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Artischockenextrakt: Die Wirkung eines alten Heilmittels

Die Artischocke ist eine alte Heilpflanze. In Form von Artischockenextrakt kann sie bei den Symptomen eines nervösen Magens zum Einsatz kommen, den Gallenfluss fördern und die Verdauung unterstützen. Auch bei Blähungen oder zur Entgiftung ist der Extrakt sehr hilfreich. Welche weiteren Wirkungen der Artischockenextrakt noch hat und wie Sie ihn einnehmen, erfahren Sie hier.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 27 Oktober 2022

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Artischockenextrakt: Wirkung der Blätter und Blüten

Artischocken sind kein Gemüse, denn sie haben ein Herz – sagt Amélie im französischen Film "Die fabelhafte Welt der Amélie". Offenbar ein Herz für Menschen, denn in der Artischocke ( Cynara scolymus)schlummert ein enormes Heilpotential.

Amélie meinte natürlich die Blütenknospen der Artischocke, deren Inneres (das "Herz") als Gemüse verzehrt wird. Die Blütenknospen enthalten beispielsweise Inulin, das im Darm die nützlichen Bakterien füttert und so für eine gesunde Darmflora sorgen kann.

Artischockenextrakt wird sowohl aus den Blütenknospen als auch aus den Blättern der Artischocke hergestellt und als traditionelles Heilmittel eingesetzt – und zwar schon seit vielen hundert Jahren. Denn die Artischocke wurde bereits von den alten Ägyptern, Griechen und Römern als Lebensmittel und Medizin verwendet. Darauf lassen nicht zuletzt umfangreiche Abbildungen an den Wänden der Pharaonengrabkammern schliessen.

Artischockenextrakt ist ein bewährtes Heilmittel

Die Blätter und Blüten von Artischocken nutzte man in alten Zeiten bei Verdauungsbeschwerden zur Anregung der Verdauung. Wie so oft stellte die moderne Wissenschaft erst Jahrhunderte später in ihren Studien fest, dass die Artischocke tatsächlich ein Choleretikum ist, also ein Mittel, das den Gallenfluss verbessert und somit auch die Verdauung fördert ( 1 ).

Verantwortlich für die vielfältigen Heilwirkungen der Artischocke ist ihr hoher Anteil an Flavonoiden und Bitterstoffen wie zum Beispiel dem Cynarin. Der Gehalt an Cynarin und Flavonoiden ist in den Artischockenblättern oftmals höher als in den Blüten, weshalb die Blätter für die Herstellung von Extrakten bevorzugt wurden. Für den medizinischen Einsatz werden die Blätter vor dem Blütenaustrieb geerntet, da sie dann den höchsten Gehalt dieser medizinischen Wirkstoffe haben.

Heutzutage werden Artischocken für den medizinischen Einsatz jedoch gezielt gezüchtet, um einen möglichst hohen Gehalt an Wirkstoffen zu erzielen. Aus diesem Grund sind auch Extrakte aus den Blüten keine Seltenheit mehr: Die Blüten mancher Artischockensorten können mittlerweile auch einen hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen erreichen, weshalb sie sich ebenfalls zur Extraktherstellung eignen ( 26 ).

Die Wirkungen von Artischockenextrakt

Vom Artischockenextrakt kennt man inzwischen die nachfolgend vorgestellten medizinischen Eigenschaften und Wirkungen ( 2 ). Natürlich müssen wir Sie darauf hinweisen, dass Sie – wenn Sie den Extrakt ausprobieren möchten – Ihr Vorhaben in jedem Fall mit Ihrem Arzt besprechen sollten!

Artischockenextrakt für den nervösen Magen

Artischockenextrakt kann bei Verdauungsstörungen im Oberbauch (funktionellen Dyspepsien) wie z. B. Übelkeit, Völlegefühl, Aufstossen, Sodbrennen, Blähbauch und vorzeitigem Sättigungsgefühl helfen. Auch bei Erbrechen wirkt der Extrakt aufgrund antiemetischer (brechreizmindernder) und krampflösender Eigenschaften gut. Mögliche ernsthafte Ursachen dieser Symptome sollten selbstverständlich vorab ausgeschlossen werden ( 3 ).

In einer doppelblinden und placebokontrollierten klinischen Studie aus dem Jahr 2015 (Universität von Pavia/Italien) wurde Artischockenextrakt gemeinsam mit Ingwer 4 Wochen lang Probanden verabreicht, die an einer funktionellen Dyspepsie litten: Völlegefühl nach dem Essen, Blähungen, Übelkeit und weitere magentypische Symptome, die sie zudem schon seit über 3 Monaten quälten.

65 Teilnehmer nahmen hierfür zwei Mal täglich eine Kapsel mit je 100 mg Artischockenextrakt und 20 mg Ingwerextrakt – eine direkt vor dem Mittagessen und eine direkt vor dem Abendessen. Die übrigen 61 Teilnehmer erhielten ein Placebopräparat.

Bereits nach 2 Wochen hatten sich bei der Artischocken-Gruppe alle Symptome signifikant verbessert, während es der Placebogruppe mittlerweile schlechter ging als noch zu Beginn der Studie ( 4 ).

Artischockenextrakt für eine optimale Verdauung

Da Artischockenextrakt den Gallenfluss verbessert und die Funktion der Bauchspeicheldrüse fördert, kann er auf diese Weise auch die Nährstoffverwertung optimieren ( 5 ). Schliesslich kann man nur dann alle Nähr- und Vitalstoffe aus der Nahrung bestmöglich aufnehmen, wenn ausreichend Verdauungssäfte (Galle, Bauchspeichel) zur Verfügung stehen und somit die Verdauung gut und beschwerdefrei ablaufen kann.

Bei Ratten erhöhte Artischockenextrakt den Gallenfluss bereits nach einer Einzeldosis signifikant. Auch die Konzentration der Gallenflüssigkeit erhöhte sich. Dies wiederum verbessert die Fettverdauung, so dass Völlegefühle und sonstiges Unwohlsein nach fetthaltigen Speisen durch Artischockenextrakt vermieden werden ( 6 ).

Artischockenextrakt statt Cholesterinsenker

Artischockenextrakt könnte in manchen Fällen ausserdem eine Alternative zu Statinen (Cholesterinsenkern ) darstellen, die etliche ungünstige Nebenwirkungen mit sich bringen können, wie z. B. Muskelprobleme und Diabetes.

Artischockenextrakt kann Untersuchungen zufolge – ganz ohne Nebenwirkungen – den Cholesterinspiegel senken ( 5 ) ( 7 ) ( 8 ) ( 9 ). In einer italienischen Studie zeigte sich beispielsweise nach 6-wochiger Einnahme von 1280 mg Artischockenextrakt täglich eine Senkung des LDL-Cholesterins um etwa 18 Prozent, während der HDL-Spiegel («gutes Cholesterin») leicht stieg ( 10 ).

Ein Review von 2018 kam zu demselben Schluss: Artischockenextrakt senkt das LDL-Cholesterin signifikant, während es auf das HDL-Cholesterin nur wenig Einfluss hat. Untersucht wurden neun Studien mit insgesamt 702 Probanden, die zwischen 500 und 2700 mg Artischockenextrakt pro Tag eingenommen hatten ( 11 ).

Artischockenextrakt arbeitet hier zweigleisig: Erstens regt der Artischockenextrakt zu einer verstärkten Cholesterinausscheidung an. Zweitens hemmt er die Cholesterinneubildung in den Leberzellen. Auf diese Weise kann das Risiko von Ablagerungen in den Blutgefässen reduziert werden, so dass der Artischockenextrakt auch eine präventive Wirkung in Bezug auf die Arteriosklerose und damit in Verbindung stehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit sich bringt ( 12 ) ( 13 ) ( 14 ).

Artischockenextrakt für den Blutzuckerspiegel

Artischockenextrakt könnte des weiteren Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten verhindern und dadurch Heisshungerattacken vorbeugen – so Erkenntnisse aus Tierstudien. Dies ist eine sehr gute Voraussetzung für Menschen, die abnehmen möchten ( 15 ) ( 16 ).

Auch bei Personen mit bereits erhöhtem Blutzuckerspiegel führte die Einnahme von 600 mg Artischockenextrakt täglich während 8 Wochen zu einer Verbesserung: Der Nüchternblutzucker der Testpersonen sank signifikant um rund 10 Prozent, während in der Kontrollgruppe kein signifikanter Unterschied festzustellen war ( 17 ).

Artischockenextrakt schützt die Leber

Artischockenextrakt hat eine hepatoprotektive Wirkung, was bedeutet, dass er die Leberzellen schützt und sie zur Regeneration ermuntert. Infolgedessen kann die Leber auch besser entgiften. Artischockenextrakt wirkt also indirekt entgiftend und wird ausserdem bei Lebererkrankungen empfohlen ( 18 ).

So nahmen Personen mit einer nicht-alkoholischen Fettleber während 2 Monaten jeweils 600 mg Artischockenextrakt pro Tag zu sich. Verglichen mit der Kontrollgruppe, die nichts eingenommen hatte, war die Leber der Artischocken-Gruppe danach besser durchblutet und kleiner, was auf geringere Fetteinlagerungen hinwies ( 19 ).

Zudem könnte Artischockenextrakt die Leber vor Schäden durch Paracetamol schützen. Paracetamol ist ein fiebersenkender und schmerzlindernder Wirkstoff, der häufig in Arzneimitteln verwendet wird. Bei längerfristiger Einnahme oder Überdosierung kann Paracetamol zu einer sogenannten Lebervergiftung führen.

In einer Tierstudie von 2018 konnte die Einnahme von Artischockenextrakt Ratten vor den schädlichen Nebenwirkungen von Paracetamol auf die Leber schützen: Während die Leberwerte der Ratten, die 28 Tage lang täglich Paracetamol eingenommen hatten, angestiegen waren, konnte die gleichzeitige Einnahme von Artischockenextrakt und Paracetamol einen Anstieg der Leberwerte in einer anderen Gruppe verhindern ( 27 ).

Zusätzlich kann bei Lebererkrankungen ein Tee aus den typischen Leber-Heilpflanzen zubereitet werden, wovon man täglich 2 bis 3 Tassen trinkt:

  1. Artischockenblätter
  2. Mariendistelsamen
  3. Schafgarbenkraut
  4. Fenchelsamen
  5. Süssholzwurzel
  6. Pfefferminzblätter

Alle Zutaten werden zu gleichen Teilen gemischt, gemörsert und pro TL mit einer Tasse (150 bis 200 ml) heissem Wasser übergossen. Nach 7 Minuten Ziehzeit ist der Tee fertig.

Artischockenextrakt entgiftet

Artischockenextrakt scheint aber auch direkt zu entgiften. In Tierstudien zeigte sich, dass der Extrakt zu einer erhöhten Giftausscheidung bzw. geringeren Giftbelastung führt:

Aus dem Jahr 2022 liegt eine Studie mit Ratten vor, die gezeigt hat, dass Artischockenextrakt vor Nervenschäden schützen kann, die sich infolge einer Belastung mit Schimmelpilzgiften entwickeln können. Eine Studie von 2017 kam zu ähnlichen Ergebnissen: Nämlich, dass Artischockenextrakt bei Ratten einer Schädigung durch Cadmium vorbeugen kann ( 20 ) ( 21 ).

Eine iranische Studie hat ausserdem gezeigt, dass Artischockenextrakt bei Ratten bis zu einem gewissen Grad vor einer schleichenden Bleivergiftung schützen kann. Blei oder andere leberschädliche Gifte lassen die Leberwerte (z. B. ALT, AST) sowie ALP (Alkalische Phosphatase) steigen. Nahmen die Ratten jedoch vorbeugend Artischockenextrakt ein, so sanken diese Leberwerte. Die beteiligten Forscher schrieben in ihrer Schlussfolgerung ( 22 ):

"Diese Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Artischockenextrakt bei einer Bleivergiftung Chelat-Eigenschaften aufweist, die zu einer Reduzierung des Bleispiegels im Blut führen."

Chelat-Eigenschaften findet man bei Stoffen, die man Chelatbildner nennt, wozu der Artischockenextrakt laut diesen Untersuchungen gehört. Chelatbildner bilden im Körper mit Giften schwerlösliche Komplexe, die sodann über den Urin oder Stuhl ausgeschieden werden können.

Artischockenextrakt ist ein Antioxidans

Artischockenextrakt wirkt aufgrund seines hohen Flavonoid-Anteils antioxidativ, schützt also die Körperzellen vor freien Radikalen, mindert oxidativen Stress und könnte somit das Risiko für Krebs und chronische Erkrankungen aller Art reduzieren. Die antioxidative Wirkung geht aus Zell- und Tierstudien hervor ( 23 ) ( 24 ).

Artischockenextrakt bei Krebs

Zu den Flavonoiden, die im Artischockenextrakt enthalten sind, gehört z. B. das Apigenin, ein sekundärer Pflanzenstoff, der sich in Studien bereits einen Namen gemacht hat. Apigenin ist auch im Sellerie, in der Petersilie und im Oregano enthalten und kann in Krebszellen das Selbstmordprogramm wieder aktivieren – wie wir bereits hier beschrieben haben: Bauchspeicheldrüsenkrebs – Ursachen und Prävention.

Abnehmen mit Artischockenextrakt

Was bedeutet es nun, wenn die Artischocke den Gallenfluss anregt, wenn sie die Leberzellen zur Regeneration anspornt, wenn sie Gifte und Cholesterin ausleiten hilft und wenn sie den Blutzuckerspiegel mässigen sowie Heisshungerattacken vorbeugen kann? All das deutet auf eine kräftige Anregung des Stoffwechsels hin, was auch der Grund dafür ist, dass Artischockenextrakt als Nahrungsergänzung zur Gewichtsabnahme empfohlen wird.

Wenn Sie also eine Ernährungsumstellung, eine Entgiftung, Darmreinigung oder eine andere Massnahme durchführen möchten, um zu entschlacken und/oder überschüssige Kilos zu verlieren, könnten Sie den Artischockenextrakt mit in Ihr Programm einbauen.

Artischockenextrakt: Anwendung und Dosierung

Artischockenextrakt sollte für eine bestmögliche Wirkung mindestens 6 Wochen lang eingenommen werden, kann aber auch dauerhaft zur Anwendung kommen – besonders dann, wenn es um die Senkung des Cholesterinspiegels oder die Regeneration einer kranken Leber geht. Im Falle von Leberproblemen empfiehlt es sich aus naturheilkundlicher Sicht, nicht nur Artischockenextrakt einzunehmen, sondern auch die hier genannten Punkte (oder einige davon) umzusetzen: Die ganzheitliche Leberreinigung

Bei akuten Verdauungsbeschwerden (z. B. Völlegefühl nach dem Essen) kann der Extrakt auch bereits bei einmaliger bzw. kurzzeitiger Einnahme zu Verbesserungen führen. Optimal wäre es aber natürlich, erst gar nichts zu essen, was zu Völlegefühlen führt bzw. langsam zu essen und gründlich zu kauen, was ebenfalls schon häufig Völlegefühlen vorbeugt.

Die tägliche Dosierung liegt in der Regel bei 300 bis 2.400 mg Artischockenextrakt, wobei Dosen zwischen 300 und 600 mg bei Verdauungsbeschwerden empfohlen werden und Dosen bis 2.400 mg bei Lebererkrankungen.

Die Tagesdosis sollte nicht auf einmal, sondern auf mindestens 2 Portionen aufgeteilt werden. Am besten nimmt man den Artischockenextrakt 15 bis 30 Minuten vor den Mahlzeiten, z. B. vor dem Frühstück und vor dem Abendessen mit einem Glas Wasser.

Wie Sie hochwertige Artischockenextraktkapseln erkennen

Wenn Sie Kapseln à 400 mg Extrakt wählen, lässt sich der Artischockenextrakt leicht und individuell dosieren (2-mal täglich je 1 bis 3 Kapseln). Achten Sie auf einen standardisierten z. B. 2,5-prozentigen Cynaringehalt, auf vegane Kapseln und darauf, dass auch Cholin enthalten ist – ein Nährstoff, der noch zusätzlich zur Leberregeneration beiträgt. Lesen Sie hier alles über die Wirkungen von Cholin.

Manche Artischockenpräparate enthalten noch höhere Cynaringehalte. Früher galt Cynarin als Hauptinhaltsstoff der Artischocke – heute weiss man jedoch, dass ihre Wirkungen auch auf viele weitere Flavonoide und Polyphenole zurückgehen. Cynarin ist also ein wichtiger Inhaltsstoff von Artischockenpräparaten, aber eben nicht der einzige. Artischockenpräparate mit einem höheren Cynaringehalt müssen also nicht unbedingt besser sein als solche mit einem 2,5-prozentigen Cynaringehalt.

Artischockentropfen und Artischockensaft

In flüssiger Form gibt es Artischockenextrakt nur selten zu kaufen – jedoch sind Artischockenblätter eine häufige Zutat in Bitterstofftropfen. Auch diese können die Verdauung unterstützen, wie Sie in unserem Artikel über Bitterstoffe nachlesen können.

Aus den Knospen der Artischockenblüten kann zudem Artischockensaft gepresst werden, den es im Reformhaus, in Apotheken und im Internet zu kaufen gibt. Dieser kann bei leichten Verdauungsbeschwerden eingenommen werden. Der Saft ist jedoch weniger konzentriert als der Extrakt. Vom Saft wird 3-mal täglich ca. 10 ml vor den Mahlzeiten eingenommen. Sie können den Saft pur trinken oder ihn mit Wasser verdünnen ( 25 ).

Darmreinigung mit Artischockenextrakt

Wenn Sie den Artischockenextrakt in Ihre Darmreinigung integrieren möchten, dann könnten Sie beispielsweise so vorgehen:

Beispiel für die Darmreinigung mit 2 Shakes:

  1. 07.00 Uhr: 1. Shake aus Flohsamenschalenpulver und Zeolith oder Bentonit (je ½ TL mit 200 ml Wasser gut verrühren/mixen und sofort trinken, anschliessend 400 ml Wasser nachtrinken)
  2. 07.45 Uhr: Artischockenextrakt
  3. 08.00 Uhr: Frühstück mit Probiotikum
  4. 13.00 Uhr: Mittagessen
  5. 17.45 Uhr: Artischockenextrakt
  6. 18.00 Uhr: Leichtes Abendessen mit Probiotikum
  7. 21.00 Uhr: 2. Shake (wie oben)

Hat Artischockenextrakt Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen sind bei der Einnahme von Artischockenextrakt nicht bekannt. Jedoch sollte der Extrakt bei einer Allergie gegen Artischocken oder andere Pflanzen aus der Familie der Korbblütler sowie bei Gallensteinen vorsichtshalber nicht eingenommen werden:

Artischockenextrakt wurde traditionell zwar bei allen Beschwerden, die mit einem gestörten Gallenfluss (inkl. Gallenkoliken) zusammenhängen, eingenommen. Heute jedoch wird bei vorliegenden (grösseren) Gallensteinen von einer Anwendung abgeraten – gerade, weil man das Lösen der Steine befürchtet, was zu einer schmerzhaften Kolik führen könnte. Bei kleinen Steinen kann der Extrakt in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden, um die Steine auszuleiten.

Artischockenextrakt bei Histaminintoleranz und Sorbitintoleranz

Artischocken gelten als bei Histaminintoleranz verträglich ( 28 ). Sie gelten auch als sorbitfrei. Dennoch kann nicht garantiert werden, dass jeder Betroffene den Extrakt auch tatsächlich verträgt. Denn Intoleranzen sind erstens sehr unterschiedlich und individuell ausgeprägt, zweitens sind Extrakte immer konzentrierte Präparate und könnten daher anders wirken als das Gemüse an sich.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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Quellen
  1. (1) European Medicines Agency, Cynarae folium, März 2019.
  2. (2) European Medicines Agency, Assessment report on Cynara cardunculus L. (syn. Cynara scolymus L.), folium, 27.03.2018.
  3. (3) Holtmann G et al, Efficacy of artichoke leaf extract in the treatment of patients with functional dyspepsia: a six-week placebo-controlled, double-blind, multicentre trial, Aliment Pharmacol Ther, Dezember 2003.
  4. (4) Giacosa A et al, The Effect of Ginger (Zingiber officinalis) and Artichoke (Cynara cardunculus) Extract Supplementation on Functional Dyspepsia: A Randomised, Double-Blind, and Placebo-Controlled Clinical Trial, Evid Based Complement Alternat Med, April 2015.
  5. (5) Salem MB et al, Pharmacological Studies of Artichoke Leaf Extract and Their Health Benefits, Plant Foods Hum Nutr, Dezember 2015.
  6. (6) Saénz Rodriguez T, García Giménez D, de la Puerta Vázquez R. Choleretic activity and biliary elimination of lipids and bile acids induced by an artichoke leaf extract in rats. Phytomedicine. 2002 Dec;9(8):687-93.
  7. (7) Bundy R et al, Artichoke leaf extract (Cynara scolymus) reduces plasma cholesterol in otherwise healthy hypercholesterolemic adults: A randomized, double blind placebo controlled trial, Phytomedicine, September 2008.
  8. (8) Wider B et al, Artichoke leaf extract for treating hypercholesterolaemia, Cochrane Database Syst Rev, Oktober 2009.
  9. (9) Lupattelli G et al, Artichoke juice improves endothelial function in hyperlipemia, Life Sci, Dezember 2004.
  10. (10) Rondanelli M et al, Beneficial effects of artichoke leaf extract supplementation on increasing HDL-cholesterol in subjects with primary mild hypercholesterolaemia: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial, Int J Food Sci Nutr, Juni 2012.
  11. (11) Sahebkar A, Pirro M, Banach M, Mikhailidis DP, Atkin SL, Cicero AFG. Lipid-lowering activity of artichoke extracts: A systematic review and meta-analysis. Crit Rev Food Sci Nutr. 2018;58(15):2549-2556.
  12. (12) Barrat E, Peltier SL et al, Effect on LDL-cholesterol of a large dose of a dietary supplement with plant extracts in subjects with untreated moderate hypercholesterolaemia: a randomised, double-blind, placebo-controlled study, Eur J Nutr, Dezember 2013.
  13. (13) Zapolska-Downar D et al, Protective properties of artichoke (Cynara scolymus) against oxidative stress induced in cultured endothelial cells and monocytes, Life Sci, November 2002.
  14. (14) Shahinfar H, Bazshahi E, Amini MR, Payandeh N, Pourreza S, Noruzi Z, Shab-Bidar S. Effects of artichoke leaf extract supplementation or artichoke juice consumption on lipid profile: A systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials. Phytother Res. 2021 Dec;35(12):6607-6623.
  15. (15) Rondanelli M et al, Health-promoting properties of artichoke in preventing cardiovascular disease by its lipidic and glycemic-reducing action, Monaldi Arch Chest Dis, März 2013.
  16. (16) Fantini N et al, Evidence of glycemia-lowering effect by a Cynara scolymus L. extract in normal and obese rats, Phytother Res, März 2011.
  17. (17) Rondanelli M, Opizzi A, Faliva M, Sala P, Perna S, Riva A, Morazzoni P, Bombardelli E, Giacosa A. Metabolic management in overweight subjects with naive impaired fasting glycaemia by means of a highly standardized extract from Cynara scolymus: a double-blind, placebo-controlled, randomized clinical trial. Phytother Res. 2014 Jan;28(1):33-41.
  18. (18) Yunes Panahi et al, Efficacy of artichoke leaf extract in non-alcoholic fatty liver disease: A pilot double-blind randomized controlled trial, Phytother Res, Juli 2018.
  19. (19) Panahi Y, Kianpour P, Mohtashami R, Atkin SL, Butler AE, Jafari R, Badeli R, Sahebkar A. Efficacy of artichoke leaf extract in non-alcoholic fatty liver disease: A pilot double-blind randomized controlled trial. Phytother Res. 2018 Jul;32(7):1382-1387.
  20. (20) Ibrahim EA, Yousef MI, Ghareeb DA, Augustyniak M, Giesy JP, Aboul-Soud MAM, El Wakil A. Artichoke Leaf Extract-Mediated Neuroprotection against Effects of Aflatoxin in Male Rats. Biomed Res Int. 2022 Jul 19;2022:4421828.
  21. (21) El-Boshy M, Ashshi A, Gaith M, Qusty N, Bokhary T, AlTaweel N, Abdelhady M. Studies on the protective effect of the artichoke (Cynara scolymus) leaf extract against cadmium toxicity-induced oxidative stress, hepatorenal damage, and immunosuppressive and hematological disorders in rats. Environ Sci Pollut Res Int. 2017 May;24(13):12372-12383. 
  22. (22) Heidarian E et al, Protective effect of artichoke (Cynara scolymus) leaf extract against lead toxicity in rat, Pharm Biol, September 2013.
  23. (23) Biel W, Witkowicz R, Piątkowska E, Podsiadło C. Proximate Composition, Minerals and Antioxidant Activity of Artichoke Leaf Extracts. Biol Trace Elem Res. 2020 Apr;194(2):589-595.
  24. (24) Salekzamani S, Ebrahimi-Mameghani M, Rezazadeh K. The antioxidant activity of artichoke (Cynara scolymus): A systematic review and meta-analysis of animal studies. Phytother Res. 2019 Jan;33(1):55-71. 
  25. (25) Gebrauchsinformation, Naturreiner Heilpflanzensaft Artischocke, abgerufen am: 03.08.2022.
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  28. (28) Hrubisko M, Danis R, Huorka M, Wawruch M. Histamine Intolerance—The More We Know the Less We Know. A Review. Nutrients. 2021; 13(7):2228. https://doi.org/10.3390/nu13072228