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  • Warze unter dem Fuss
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Warzen: Warum sie entstehen und was dagegen hilft

Warzen sind lästig aber meistens harmlos. Hier erfahren Sie, weshalb Warzen überhaupt entstehen, welche Arten es gibt und wie die kleinen Geschwulste schulmedizinisch und naturheilkundlich behandelt werden.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 09 Dezember 2023

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Was sind Warzen?

Warzen (Verrucae) sind Wucherungen der Haut, kleine Geschwulste, die oft einzeln, manchmal aber auch gehäuft auftreten. Sie können sich überall am Körper bilden, wobei sie an den Händen und Füssen besonders häufig vorkommen. Fast jeder Mensch bekommt im Laufe seines Lebens einmal eine Warze – meistens bereits als Kind.

Die meisten Warzen sind harmlos und verschwinden innerhalb von Monaten bis Jahren von alleine wieder. Sie können aber je nach Körperstelle sehr lästig sein und stören. Ausserdem sind die kleinen Geschwulste ansteckend. Ausgelöst werden sie bis auf wenige Ausnahmen durch Viren – in den meisten Fällen durch sogenannte humane Papillomaviren (abgekürzt HPV) ( 1 ).

In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Warzen wissen sollten: Wie und warum sie entstehen, welche Arten man unterscheidet, weshalb Kinder häufiger betroffen sind als Erwachsene, wie sie schulmedizinisch behandelt werden und was Sie selbst mit Hilfe von Hausmitteln und naturheilkundlichen Massnahmen dagegen tun können.

Warzen in der Volksheilkunde

Warzen werden seit Jahrtausenden mit Hexen in Verbindung gebracht. Sie stehen dabei für Auswüchse der dunklen Macht oder dafür, dass jemand sein wahres Gesicht verbergen möchte.

Auch heute wird gelegentlich geglaubt, dass die Hautgeschwulst für etwas steht, dass aus dem Inneren herausdrängt: Etwa ein unverarbeitetes Erlebnis oder ein Trauma. Auch gibt es teilweise konkrete Hinweise, was eine Warze – abhängig vom Ort, an dem sie auftritt – bedeuten könnte. So soll man gerne am Zeigefinger eine Warze bekommen, wenn man jemandem die Schuld für etwas gegeben hat, im Geiste mit dem Finger auf ihn gezeigt hat.

Warzen „besprechen“

Früher gab es denn auch viele mystisch angehauchte Ansätze, um Warzen zu behandeln – etwa diese bei Vollmond abzuschlecken oder sie zu „besprechen“. Man glaubte, die Geschwulste durch bestimmte Rituale, Zaubersprüche oder durch Beten zum Verschwinden zu bringen.

Doch auch heute werden Warzen noch besprochen: Die behandelnde Person sagt zum Beispiel „Zick zack zeck – die Warze ist weg“ oder irgendeinen anderen Spruch. Man vermutet, dass dies aufgrund des Placebo-Effekts tatsächlich wirken kann – besonders bei Kindern. Die Sprüche lösen bei ihnen positive Gefühle aus, die wiederum das Immunsystem stärken, was die Geschwulste schlussendlich zum Verschwinden bringt.

Die Symptome

In den häufigsten Fällen verursachen Verrucae keine Symptome. Folgende können jedoch hin und wieder auftreten:

  1. Juckreiz
  2. Druck- oder Spannungsgefühle
  3. Schmerzen (z. B. an den Fusssohlen, da beim Gehen Druck auf die kleine Geschwulst ausgeübt wird)
  4. Brennen (bei Warzen im Genitalbereich)

Mögliche Ursachen

Warzen werden bis auf wenige Ausnahmen durch humane Papillomaviren ausgelöst. Es gibt hunderte verschiedener Typen dieser Viren. Bisher wurden mehr als 200 Typen identifiziert, die die kleinen Geschwulste auslösen können ( 1 ).

Die Viren dringen durch feine Risse oder Verletzungen in die Haut ein. Dort regen sie die Zellvermehrung an, wodurch die Haut dicker wird und Hornhaut bildet, bis die Haut schliesslich als typische Warze hervorsteht. Nach dem ersten Kontakt mit dem Virus kann es Monate dauern, bis die kleine Geschwulst sichtbar wird.

Dellwarzen werden hingegen durch das Molluscum-Contagiosum-Virus ausgelöst. Nur Alters- und Stielwarzen werden nicht von Viren ausgelöst. Mehr darüber erfahren Sie im Absatz „Welche Warzen gibt es?“.

Besteht Ansteckungsgefahr?

Alle Warzen, die durch Viren ausgelöst werden, sind ansteckend. Die Viren verbreiten sich einerseits über Hautkontakt. Wenn die Haut feucht oder verletzt ist, vergössert sich das Risiko für eine Ansteckung. Auch über Gegenstände wie Rasierer oder Handtücher können sich die Viren ausbreiten.

Wie kann man Ansteckung und Ausbreitung verhindern?

Damit sich die kleinen Hautgeschwulste nicht ausbreiten, sollten Sie folgende Massnahmen beachten:

  1. Die Geschwülste möglichst wenig anfassen oder danach sofort die Hände waschen.
  2. Betroffene Stellen möglichst trocken halten und beim Schwimmen ein wasserfestes Pflaster daraufkleben.
  3. Gegenstände, die mit der Warze in Kontakt gekommen sind (z. B. Rasierer oder Pinzetten) nicht für andere Körperstellen verwenden oder mit anderen teilen.
  4. Die kleinen Geschwülste beim Eincremen grosszügig aussparen damit sich die Viren nicht mit der Creme auf dem Körper verteilen.
  5. Handtücher und Waschlappen häufig wechseln und nicht mit anderen teilen.
  6. Bei Warzen an den Füssen: Nicht Barfuss gehen – vor allem nicht in Gemeinschaftsduschen, Umkleidekabinen oder im Schwimmbad.

Risikofaktoren

Grundsätzlich kann jeder Warzen bekommen. Ein höheres Risiko haben Personen,

  1. die berufsbedingt häufig feuchte Hände haben (z. B. Reinigungskräfte, Restaurantmitarbeiter usw.)
  2. die häufig Gemeinschaftsduschen verwenden (z. B. im Schwimmbad)
  3. mit einer genetischen Veranlagung zur Warzenbildung
  4. mit einem geschwächten Immunsystem (z. B. durch Vorerkrankungen oder weil die Haut bereits durch Hauterkrankungen geschwächt ist). In diesem Fall kann das Immunsystem die Viren schlechter abwehren. Ein gesundes Immunsystem tötet die Viren ab, bevor sie sich in der Haut festsetzen
  5. die so genannte Immunsuppressiva einnehmen. Das sind Medikamente, die das Immunsystem und dadurch die körpereigenen Abwehrkräfte dämpfen
  6. die eine Organtransplantation hinter sich haben
  7. die häufig ihre Sexualpartner wechseln. Sie haben ein höheres Risiko, für Genitalwarzen (siehe Absatz „Welche Warzen gibt es?“).

Ausserdem: Kinder und Jugendliche haben ein höheres Risiko, da ihr Immunsystem mit dem Umgang mit Viren noch nicht so geübt ist, wie das von Erwachsenen.

Wie erkenne ich, ob es eine Warze ist?

Warzen können ganz unterschiedlich aussehen: Manchmal stehen sie deutlich sichtbar hervor, manchmal sind sie flach und teilweise haben sie kleine schwarze Punkte in der Mitte (wobei es sich um geronnenes Blut in den Blutgefässen handelt). Sie können einzeln oder gehäuft auftreten und eine gräuliche, rote bis braune Farbe aufweisen. Im nächsten Absatz gehen wir genauer auf das Aussehen verschiedener Arten ein.

Welche Arten gibt es?

Die meisten Warzen werden durch HP-Viren verursacht. Es gibt viele verschiedene dieser Virentypen, wobei sie je nach Typ bestimmte Geschwulstarten hervorrufen. Sie werden wie folgt unterschieden:

  1. Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares, auch gemeine W., Haut- oder Stachelwarze genannt): Verrucae vulgares bekommt fast jeder einmal im Laufe seines Lebens. Es handelt sich um die häufigste Art. Ausgelöst wird sie durch HP-Viren des Typs 1, 2, 4 oder 7. Sie können überall am Körper auftreten. Üblicherweise befinden sie sich an den Fingern, Knien oder Ellenbogen. Sie sind meist rundlich, hart und rau. Ihre Farbe reicht von gräulich, bis hin zu gelb und weiss. Ihr Durchmesser beträgt wenige Millimeter bis hin zu einem Zentimeter. Üblicherweise verursachen sie keine Symptome.
  2. Plantarwarzen (Verrucae plantares, auch Dorn- oder Stechwarzen genannt): Sie treten typischerweise an den Fussohlen auf. Wegen dem Druck, der beim Gehen auf ihnen lastet, sind sie meist flach und nach innen gedrückt. Dadurch können sie Schmerzen verursachen. Sie fühlen sich hart an, da die Haut um sie herum verdickt ist. Häufig sind sie braun und haben schwarze Punkte in der Mitte. Dies unterscheidet sie von Hühneraugen – diese haben einen glasigen Kern. Auch Verrucae plantares werden durch HP-Viren des Typs 1, 2, 4 oder 7 ausgelöst. In der Regel treten sie einzeln auf.
  3. Mosaikwarzen: Die Mosaikvarianten sind kleiner als die Plantarvarianten, treten jedoch ebenfalls an den Fusssohlen auf - und zwar in grösserer Zahl auf einmal wodurch es zu sogenannten Warzenbeeten kommt. Sie sind eher weiss und schmerzen nur selten beim Gehen, da sie flacher sind als Plantarwarzen.
  4. Palmarwarzen: Ähneln Plantarwarzen, treten jedoch nicht an den Fusssohlen, sondern an den Handflächen auf. Auch sie können durch den Druck beim Gebrauch der Hände schmerzen.
  5. Periunguale Warzen: Treten rund um die Nägel auf. Sie sehen blumenkohlähnlich aus und entstehen durch Hautinfektionen an den Nägeln, durch die die HP-Viren einfach eindringen können. Bei Personen, die an den Nägeln kauen oder häufig nasse Hände haben, ist das Risiko für diese Varianten höher.
  6. Pinselwarzen (Verrucae filiformes, auch filiforme W. genannt): Sehen nicht wie typische Warzen aus. Sie sind nicht rund, sondern eher lang, faserig und schmal bzw. verzweigt oder stachelartig. Sie treten vor allem im Gesicht auf, etwa an den Augenlidern oder an den Lippen, aber auch am Hals. Meist werden sie dadurch als besonders störend empfunden. Sie verursachen keine Symptome und sind einfach zu behandeln.
  7. Flach- oder Planwarzen (Verrucae planae juvenile): Treten häufig bei Kindern und Jugendlichen gruppenweise im Gesicht auf, vor allem an der Stirn und an den Wangen. Sie können aber auch am Handrücken, an den Unterarmen oder an den Beinen vorkommen. Bei Erwachsenen verbreiten sie sich vor allem im Bereich des Bartes oder an den Beinen, weil sie sich über den Rasierer einfacher ausbreiten. Sie sind eher glatt, hautfarben bis gelbbraun oder rötlich, oft sehr klein und nur leicht erhöht. Meist verursachen Flachwarzen keine Beschwerden, vor allem im Gesicht können sie jedoch störend sein. Sie sind eher schwierig zu behandeln. Ausgelöst werden sie durch HP-Viren des Typs 3.
  8. Feig- oder Genitalwarzen (Condylomata acuminata, auch Kondylome oder venerische W. genannt): Sie gehören zu den Geschlechtskrankheiten, da sie sexuell übertragbar sind. Sie treten am Penis, an der Scheide, am Anus und manchmal auch am Gebärmutterhals, an der Harnröhre oder am Enddarm auf. Sie sind flach, glatt, meist klein und fest und haben unregelmässige Formen. So können sie etwa ein blumenkohlartiges Aussehen entwickeln. Kondylome können jucken, brennen, bluten und schmerzen. Sie werden am häufigsten durch die HPV-Typen 6 und 11 ausgelöst. Es handelt sich dabei nicht um dieselben Typen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen. Jedoch können etwa 40 weitere HPV-Typen Kondylome auslösen, einige darunter auch Gebärmutterhalskrebs.
  9. Dellwarzen (Mollusca contagiosa): Sie werden nicht durch HP-Viren sondern durch das Molluscum-Contagiosum-Virus ausgelöst. Dieses gehört zur Familie der Pockenviren, kann jedoch keine Pockenkrankheit auslösen. Dellwarzen sind rundlich und haben eine glatte, glänzende Oberfläche mit einer charakteristischen Delle in der Mitte. Meist sind Kinder und Jugendliche davon betroffen.

Weiter gibt es Verrucae, die nicht durch Viren ausgelöst werden. Es handelt sich dabei nicht um „echte“ Warzen:

  1. Alterswarzen: Sie betreffen vorwiegend Senioren, treten meist im Gesicht oder an den Händen auf und sind typischerweise rund und bräunlich. Weshalb sie auftreten, ist nicht bekannt. Sie sind jedenfalls nicht ansteckend, sind harmlos und bleiben meist dauerhaft bestehen.
  2. Stielwarzen (auch Fibrome genannt): Sie sind wenige Millimeter grosse Knötchen, die deutlich hervorstehen und unregelmässige Formen haben können. Sie sind harmlos, nicht ansteckend und verursachen keine Symptome. Weshalb sie entstehen ist weitgehend unbekannt.

Der Artikel konzentriert sich im Folgenden auf die virenbedingten Verrucae und ihre Behandlung.

Wann gehen Warzen von alleine weg?

Die meisten Verrucae bilden sich auch ohne Behandlung innerhalb von Monaten bis Jahren zurück. Denn der Körper baut mit der Zeit eine Immunabwehr gegen die Viren auf – vorausgesetzt das Immunsystem ist gesund und leistungsfähig.

Bei einem geschwächten Immunsystem kann es deutlich länger dauern. Ist die Warze einmal abgeheilt, bedeutet das hingegen nicht, dass sich nicht wieder eine neue bilden kann.

Was passiert, wenn man eine Warze nicht behandelt?

Wenn die kleine Geschwulst nicht stört, weil sie keine Schmerzen verursacht und sich nicht an einer störenden Stelle befindet, muss man sie nicht unbedingt behandeln. Kondylome sollten jedoch behandelt werden, weil sie beim Sex auf den Partner oder die Partnerin übertragen werden können – zudem sind die Begleitsymptome meist sehr unangenehm und sie entzünden sich schneller als andere Verrucae.

Die Diagnose

Beim Hausarzt oder Dermatologen werden Warzen zuerst anhand ihres Aussehens bestimmt. Im Zweifelsfall wird eine Gewebeprobe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht (=Biopsie).

Nicht alle Verrucae müssen ärztlich untersucht werden. Wenn sie keine Beschwerden verursachen und nicht stören, kann man auch versuchen, sie selbst zu behandeln (siehe Absatz „Warzen natürlich behandeln“) oder abwarten, bis sie von alleine verschwinden.

Die Behandlung in der Schulmedizin

Die folgenden Behandlungen können das Abheilen von Warzen beschleunigen, sie sind jedoch nicht immer wirksam. Obwohl sie häufig angewandt werden, sind sie zudem nicht gut erforscht. In der Regel dauert die Behandlung dennoch mehrere Wochen bis Monate, weshalb sich schlecht nachweisen lässt, ob die Massnahmen gewirkt haben.

Das Risiko, dass Viren zurückbleiben und sich eine neue Warze bildet, ist ausserdem immer vorhanden. In der Schulmedizin werden folgende Massnahmen angewandt ( 1 ) ( 2 ) ( 3 ) ( 4 ):

1. Säuren

In der Apotheke gibt es verschiedene Präparte zu kaufen, die täglich über mehrere Wochen auf die Warze aufgetragen werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Salicylsäure, Milchsäure, Essigsäure oder Ameisensäure.

Durch die Anwendung wird die Haut aufgeweicht, sodass sie sich schält und mit einem Hornhauthobel vorsichtig entfernt werden kann. Die Säuren sind auch als Pflaster erhältlich. Bei Plantarwarzen nützten Säuren nur wenig, da sie tiefer in der Haut liegen ( 5 ).

Ein Review der renommierten Forschergruppe Cochrane konnte zeigen, dass Salicylsäure eine Wirkung hat, die über den Placeboeffekt hinausgeht. Die Wirkung schätzen die Forscher jedoch lediglich als moderat ein ( 6 ).

2. Lasertherapie

Eine Lasertherapie eignet sich besonders zur Behandlung von gewöhnlichen Warzen. Mithilfe des Lasers, der nur in die obersten Hautschichten eindringt, wird die Warze verbrannt. Dies kann zu Schmerzen und Blutungen führen, weshalb zuvor manchmal eine schmerzlindernde Salbe aufgetragen wird. Meist benötigt man mehrere Sitzungen. Mit der Lasertherapie lassen sich auch Alters- und Stielwarzen zuverlässig entfernen ( 7 ).

3. Vereisung

Bei der Vereisung (auch Kältetherapie oder Kryotherapie genannt) wird die Warze mit extrem kaltem, flüssigem Stickstoff behandelt. Dies kann entweder der Arzt machen oder man kauft sich einen Vereisungsstab in der Apotheke und führt die Anwendung zu Hause durch. Vereisungsstäbe sind jedoch weniger kalt und daher nicht immer ausreichend wirksam.

Beim Vereisen werden die Zellen der obersten Hautschicht zerstört und die kleine Geschwulst fällt nach einigen Tagen bis Wochen ab. Bei grösseren Warzen sind manchmal mehrere Vereisungen im Abstand einiger Wochen nötig.

Bei schmerzempfindlichen Patienten wie etwa Kindern, kann der Arzt die betroffene Stelle zuvor betäuben. Die Vereisung eignet sich nicht für Plantarwarzen, da diese in der Regel tiefer in der Haut liegen ( 5 ).

Ein Review der Forschergruppe Cochrane konnte keinen signifikanten Unterschied zwischen der Kryotherapie und dem Placeboeffekt feststellen. Nur eine klinische Studie habe eine höhere Wirksamkeit als Placebo gezeigt – diese betraf Warzen an den Händen. Die Wirksamkeit der Kryotherapie wird als geringer eingeschätzt als die Anwendung von Salicylsäure ( 6 ).

4. Chirurgische Entfernung

Haben andere Behandlungen keinen Erfolg gebracht, kann der Arzt die Warze chirurgisch entfernen. Die Stelle wird dabei lokal betäubt. Anschliessend wird die Geschwulst mit einem scharfen Löffel ausgeschabt oder mit einer Drahtschlinge, die unter Strom steht, verschmort und abgetrennt. Bei beiden Verfahren entsteht eine offene Wunde, die ärztlich versorgt werden muss. Die chirurgische Entfernung hinterlässt eine Narbe. Zudem kommt die Warze häufig zurück ( 3 ).

Die Behandlung von Feigwarzen (Kondylomen)

Kondylome bedürfen unbedingt einer Behandlung, da sie in den meisten Fällen zu unangenehmen Symptomen wie Jucken und Brennen führen und sich durch das feuchte Klima im Intimbereich schneller entzünden als andere Verruca-Arten. Meist werden sie mit rezeptflichtigen Medikamenten in Form von Salben, Cremes oder Tinkturen behandelt ( 8 ):

  1. Einerseits können sogenannte Zytostatika zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um Wirkstoffe (z. B. Podophyllotoxin) , die die Zellen abtöten. Sie werden in Form von Salben oder Tinkturen auf die Kondylome aufgetragen.
  2. Andererseits kommen auch Immunmodulatoren zum Einsatz. Ein Beispiel dafür ist der Wirkstoffe Imiquimod sowie auch Grüntee-Extrakt. Immunmodulatoren regen das Immunsystem an, selbst gegen die Viren vorzugehen. Auch diese werden als Salbe oder Creme auf die Kondylome aufgetragen.
  3. Auch Säuren wie die Trichloressigsäure werden lokal angewandt. Die Behandlung erfolgt beim Arzt, da es sich um eine starke Säure handelt, die vorsichtig auf die Kondylome aufgetragen werden muss, um die umliegende Haut nicht zu verletzen.

Als unangenehme Nebenwirkung dieser Behandlungsformen kann die Haut jucken, rot werden oder sich entzünden. Die Mittel müssen in der Regel täglich aufgetragen werden – so lange, bis die Kondylome verschwinden. Sind sie nach vier Monaten noch nicht verheilt, kommen andere Behandlungen zum Einsatz.

Wie bei den übrigen Warzen kann auch eine Lasertherapie oder eine Vereisung zum Einsatz kommen. Sind nur wenige Kondylome vorhanden, können diese auch chirurgisch entfernt werden. In der Regel werden diese Massnahmen aufgrund der Schmerzen unter Narkose durchgeführt, genauso wie die Behandlung von Warzen am Enddarm, an der Harnröhre oder am Gebärmutterhals.

Wie kann man Warzen natürlich entfernen?

In der Naturheilkunde gibt es verschiedene Ansätze zur Behandlung der kleinen Geschwülste, die auf pflanzlichen, homöopathischen oder anderen natürlichen Mitteln basieren. Diese können Sie in Kombination miteinander oder auch in Kombination mit schulmedizinischen Behandlungen ausprobieren.

1. Hausmittel gegen Warzen

Hausmittel können durchaus einen Versuch wert sein, bevor man schulmedizinische Massnahmen in Betracht zieht. Ihre Wirkung ist jedoch ebenfalls kaum nachgewiesen, weshalb auch nicht klar ist, wie lange ihre Anwendung dauert.

Bei Kondylomen sollten besser keine Hausmittel zum Einstreichen verwendet werden, da die Intimzone sehr empfindlich reagieren kann – dasselbe gilt für Warzen im Gesicht.

Beliebte Hausmittel sind ( 9 ):

  1. Klebeband: Viele Personen schwören auf diese Methode. Sie ist sehr einfach anzuwenden – vor allem bei Kindern. Hierfür kleben Sie ein Stück Klebeband auf die Geschwulst. Alle paar Tage entfernen Sie das Klebeband, weichen die Warze in Wasser ein und reiben die oberste Schicht dann vorsichtig mit einer Feile ab. Dadurch soll die Geschwulst Schicht für Schicht abgetragen werden. Ein Cochrane-Review konnte die Wirksamkeit dieser Behandlung allerdings nicht bestätigen. Dennoch schreibt sogar die renommierte Harvard Medical School, dass Klebeband ein Versuch wert sei ( 6 ) ( 10 ).
  2. Teebaumöl und Oreganoöl: Den ätherischen Ölen des Teebaums und des Oreganostrauchs werden antivirale Eigenschaften nachgesagt. Zur Behandlung wird täglich ein Tropfen Teebaumöl oder Oreganoöl auf die Warze gegeben. Da beide Öle die Haut reizen können, sollten sie mit der übrigen Haut so wenig Kontakt wie möglich haben. Am besten tragen Sie ätherische Öle mit einem Wattestäbchen auf ( 11).
  3. Rizinusöl: Auch Rizinusöl soll mehrmals täglich aufgetragen helfen.
  4. Knoblauch: Knoblauch hat antibakterielle und antivirale Eigenschaften. Er wird wie folgt angewandt: Schneiden Sie eine frische Knoblauchzehe in Scheiben und reiben Sie die kleine Geschwulst täglich ein- bis zwei Mal damit ein. Alternativ können Sie den Knoblauch pressen, auf die Warze geben und mit einem Pflaster umschliessen, damit der Saft einziehen kann ( 12 ) ( 13 ). Wie der Knoblauch gegen Viren hilft, erfahren Sie in unserem Artikel über Hausmittel mit Anti-Virus-Wirkung.
  5. Apfelessig: Auch Apfelessig hat eine antivirale Wirkung. Bei Warzen wird er zwei Mal täglich mit einem Wattepad aufgetragen. Alternativ können Sie das Wattepad mit einem Stück Klebeband oder einem Pflaster direkt daraufkleben, damit der Essig länger einwirken kann.
  6. Löwenzahn und Schöllkraut: Der milchige Saft von Schöllkraut und von Löwenzahn kann mehrmals täglich direkt auf die Warze aufgetragen werden. Beim Auftragen sollten Sie Handschuhe tragen. Schöllkraut ist wie Löwenzahn eine Pflanze mit gelben Blüten, wobei ihre Blüten eher zierlich sind. Sie ist in ganz Europa verbreitet und wächst vor allem an Wegrändern und Mauern. In der Apotheke gibt es auch fertige Tinkturen mit Schöllkraut zu kaufen. Schöllkraut ist in grösseren Mengen giftig, weshalb Kinder besser mit Löwenzahn behandelt werden (da sie häufiger die Finger in den Mund nehmen).
  7. Thuja: Thuja ist ein Mittel, das traditionell zur Behandlung von Verrucae verwendet wird. Sie können es innerlich in Form von homöopathischen oder Lutschtabletten einnehmen oder äusserlich in Form von Thuja-Tinktur drei Mal täglich auf die Warze auftragen. Unverdünnt eingenommen ist Thuja giftig ( 14 ).
  8. Propolis: Propolis gilt ebenfalls als antivirales Hausmittel bei Warzen. Tragen Sie die harzartige Masse täglich auf und kleben Sie ein Pflaster darüber.
  9. Bananenschale und Orangenschale: Schneiden Sie sich ein Stück Bananenschale zurecht und kleben Sie die Schale mit einem Pflaster auf die Warze. Das Innere der Schale sollte dabei zur Geschwulst zeigen. Dies lassen Sie über Nacht einwirken und wiederholen die Anwendung täglich. Dasselbe können Sie mit einer Orangenschale ausprobieren.
  10. Aloe Vera: Das Gel aus dem Inneren der Blätter einer Aloe Vera wirkt antiviral – etwa gegen Herpesviren ( 15 ). Ob es auch gegen HP-Viren hilft, ist nicht bekannt. Jedoch kann es die Symptome bei juckenden Warzen lindern, indem es die Haut beruhigt.
  11. Kolloidales Silber: Geben Sie mit einem Wattepad etwas homöopathischen Globuli auf die Warze und kleben Sie sie danach mit einem Pflaster ab. Dies wiederholen Sie täglich über mehrere Wochen.
  12. Chlordioxid: Laut Erfahrungsberichten in Foren soll zwei Mal tägliches Auftragen einer 0.3-prozentigen Chlordioxid-Lösung auf die Warzen, sie nach einigen Tagen zum Verschwinden bringen. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es nicht. Weitere Informationen zu Chlordioxid finden Sie in unserem Artikel über MMS.

2. Immunsystem stärken

Ist das Immunsystem geschwächt, haben Viren ein leichteres Spiel, sich in der Haut anzusiedeln und Warzen hervorzurufen. Ein Pfeiler, um Warzen loszuwerden ist daher, das Immunsystem zu stärken.

Unter nachfolgendem Link finden Sie einen ausführlichen Artikel darüber, wie Sie Ihr Immunsystem stärken. Anbei listen wir Ihnen einige Stichpunkte daraus auf:

  1. Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich, bewegen Sie sich viel, verzichten Sie auf Alkohol, rauchen Sie nicht, vermeiden Sie Stress, schlafen Sie genug und trinken Sie viel Wasser.
  2. Mit Hilfe verschiedener Nahrungsergänzungen können Sie Ihr Immunsystem stärken: zum Beispiel mit Sulforaphan, Probiotika, Tragant, Aloe Vera und dem Reishi-Pilz.
  3. Auch einige Hausmittel helfen dabei, das Immunsystem zu stärken: Trinken Sie morgens auf leeren Magen ein Glas Wasser mit Zitronensaft und verwenden Sie heimische Kräuter und Wildpflanzen, da diese reich an Antioxidantien sind.
  4. Stellen Sie sicher, dass Sie keinen Vitamin- oder Mineralstoffmangel haben: Insbesondere Vitamin D, Selen, Zink sowie Vitamin C stärken das Abwehrsystem.

3. Zink gegen Warzen

Ein Review chinesischer Forscher von 2021 kommt zum Schluss, dass Zink bei Warzen helfen könnte: Von 16 Studien zeigten 13 einen Vorteil einer Zink-Einnahme. In den Studien kamen jedoch hohe Dosen von bis zu 600 mg Zink pro Tag über zwei bis drei Monate zum Einsatz. Solche Dosen können zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen führen, was bei manchen Probanden auch der Fall war. 25 bis 50 mg Zink gilt bereits als hohe Tagesdosis ( 16 ).

Indem Sie einen allfälligen Zinkmangel durch eine zinkreiche Ernährung ausgleichen (voriger Link) und bei Bedarf eine normaldosierte Nahrungsergänzung mit Zink zu sich nehmen (10 bis 20 mg pro Tag), können Sie aber bereits einiges tun. Denn die Forscher vermuten, dass Personen mit einem Zinkmangel anfälliger für Warzen sind.

4. Vitamin D gegen Warzen

Momentan versuchen Forscher herauszufinden, ob Vitamin D, das direkt in die Warze gespritzt wird, helfen könnte. Einige Resultate liegen bereits vor: In mehreren klinischen Studien wurden 0.2 bis 0.5 Milliliter einer Vitamin-D3-Lösung (600.000 IE / ml) in die kleine Geschwulst gespritzt. Dies wurde vier Mal alle zwei bis drei Wochen wiederholt. Bei 60 bis 90 Prozent der Probanden war die Behandlung wirksam. Abgesehen von den Schmerzen durch den Stich der Spritze, traten keine Nebenwirkungen auf. Jedoch handelte es sich um kleine Studien mit wenigen Teilnehmern.

Ein Review ägyptischer Forscher von 2022 kommt zudem zum Schluss, dass ein Vitamin-D-Mangel das Risiko für Warzen erhöhen könnte ( 17 ). Wie Sie einen Vitamin-D-Mangel ausgleichen und die für sich passende Dosis finden, erfahren Sie in unserem ausführlichen Artikel über die richtige Einnahme von Vitamin D.

5. Vitamin C gegen Warzen

Vitamin C ist dafür bekannt, das Immunsystem zu stärken. Zudem kann man Vitamin C gegen Viren einsetzen. Ob es gegen HP-Viren hilft, wurde bisher nicht untersucht, so dass auch keine Empfehlungen zur Höhe der Dosis bestehen.

Jedoch zeigen Studien, dass Vitamin C zum Beispiel bei einer Infektion mit dem Corona-Virus helfen kann. Empfohlen wird eine intravenöse Dosis von täglich 50 bis 200 mg Vitamin C pro Kilogramm Körpergewicht. Zur Prävention von Erkältungen und Grippe wird je nach Studie eine orale Dosis von 500 mg bis 8 g pro Tag empfohlen. Hohe Dosen sollten nicht über längere Zeit eingenommen werden, wie Sie im oben verlinkten Artikel nachlesen können.

Auch direkt auf der Warze angewandt, soll Vitamin C womöglich helfen können: Hierfür zerstossen Sie eine Vitamin-C-Tablette und mischen das Pulver mit etwas Wasser zu einer Paste an. Natürlich können Sie auch gleich Vitamin-C-Pulver verwenden.

Die Paste geben Sie auf die Warze, kleben ein Pflaster darüber und lassen dies über Nacht einziehen. Dies wiederholen Sie täglich. Wie hoch das Vitamin C dosiert sein sollte, ist nicht bekannt und es gibt auch keine Studien zu dieser Art der Anwendung.

6. Warzen ausräuchern

In China und im Nahen Osten werden Warzen traditionell mit dem Rauch verbrannter Blätter der Euphrat-Pappel (Populus euphratica), einer Pappelart, behandelt. Die getrockneten Blätter werden angezündet, das Feuer gelöscht und die betroffene Stelle (am einfachsten Hand oder Fuss) für 15 Minuten über den Rauch gehalten.

Der Rauch soll antivirale Eigenschaften besitzen. Eine kleine iranische Studie mit 60 Patienten konnte zeigen, dass diese Behandlung bei Warzen an den Händen und Füssen gleich wirksam ist wie eine Vereisung ( 18 ).

Die Euphrat-Pappel ist in Europa allerdings nicht heimisch. Am ehesten wächst sie im Süden Spaniens. Mit etwas Glück finden Sie die getrockneten Blätter in einem Onlineshop.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.