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  • Frau die einen Epilepsie-Anfall hat
26 min

Epilepsie - Naturheilkundliche Therapie

Die konventionelle Therapie von Epilepsien hat oft schwerwiegende Nebenwirkungen, eine Heilung gibt es aus schulmedizinischer Sicht nicht. Naturheilkundliche Ansätze können den Körper auf vielfältige Weise unterstützen und mögliche Ursachen der Epilepsie behandeln.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 08 Juni 2024

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Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist eine Funktionsstörung des Gehirns, die wiederkehrende Anfälle verursacht. Ein Anfall wird durch abnormale, unkontrollierte elektrische Signale von geschädigten Nervenzellen ausgelöst. Bei den Anfällen kann es zu Veränderungen des Bewusstseins, der Muskelkontrolle, der Sinneswahrnehmung, der Emotionen und des Verhaltens kommen.

Wie häufig ist Epilepsie?

Epilepsie zählt zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In Deutschland geht man davon aus, dass etwa 0,5 bis 1 % der Bevölkerung an einer Epilepsie leiden. In Entwicklungsländern ist die Rate etwa 2- bis 3-mal so hoch ( 1 ). Es mangelt allerdings an aussagekräftigen epidemiologischen Studien.

Epilepsie kann in jeder Altersgruppe und bei jeder Ethnizität auftreten. Die Erkrankung beginnt jedoch meistens in jüngeren Jahren. Die Hälfte der Epilepsien tritt schon vor dem 10. Lebensjahr auf und 2/3 beginnen vor dem 20. Lebensjahr (1).

Was passiert im Gehirn bei einem epileptischen Anfall?

Bei einem epileptischen Anfall kommt es im Gehirn zu einer plötzlichen und unkontrollierten Entladung von Nervenzellen. Normalerweise kommunizieren Nervenzellen im Gehirn über geordnete elektrische Signale miteinander. Bei einem Anfall geraten diese Signale jedoch aus dem Gleichgewicht, was zu einer abnormen und übermäßigen elektrischen Aktivität führt.

Aus biochemischer Sicht geht man davon aus, dass es zu veränderten Membraneigenschaften von Nervenzellen kommt oder dass eine Störung der Erregungsübertragung durch ein Ungleichgewicht zwischen erregenden und hemmenden Neurotransmittern vorliegt. Zu den erregend wirkenden Neurotransmittern zählen z. B. Glutamat und Aspartat und zu den hemmenden v. a. GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ( 2 ).

Die entstehende unkontrollierte elektrische Entladung kann verschiedene Teile des Gehirns betreffen, was die Art des Anfalls bestimmt. Wenn die Entladung nur in einem begrenzten Bereich des Gehirns stattfindet, spricht man von einem fokalen Anfall. Betrifft die Entladung jedoch das gesamte Gehirn, handelt es sich um einen generalisierten Anfall.

Formen der Epilepsie und Symptome

Epileptische Anfälle können in fokale und generalisierte Anfälle untergliedert werden. Diese gehen mit unterschiedlichen Symptomen einher.

Fokale Anfälle

Bei dieser Form beschränkt sich die abnorme elektrische Aktivität auf einen bestimmten Bereich des Gehirns. Die Symptome hängen davon ab, welche Hirnregion betroffen ist. Es gibt zwei Arten von fokalen Anfällen ( 3 ):

Fokale Anfälle ohne Bewusstseinsverlust

Diese Anfälle betreffen nur einen kleinen Teil des Gehirns und verursachen Symptome wie unwillkürliches Zucken, veränderte Sinneswahrnehmungen (z. B. ungewöhnliche Geruchs- oder Geschmackswahrnehmung) und veränderte Emotionen (z. B. ein plötzliches Gefühl der Angst oder Freude), ohne dass das Bewusstsein beeinträchtigt wird.

Fokale Anfälle mit Bewusstseinsstörung

Bei diesen Anfällen ist eine größere Hirnregion betroffen. Die Anfälle gehen mit einer Veränderung oder einem Verlust des Bewusstseins einher. Diese Art von Anfall kann wie ein Traum erscheinen. Während eines fokalen Anfalls mit Bewusstseinsstörung starren die Betroffenen möglicherweise ins Leere und reagieren nicht in der für sie typischen Weise auf ihre Umgebung. Sie können auch sich wiederholende Bewegungen ausführen, z. B. die Hände reiben, kauen, schlucken oder im Kreis gehen. Die betroffene Person kann sich im Anschluss ggf. nicht mehr an den Anfall erinnern.

Generalisierte Anfälle

Diese Form betrifft das gesamte Gehirn von Beginn an und führt zu einem Bewusstseinsverlust. Die häufigsten Arten generalisierter Anfälle sind (3):

Absencen (früher: Petit Mal)

Kurze Bewusstseinsaussetzer, die oft nur wenige Sekunden dauern. Die betroffene Person starrt ins Leere und reagiert nicht auf äußere Reize. Von Absencen sind Kinder besonders oft betroffen.

Tonisch-klonische Anfälle (früher: Grand Mal)

Tonisch-klonische Anfälle sind die dramatischste Form epileptischer Anfälle. Sie können zu einem plötzlichen Bewusstseinsverlust sowie zu Körpersteifigkeit, Zuckungen und Schütteln führen. Manchmal kommt es dabei auch zu einem Verlust der Blasenkontrolle oder zum Beißen auf die Zunge. Sie dauern in der Regel mehrere Minuten und enden oft mit einem tiefen Schlaf oder einer Verwirrtheitsphase.

Tonische Anfälle

Tonische Anfälle verursachen steife Muskeln und können das Bewusstsein beeinträchtigen. Diese Anfälle betreffen normalerweise die Muskeln im Rücken, in den Armen und Beinen und können dazu führen, dass die betreffende Person zu Boden fällt.

Atonische Anfälle

Atonische Anfälle, auch als Sturzanfälle bekannt, führen zu einem Verlust der Muskelkontrolle. Da dies am häufigsten die Beine betrifft, kommt es oft zu plötzlichen Stürzen zu Boden.

Klonische Anfälle

Klonische Anfälle sind mit wiederholten oder rhythmischen Muskelzuckungen verbunden. Diese Anfälle betreffen normalerweise den Nacken, das Gesicht und die Arme.

Myoklonische Anfälle

Myoklonische Anfälle äußern sich normalerweise als plötzliche, kurze Zuckungen oder Rucke und betreffen meist den oberen Körper, die Arme und Beine.

Epilepsie kann sehr unterschiedliche Symptome haben, die von der Art der Anfälle und der betroffenen Hirnregion abhängen. Bei einigen Menschen treten nur eine Art von Anfällen auf, während andere mehrere Arten erleiden können.

Wodurch können Anfälle ausgelöst werden?

Verschiedene Umgebungsfaktoren oder Lebensumstände können bei Personen mit Epilepsie das Auftreten von Anfällen begünstigen. Viele Betroffene können solche individuellen Trigger identifizieren und versuchen diese im Alltag gezielt zu vermeiden.

Einige der genannten Trigger spielen auch bei der Entstehung der Epilepsie aus ganzheitlicher Sicht eine Rolle. Darauf gehen wir im entsprechenden Abschnitt näher ein.

Mögliche Trigger für Anfälle sind z. B. ( 4 , 3):

  1. Stress
  2. Schlafmangel, Schlafstörungen
  3. blitzende Lichter
  4. Alkohol, Drogenkonsum
  5. Auslassen von Antiepileptika oder Einnahme von zu hohen Dosen
  6. hormonelle Veränderungen während des Menstruationszyklus
  7. Dehydratation
  8. ausgelassene Mahlzeiten (Hypoglykämie, Unterzuckerung)
  9. ungesunde Ernährung, bestimmte Lebensmittel (z. B. Kaffee)
  10. Krankheit, hohes Fieber

Wie wird Epilepsie diagnostiziert?

Die Diagnose von Epilepsie umfasst mehrere Schritte und beginnt normalerweise mit einer gründlichen Befragung und körperlichen Untersuchung durch einen Neurologen. Dabei wird die Krankengeschichte des Patienten genau erfasst, einschließlich einer genauen Beschreibung des Ablaufs, der Häufigkeit, der Dauer und der Auslöser der Anfälle.

Um die Diagnose zu bestätigen und andere mögliche Ursachen auszuschließen, werden verschiedene diagnostische Tests durchgeführt. Dazu gehören z. B.:

Elektroenzephalogramm (EEG)

Dies ist der wichtigste Test zur Diagnose von Epilepsie. Das EEG misst die elektrische Aktivität im Gehirn über Elektroden, die auf der Kopfhaut platziert werden. Abnormale Muster, wie sie bei epileptischen Anfällen auftreten, können oft im EEG erkannt werden, selbst wenn der Patient während des Tests keinen Anfall hat.

Bildgebende Verfahren

Methoden wie die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Computertomographie (CT) können verwendet werden, um strukturelle Veränderungen oder Abnormalitäten im Gehirn zu erkennen, die Anfälle verursachen könnten, wie z. B. Tumoren, Narbengewebe oder Entwicklungsstörungen.

Bluttests

Diese können helfen, andere Erkrankungen auszuschließen, die Anfallsleiden imitieren könnten, wie z. B. Infektionen oder Stoffwechselstörungen.

Was sind die „klassischen“ Ursachen von Epilepsie?

Epilepsie kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden. Oft bleibt die genaue Ursache jedoch unbekannt.

Die „klassischen“, allgemein in der Schulmedizin anerkannten Ursachen der Epilepsie beziehen sich vor allem auf das Gehirn selbst. Zu ihnen gehören:

Gehirnverletzungen

Traumatische Hirnverletzungen durch Unfälle, Stürze oder Schläge auf den Kopf können Epilepsie auslösen. Verletzungen können Narbengewebe im Gehirn hinterlassen, das zu abnormalen elektrischen Aktivitäten neigt.

Schlaganfälle

Ein Schlaganfall, der die Blutversorgung des Gehirns unterbricht und zu Gehirnschäden führt, ist eine häufige Ursache für Epilepsie bei älteren Erwachsenen.

Infektionen des Gehirns

Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) oder der Hirnhäute (Meningitis) können zu Epilepsie führen.

Geburtskomplikationen und Fehlbildungen

Sauerstoffmangel während der Geburt oder angeborene Fehlbildungen des Gehirns können das Risiko für die Entwicklung von Epilepsie erhöhen.

Tumoren

Gutartige oder bösartige Tumoren im Gehirn können die normale Funktion der Gehirnzellen stören und Anfälle auslösen.

Entwicklungsstörungen

Menschen mit bestimmten Entwicklungsstörungen, wie Autismus, haben ein höheres Risiko, Epilepsie zu entwickeln.

Stoffwechselstörungen

Seltene, genetisch bedingte Stoffwechselstörungen, die den normalen Energiehaushalt der Gehirnzellen beeinträchtigen, können ebenfalls zu Epilepsie führen.

Einige Arten der Epilepsie treten familiär gehäuft auf, sodass ein genetischer Einfluss bei diesen Erkrankungen nahe liegt. Forscher haben bereits eine ganze Reihe an Genen identifiziert, die mit der Krankheitsentstehung in Zusammenhang stehen.

Es handelt sich dabei z. B. um Gene, die für die Ausbildung bestimmter Ionenkänale (Kanäle in der Zellmembran, die wichtig für die Erzeugung und den Ablauf von Erregungen in Nervenzellen sind) oder für die Bildung bestimmter Neurotransmitter (Botenstoffe im Gehirn) wichtig sind ( 5 ).

Ursachen der Epilepsie aus ganzheitlicher Sicht

Neben den genannten Ursachen gibt es noch weitere ursächliche Faktoren, die zur Entstehung von Epilepsien und weiteren chronischen Erkrankungen beitragen können ( 6 ). Die wichtigsten dieser Faktoren stellen wir im Folgenden vor. Sie werden dabei feststellen, dass es viele Zusammenhänge gibt und dass verschiedene ursächliche Faktoren zu denselben „zentralen Krankheitsmechanismen“ beitragen können.

Toxine in der Umwelt und Nahrung

Unsere Umwelt und Nahrung sind heutzutage stark mit Schadstoffen belastet. Hierzu zählen z. B. Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, Mikroplastik, Aluminium, Medikamentenrückstände und vieles mehr. Auch Elektrosmog ist hier zu nennen.

Es gibt unzählige Untersuchungen, die belegen, wie diese Substanzen bzw. Einflüsse unsere Gesundheit schädigen können und so auch zur Entstehung der Epilepsie beitragen können (6) ( 10 ). Mögliche Schadeffekte sind z. B.:. Mögliche Schadeffekte sind z. B.:

  1. Schädigung des Darms und Entstehung eines Leaky-Gut-Syndroms (geschädigte, durchlässige Darmwand) und einer Dysbiose (gestörte Darmflora)
  2. Schädigung der Mitochondrien und damit eine Störung der zellulären Energiegewinnung
  3. Überlastung der Leber und Störung der körpereigenen Entgiftung
  4. Schwächung und Störung des Immunsystems mit erhöhtem Risiko für eine Fehlregulation des Immunsystems (z. B. Autoimmunerkrankungen, Allergien)
  5. Hemmung von antioxidativen Enzymen wie der Superoxiddismutase, sodass der oxidative Stress im Körper steigt
  6. Beitrag zur Entstehung einer chronischen Entzündungsreaktion im Körper (Silent Inflammation)
  7. Störung des Hormonsystems
  8. Schädigung der Blut-Hirn-Schranke
  9. krebserregende Wirkung

Diese Liste lässt sich natürlich noch lange fortsetzen. In Bezug auf das Gehirn und die Entstehung von neurologischen Erkrankungen, sind wichtige Beispiele, u. a. die Schadwirkungen des Unkrautvernichters Glyphosat und des toxischen Leichtmetalls Aluminium auf das Gehirn. In Kombination verstärken die beiden Giftstoffe sogar ihre toxischen Wirkungen (siehe folgender Link).

Glyphosat und Aluminium erhöhen das Risiko von Erkrankungen wie Demenz, Autismus und Angststörungen ( 7 ). Untersuchungen zeigen wiederum, dass Personen, die an Demenz (z. B. Alzheimer) leiden ( 8 ) oder von Autismus betroffen sind ( 9 ), ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Epilepsie haben.

Ganzheitlich arbeitende Mediziner sehen die hohe Toxinbelastung in der heutigen Zeit auch bei der Epilepsie als zentralen Faktor bei der Entstehung (6) (10).

Ungesunde Ernährungsweise

Die Ernährung vieler Menschen ist neben der Toxinbelastung der Umwelt eine weitere zentrale Ursache bei der Entstehung von chronischen Erkrankungen.

Folgende Probleme bringt die „westliche“ Ernährung mit sich:

  1. Mangel an Mikronährstoffen und Ballaststoffen
  2. zu viele kurzkettige Kohlenhydrate (Zucker, Weißmehl)
  3. stark verarbeitete Lebensmittel mit schädlichen Zusatzstoffen (z. B. Geschmacksverstärker wie Glutamat, Süßstoffe wie Sucralose, Konservierungsstoffe wie Nitrit)
  4. Gluten
  5. Transfette
  6. zu viele Omega-6-Fettsäuren
  7. zu kalorienreiche Mahlzeiten
  8. große Mengen an Fleisch und anderen tierischen Produkten
  9. große Mengen an Koffein

Diese Faktoren versetzen den Körper in eine proentzündliche Lage, schädigen den Darm, schwächen die Immunabwehr usw. Letztlich können hier die gleichen Folgen abgeleitet werden, wie wir sie im vorigen Abschnitt über Toxine aufgelistet haben.

Diese Lebensmittel sind nicht nur ursächlich an der Krankheitsentstehung beteiligt, sondern sind im Fall der Epilepsie auch dafür bekannt, dass sie bei bereits Erkrankten Anfälle nach ihrem Verzehr auslösen bzw. begünstigen können. So findet man auf zahlreichen Infoseiten von Kliniken eine Auflistung mit den genannten Lebensmitteln.

Chronischer Stress

Chronischer Stress hat vielfältige negative Auswirkungen auf die Gesundheit und ist einer der größten Schadfaktoren in der heutigen Zeit. Mögliche Folgen von chronischem Stress sind z. B.:

  1. Schwächung der Immunabwehr und begünstigtes Auftreten von Infektionen oder der Reaktivierung von persistierenden Infektionserregern (z. B. Herpesviren)
  2. Schädigung des Darms (Leaky-Gut, Dysbiose)
  3. Nebennierenschwäche und chronische Erschöpfung
  4. chronische Entzündungsvorgänge
  5. Schlafstörungen
  6. verschlechterte Entgiftung und Regeneration
  7. vorzeitige Alterung

Chronischer Stress erhöht folglich das Risiko für sämtliche „Zivilisationskrankheiten“. Ganzheitliche Mediziner sehen bei der Entstehung der Epilepsie vielfältige Zusammenhänge, die auch bei den „klassischen“ Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ 2, Arteriosklerose oder Alzheimer eine wichtige Rolle spielen. Epilepsie wird jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch nicht zu diesen Erkrankungen gerechnet, auch wenn es viele Parallelen gibt.

Medizinisch gesichert durch unzählige Patientenbeispiele ist, dass Stress das Auftreten von Anfällen begünstigt. Die Forschung untersucht daher die wechselseitige Beziehung von Stress und Epilepsie ( 23 ).

Schlafmangel

Häufiger Schlafmangel oder Schlaf mit zu wenig Tiefschlafphasen hat erhebliche Schadwirkungen auf das Immunsystem und die Darmflora. Weiterhin kann die körperliche Regeneration und Entgiftung nicht korrekt ablaufen, wodurch der Organismus anfälliger wird für andere Schadfaktoren. Insbesondere für die Gesundheit des Gehirns ist ein ausreichender, erholsamer Schlaf unabdingbar.

Aus ganzheitlicher Sicht ist häufiger Schlafmangel ein wichtiger Faktor für die Entstehung von chronischen Erkrankungen und kann somit auch bei der Epilepsie eine Rolle spielen. Gesichert ist in jedem Fall, dass Schlafmangel bei Epileptikern die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Anfällen erhöht ( 11 ).

Infektionserreger

Verschiedene Infektionserreger, insbesondere virale Erreger wie z. B. Herpesviren, können das Nervensystem angreifen und zur Entstehung von neurologischen Erkrankungen wie einer Epilepsie beitragen (10).

Hämopyrrollaktamurie (HPU)

In Zusammenhang mit einer erhöhten Toxinbelastung des Körpers ist auch die Stoffwechselstörung HPU anzusprechen. Die HPU geht mit einer Störung des Häm-Stoffwechsels einher und kann weitreichende Folgen für die Betroffenen haben. Das Häm-Molekül hat zahlreiche Funktionen im menschlichen Körper. So ist es z. B. Bestandteil des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) und damit essentiell für den Sauerstofftransport im Körper.

Bei HPU-Betroffenen kommt es zu einem Mangel an Häm und wichtigen Mikronährstoffen, insbesondere Mangan, Vitamin B6 und Zink. Die Mängel an den genannten Mikronährstoffen entstehen vor allem deshalb, weil der Körper eine toxische Substanz (HPL, Hämopyrrollaktam), die bei Betroffenen im Stoffwechsel entsteht, entgiften muss und dazu Zink, Mangan und Vitamin B6 benötigt.

Die Symptome und Folgeerkrankungen der HPU sind vielfältig. Ein zentrales Prinzip bei der Krankheitsentstehung ist eine Schädigung der Mitochondrien (dies betrifft auch die Energiegewinnung im Gehirn) und eine starke Beeinträchtigung der körpereigenen Entgiftung. Im oben verlinkten Beitrag können Sie diese Zusammenhänge im Detail nachlesen.

Letztlich haben HPU-Betroffene eine deutlich verminderte „Krankheitsschwelle“. Damit ist gemeint, dass Schadfaktoren wie Umwelttoxine, chronischer Stress, Schlafmangel usw. bei Menschen mit HPU viel schlechter vom Körper kompensiert werden können und diese Personen dadurch ein erhöhtes Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen haben.

Auch das Auftreten von Epilepsie und anderen neurologischen Erkrankungen ist bei HPU begünstigt (6).

Zahnprobleme

Insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen können auch impaktierte Weisheitszähne eine Ursache für Epilepsie sein. Diese Zähne können aufgrund einer schiefen Wachstumsrichtung nicht vollständig in den Mundraum durchbrechen. Der ausgelöste Druck auf sensible, gehirnnahe Bereiche mit vielen Nerven und Blutgefäßen, die dort verlaufen, kann zur Entstehung von Anfällen führen. Entsprechend sollten Epileptiker auch zahnärztlich untersucht werden (6).

Zentrale Mechanismen bei der Krankheitsentstehung

Im vorigen Abschnitt haben wir zahlreiche ursächliche Schadfaktoren angesprochen. Diese Schadfaktoren führen zu verschiedenen zentralen Krankheitsmechanismen, die auch bei der Entstehung der Epilepsie relevant sein können (6, 10).

Mitochondriale Dysfunktion

Eine Funktionsstörung der Mitochondrien im Gehirn führt auch zu einer Funktionsstörung der Nervenzellen bzw. einem Energiemangel im Gehirn und ist ein zentrales Problem bei vielen neurologischen Erkrankungen.

Neben den genannten toxischen Einflüssen und Mikronährstoffmängeln, kann auch ein Halswirbelsäulentrauma zu einer mitochondrialen Dysfunktion führen. Ganzheitlich arbeitende Ärzte berichten auch, dass vor dem Auftreten einer Epilepsie manche Patienten ein solches HWS-Trauma erlitten haben (10).

Leaky-Gut-Syndrom und Dysbiose

Eine gestörte Darmflora und ein durchlässiger Darm führen dazu, dass vermehrt Toxine aus dem Darm in den Körper gelangen und dort u. a. chronische Entzündungsvorgänge auslösen und die Belastung an oxidativem und nitrosativem Stress im Körper erhöhen. Dies ist wiederum eine wichtige Ursache für eine Schädigung der Mitochondrien. Weiterhin werden bei einem Leaky-Gut-Syndrom auch Mikronährstoffe schlechter aufgenommen, was bestehende Mängel weiter verschlimmert.

Alle Informationen zum Leaky-Gut-Syndrom und seiner Heilung finden Sie im obigen Link unter „Leaky-Gut-Syndrom“ im Abschnitt „Toxine in der Umwelt und Nahrung“.

Zwischen dem Darm und dem Gehirn besteht eine enge Verbindung, die man als Darm-Hirn-Achse bezeichnet. Bei einem geschädigten Darm ist das Gehirn auf vielfältige Weise mitbetroffen ( 12 ). Zusammenhänge sind z. B. die nervale Verbindung über den Vagusnerv und verschiedene Botenstoffe, die zwischen den beiden Organen ausgetauscht werden.

Hierzu zählen z. B. kurzkettige Fettsäuren, wie Butyrat und Propionat, die von Darmbakterien gebildet werden und u. a. vor Entzündungen schützen. Insbesondere Propionat hat eine große Relevanz für die Gesundheit des Gehirns und schützt vor neurodegenerativen Erkrankungen. Bei einer gestörten Darmflora mangelt es an diesen wichtigen Metaboliten.

Chronische Entzündung

Ein Zustand der chronischen Entzündung belastet jede Zelle des Körpers und erhöht das Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen.

Insulinresistenz

Bei einer Insulinresistenz sprechen die Zellen schlechter auf Insulin an und können weniger effizient Glucose aus dem Blut aufnehmen. Dadurch kann eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) entstehen. Auch dies ist eine mögliche Ursache bzw. ein Auslöser von Epilepsie ( 13 ).

Eine Insulinresistenz wird u. a. verursacht durch ein Leaky-Gut-Syndrom und bakterielle Toxine (z. B. LPS, Lipopolysaccharid), Übergewicht und Entzündungsbotenstoffe aus dem Fettgewebe, und eine chronische proentzündliche Lage im Körper.

Konventionelle Therapie der Epilepsie

Das zentrale Element der konventionellen Therapie ist die Gabe von Medikamenten, sogenannten Antiepileptika oder Antikonvulsiva, die die Anfallshäufigkeit reduzieren können.

Antiepileptika können verschiedene Nebenwirkungen haben, darunter Müdigkeit, Schwindel, Gewichtszunahme, Knochendichteverlust, Hautausschläge, Koordinationsverlust, Sprachprobleme sowie Gedächtnis- und Denkprobleme (3).

Schwerwiegendere, aber seltene Nebenwirkungen umfassen Depressionen, suizidale Gedanken und Verhaltensweisen, schwere Hautausschläge und Entzündungen bestimmter Organe, wie der Leber (3).

Eine Ursache, warum es zu bestimmten Nebenwirkungen kommt, liegt darin begründet, dass verschiedene Epilepsie-Medikamente die Vitamin-D-Bildung hemmen. Damit zusammenhängen könnten z. B. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Osteoporose und Depressionen (3).

Weiterhin können einige dieser Wirkstoffe auch die Aufnahme und Verstoffwechslung verschiedener Mikronährstoffe beeinträchtigen ( 14 ). In der herkömmlichen Therapie wird leider oft nicht auf die Ergänzung der entsprechenden Mikronährstoffe geachtet.

Bei Patienten, bei denen die medikamentöse Therapie nicht wirkt, können weiterführende Maßnahmen eingesetzt werden. Dazu zählen chirurgische Eingriffe, bei denen bestimmte Hirnareale entfernt werden oder Nervenbahnen gezielt durchtrennt werden. Dies wird nur bei Personen durchgeführt, bei denen das verantwortliche Hirnareal klein und gut lokalisierbar ist und keine Bereiche betrifft, die für Vitalfunktionen, die Sinneswahrnehmung, Bewegung oder Sprache verantwortlich sind.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit elektrische Geräte zu implantieren, die z. B. gezielt den Vagusnerv stimulieren und so die Anfallshäufigkeit reduzieren sollen (3).

Bei den meisten Patienten sind trotz genannter Eingriffe noch Antiepileptika erforderlich, allerdings in geringer Dosierung (3).

Natürliche Ansätze zur Behandlung der Epilepsie

Die Ernährung und Lebensweise, aber auch bestimmte Nahrungsergänzungen, können das Auftreten von Anfällen reduzieren und den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen.

Ernährung bei Epilepsie

Die Ernährung ist ein zentrales Element bei der Behandlung der Epilepsie. Lebensmittel, die antientzündlich wirken und reichlich Vitalstoffe liefern, sowie ballaststoffreiche Lebensmittel, die die Darmgesundheit fördern, sollten die Basis der Ernährung darstellen. Zum Thema Kohlenhydrate finden Sie weitere Informationen im nächsten Abschnitt.

Folgende Lebensmittel sind geeignet:

  1. Obst und Gemüse in Bioqualität
  2. Nüsse, Mandeln, Samen (z. B. Chiasamen, Leinsamen)
  3. gesunde Öle (z. B. Olivenöl, Leinöl)
  4. Fisch bzw. Fischöl
  5. Hülsenfrüchte
  6. glutenfreies Getreide, Pseudogetreide (in Maßen)
  7. Fleisch, z. B. Bio-Rind oder Wild (in Maßen)

Vermieden werden sollten z. B. zuckerreiche oder stark verarbeitete Produkte mit vielen Zusatzstoffen sowie ungesunden Fetten (z. B. Öle wie Sonnenblumenöl mit hohem Omega-6-Gehalt). Weiterhin sollte der Konsum von Kaffee und Alkohol reduziert (oder ganz eingestellt) werden.

Da bei Personen mit Leaky-Gut-Syndrom, wie es oft bei Epileptikern vorkommt, häufig Nahrungsmittelunverträglichkeiten entstehen, sollten entsprechende Lebensmittel zeitweise aus der Ernährung gestrichen werden.

Weiterhin ist es wichtig auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, da Dehydratation Anfälle auslösen kann. Ebenso ist es wichtig auf regelmäßige, gesunde Mahlzeiten zu achten, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

Ketogene Ernährung bei Epilepsie?

Für Epileptiker wird immer wieder die ketogene Ernährung empfohlen, da Studien gezeigt haben, dass diese Art der Ernährung die Anfallshäufigkeit reduzieren kann. Zum Einsatz kommt die ketogene Ernährung vor allem bei Kindern, bei denen die medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirkt ( 15 ).

Die ketogene Ernährungsweise ist sehr fettreich und gleichzeitig arm an Kohlenhydraten. Etwa 90 % der täglichen Kalorien werden in Form von Fetten aufgenommen. Proteine werden im Erhaltungsbedarf zugeführt. Weiterhin wird die Gesamtkalorienaufnahme auf 80 – 90 % der empfohlenen täglichen Energiezufuhr reduziert (15).

Die ketogene Ernährung bewirkt, dass der Körper in den Zustand der Ketose wechselt. Durch den Entzug von Kohlenhydraten beginnen die Zellen Fett anstelle von Glukose als Brennstoff einzusetzen. Einige Zelltypen, darunter die Nervenzellen des Gehirns, rote Blutkörperchen und die Zellen des Nierenmarks, sind nicht in der Lage Fett als Energiequelle heranzuziehen. Diese Zelltypen sind auf eine ständige Zufuhr an Glukose angewiesen.

Um die Energieversorgung dieser Zelltypen während der Ketose sicher zu stellen, finden zwei wichtige Änderungen im Stoffwechsel statt:

  1. Bildung von Ketonkörpern in der Leber
  2. Glukoneogenese in der Leber und Niere

Zu 1) Ketonkörper sind Moleküle, die als alternative Energiequelle dienen, wenn die Glukoseversorgung zu niedrig ist. Dabei werden Fettsäuren aus den Fettdepots in Acetyl-CoA (Acetyl-Coenzym A) umgewandelt, welches dann zu Ketonkörpern metabolisiert wird. Die Ketone werden von der Leber ins Blut freigesetzt und von verschiedenen Geweben, vor allem dem Gehirn und den Muskeln, als Energiequelle genutzt. Das Gehirn kann seinen Energiebedarf zu einem großen Teil über diesen Weg decken.

Zu 2) Die Gluconeogenese ist ein Stoffwechselprozess, bei dem Glukose aus Nicht-Kohlenhydratquellen wie Aminosäuren, Laktat und Glycerin synthetisiert wird. Dieser Prozess findet hauptsächlich in der Leber und in geringem Maße in den Nieren statt. Die Gluconeogenese stellt sicher, dass der Blutzuckerspiegel aufrechterhalten wird, um energieabhängige Organe wie das Gehirn und die roten Blutkörperchen zu versorgen.

Forscher erklären die Erfolge der ketogenen Ernährung dadurch, dass eine Glukose-unabhängige Energieversorgung des Gehirns sichergestellt ist. Epilepsie geht in vielen Fällen mit einer Störung des Energie- bzw. des Kohlenhydratstoffwechsels und einer Insulinresistenz einher. Die Ketonkörper umgehen diesen Prozess.

Nachteile der ketogenen Ernährung

Mögliche Nachteile der ketogenen Ernährung sind:

  1. Möglicher Mangel an Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen (durch Verzicht auf Obst und stärkehaltige Gemüsesorten)
  2. Verdauungsprobleme wie z. B. Verstopfungen, Übelkeit
  3. erhöhte Blutfettwerte (zumindest zu Beginn der Umstellung)
  4. vermindertes Wachstum und negativer Einfluss auf die Knochengesundheit bei Kindern
  5. erfordert viel Disziplin und schränkt den Speiseplan stark ein

Eine strenge ketogene Ernährungsweise ist letztlich nicht für eine dauerhafte Ernährung geeignet, insbesondere nicht für Kinder. Sinnvoller wäre es daher, dass man mit der Ernährung und weiteren Maßnahmen, die Faktoren beseitigt, die überhaupt erst zu einer Störung des Glucosestoffwechsels führen.

Alternativen zur ketogenen Ernährung?

Die im Abschnitt „Ernährung bei Epilepsie“ aufgeführten Lebensmittel stellen eine vollwertige Ernährung dar und versorgen den Körper mit hochwertigen Fetten und Eiweißen und komplexen Kohlenhydraten. Dadurch werden Blutzuckerspitzen und eine Unterzuckerung vermieden. Die Kohlenhydratzufuhr sollte sich an der körperlichen Belastung (Sport) orientieren und insgesamt in Maßen gehalten werden.

Viele der genannten Lebensmittel unterstützen außerdem den Darm und wirken entzündungshemmend.

Darmsanierung

Ein entscheidender Bestandteil der natürlichen Behandlung der Epilepsie ist die Regeneration der Darmschleimhaut und der Darmflora (Anleitungen und Tipps dazu in den vorigen Links).

Idealerweise wird dazu im Vorfeld eine mikrobiologische Untersuchung des Stuhls durchgeführt. Diese sollte u.a. eine DNA-Analyse der Darmbakterien, Bestimmung von Verdauungsrückständen (z. B. Fette, Zucker), den pH-Wert des Stuhls und die Darmwandparameter (z. B. Zonulin, sekretorisches IgA) umfassen.

Die Behandlung besteht aus verschiedenen Prä- und Probiotika sowie verschiedenen weiteren Stoffen, die die Darmschleimhaut schützen oder ernähren (z. B. Glycin, Glutamin, kurzkettige Fettsäuren) oder den pH-Wert im Darm regulieren (z. B. rechtsdrehende Milchsäure). Sind krankmachende Erreger im Darm vorhanden, kann sogar die Gabe eines Antibiotikums erforderlich sein.

Zu nennen ist hier auch der Einfachzucker Galaktose, der einerseits die Vermehrung der nützlichen Bifidobakterien im Darm fördert und andererseits auch von den Nervenzellen des Gehirns als Energiequelle genutzt werden kann, trotz bestehender Insulinresistenz.

Nahrungsergänzungsmittel für Epileptiker

Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel können die Therapie sinnvoll ergänzen. Im Folgenden wird eine Auswahl davon vorgestellt. Die Einnahme sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, da je nach Form der Epilepsie oder eingenommenen Antiepileptika einzelne Nahrungsergänzungen ungeeignet sein könnten.

Magnesium

Ein niedriger Magnesiumwert kann das Auftreten von Anfällen begünstigen und kommt häufiger bei Epilepsie-Patienten vor ( 16 ). Die große Relevanz von Magnesium für den Krankheitsverlauf könnte daher kommen, dass Magnesium die Glutamat-Rezeptoren im Gehirn hemmen kann.

Glutamat ist ein wichtiger erregender Neurotransmitter. Bei chronischem Stress kommt es zu einer übermäßigen Ausschüttung von Glutamat. Zudem wird Glutamat ggf. über die Ernährung aufgenommen. Die übermäßige Bereitstellung von Glutamat ist ein Faktor, der die Balance zwischen erregenden und hemmenden Neurotransmittern aus dem Gleichgewicht bringt (10). Wie oben beschrieben, ist dies einer der Mechanismen, der von Forschern als zentrales Element der Krankheitsentstehung angenommen wird.

Magnesium hat damit eine zentrale Rolle bei der Behandlung. Von ganzheitlichen Medizinern wird eine Dosierung von täglich 3 x 150 bis 200 mg empfohlen (10), z. B. 3 x 2 dieser * Magnesium-Kapseln.

B-Vitamine

B-Vitamine sind für Menschen mit Epilepsie besonders wichtig, da sie eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel und bei der Funktion des Nervensystems spielen.

Vitamin B6 (Pyridoxin) ist entscheidend für die Synthese des hemmenden Neurotransmitters GABA und kann dadurch helfen, die Anfallsaktivität zu reduzieren. Bei einigen Formen der Epilepsie wurde sogar eine Störung des Vitamin-B6-Stoffwechsels nachgewiesen ( 17 ). Bei diesen Patienten ist die Supplementierung besonders wichtig, so auch bei allen Personen, die von HPU betroffen sind.

Auch andere B-Vitamine, wie B12 (Cobalamin) und B9 (Folsäure), unterstützen die neuronale Gesundheit und können helfen, Nebenwirkungen von Antiepileptika zu reduzieren. Eine ausgewogene Zufuhr dieser Vitamine kann daher die Therapie von Epilepsie positiv beeinflussen.

Ganzheitliche Mediziner empfehlen die Einnahme eines B-Komplexes und einer Ergänzung von Vitamin B12 auf insgesamt 2000 bis 3000 µg pro Tag (10).

Vor einer Supplementierung ist es am besten, zunächst den eigenen Status beim Arzt bestimmen zu lassen, damit man sieht, wie hoch die individuell erforderliche Dosis ist. In unserem Artikel über Vitamin-B12-Mangel erklären wir unter „Die Diagnose“, wie Sie Ihren B12-Wert messen lassen können.

* Hier finden Sie einen Vitamin B - Komplex

Taurin

Die Aminosulfonsäure Taurin spielt eine wichtige Rolle im zentralen Nervensystem und hat potenzielle antikonvulsive Eigenschaften. Es wird vermutet, dass Taurin die übermäßige Erregung von Nervenzellen durch Glutamat limitiert und die hemmende Wirkung von GABA unterstützt. Im Durchschnitt kam es in Studien bei etwa einem Drittel der Patienten durch die Einnahme von Taurin zu einer signifikanten Linderung der Häufigkeit der Anfälle ( 18 ).

Bisher gibt es jedoch keine klinischen Untersuchungen hinsichtlich der optimalen Dosierung, Sicherheit und Wirksamkeit von Taurin. Ganzheitliche Mediziner empfehlen eine Dosierung von 2 g pro Tag zur Anfallsprophylaxe (10). Wenn Sie dies probieren möchten, besprechen Sie die Maßnahme mit Ihrem Arzt.

Mikronährstoffe für die Mitochondrienfunktion

Eine Schädigung der Mitochondrien ist ein zentraler Mechanismus bei der Entstehung von Epilepsien. Verschiedene Mikronährstoffe können diesem Prozess entgegenwirken und eine Regeneration der Energiekraftwerke unterstützen. Diese Mikronährstoffe unterstützen natürlich auch viele weitere Vorgänge im menschlichen Körper.

Wichtige Mikronährstoffe bei Mitochondriopathien:

  1. Coenzym Q10: wichtig für die Energieproduktion (beteiligt am Elektronentransport); Antioxidans
  2. L-Carnitin: wichtig für das Einschleusen von Fetten in die Mitochondrien
  3. alpha-Liponsäure: Cofaktor für die Energieproduktion; Antioxidans
  4. B-Vitamine: wichtig für verschiedene Stoffwechselprozesse in den Mitochondrien
  5. Magnesium: an mehr als 300 Prozessen im Stoffwechsel beteiligt, so auch an der Energiegewinnung in den Mitochondrien
  6. Antioxidantien: schützen Mitochondrien vor oxidativem Stress; z. B. Vitamin C, Vitamin E, Astaxanthin, OPC, Carotinoide, Curcumin

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind essentielle Bestandteile der Zellmembranen und wichtig für die Aufnahme von Mikronährstoffen in die Zellen. Weiterhin wirken sie entzündungshemmend auf den gesamten Körper. Insbesondere DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) sind wichtig für die menschliche Gesundheit.

Den Bedarf kann man z. B. über Fischöl oder Algenöl decken. In Leinöl sind DHA und EPA nicht enthalten und die dort enthaltene alpha-Linolensäure kann auch nur in geringem Maße in DHA und EPA umgewandelt werden. Mit Leinöl kann man also seinen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren nicht decken. Die Mehrzahl der Menschen hat einen gravierenden Mangel diesen wichtigen Fettsäuren.

Das menschliche Gehirn besteht zu etwa 60 % aus Fett, wobei Omega-3-Fettsäuren, insbesondere DHA, einen wesentlichen Anteil ausmachen. DHA ist entscheidend für die Struktur und Funktion der Zellmembranen in den Nervenzellen. Etwa 10 – 20 % der gesamten Fettmasse des Gehirns bestehen aus DHA, was die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren für die Gehirngesundheit und kognitiven Funktionen unterstreicht.

Tierstudien und kleinere Studien mit menschlichen Probanden zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren dabei helfen können die Häufigkeit und Schwere von Anfällen zu reduzieren ( 24 ).

So zeigte eine Studie mit erwachsenen Patienten mit unterschiedlichen Epilepsie-Formen, die täglich über 6 Monate 5 g eines Omega-3-Supplements einnahmen, dass sich die Anfallshäufigkeit pro Woche von ursprünglich 1 bis 14 Anfällen nach den 6 Monaten auf 0 bis 3 Anfälle reduzierte. Mehrere Patienten erreichten eine Anfallsfreiheit. Nebenwirkungen sind keine aufgetreten ( 25 ).

Eine weitere Studie mit 60 Kindern, die unter ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) und therapieresistenter Epilepsie litten, zeigte ähnliche Ergebnisse. Zu Beginn der Studie betrug die Anfallshäufigkeit im Durchschnitt 5 Anfälle pro Monat. 30 Kinder erhielten ein Omega-3-Supplement und die restlichen Kinder ein Placebo über einen Zeitraum von 6 Monaten.

In der Gruppe mit dem Supplement reduzierte sich die Anfallshäufigkeit bereits nach 1 Monat auf 3 Anfälle pro Monat und nach 3 Monaten bis zum Ende der Studie traten i. d. R. keine Anfälle mehr auf. Der Schweregrad von auftretenden Anfällen nach Beginn der Einnahme wurde im Gegensatz zur Häufigkeit der Anfälle nicht signifikant beeinflusst ( 26 ).

Algenöl-Präparate, die pro Tag um die 800 mg DHA und EPA (zusammengerechnet) liefern, erhalten Sie z. B. hier: * Algenölkapseln.

Vitamin D

Ein Vitamin-D-Mangel ist bei Epilepsie-Patienten verbreitet. Dies kann auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente bedingt sein, die die Bildung von Vitamin D hemmen. Studien haben gezeigt, dass sowohl junge als auch erwachsene Epilepsie-Patienten einen Vitamin-D-Mangel aufweisen ( 19 ).

Mehrere klinische Studien untersuchten die Wirkung von Vitamin D auf die Anfallshäufigkeit. In einer der Studien erhielten 23 Patienten entweder Vitamin D2 (4000, 8000 oder 16.000 IE täglich für 28 Tage) oder ein Placebo. Bei Patienten, die Vitamin D einnahmen, reduzierte sich die Anfallshäufigkeit signifikant auf 67 – 71 % des Ausgangswerts ( 20 ). Eine weitere Studie fand eine Reduktion der Anfälle um bis zu 40 % bei Personen mit therapieresistenter Epilepsie ( 21 ).

Worauf Sie bei der richtigen Einnahme von Vitamin D achten sollten, lesen Sie im vorigen Link.

Heilkräuter

Tierstudien zeigen die antikonvulsive Wirksamkeit verschiedener Heilkräuter aus der traditionellen chinesischen und japanischen Medizin sowie der indischen Ayurveda-Medizin. Dazu gehören z. B. Eisenhut, Magnolie und Guave ( 22 ).

Es gibt jedoch keine aussagekräftigen Studien, die die Vorteile und Sicherheit dieser Heilkräuter beim Menschen belegen. Bei einigen Kräutern sind auch toxische Wirkungen oder eine Interaktion mit Epilepsie-Medikamenten möglich. Entsprechend können wir hier keine Empfehlungen zur Einnahme geben.

Anpassung des Lebensstils

Neben der Ernährung spielt auch die Anpassung des Lebensstils eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Epilepsie. Insbesondere eine Reduktion des Stresslevels und eine Verbesserung der Schlafqualität sind hier zu nennen.

Mögliche Techniken zur Stressreduktion sind z. B. Meditieren, Atemübungen, Yoga, körperliche Bewegung oder auch eine Psychotherapie.

Um den Schlaf zu verbessern, hilft es z. B. auf elektronische Geräte in den Stunden vor dem Schlafengehen zu verzichten, nicht zu spät abends zu essen, vor dem Schlafengehen gut zu lüften usw.

Fazit – Natürliche Maßnahmen helfen bei Epilepsie

Natürliche Maßnahmen können auf vielfältige Weise bei der Behandlung von Epilepsie helfen. Die Therapie sollte idealerweise von einem Arzt durchgeführt werden, der naturheilkundliche und schulmedizinische Verfahren kombinieren und auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen kann. Auf diese Weise haben Patienten die besten Chancen auf ein beschwerdefreies Leben ohne nebenwirkungsträchtige Medikamente.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.