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Natürliche Mittel gegen Krampfadern

Krampfadern (Varizen) sind erweiterte Venen, die entstehen, wenn die Venenklappen nicht mehr so gut funktionieren oder beschädigt sind. Folglich staut sich das Blut in den Venen und fliesst nicht mehr so schnell – wie es sollte – zum Herzen zurück. Krampfadern können überall im Körper entstehen, besonders häufig kommen sie jedoch in den Beinen vor. Übergewicht, Schwangerschaft und tägliches stundenlanges Stehen gelten als Risikofaktoren für Varizen. Wir stellen Ihnen die besten Hausmittel gegen Krampfadern vor.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 05 Januar 2023

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Krampfadern natürlich behandeln

Krampfadern werden auch als Varizen bezeichnet (aus dem Lateinischen varix = Krampfader). Es handelt sich um eine Erkrankung der Venen, die auch als Varikose bezeichnet wird. Krampfadern sind erweiterte, teilweise knotenförmige und bläulich unter der Haut schimmernde Venen. Die Varikose bildet sich meist an oberflächlichen Venen, kann aber im Grunde an jeder Vene des Körpers entstehen.

Eine der häufigsten Gründe für die Entstehung von Varizen ist eine angeborene Bindegewebsschwäche. Aber auch ständiges Sitzen oder Stehen in Kombination mit Bewegungsmangel kann zur Entwicklung der Venenerkrankung beitragen.

Krampfadern stellen nicht nur ein optisches Problem dar, denn sie sind die häufigste Ursache für Venenentzündungen, die wiederum zu Schäden in den Blutgefässwänden führen können. Der durch die Krampfadern verursachte langsamere Blutfluss kann ausserdem zur Entstehung von Blutgerinnseln beitragen, die nun wiederum zu einer Thrombose oder Embolie führen können. Beides sind schwerwiegende Erkrankungen, die sogar lebensbedrohlich werden können.

Es ist daher wichtig, Varizen nicht zu ignorieren, sondern aktiv zu werden, um eine Verschlimmerung zu verhindern. Wir stellen natürliche Mittel vor, die Krampfadern bessern und das Risiko für Folgeerkrankungen reduzieren können.

Die Entstehung von Krampfadern

Das Blut wird Tag für Tag ununterbrochen durch die Blutgefässe gepumpt. Am Anspruchsvollsten ist diese Aufgabe naturgemäss im Bereich jener Körperregionen, die das Blut entgegen der Schwerkraft weiterleiten müssen. Dies gilt ganz besonders für die Beine, die von einem komplexen Transportsystem aus venösen und muskulären Pumpvorrichtungen, wie beispielsweise den Venenklappen, abhängig sind.

Diese Klappen sorgen dafür, dass das Blut nach oben zum Herzen und nicht etwa wieder nach unten zurückfliesst. Ist die Venenwand bzw. das Bindegewebe geschwächt, funktionieren die Klappen nicht mehr ordnungsgemäss. Das Blut staut sich in den Venen, diese weiten sich, treten hervor und bilden eine Krampfader.

Hausmittel gegen Krampfadern

Bevor herkömmliche Therapien, wie z. B. eine Lasertherapie zum Einsatz kommen, können zunächst auch natürliche Mittel gegen Krampfadern ausprobiert werden. Sie sorgen in vielen Fällen dafür, dass Varizen recht preisgünstig sowie auf angenehme Weise besser werden.

1. Mittel gegen Krampfadern: Rosskastanie

Die Rosskastanie ist ein sommergrüner Baum, der ursprünglich aus den Wäldern Südosteuropas stammt. Seine Früchte, die Kastanien, stellen eines der besten natürlichen Mittel gegen Varizen dar. Sie enthalten den sekundären Pflanzenstoff Aescin, ein Saponin mit gefässverengenden, gefässschützenden und entzündungshemmenden Eigenschaften – also genau jenen Eigenschaften, die es braucht, um gegen Varizen vorzugehen.

Eine Übersichtsarbeit (Review) aus dem Jahr 2012 untersuchte dazu 17 Studien, in denen die Wirkung eines oral einzunehmenden Rosskastanien-Extrakts auf Krampfadern getestet wurde. Man stellte fest, dass der Extrakt die Blutzirkulation in den Venen förderte und dadurch Schwellungen und Entzündungen in den Beinen reduzierte. Wie genau das Aescin wirkte, wisse man nicht, liessen die Wissenschaftler verlauten. Doch vermute man, dass es verletzte ("leckende") Kapillaren versiegle, die Elastizität der Gefässwände verbessere und die Ausschüttung von Enzymen verhindere, die zu einer Schädigung der Blutgefässe führen.

Die übliche Dosis beträgt zwei Mal täglich 300 mg Rosskastanienextrakt, der jedoch standardisiert sein sollte auf 50 mg Aescin pro Dosis, so dass täglich 100 mg Aescin eingenommen werden ( 1 ).

*Hier erhalten Sie einen Rosskastanienextrakt mit 300 mg Extrakt pro (veganer) Kapsel und einem 20-prozentigen Gehalt an Aescin, was pro Kapsel 60 mg Aescin entspricht.

Auch die begleitende äusserliche Behandlung mit Rosskastaniengels und –salben kann Erleichterung verschaffen – wie eine Studie nahe legt, die bereits 2004 im Fachmagazin Angiology veröffentlicht wurde. Dort zeigte sich, dass die Rosskastanie auch bei äusserlicher Anwendung die Heilung bei Varizen unterstützen kann ( 2 ).

Rosskastanien sollten zur Krampfadern-Therapie besser nicht eigenmächtig verarbeitet und verspeist werden, da sie ein Glucosid namens Aesculin enthalten, welches für Menschen ab einer gewissen Dosis giftig ist.

2. Mittel gegen Krampfadern: OPC

Klinische Forschungen zeigen überdies immer wieder die antientzündlichen und antioxidativen Fähigkeiten der Traubenkerne, weshalb Extrakte daraus gerne auch bei einer mangelnden Blutzirkulation eingesetzt werden – ein Zustand, der genauso bei Krampfadern vorhanden ist.

Eine Studie, die im Fachmagazin Minerva Cardioangiologica veröffentlicht wurde, zeigte beispielsweise, dass die Proanthocyanidine (OPC) im Traubenkernextrakt ganz signifikant die Symptome einer chronischen Veneninsuffizienz verbessern können. Eine chronische Veneninsuffizienz ist meist die Voraussetzung für Varizen.

Traubenkernextrakt kann in Kapseln, Tabletten oder auch in flüssiger Form eingenommen werden. Achten Sie darauf, dass eine Tagesdosis mindestens 180 bis 200 mg OPC liefert ( 4 ).

Bei OPC bzw. den Proanthocyanidinen handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die sich besonders positiv überall dort auswirken, wo kollagenreiches Bindegewebe repariert, neu aufgebaut oder gefestigt werden muss – und die Gefässwände der Venen bestehen aus ebendiesem kollagenreichen Bindegewebe. Da Vitamin C gemeinsam mit OPC das Kollagen repariert, sollten Sie Produkte bevorzugen, die Vitamin C enthalten oder auf eine Vitamin-C-reiche Ernährung achten.

OPC befindet sich nicht nur in Traubenkernen, sondern auch in der Kiefernrinde, weshalb auch Kiefernrindenextrakt bei Krampfadern und vielen anderen Beschwerden empfehlenswert ist, die einer Verbesserung der Durchblutung sowie einer Bindegewebsreparatur bedürfen.

Eine Studie, die im März 2014 im Fachmagazin Phytotherapy Research zu lesen war, zeigte, dass Pycnogenol, ein patentierter Kiefernrindenextrakt eine chronische Veneninsuffizienz und verwandte Beschwerden therapieren kann. Die beteiligten Forscher schrieben die positiven Resultate der starken antioxidativen, entzündungshemmenden, antithrombotischen, gefässerweiternden und kollagenstabilisierenden Wirkung der Kiefernrinde zu ( 3 ) ( 5 ).

Kiefernrindenextrakt kann bei Krampfadern sowohl eingenommen (drei Mal täglich jeweils 50 bis 100 mg) als auch aufgetragen werden (zwei Mal täglich eine Massage mit Kiefernrindenöl als Massageöl).

Da Kiefernrindenextrakt nicht nur Varizen, sondern auch Hämorrhoiden bessert, den Blutdruck senkt, sämtliche Gefässprobleme wie z. B. einen hohen Cholesterinspiegel reguliert sowie bei Schuppenflechte helfen kann, lohnt sich die Anwendung gleich mehrfach. Details dazu lesen Sie hier: Kiefernrindenextrakt

3. Mittel gegen Krampfadern: Organisches Silicium

Unter 2. haben wir erklärt, dass OPC gemeinsam mit Vitamin C das Kollagen im Bindegewebe der Blutgefässe reparieren kann. Der dritte im Bunde, der für diese Reparatur benötigt wird und der gleichzeitig meist mangelhaft im Körper vorhanden ist, ist das Silicium.

Silicium verleiht dem Bindegewebe seine Elastizität und Festigkeit. Ohne Silicium wird Bindegewebe hingegen brüchig, reisst leicht und es entstehen winzige Verletzungen, was schliesslich zur Entstehung von Krampfadern beiträgt. Auch fliesst bei Siliciummangel das Blut nicht mehr so gut und die Blutzirkulation verschlechtert sich.

Zur Versorgung mit Silicium, das besonders leicht vom Organismus verwendet werden kann, eignet sich das sogenannte organische Silicium am besten. Es wird meist in Flüssigform angeboten. *Von diesem Produkt nimmt man beispielsweise einmal täglich 60 ml oder zweimal täglich je 30 ml.

Zusammenfassung der ersten drei Massnahmen:

Bei Krampfadern können Sie also folgendermassen vorgehen:

  1. Äusserlich wenden Sie Rosskastaniengel oder –salbe sowie ein Kiefernrindenöl an.
  2. Innerlich nehmen Sie:
  3. zwei Mal täglich je 300 mg Rosskastanienextrakt
  4. 180 bis 200 mg OPC auf 2 bis 3 Dosen pro Tag verteilt
  5. ein bis zwei Dosen (à 30 Tropfen) organisches Silicium.
  6. Zusätzlich sollten Sie Ihre Magnesiumversorgung optimieren, da Magnesium die Durchblutung verbessert, Entzündungen hemmt und Krämpfe verhindert, die durch das Vorhandensein von Krampfadern begünstigt werden. Nehmen Sie z. B. täglich insgesamt 300 bis 400 mg Magnesium – idealerweise auf zwei bis drei Portionen verteilt.

4. Verhaltensmassnahmen im Alltag

Im Alltag ist es wichtig, dass Sie bei vorliegenden Krampfadern die folgenden Massnahmen umsetzen, Ihr bisheriges Verhalten oder bisherige Gewohnheiten also unter Umständen verändern:

  1. Vermeiden Sie langes Stehen oder Sitzen, da sonst das Blut in den Venen versackt, wodurch der Druck auf die Venen zunimmt und die Beine leichter anschwellen.
  2. Tragen Sie keine enge Kleidung, da sie den Blutfluss unterbrechen kann.
  3. Legen Sie so oft wie möglich die Beine hoch und erhöhen Sie auch - falls möglich - das Fussende Ihres Bettes (nicht bei Herzbeschwerden!).
  4. Tragen Sie ausschliesslich bequeme Schuhe mit normaler Absatzhöhe.
  5. Meiden Sie heisse Bäder, Sauna und direkte Sonnenbestrahlung.
  6. Kalte Unterschenkelwickel (evtl. mit Mineralerde) verbessern die Gefässspannung der Venen.
  7. Auch kalte Knie- und Schenkelgüsse sind sehr hilfreich, da Kaltreize die Gefässe stärken.

5. Naturheilkundliche Therapien bei Krampfadern

In Kombination mit den oben beschriebenen Mitteln und Massnahmen können auch naturheilkundliche Therapien dazu beitragen, dass sich Varizen sichtbar zurückbilden. Einige dieser Therapieformen stellen wir Ihnen nachstehend vor:

  1. Kompressionstherapie: Bei starker Krampfaderbildung ist das Tragen von Stützstrümpfen oder elastischen Verbänden dringend anzuraten, da die Kompression die Venen stützt und entlastet. Bei leichteren Formen der Venenschwäche sollte auf diese Therapie jedoch zunächst verzichtet werden, da unter der Kompression kein Venentraining stattfinden kann und somit der Anreiz zur Selbstregulation verloren geht.
  2. Badetherapie: Kneippkuren stärken die Gefässwände. Durch den Wechsel von warm und kalt werden die Venen trainiert, denn während sich die venösen Gefässe bei warmem Wasser weiten, müssen sie sich bei kaltem Wasser zusammenziehen. Auf diese Weise werden sie gestrafft. Daher werden Kneippkuren nicht nur zur Prophylaxe empfohlen.
  3. Blutegel-Therapie: Diese Therapieform entlastet die Venen spürbar, denn die Blutegel geben mit ihrem Speichel Substanzen ab, die entstauend wirken. Darüber hinaus beschleunigen sie den Lymphstrom. Dadurch werden dicken Aussackungen in den Venen deutlich reduziert, so dass die Krampfadern kleiner und die Gefässwände wieder stabiler werden können.
  4. Homöopathie: Bei der Homöopathie handelt es sich um eine sehr individuelle naturheilkundliche Behandlungsform, daher sollten Sie die für Sie passenden Globuli nicht eigenständig auswählen, sondern einen erfahrenen Homöopathen um Rat fragen, damit er das für Sie optimale homöopathische Mittel verordnen kann.
  5. Enzymtherapie: Enzyme verbessern die Fliesseigenschafteb des Blutes, wodurch die Durchblutung sämtlicher Gefässe verbessert wird. Enzyme verfügen darüber hinaus über entzündungshemmende Eigenschaften, sind in der Lage, Blutgerinnsel aufzulösen und die Gefässe zu stärken. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen ist es wichtig, die für diesen Zweck am besten geeigneten Enzyme in der richtigen Dosierung während der Enzymtherapie einzunehmen. Daher sollte auch hier am besten ein naturheilkundlicher Therapeut zu Rate gezogen werden.


Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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Quellen
  1. (1) Pittler MH et al., Horse chestnut seed extract for long-term or chronic venous insufficiency, Cochrane, Dezember 2012, (Rosskastanienextrakt bei länger oder chronisch bestehender venöser Insuffizienz)
  2. (2) Belcaro, G., M. R. Cesarone, and M. Dugall. "Microcirculatory efficacy of topical treatment with aescin+ essential phospholipids gel in venous insufficiency and hypertension: new clinical observations." Angiology 55.6 suppl (2004): S1-S5. (Wirksamkeit auf die Mikrozirkulation der äusserlichen Behandlung mit einem Gel aus Aescin und essentiellen Phospholipiden bei venöser Insuffizienz und Bluthochdruck: Neue klinische Beobachtungen)
  3. (3) Gulati, Om P. "Pycnogenol in chronic venous insufficiency and related venous disorders." Phytotherapy Research 28.3 (2014): 348-362. (Pycnogenol bei chronisch venöser Insuffizienz und damit im Zusammenhang stehenden venösen Störungen)
  4. (4) Costantini, A., T. De Bernardi, and A. Gotti. "[Clinical and capillaroscopic evaluation of chronic uncomplicated venous insufficiency with procyanidins extracted from vitis vinifera]." Minerva cardioangiologica 47.1-2 (1998): 39-46. (Klinische und kapillaroskopische Einschätzung von chronischer unkomplizierter Veneninsuffizienz mit Procyanidinen, isoliert aus Traubenkernen)
  5. (5) Schoonees, Anel, et al. "Pycnogenol(extract of French maritime pine bark) for the treatment of chronic disorders." The Cochrane Library (2012). (Pycnogenol (Kiefernrindenextrakt) zur Behandlung chronischer Störungen)