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Jackfrucht: Anwendung, Nährwert und Zubereitung als Fleischersatz

  • Autor: Sybille Müller
  • aktualisiert: 13.06.2019
Jackfrucht: Anwendung, Nährwert und Zubereitung als Fleischersatz
© ZDG/nigelcrane

Die tropische Riesenfrucht namens Jackfrucht stammt aus Asien und kann als Fleischersatz verwendet werden. Wir erklären, wie man die Jackfrucht zubereitet, welche Nährwerte sie aufweist und welche gesundheitlichen Auswirkungen sie bereithält.

Inhaltsverzeichnis

Jackfrucht: Was ist das?

Die Jackfrucht (Artocarpus heterophyllus Lam.) wird auch Jackfruit genannt. Die tropische Riesenfrucht gehört zur Familie der Maulbeergewächse und stammt ursprünglich aus Indien, wo sie stellenweise ein Grundnahrungsmittel ist. Kultiviert wird die Jackfrucht jedoch mittlerweile in allen tropischen Gebieten der Welt. Hauptanbauländer sind nach wie vor Indien, Bangladesch, Thailand, Indonesien, Sri Lanka und Nepal.

Der Name Jack wurde abgeleitet vom malaiischen Chakka, was schlicht „rund“ bedeutet und auf die Form der Früchte hindeutet. Kugelrund ist die Jackfrucht dennoch nicht, eher oval.

Die grösste Baumfrucht der Welt

Es handelt sich überdies um eine extrem grosse und schwere Frucht, ja um die grösste Baumfrucht der Welt. Die Jackfrucht kann bis zu einem Meter lang und um die 20 Kilogramm schwer werden. Selbst Angaben von bis zu 50 Kilogramm pro Frucht kursieren im Netz.

Bis die Jackfrucht diese Grösse erreicht hat und reif ist, dauert es etwa 180 Tage. Da kaum ein Ast das enorme Gewicht tragen könnte, wächst sie direkt am Stamm. Ein Baum trägt bis zu 30 Früchte.

Ein weiteres unverwechselbares Merkmal der Jackfrucht ist ihre genoppte Schale. Sie verändert sich während des Reifeprozesses von grün zu gelblich. Wie bei vielen Früchten üblich, erkennt man auch bei der Jackfrucht den Reifegrad nicht nur an der Farbe, sondern auch am Duft: Je fruchtiger sie riecht, umso reifer ist sie.

Mit dem Fruchtfleisch der unreifen Jackfrucht lässt sich nahezu jedes Fleischgericht imitieren – ob Frikadellen, Gulasch, Frikassee, Fleischsaucen für Pasta oder Füllungen für Burger, Tacos oder Pfannkuchen. Daher wird sie inzwischen auch in unseren Breiten entsprechend angeboten (vorgekocht in Dosen oder vakuumiert) und zubereitet.

Wie schmeckt die Jackfrucht?

Die Riesenfrucht schmeckt in reifer Ausführung süss und eignet sich als ein köstliches Frühstück oder Dessert. Ihr Geschmack erinnert an eine Mischung aus Banane und Ananas mit Honig-Vanille-Aroma. Auch von einer Note Mango ist öfters die Rede.

Im unreifen Zustand schmeckt die Jackfrucht nach fast nichts und nimmt daher den Geschmack der Gewürze, Marinaden und Saucen an, mit denen sie zubereitet wird.

Welchen Nährwert hat die Jackfrucht?

Auch wenn die Jackfrucht stellenweise als Fleischersatz bezeichnet wird, bezieht sich dies nur auf die Konsistenz, nicht aber auf den Nährwert. Die Jackfrucht ist nun einmal eine Frucht und hat daher in Sachen Nährwert keine grossen Ähnlichkeiten mit den Nährwerten von Fleisch.

Da man die Jackfrucht ferner sowohl reif als auch unreif verwenden kann, hängen die Nährwerte vom Reifegrad ab.

Kohlenhydrate, Zucker und glykämische Last

Die Jackfrucht ist eine sehr stärkereiche Frucht. Ihr Wassergehalt sinkt mit zunehmender Reife, während der Stärke- bzw. Kohlenhydratgehalt von 9 in der unreifen Frucht auf etwa 19 Prozent in der reifen Frucht steigt. Die unreife Frucht enthält kaum freie Zucker und schmeckt daher auch überhaupt nicht süss.

Angaben zur glykämischen Last (GL) der unreifen Frucht sind noch nicht bekannt. Da jedoch selbst die reife Jackfrucht nur einen Wert von 10 aufweist, kann die unreife Jackfrucht auch bei Glyx-Diäten, gemässigten Low Carb Ernährungsformen und Diabetes oder Prädiabetes getrost in den Speiseplan eingebaut werden. (Die glykämische Last gibt an, wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel beeinflusst. Werte von unter 10 gelten als niedrig.)

Natürlich liefert die Jackfrucht – wie für pflanzliche Lebensmittel üblich – auch Ballaststoffe, während Fleisch keine Ballaststoffe enthält.

Proteine und Fette

Während der Reifung sinkt der ohnehin niedrige Proteingehalt von 2,6 auf knapp 2 Prozent. Die unreife Jackfrucht ist also eine etwas bessere Proteinquelle als die ausgereifte Frucht.

Fett ist so gut wie keines in der Jackfrucht enthalten (zwischen 0,1 und 0,3 Prozent).

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Der Calciumgehalt ist mit 50 mg pro 100 g unreifer Jackfrucht für ein Obst recht hoch. Ein Apfel enthält beispielsweise nicht einmal 10 mg. Lediglich Orangen, Brombeeren, Feigen und Kiwis sollen einen ähnlich hohen Calciumgehalt haben wie die unreife Jackfrucht.

Auch in Sachen Eisen ist die Jackfrucht interessant. Unreife Früchte liefern fast die vierfache Eisenmenge der reifen Jackfrucht, nämlich bis zu 2 mg pro 100 g – und damit fast das Doppelte vom Eisengehalt in Hühnerbrust.

Natürlich enthält die Jackfrucht auch Vitamin C – bis zu 14 mg pro 100 g, während Fleisch typischerweise 0 mg Vitamin C liefert.

Der Kaloriengehalt der unreifen Jackfrucht liegt gerade einmal bei 50 kcal pro 100 g, jener von Hühnchenfleisch beim Doppelten.

Nährwerte der Jackfrucht im Vergleich zu Fleisch: Die Tabelle

Die Nährwerte einer Frucht lassen sich also im Grunde nicht mit Fleisch vergleichen. Wenn Sie die Jackfrucht als Fleischersatz geniessen möchten, so denken Sie daran, dass es sich nicht um eine relevante Proteinquelle handelt. Pflanzliche Proteinquellen finden Sie hier: Proteine in der pflanzenbasierten Ernährung

Unsere Tabelle mit den Nährwerten der Jackfrucht (reif und unreif) finden Sie als PDF hier: Nährwerte der Jackfrucht

Wir führen darin auch zum Vergleich die Werte von Hühnerbrust auf, da die Jackfrucht eine ähnliche Konsistenz hat und daher häufig für fleischlose „Geflügelgerichte“ verwendet wird. Beachten Sie jedoch, dass Nährwerte stets schwanken und daher auch unsere Angaben nur eine grobe Orientierung bieten können.

Welche gesundheitlichen Auswirkungen hat die Jackfrucht?

Die gesundheitlichen Wirkungen und Eigenschaften der Jackfrucht beziehen sich meist auf die reife Frucht, die in Asien häufig auf dem Speiseplan steht, in unseren Regionen jedoch nur im Spezialitätenhandel erhältlich ist.

In einem Review aus dem Jahr 2012 untersuchte man konkret die Jackfrucht und ihre gesundheitlichen Vorteile für den Menschen. Doch konzentrierte man sich ausschliesslich auf die Inhaltsstoffe und schlussfolgerte daraus dann, dass die gesamte Frucht so wirkt wie der jeweils einzelne Stoff.

Kalium

Da die Frucht beispielsweise Kalium enthalte und Kalium an der Blutdruckregulierung beteiligt ist, könne die Jackfrucht einen Bluthochdruck senken.

Magnesium und Calcium

Da die Jackfrucht Magnesium und Calcium enthalte und beide Mineralien für die Knochen wichtig sind, heisst es, die Frucht würde die Knochen stärken.

Eisen

Auch Eisen ist in der Jackfrucht drin, also liest man im Review, die Frucht sei bei Blutarmut ideal.

Vitamin C

Der Vitamin-C-Gehalt veranlasste die Forscher zu schreiben, die Jackfrucht wirke gegen vorzeitige Hautalterung und insgesamt antioxidativ. Dabei ist der Vitamin-C-Gehalt der Jackfrucht nicht einmal so sehr hoch, sondern liegt gerade mal bei 7 bis 14 mg pro 100 g. Andere Früchte, wie Orangen, Kiwi und Erdbeeren enthalten um die 50 mg Vitamin C.

Ballaststoffe

Der Ballaststoffgehalt wird zum Anlass genommen, die Jackfrucht als gut für die Verdauung zu bezeichnen, obwohl in anderen Früchten mindestens genauso viele Ballaststoffe enthalten sind, wenn nicht gar mehr. Ein reifer Apfel liefert beispielsweise die doppelte, eine reife Birne die dreifache Ballaststoffmenge.

Kupfer

Und weil in der Jackfrucht viel Kupfer enthalten ist, sagt man, sie fördere die Schilddrüsengesundheit, denn Kupfer wird – genau wie Jod und Selen – zur Produktion von Schilddrüsenhormonen benötigt. Als Kupferquelle ist die Jackfrucht tatsächlich interessant. Sie enthält in etwa 1400 µg Kupfer (falls es kein Messfehler ist) und damit bedeutend mehr als andere Früchte, die meist zwischen 50 und 200 µg Kupfer liefern.

Antiviraler Pflanzenstoff Jacalin

In der Jackfrucht ist ferner ein Lektin namens Jacalin zu finden, das antivirale Eigenschaften mit sich bringen soll. In In-vitro-Studien zeigte sich das Lektin als wirksam gegen HI-Viren und gegen Herpesviren (Gürtelrose). Ob das alleinige Verspeisen der Jackfrucht aber bereits ähnliche Effekte hat, bleibt zu bezweifeln, da in den entsprechenden Studien meist hochdosierte Einzelstoffe verwendet werde, in der Frucht aber sehr viel geringere Dosen enthalten sind.

Carotinoide

Auch Carotinoide sind in der Jackfrucht enthalten und da diese laut Studien die Herzgesundheit fördern, für die Augen wichtig sind und auch manchen Krebsformen vorbeugen können, wird die Jackfrucht bei all diesen Indikationen empfohlen.

Ist die Jackfrucht wirklich ein Krebskiller?

„Science Proves Jackfruit is a Powerful Cancer Killer” oder so ähnlich lauten die einschlägigen Artikel über die Jackfrucht und ihre angeblichen Wunderwirkungen, was so viel bedeutet wie: Die Wissenschaft beweist, dass die Jackfrucht ein mächtiger Krebskiller ist. In manchen Veröffentlichungen ist sogar von „the most powerful cancer killer jackfruit“ die Rede, also vom überhaupt mächtigsten Krebskiller namens Jackfrucht.

Doch einen wirklichen Beweis findet man eigentlich nicht. Studien, die eine krebsfeindliche Wirkung explizit der Jackfrucht zeigen, gibt es nicht. Man nennt eher Studien, die sich der krebshemmenden Wirkung von Pflanzenstoffen widmen, die unter anderem AUCH in der Jackfrucht enthalten sind, aber in anderen Lebensmitteln natürlich ebenfalls, wie beispielsweise Saponine, Lignane, Isoflavone und Vitalstoffe.

Besonders gern werden Studien aus dem Jahr 1995 genannt, die besagen, dass Saponine der Entwicklung von Darmkrebszellen vorbeugen und somit vor Darmkrebs schützen. In den Studien geht es jedoch insbesondere um Saponine aus der Sojabohne und aus dem Gipskraut (einer typischen Steingartenpflanze).

Eine ähnliche Studie liegt aus dem Jahr 2010 vor. Darin beobachteten chinesische Forscher, dass Saponine (wiederum aus Soja) das Wachstum und die Vermehrung menschlicher Darmkrebszellen hemmen können.

Da nun auch die Jackfrucht Saponine enthalten soll, geht man automatisch davon aus, dass sie ebenfalls entsprechend wirkt. Allerdings wird nirgendwo angegeben, wie hoch der Saponingehalt der Jackfrucht ist. Ja, an mancher Stelle wird beschrieben, dass insbesondere die Blätter und der Stamm des Jackfruchtbaumes saponinreich sein sollen. Von der Frucht ist noch nicht einmal die Rede. Die Blätter werden jedoch zwar als Ziegenfutter verwendet, kaum aber von Menschen verzehrt.

Kann die Jackfrucht bei Diabetes gegessen werden?

Wie in jeder Frucht, findet man in der Jackfrucht auch Flavonoide, Pflanzenstoffe, die den Glucosestoffwechsel und das Fettprofil regulieren können und somit bei Diabetes Typ 2 als hilfreich gelten. Da die Jackfrucht ausserdem eine niedrige glykämische Last aufweist, also selbst trotz hohem Stärkegehalt den Blutzuckerspiegel nur geringfügig beeinflusst, ist sie eine Frucht, die nicht nur problemlos bei Diabetes verzehrt werden kann, sondern auch bei der Rückbildung des Typ-2-Diabetes helfen kann.

Ist die Jackfrucht für Allergiker geeignet?

Die Jackfrucht kann allergische Reaktionen auslösen, vor allem Kreuzallergien bei Birkenpollenallergikern.

Jackfrucht: Ein gesundes Grundnahrungsmittel

Natürlich kann die Jackfrucht in die Ernährung bei Krebs oder zur Krebsprävention eingesetzt werden. Sie ist dabei jedoch nicht wirksamer als andere Früchte und daher sicher nicht der mächtigste Krebskiller auf Erden, wie manche Schlagzeilen glauben machen.

Insgesamt ist die Jackfrucht eine vitalstoffreiche und gleichzeitig kalorienarme Frucht. Da sie infolge ihres Stärkereichtums so gut sättigt und auch so vielseitig verwendet werden kann, ist sie in einigen Ländern der Tropen ein Grundnahrungsmittel. Selbst die Kerne können verspeist werden, entweder geröstet als Snack oder gemahlen als Mehl.

Inzwischen wird die Jackfrucht sogar als Lösung des Hungerproblems in manchen Regionen dieser Erde empfohlen. Denn der Baum ist widerstandsfähig, windfest, trockenresistent und nachhaltig, da er nicht jedes Jahr – wie etwa Getreide oder Soja – erneut gepflanzt werden muss.

Wie kann die Jackfrucht verwendet werden?

Die Jackfrucht kann sehr vielseitig genutzt werden:

Chips und Likör

Die reife Frucht wird meist wie bei Obst üblich frisch als Süssspeise gegessen. Sie ist jedoch auch getrocknet in Form von „Jackfruit-Chips“ erhältlich. Natürlich wird die Jackfrucht auch zu Alkohol – einem besonderen Likör – verarbeitet.

Essbare Kerne

Selbst die Kerne der Jackfrucht, die etwa so gross wie Paranüsse sind, können verwendet werden. Man mahlt sie – vor allem in Indien – zu Mehl und nutzt sie zum Backen von Papadams (dünne frittierte Fladen, ursprünglich aus Linsenmehl) und Chapati (indisches Fladenbrot, meist aus Weizenmehl). Geröstet dienen sie als Knabberzeug und gekocht gibt man sie zu Currys.

Unreife Jackfrucht statt Reis

Unreife Früchte riechen und schmecken nach gar nichts oder fast gar nichts. Sie schmecken also auch nicht etwa besonders herb oder sauer, wie es bei den meisten anderen Früchten der Fall ist. Diese Eigenschaft führte dazu, dass man sie in dieser unreifen Form zu allen möglichen Gerichten verarbeiten kann.

Man schält die Frucht einfach, entfernt die Kerne und kocht daraus ein Gemüse oder legt das Fruchtfleisch zu indischem Pickle ein, welches ein wichtiger Bestandteil der indischen Küche darstellt.

Aufgrund ihres hohen Stärkegehalts wird die unreife Jackfrucht genauso gerne als Beilage statt dem in Asien üblichen Reis serviert.

Jackfrucht als Fleischersatz

Da die unreife Jackfrucht nach dem Kochen und Marinieren eine fleischähnliche Konsistenz bekommt, ist sie mittlerweile selbst in Europa und schon länger in den USA fertig abgepackt als Fleischersatz im Handel, etwa in Form von „Shredds“ für Geschnetzeltes oder in Form von Würfeln für gulaschähnliche Gerichte. Zwar ist das Fruchtfleisch vorgekocht und küchenfertig, muss jedoch meist noch nach Wunsch gewürzt werden.

Wie kann die Jackfrucht als Fleischersatz verwendet werden?

Damit die übrigen Früchte zu einer besseren Reife gelangen, wird stets ein Teil der Jackfrüchte unreif geerntet (man spricht vom sog. „Ausgeizen“). In ihrer Heimat werden unreife Jackfrüchte meist wie Gemüse zubereitet oder auch – aufgrund ihres hohen Stärkegehalts – als Reisersatz serviert. Die Verwendung unreifer Jackfrüchte ist also völlig normal.

Ein bekanntes traditionelles Gericht mit der unreifen Jackfrucht ist Gudeg aus Zentral-Java. Die Jackfrucht wird dazu mehrere Stunden in Kokosmilch gekocht und mit Schalotten und Knoblauch verfeinert sowie mit Ingwer, Koriander, Limette und Palmzucker gewürzt. Gudeg wird als Beilage zu Fleischgerichten, aber auch zu Tofu oder Tempeh serviert.

Da ihre zartfaserige Konsistenz nach dem Kochen ausserdem an Hühnchenfleisch erinnert (optisch eher an Rinderragout), wird die Jackfrucht – entsprechend portioniert, vorgekocht und vakuumiert – seit einiger Zeit als Fleischersatz angeboten.

Das Fruchtfleisch zerfällt beim Kochen oder Braten sehr schnell. Will man daher die Würfelform (z. B. für ein „Ragout“) erhalten, dann darf man die kleinen Würfelchen nur kurz anbraten. Man würzt kräftig, nimmt die Würfel aus der Pfanne und stellt sie beiseite. Wenn die Sauce fertig ist (z. B. eine Pilzrahmsauce), gibt man die Jackfruchtwürfel in die Sauce und erwärmt sie dort nur noch kurz.

Wo gibt es Rezepte mit der Jackfrucht?

Bereitet man jedoch z. B. ein Chili sin Carne zu, dann darf das Ragout etwas zerfallen und man muss nicht so sorgfältig auf die Koch- oder Bratzeit achten.

Mit dem Jackfrucht-Fruchtfleisch kann man auch sehr gut Frikadellen herstellen. Des Weiteren eignet es sich sehr gut für kräftig gewürzte Currys, als Füllung für Fajitas (mexikanische Tortillas) oder für gefüllte Gemüse (Kürbis, Paprika, Tomaten, Zucchini etc.). Natürlich lassen sich mit der Jackfrucht auch ganz hervorragend pikante Eintöpfe zaubern, wie etwa unser würziger Jackfrucht-Eintopf mit Karotten und Kartoffeln. Sehen Sie auch den Film dazu (klick). Guten Appetit!

Hier haben wir einige leckere Jackfrucht-Rezepte für Sie zusammengestellt:

Jackfrucht-Rezept Nr. 1 – Jackfrucht-Tacos

Für diese Tacos haben wir eine Füllung aus Jackfrucht, Tomaten und Avocado gewählt und sehr pikant abgeschmeckt – mega-lecker!

Zum Rezept

Jackfrucht-Rezept Nr. 2 – Würziger Jackfrucht-Eintopf

Dieser pikante Eintopf wird aus verschiedenen Gemüsen sowie der leckeren Jackfrucht zubereitet. Die unreife Jackfrucht eignet sich durch ihre Konsistenz ideal als Fleischersatz und lässt sich, ähnlich wie Tofu, in nahezu jede geschmackliche Umgebung einfügen.

Zum Rezept

Jackfrucht-Rezept Nr. 3 – Gefüllte Zucchini mit Jackfruit und Camargue Reis

Die Zucchini werden mit einer perfekt gewürzten Jackfruit gefüllt, dann im Ofen gebacken und zusammen mit einer köstlichen Tomatensauce serviert.

Zum Rezept

Jackfrucht-Rezept Nr. 4 – Türkische Pizza "Lahmacun"

Dieses Lahmacun – auch als türkische Pizza bekannt – schmeckt einfach fantastisch! Es ist pikant-würzig und durch die Jackfrucht und die frische Minze erhält es zudem eine angenehme Frische. Und super-knusprig ist die Pizza selbstverständlich auch.

Zum Rezept

Jackfrucht-Rezept Nr. 5 – Chili sin carne

Als Hauptzutat für dieses herzhafte, scharfe Chili haben wir Jackfrucht-Geschnetzeltes verwendet. Das ist ein köstlicher Fleischersatz, der sich hervorragend für die Zubereitung von Chili eignet.

Zum Rezept

Wo kann man die unreife Jackfrucht kaufen?

Will man die Jackfrucht als Fleischersatz verwenden, dann sollte man beim Einkauf darauf achten, auch wirklich unreifes Fruchtfleisch zu kaufen. Denn in Asialäden gibt es in Dosen meist das reife Fruchtfleisch, das dann auch entsprechend süss schmeckt und sich natürlich nicht als Fleischersatz eignet.

Im Biohandel findet man jedoch inzwischen vakuumiertes Fruchtfleisch unreifer Jackfrüchte (z. B. von Govinda) – entweder als „Geschnetzeltes“ oder in Würfeln (z. B. für Gulasch). Es ist bereits vorgekocht und wird bei Bedarf nur noch gemeinsam mit Öl und der beiliegenden Gewürzmischung mariniert und dann gebraten. Serviert man das Fruchtfleisch in einer Sauce, muss es zuvor nicht mariniert werden.

Wo kann man die reife Jackfrucht kaufen?

Die reife Jackfrucht ist im Supermarkt noch nicht erhältlich. Man bekommt sie aber problemlos bei Online-Händlern (z. B. Orkos), die sich auf den Versand von Tropenfrüchen spezialisiert haben. Da der Kilopreis jedoch bei etwa 10 Euro liegt und selbst die kleinsten Früchte schon 5 Kilogramm wiegen, ist die Jackfrucht nicht ganz preiswert. Allerdings werden kleine Mengen Fruchtfleisch auch abgepackt in Schälchen angeboten, so dass man keine ganze Frucht kaufen muss.

Hat man sich eine ganze Frucht gegönnt, sollte man beim Aufschneiden besser Handschuhe tragen, da die Schale eine klebrige Flüssigkeit absondert, die sich nur schwer von den Händen entfernen lässt. Geübte machen dies natürlich ohne Handschuhe.

Unreife Früchte reifen wie etwa Bananen nach der Ernte nach, wenn man sie noch ein paar Tage oder Wochen liegen lässt.

Sind Bio-Jackfrüchte besser?

Der Anbau der Jackfrucht erfolgt in der Regel in Monokulturen. Selten wird sie auch in Mischkultur z. B. zwischen Kaffeebüschen auf Kaffeeplantagen angebaut.

Zwar ist die Jackfrucht nicht allzu anfällig für Pilzbefall oder Viruserkrankungen, aber es gibt ein paar Schädlinge, die die Ernte bedrohen könnten, weswegen sie im konventionellen Anbau mit Insektiziden behandelt wird. Bio-Jackfrüchte sind beim Einkauf daher die bessere Wahl.

Wie ist die Öko-Bilanz der Jackfrucht?

Der Jackfruchtbaum muss in der Regel nicht bewässert werden. Lediglich die Jungpflanzen sind anfällig für Austrocknung und sollten bei Bedarf (wenn lange Trockenzeiten herrschen) bewässert werden. Dies kann in den ersten 3 Lebensjahren der Pflanze der Fall sein, da in diesem Zeitraum das Wurzelsystem noch nicht voll entwickelt ist. Später muss der Baum im Allgemeinen nicht mehr bewässert werden. Zum Vergleich: Avocados oder Bananen benötigen pro Kilogramm Früchte stets 1000 bis 2000 Liter Wasser.

Da die Jackfrucht jedoch aus den Tropen stammt ist ihre Ökobilanz schon allein aufgrund des langen Transportweges nicht ideal. Aus ökologischer Sicht eignen sich daher als regelmässiger Fleischersatz Soja- oder Lupinenprodukte aus einheimischen Rohstoffen deutlich besser. Zur Abwechslung jedoch kann man sicher immer einmal wieder auf die Jackfrucht zurückgreifen – zumal bei Ihrer Zucht bislang keine Gentechnik zum Einsatz kam, was bei der Sojabohne bekanntlich stets ein Risiko darstellt.

Auch wenn Fleischersatz-Produkte aus Soja oder anderen Rohstoffen immer wieder kritisiert werden, sind sie – wenn man sie im Bioladen kauft – in jedem Falle gesünder als Fleisch: Gesunder Fleischersatz

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Quellen

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