Zentrum der Gesundheit
  • Probiotika beugen Darmkrebs vor
2 min

Probiotika beugen Darmkrebs vor

US-Forscher stellten fest, dass Darmkrebspatienten eine weniger vielfältige und allgemein ungesündere Darmflora haben als gesunde Testpersonen. Daraus schliessen die Wissenschaftler, dass Probiotika, eine präbiotikareiche Ernährung und damit eine gesunde Darmflora der Entstehung von Darmkrebs vorbeugen könnten. Die Darmflora hat einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit. Wer sie mit Probiotika pflegt, schützt sich vor zahlreichen Erkrankungen und steigert das allgemeine Wohlbefinden.

Aktualisiert: 29 September 2022

Kostenlosen Newsletter abonnieren

Mit Ihrer Anmeldung erlauben Sie die regelmässige Zusendung des Newsletters und akzeptieren die Bestimmungen zum Datenschutz.

Darmflora wichtig für die Gesundheit

Bakterien im Darm, das klingt erst einmal gar nicht gut. Tatsächlich sind die Bakterien in der Darmflora jedoch lebenswichtig für den Menschen. Man entscheidet zwischen "guten" Bakterien, den sogenannten Probiotika, und "schlechten" Bakterien, die Krankheiten auslösen können.

Die Darmflora unterliegt einem ständigen Wandel. Mit unserer Ernährung nehmen wir einen grossen Einfluss auf die Zusammensetzung der Bakterien im Darm. Ist die Darmflora gesund, fühlen wir uns wohl und sind gleichzeitig vor zahlreichen Krankheiten geschützt, denn sie stärkt unser Immunsystem. Sogar einem Herzinfarkt beugt eine gesunde Darmflora vor.

Unter einer gesunden Darmflora versteht man, dass sich dort eine Vielzahl unterschiedlicher gesundheitsfördernder Bakterien tummeln.

Durch ungesunde Ernährung, zum Beispiel mit Süssstoffen, und der Einnahme von Antibiotika schaden wir der Darmflora jedoch. Dann siedeln sich dort die falschen Bakterien an. Das kann fatale Folgen für die Gesundheit haben, wie US-amerikanische Forscher feststellten.

Darmkrebs durch ungesunde Darmflora

Priv. Doz. Jiyoung Ahn und ihr Team von der New York University School of Medicine untersuchten in einer Studie die Darmflora von 47 Darmkrebspatienten und ausserdem – zur Kontrolle – auch die Darmflora von 94 gesunden Erwachsenen.

Mit Hilfe verschiedener Testmethoden konnten sie sichtbar machen, wie viele von welchen Bakterien sich in der Darmflora der Testpersonen befanden.

Dabei stellte sich heraus, dass die Darmkrebspatienten durchweg eine geringere Bakterienvielfalt in ihrer Darmflora aufwiesen als die gesunden Menschen aus der Kontrollgruppe.

Zudem waren die Bakterien aus der Darmflora der Krebspatienten ganz andere. So mangelte es den Krebspatienten an Clostridien, die zur Eiweissverdauung benötigt werden. Dafür hatten sie mehr krankheitserregende Porphyromonas- und Fusobakterien im Darm.

Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass die Zusammensetzung der Darmflora einen entscheidenden Einfluss darauf haben kann, ob jemand an Darmkrebs erkrankt.

Das wiederum bedeutet, dass wir Darmkrebs mit einer gesunden Ernährung vorbeugen können.

Präbiotika für die Darmflora

Wie bereits erwähnt, verändert sich die Darmflora abhängig davon, was wir mit der Nahrung aufnehmen. Diese Tatsache können wir uns zunutze machen, bedeutet sie doch, dass wir mit der richtigen Ernährung einer lebensbedrohenden Darmkrebserkrankung – und vielen weiteren Krankheiten – aktiv vorbeugen können.

Präbiotika sind Ballaststoffe, die der Körper grösstenteils nicht verdauen kann. Von ihnen ernähren sich die gesunden Darmbakterien.

Ein sehr gutes Präbiotikum ist Inulin. Artischocken, Chicoree und Pastinaken gehören zu den inulinreichen Lebensmitteln. Mehr zu präbiotikareicher Ernährung erfahren Sie hier: Was sind Präbiotika

Antibiotika schaden der Darmflora

Bei einer bakteriellen Infektion verschreiben Ärzte oft Antibiotika. In manchen Fällen ist das unausweichlich. Allerdings töten Antibiotika auch die gesunden Darmbakterien ab und nicht bei jedem Infekt ist ein Antibiotikum wirklich notwendig.

Durch die Antiobiotikabehandlung wird die Darmflora massiv beschädigt, womit auch der natürliche Schutz vor Pilzinfektionen reduziert ist. Folglich kann es jetzt zu einer Pilzinfektion im Darm oder bei Frauen auch zu Vaginalpilzinfekten kommen.

Darmpilzinfektionen können zahlreiche, sehr verschiedene Symptome auslösen. Dazu gehören unter anderem Migräne, Neurodermitis und chronische Erschöpfung.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unseren Artikeln Antibiotika und die Darmflora und Antibiotika erhöhen das Darmkrebsrisiko.

Gesunde Ernährung für den Darm

Auch eine zuckerreiche Ernährung schadet der Darmflora, vor allem in Verbindung mit zu vielen ungesunden Fetten. Diese Kombination sorgt dafür, dass immer mehr gesunde Bakterien aus der Darmflora verschwinden.

Eine basische Ernährung hingegen pflegt die Darmflora und trägt zu einem gesunden Milieu im Verdauungstrakt bei.

Weitere Informationen dazu, wie Sie Ihre Darmflora aufbauen können, erhalten Sie hier: Die Darmflora aufbauen

Nutzen Sie auch unsere Rezepte, die wir unter dem Aspekt Genuss ja, aber gesund entwickelt und online gestellt haben.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

Liebe Leserinnen und Leser,
Hier haben Sie die Möglichkeit, bei unseren Artikeln einen Kommentar zu hinterlassen. Wir freuen uns über Lob, aber auch über konstruktive Kritik. Wenn Sie Kritik anbringen, geben Sie bitte auch die Quelle/Studie an, auf die Sie sich beziehen.
Lieben Dank, Ihre Redaktion vom Zentrum der Gesundheit

Quellen
  • Priv. Doz. Jiyoung Ahn et al., "Human Gut Microbiome and Risk of Colorectal Cancer, Journal of the National Cancer Institute, August 2013, ("Menschliches Darmmikrobiom und Darmkrebsrisiko)