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Falsche Brustkrebsdiagnosen machen kränker als gedacht

Falsche Brustkrebsdiagnosen machen kränker als gedacht

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(Zentrum der Gesundheit) – Falsche Brustkrebsdiagnosen sind häufiger als man denken mag. Die psychische Belastung einer solchen Falschdiagnose ist jedoch enorm – auch dann, wenn später die Entwarnung kommt. Wie schwer sich falsche Brustkrebsdiagnosen auf die Patientinnen auswirken, untersuchte unlängst ein Forscherteam der Universität Kopenhagen und kam zum Ergebnis: Die gesundheitlichen Folgen von Falschdiagnosen werden vollkommen unterschätzt!

Falschdiagnosen sind häufig

Überdiagnosen und Falschdiagnosen sind in der Schulmedizin an der Tagesordnung.

Bei Überdiagnosen deutet man winzigste Hinweise auf eine Entartung bereits als Krebs – auch dann, wenn man gar nicht sicher ist, ob sich aus der entdeckten Krebszelle je ein bedrohlicher Tumor entwickelt oder ob sie vielleicht bis zum Lebensende völlig unauffällig bleiben wird.

Eine Falschdiagnose hingegen stellt nichts anderes als eine fehlerhafte Interpretation der Untersuchungsergebnisse dar.

In beiden Fällen werden die Patienten zunächst mit einer schockierenden Diagnose konfrontiert und anschliessend mit weiteren Untersuchungen oder sogar mit nebenwirkungsreichen Therapien traktiert.

Die Ärzte Welch und Black entdeckten im Jahr 2010 in ihren Untersuchungen, dass 60 Prozent aller Prostatakrebs-Fälle und etwa 25 Prozent aller bei Mammographien entdeckten Brustkrebsfälle Überdiagnosen darstellen.

Auch bei Diagnosen von Darmkrebs, Hautkrebs, Nierenkrebs und Schilddrüsenkrebs soll die Zahl der Überdiagnosen immens sein. Details dazu finden Sie hier: Überdiagnosen bei Krebs

Bei Falschdiagnosen in Sachen Brustkrebs werden häufig sogar unnötige Brustamputationen oder anderweitige schwere Operationen vorgenommen, wie wir hier beschrieben haben: Brustkrebs: Unnötige Brustamputationen durch MRM-Scans

Falscher Alarm! Doch kein Brustkrebs

Anschliessend stellt sich dann heraus: "Oh, falscher Alarm! Es war doch kein Brustkrebs!" Diese Nachricht sollte eigentlich eine ganz wunderbare sein, da die Gefahr gebannt ist und man dem Tod offenbar noch einmal von der Schippe gesprungen ist.

In Wirklichkeit jedoch sass man noch gar nie auf dieser Schippe. Eine fehlerhafte Diagnose liess einen lediglich glauben, man sässe dort, was aber ganz und gar nicht der Fall war. Doch allein der Glaube, man sei schwer krank und die Angst vor all dem, was nun kommt – vor den Schmerzen nach Operationen, dem Haarausfallnach Bestrahlungen, der Übelkeit während der Chemotherapie oder schlicht vor dem Tod – können wirklich krank machen, auch dann, wenn irgendwann die Botschaft "Fehlalarm!" kommt.

Falschdiagnosen machen krank

Wissenschaftler der University of Copenhagen beschäftigten sich vier Jahre lang mit diesem Thema und veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Untersuchungen im Mai 2015 im Fachmagazin Annals of Family Medicine. Die Forscher rufen jetzt dazu auf, massiv an der Genauigkeit von Diagnosen zu arbeiten, um die Zahl der Falschdiagnosen zu reduzieren.

Denn Falschdiagnosen schockieren und stressen derart, dass sich die daraus entstandenen psychischen Schäden, die sich dann wiederum auf den Körper negativ auswirken, nicht mehr einfach durch Sätze wie "Sorry, es ist doch kein Krebs!" aufheben lassen.

Frauen, die eine Brustkrebs-Falschdiagnose erhalten hatten, zeigen daher auch noch Jahre nach dem Fehlalarm Anzeichen von Stresszuständen und Depression – so die Forscher aus Kopenhagen.

"Unsere Studie zeigt, dass eine potentielle Brustkrebsdiagnose eine äusserst negative Auswirkung auf die Betroffenen hat. Bislang glaubte man, dass sich Frauen, die zur Abklärung einer vermuteten Brustkrebsdiagnose lediglich eine zusätzliche Mammographie bekommen, mental besser fühlen als Frauen, die zu diesem Zweck eine Biopsie oder andere operative Eingriffe über sich ergehen lassen müssen. Jetzt aber wissen wir, dass es hier keinen Unterschied gibt. Die Auslöser von Stress, Sorgen und Ängsten sind also nicht die weiteren Untersuchungen. Der Auslöser ist einzig und allein der Satz des Arztes: Sie haben möglicherweise Krebs!",

erklärt Dr. Bruno Heleno von der University of Copenhagen.

Andere Faktoren, die den mentalen Zustand der untersuchten Frauen in dieser Situation ebenfalls beeinflussen können, wurden in der Studie selbstverständlich berücksichtigt, wie z. B. die sozialen und finanziellen Verhältnisse der Frauen.

Zahl der Falschdiagnosen muss reduziert werden!

Im Laufe von vier Jahren begleiteten die Kopenhagener Forscher 1.300 Frauen, die alle nach einer Mammographie weitere Untersuchungen hinter sich bringen mussten, da die Mammographie "unklare Befunde" ergeben hatte.

Viele Jahre nach der Mitteilung, dass alles nur falscher Alarm gewesen sei, litten diese Frauen noch schwer unter der einstigen Falschdiagnose.

"Wir müssen alles tun, um die Zahl der falsch-positiven Mammographien zu reduzieren. Auch sollten Frauen darüber aufgeklärt werden, dass  häufig Falschdiagnosen sowie im Anschluss daran Nebenwirkungen im psychischen Bereich mit sich bringen können. Denn für jede Frau, die an Brustkrebs stirbt, gibt es 200 Frauen, die eine falsch-positive Diagnose erhalten.

Die Frage ist, ob dieses starke Ungleichgewicht gerechtfertigt ist. Überwiegt hier tatsächlich noch der Nutzen? Oder ist es an der Zeit, den Sinn und Zweck von Screening-Programmen neu zu überdenken?, so John Brodersen, Professor an der Kopenhagener Universität. Von Screening-Programmen zu denen frau bekanntlich geradezu gedrängt und brieflich mehrfach eingeladen wird, während eine Ablehnung von Mammographien als geradezu verantwortungslos eingestuft wird.

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Quellen:



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