, Volume 14, Issue 3, July 2010, Pages 317-322, (Quelle als PDF)
  7. Gildor A, Crataegus oxyacantha and Heart Failure, Circulation, 1998;98:2098-2102, (Quelle als PDF)
  8. Bruno G, Lemon Balm: A Calming Soothing Herbal Medicine, Total Health Online, März 2014, (Quelle als PDF)
  9. Damle M, Glycyrrhiza glabra (Liquorice) – a potent medicinal herb, International Journal of Herbal Medicine, 2014; 2(2): 132-136, (Quelle als PDF)
  10. Cui Fan et al, Rose hip (Rosa canina L): A functional food perspective, Functional Foods in Health and Disease, 2014; 4(11):493-509, (Quelle als PDF)
  11. Ciuman RR, Phytotherapeutic and naturopathic adjuvant therapies in otorhinolaryngology, European Archives of Oto-Rhino-Laryngology, (2012) 269:389–397, (Quelle als PDF)
  12. Heroutova M, Assessment report on Cetraria islandica (L.) Acharius s.l., thallus, European Medicines Agency, 6 Mai 2014, (Quelle als PDF)
  13. Schleimstoffe, Spektrum.de, (Quelle als PDF)
  14. Knöss W et al, Assessment report on Plantago lanceolata L., folium, European Medicines Agency, 22 November 2011, (Quelle als PDF)
  15. Herbal Medicine: Summary for the public: Ivy leaf, European Medicines Agency, (Quelle als PDF)
  16. Bühring U, Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde, (Quelle als PDF)