Gelenke
Die Kalkschulter: Ursachen und Therapie

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 25.05.2018
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Die Kalkschulter: Ursachen und Therapie
© istockphoto.com/KatarzynaBialasiewicz

Bei der Kalkschulter kommt es zu Kalkablagerungen in der Schulter. Die Symptome sind meist eindeutig: Starke Schmerzen. Bevor man sich einer geeigneten Therapie widmet, muss man sich zunächst um die Ursachen kümmern. Denn erst dann lässt sich aus ganzheitlicher Sicht eine wirksame Behandlung finden. Wir stellen die möglichen Ursachen einer Kalkschulter vor, ihre Symptome, die Diagnose und die schulmedizinischen Therapieformen.

Die Ursachen der Kalkschulter und ihre Therapie

Bei einer Kalkschulter kommt es zu Kalkablagerungen in der Schulter, die starke Schmerzen verursachen können. Allerdings liegen derartige Kalkablagerungen bei vielen Menschen vor, statistisch gesehen bei jedem zehnten, doch nur die Hälfte entwickelt hierbei auch Beschwerden.

Meist tauchen die Schmerzen infolge einer Kalkschulter sehr plötzlich auf. Besonders Überkopfarbeiten werden zu einer echten Qual. Gardinen aufhängen oder gar die Decke streichen sind mit einer Kalkschulter somit Dinge der Unmöglichkeit. Die Kalkschulter schmerzt aber auch in Ruhe, so dass man nachts vor Schmerz oft nicht schlafen kann.

Die kalkschulterbedingten Schmerzen können von Patient zu Patient unterschiedlich ausgeprägt sein. Die Bandbreite reicht von „kaum spürbar“ bis „unerträglich“. Dies ist meist vom Grad der Verkalkung abhängig. Die Schmerzen treten zudem häufig schubartig und plötzlich auf und verstärken sich bei Bewegung. 

Ursachen

Wie so oft, so sind auch bei der Kalkschulter die wirklichen Ursachen unbekannt, wenn nicht gerade eine Verletzung voranging (Stürze, Unfälle, Sehnenrisse, aber auch Überbeanspruchung, Sport, Schwerarbeit etc.). Ein Physiotherapeut kann ferner dabei helfen, mögliche Fehlbelastungen zu erkennen und Hinweise geben, wie diese künftig vermieden werden. Eine Fehlbelastung kann für einen Körperteil schon dann vorliegen, wenn ein bewegungsarmer Lebensstil praktiziert wird und der jeweilige Mensch viel sitzt, was dann zu Verspannungen und Verkrampfungen führt.

In der Schulter lässt sich infolgedessen auch eine lokale Sauerstoffunterversorgung des entsprechenden Gewebes beobachten. Dies führt zu einer ebenfalls lokalen Minderdurchblutung, einer Absenkung des pH-Wertes (Übersäuerung) und einem knorpeligen Umbau des betreffenden Bindegewebes mit nachfolgender Kalkeinlagerung.

Da besonders Frauen betroffen sind, nimmt man an, dass hormonelle Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen könnten. Auch sollen häufiger Hashimoto-Patienten an einer Kalkschulter leiden, so dass es auch hier Zusammenhänge geben könnte.

Verlauf

Der Verlauf wird in vier Stadien unterteilt. Interessant hierbei ist, dass der Verlauf nicht immer durchgängig ist, sondern auch dauerhaft in einem Stadium „stecken bleiben“ kann. Oft ist dies im zweiten und dritten Stadium der Fall.

1. Stadium (Zellumwandlung): vermehrte Faserknorpelbildung am Ansatz der Schultersehnen, noch keine Verkalkung, der Patient hat keine oder nur geringe Schmerzen

2. Stadium (Verkalkung): an den Stellen der gebildeten Knorpel lagern sich nun Calciumsalze mit kreideartiger Konsistenz an. In diesem Stadium kann das Krankheitsbild mittels Ultraschall und später auch in Röntgenaufnahmen nachgewiesen werden. Diese Phase ist schmerzhaft und kann Bewegung nahezu unmöglich machen.

3. Stadium (Resorption): Dieses Stadium läutet den körpereigenen Heilprozess ein, doch oft treten im Verlauf hier dann auch die stärksten Schmerzen auf. Die Calciumsalze verflüssigen sich und nehmen eine zahnpastaartige Konsistenz an. Das Immunsystem wird aktiviert, Makrophagen „fressen“ die Kalkdepots und es kommt zu einem Entzündungsgeschehen, das sich leider oft auf den Schleimbeutel ausdehnt. Diese Schleimbeutelentzündung (Bursitis) ist es dann auch, die für die in diesem Stadium oft so starken Schmerzen verantwortlich ist.

4. Stadium (Reparatur): Das Kalkdepot löst sich auf. Die Kalkschulter gehört der Vergangenheit an. Allerdings kann sie wiederkommen, insbesondere dann, wenn die Ursachen nicht behoben wurden.

MSM

Diagnose

Eine Diagnose kann erst im zweiten Stadium gestellt werden, zumal das erste Stadium ohnehin oft unbemerkt bleibt. Man nutzt ab Stadium 2 den Ultraschall oder das Röntgen.

Ein MRT wird nicht eingesetzt, kann aber dazu genutzt werden, um andere Krankheitsbilder auszuschliessen (Sehnenriss, Arthrose, kalkfreie Entzündung) oder um deren zusätzliche Existenz zu identifizieren.

Heilaussichten

Zwar kann die Kalkschulter von allein ausheilen, doch dauert dies oft viele Monate oder sogar einige Jahre. Ist die Kalkschulter bereits in ein chronisches Stadium übergegangen, dann wechseln sich schmerzhafte Phasen mit schmerzfreien ab, doch wird man die Kalkschulter einfach nicht mehr los.

Massnahmen, die den Heilprozess daher anstossen oder beschleunigen sind bei der Kalkschulter somit mehr als willkommen. Schulmedizinische Therapien können in manchen Fällen ausreichen, agieren jedoch – wie üblich – nur symptomatisch (Schmerzmittel, Entzündungshemmer) oder invasiv (bei einer Operation wird der Kalk kurzerhand entfernt). Meist wird etwa drei bis sechs Monate mit Medikamenten, Physiotherapie, Kühlung etc. gearbeitet, bevor man andere Therapien ins Boot holt.

Die naturheilkundliche Vorgehensweise hingegen versucht die Ursachen zu finden und diese zu beheben, was dann den Abbau des in der Schulter festsitzenden Kalkes erleichtert, Schmerzen lindert, Entzündungen hemmt und Komplikationen verhindert.

Schulmedizinische Therapie

Zur üblichen Therapie der Schulmedizin gehören bei einer Kalkschulter meist die folgenden Massnahmen:

  • Kühlung (kalte Umschläge)
  • Entzündungshemmende Schmerzmittel (Ibuprofen, Diclophenac, ASS o. ä.; bei starken Schmerzen auch als Injektion)
  • ggf. auch Cortison
  • ggf. Physiotherapie
  • Hat sich durch die Kalkschulter zudem eine Schleimbeutelentzündung gebildet, wird mit einer Orthothese (Bandage) die Schulter ruhiggestellt, bis die Entzündung abgeklungen ist.

Bildet sich die Kalkschulter mit diesen Massnahmen nicht zurück, kommen die folgenden Eingriffe in Frage:

Stosswellentherapie: Das Kalkdepot wird mithilfe von akustischen Wellen zerkleinert. Die Wellen regen darüber hinaus die Durchblutung an, was den Heilprozess anstossen oder fördern kann. Die Stosswellentherapie wird jedoch mit schmerzstillenden Mitteln durchgeführt, da sie andernfalls schmerzhaft wäre. Es sind mehrere Sitzungen (mindestens 3) notwendig. Da der Erfolg nicht garantiert ist und man die Therapie meist selbst bezahlen muss, hält sich ihre Beliebtheit in Grenzen.

Operation: Sie gilt als letzte Option und ist nur selten erforderlich. In Frage kommt sie erst, wenn die konservativen Therapien keine Wirkung zeigen (über einen Zeitraum von 6 Monaten), der Betroffene also anhaltend und starke Schmerzen hat, der Kalkherd überdies grösser als 1 cm und von harter Konsistenz ist und sich somit selbst nur schwer oder gar nicht auflösen kann. Die OP erfolgt meist minimalinvasiv (per Arthroskopie = Endoskopie am Gelenk), wobei das Kalkdepot entfernt wird.

Nadel-Lavage: Neues und im Vergleich zur OP schonendes Verfahren zur Entfernung des Kalkdepots. Der schmerzhafte Bereich wird zunächst lokal betäubt. Anschliessend wird eine Nadel in den Kalkherd eingeführt und mit Druck Flüssigkeit eingebracht, welche den Kalk auflöst. Über die selbe Nadel kann gleichzeitig der aufgelöste Kalk abgesaugt werden. Der gesamte Vorgang wird über Ultraschall überwacht.

Über weitere aktuelle Therapien informiert Sie Ihr Arzt (z. B. ein Orthopäde eines Schulterzentrums) oder Heilpraktiker. So liegen beispielsweise erfolgreiche Erfahrungsberichte zur Akupunktur vor. Auch ein Osteopath kann sicher zum Heilprozess beitragen und hilfreichen Input zu passenden Übungen geben.

Ganzheitliche Therapie bei der Kalkschulter

Die sog. Matrix-Therapie nach Dr. Randoll ist ein ganzheitliches Therapiekonzept, das nicht nur bei der Kalkschulter eingesetzt werden kann, sondern bei zahlreichen anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates, aber auch des Nervensystems, wie etwa Nackenverspannungen, Rückenbeschwerden, Muskelverkürzungen und -verhärtungen, Fersensporn, Schmerzen an den Knien und der Hüfte, Nervenschmerzen etc.

Das Matrix-Konzept sorgt dort für eine tiefenwirksame Anregung des Bindegewebsstoffwechsels, wo funktionelle Störungen vorliegen und stösst so den Heilprozess an.

Die Basismodule für die Matrix-Therapie nach Dr. Randoll in einem Matrix-Center® sind:

  • Matrix-Rhythmus-Therapie
  • Matrix-Infrarot (lokale und Ganzkörperhyperthermie mit Monitoring)
  • Sauerstofftherapie
  • Ernährung/Orthomolekulartherapie (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Aminosäuren etc.)

Ganzheitliche Selbsthilfemethoden bei der Kalkschulter

Man muss für die Randoll-Therapie einen speziell ausgebildeten Matrix-Therapeuten aufsuchen. Wir vom Zentrum der Gesundheit möchten aber unseren LeserInnen insbesondere ganzheitliche Selbsthilfemethoden vorstellen, die jeder für sich selbst umsetzen kann und die meist nicht nur das vorliegende Problem lindern oder auflösen, sondern ganz enorm zur gesamtgesundheitlichen Situation beitragen.

Die passenden Selbsthilfemassnahmen bei der Kalkschulter finden Sie hier erklärt: Die Kalkschulter naturheilkundlich behandeln. Die dort beschriebenen Massnahmen können meist auch problemlos begleitend zu einer schulmedizinischen Therapie durchgeführt werden.

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