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Deutschen Hebammen droht Berufsverbot!

Deutschen Hebammen droht Berufsverbot!

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(Zentrum der Gesundheit) – Schwangere Frauen in ländlichen Regionen, aber auch städtische Frauen, die eine Hausgeburt bevorzugen, sind auf frei berufliche Hebammen angewiesen. In Deutschland könnte es jedoch bald schwierig werden, eine Hebamme zu finden. Ein grosser Versicherer hat angekündigt, zum Sommer 2015 aus der Hebammen-Berufshaftpflicht-Versicherung auszusteigen. Ohne Berufshaftpflichtversicherung jedoch dürfen frei berufliche Hebammen nicht arbeiten. Worum geht es hierbei wirklich und warum hat sich die Situation so dramatisch zugespitzt? Was können SIE tun, um den Hebammen zu helfen, ihren Berufsstand zu erhalten?

Das Drama mit der Hebammenversicherung

Per Gesetz sind Hebammen dazu verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschliessen. Ohne eine solche Haftpflichtversicherung darf keine Hebamme in Deutschland in der Geburtshilfe arbeiten. Im Jahr 2003 lag die durchschnittliche Haftpflichtprämie für eine Hebamme bei 453 Euro im Jahr.

Bis zum Jahr 2013 sind diese von den Hebammen zu zahlenden Versicherungsprämien um mehr als das Zehnfache angestiegen. Dabei blieb jedoch die Vergütung der Hebammen nahezu auf dem Stand von 2003.

Somit hatten es die freiberuflichen Hebammen in den letzten Jahren ohnehin schon schwer genug, den enorm hohen Beitrag für die Versicherung aufzubringen.

Haftpflichtversicherung für Hebammen unbezahlbar

Ab Juli 2014 wird erneut die Versicherungsprämie um 20 Prozent erhöht. Das bedeutet, dass eine freiberufliche Hebamme, die in Deutschland arbeitet und Geburtshilfe anbietet, einen Betrag von bis zu 5.091 Euro nur für Ihre Berufshaftpflichtversicherung aufbringen muss.

Doch es wird noch dramatischer! Derzeit gibt es drei grosse Versicherer, die Hebammen eine Berufshaftpflichtversicherung anbieten. Einer der drei Versicherer, die Nürnberger Versicherung, hat nun angekündigt, ab 1.7.2015 ganz aus dieser Versicherungssparte auszusteigen.

Damit gibt es keinen Versicherer mehr, der die Hebammen innerhalb der Verbände versichert. Es bleibt dann nur noch ein grosser Versicherer, die Allianz, übrig, bei der sich die freiberuflichen Hebammen versichern können.

Die Allianz ist jedoch schon jetzt für fast alle Hebammen unbezahlbar. Ausserdem dürfen nur Hebammen zur Allianz-Berufshaftpflicht wechseln, die vorher noch keinen einzigen Schadensfall hatten.

3.500 Hebammen stehen vor dem beruflichen Aus

Somit stehen etwa 3.500 freiberufliche Hebammen vor der Frage, wie sie erstens ab 1.7.2014 ihre Versicherungsprämie bezahlen sollen und zweitens wer sie überhaupt noch ab 1.7.2015 versichert.

Ohne Haftpflichtversicherung dürfen die Hebammen nicht arbeiten und daher kommt diese Entwicklung einem Berufsverbot für alle freiberuflichen Hebammen in Deutschland gleich.

Vielleicht denken Sie jetzt, dass 3.500 Hebammen nicht so viele sind und sich diese Hebammen entweder in einem Krankenhaus anstellen lassen sollten oder eben eine Umschulung machen können.

Bald keine Hausgeburten mehr?

Was aber machen schwangere Frauen, die in ländlichen Regionen leben und auf die Betreuung ihrer Hebamme angewiesen sind? 80 Prozent der freiberuflichen Hebammen sind dort die wichtigste Ansprechperson für werdende Mütter und ihre Kinder während und nach der Schwangerschaft.

Eine schwangere Frau hat überdies das Recht, frei wählen zu können, wo und wie sie ihr Kind auf die Welt bringen möchte. Eine freiberufliche Hebamme ermöglicht den Frauen dieses Wahlrecht, indem sie der Frau die Wahl lässt, sich für eine Hausgeburt, eine Geburt in einem Geburtshaus oder in einem Krankenhaus mit ihrer persönlichen Beleghebamme zu entscheiden.

Ohne die freiberuflichen Hebammen wird es jedoch zukünftig nur noch Geburten in Kliniken mit Geburtshelfern geben, die der Gebärenden fremd sind.

Freiberufliche Hebammen unterstützen die Frauen in ihrer Kraft, eine gesunde und selbstbestimmte Geburt erleben zu können – was wiederum langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit und die emotionalen Beziehungen zwischen Mutter und Kind hat.

Leider ist es in deutschen Krankenhäusern – auch mit angestellten Hebammen – eher an der Tagesordnung, dass die Gebärende entmündigt wird, sie Medikamente erhält, der Geburtsvorgang unnötigerweise auf verschiedenste Arten gestört wird und es letztendlich dadurch zu Komplikationen kommen kann.

Die langfristigen Auswirkungen insbesondere auf die seelische Entwicklung jener Kinder, die mehr oder weniger brachial entbunden wurden, sind erheblich. Doch leider wird dies bislang von der Schulmedizin nicht ernsthaft wahrgenommen.

Das berufliche Aus der Hebammen in Deutschland betrifft demzufolge nicht nur etwa 3.500 Hebammen, sondern ungefähr 144.000 Geburten und rund 600.000 Frauen, die durch freiberufliche Hebammen vor und nach der Geburt betreut werden.

Es geht um unsere Kinder und um die Entwicklung unserer Gesellschaft. Das betrifft alle in Deutschland. Auch diejenigen, die (noch) keine Kinder haben.

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Wie können Sie helfen?

Es gibt für jeden einzelnen viele Möglichkeiten, die in Not geratenen Hebammen zu unterstützen. Die Hebammen selbst haben bisher schon viel erreicht. So zum Beispiel ein Gespräch mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Die Politiker wurden auf das Hebammenproblem aufmerksam gemacht und im aktuellen Koalitionsvertrag wurde dadurch die „Sicherung einer angemessenen Vergütung von Hebammen“ festgeschrieben.

Am 27. März 2014 ist der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe 100 Tage im Amt, doch bislang wurde in Sachen Hebammenvergütung noch gar nichts unternommen. Tatsächlich geht es jetzt aber nicht mehr nur um die Vergütung, sondern um die Existenzsicherung der Hebammen.

Daher gilt es, den Druck auf die Politiker weiter zu erhöhen, damit das Problem nicht einfach ausgesessen werden kann.

Bianca Kasting hat eine Online-Petition gestartet und sammelt für diese Petition Unterschriften. Schon über 340.000 Unterschriften hat sie durch ihr Engagement gesammelt und es werden täglich mehr.

Je mehr Menschen diese Petition mit ihrer Unterschrift unterstützen, desto grösser wird der politische Druck für dieses Thema. Wenn auch Sie diese Petition unterstützen möchten, finden Sie die Möglichkeit dazu hier:

Zur Petition:

Rette unsere Hebammen

Parallel dazu finden derzeit deutschlandweit Demonstrationen und andere Aktionen zur Unterstützung der Hebammen statt. Auf dieser Seite finden Sie Informationen rund um diese Aktionen:

Aktion: Hebammen unterstützen

Schliesslich können Sie den Überlebenskampf der Hebammen auch finanziell durch Spenden unterstützen. Auf den folgenden Internetseiten finden Sie dazu Möglichkeiten und weitere Informationen, wie Sie aktiv werden können.

Unterstützungsportal: Hebammen für Deutschland

Webseite des Hebammenverbandes

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