Zentrum der Gesundheit
  • Schlafmaske bei Schlafapnoe
12 August 2022
3 min

Fallstudie: Schlafapnoe in 3 Monaten selbst geheilt

Bei der Schlafapnoe kommt es zu nächtlichen Atemaussetzern. Betroffene schnarchen stark und wachen am Morgen nicht sehr erholt auf. Die schulmedizinische Therapie sieht u. a. eine Atemmaske vor, die man meist ein Leben lang nachts anlegen muss. Wir stellen eine Fallstudie vor, in der ein Apnoe-Patient sich innerhalb von 3 Monaten selbst heilte und nun keine Atemmaske mehr braucht.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner

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Fallstudie Schlafapnoe: Schulmedizin blieb erfolglos

Im Jahr 2011 erschien im Journal of Chiropractic Medicine eine Fallstudie eines Mannes, der 10 Jahre lang (seit 1993) an einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) gelitten hatte und im Jahr 2003 – er war damals 55 Jahre alt – eigentlich nur wegen seiner Rückenprobleme eine Privatpraxis eines Chiropraktikers aufsuchte. Dort erkundigte er sich nebenbei, ob man bei einer Schlafapnoe eigentlich auch chiropraktisch etwas tun könne ( 1 ).

Im Jahr 1998 war er sogar bereits operiert worden. Man hatte seine Nasenscheidewand korrigiert, Polypen entfernt und das Gaumenzäpfchen gekürzt. Die OSA blieb jedoch bestehen und er musste jede Nacht die Atemmaske tragen – 10 Jahre lang. Selten schlief er mehr als 6 Stunden, war stets unausgeruht und nachmittags sehr müde.

Bei Schlafapnoe Ernährung und Lebensweise ändern

Der Mann war mit 112 kg übergewichtig, pflegte einen vorwiegend sitzenden Lebensstil, litt an Bluthochdruck und nahm daher Betablocker ein. Da die Untersuchung der Atemwege keine Störungen ergab, die man chiropraktisch hätte beheben können, wurde dem Mann ein entzündungshemmender Lebensstil empfohlen, mit dem er im Januar 2004 begann:

  1. Gesunde und entzündungshemmende Lebensmittel essen
  2. Alkoholkonsum reduzieren
  3. Sich bewegen
  4. Infolgedessen abnehmen

Fallstudie: Die Ernährung bei Schlafapnoe

Die Ernährungsregeln ähnelten denen einer Low Carb oder Paleo Ernährung:

  1. Viel Gemüse und Obst, Huhn ohne Haut, mageres Fleisch, Fisch, Nüsse, Omega-3-Eier, keine Getreideprodukte (Back- und Teigwaren), kein Zucker. Keine Öle, die Omega-6-reich waren, wie Maiskeim-, Distel- oder Sonnenblumenöl. Wenn Kohlenhydrate, dann Kartoffeln oder Süsskartoffeln. Gewürze/Kräuter statt Salz. Reichlich Ingwer, Kurkuma und Knoblauch verwenden – nicht zuletzt aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften.
  2. Junk-Food, Fastfood oder Softdrinks sollten nur in Ausnahmefällen gegessen bzw. getrunken werden.
  3. Es sollte sehr langsam und in Ruhe gegessen werden, um den Moment des Sattseins nicht zu verpassen und um rechtzeitig aufzuhören.
  4. Der bisherige Alkoholkonsum wurde drastisch reduziert – auf 1 Glas Rotwein an 3 bis 4 Abenden pro Woche.

Bewegung: Gemächlich starten, langsam steigern

Das Bewegungsprogramm sah so aus, dass der Mann ab sofort täglich walkte und dabei stetig die Intensität und Strecke vergrösserte. Auch machte er Core Training – Übungen zur Kräftigung der Körpermitte, z. B. Bergsteigerübung, Plank mit Rotation, Russian Twist mit oder ohne Gewicht – einfach nach Core Training googeln, z. B. hier: Gabi Fastner.

Nach 3 Monaten keine Schlafapnoe mehr

Im März 2004, also 3 Monate nach der Umstellung brauchte der Mann keine Atemmaske mehr und hatte keine Schlafapnoe-Symptome mehr. Er hatte 5 kg abgenommen. Sein Blutdruck war von 140/90 mmHg auf 120/80 mmHg gesunken (Betablocker nahm er weiterhin).

Wieder 7 kg weniger

Im August 2005 hatte der Mann weitere 7 kg abgenommen und wog nur noch 100 kg. Er begann einige Nahrungsergänzungen einzunehmen, um auch über diesem Wege chronische Entzündungsprozesse zu hemmen. Die Mittel nahm er täglich mindestens bis 2010:

  1. Ein Multivitaminpräparat
  2. 400 mg Magnesium
  3. 1,2 g Omega-3-Fettsäuren
  4. 100 mg Coenzym Q10
  5. 1,5 g Kurkuma mit Bioflavonoiden

(Die Nahrungsergänzungen wurden erst viel später dazu genommen - mehr als 1,5 Jahre nach der Umstellung seiner Lebens- und Ernährungsweise. Die Schlafapnoe konnte allein mit der Ernährung und mehr Bewegung behoben werden. Die Mittel sind also nicht unbedingt erforderlich. Auch sollten Nahrungsergänzungsmittel immer individuell nach dem persönlichen Bedarf ausgewählt werden.)

Blutdruckmedikamente können abgesetzt werden

Im Juni 2006 konnten die Blutdruckmedikamente des Mannes auf 2/3 der ursprünglichen Dosis reduziert werden. Er wog nur noch 92 kg.

Im Dezember 2006 wurden die Medikamente weiter reduziert – auf 1/3 der ursprünglichen Dosis.

Im Juni 2007 wurden die Blutdruckmedikamente vollständig abgesetzt. Der Blutdruck blieb ohne Betablocker stabil bei 122/80 mmHg.

Im September 2010 hatte der Patient nach wie vor keine Anzeichen einer Schlafapnoe mehr, brauchte keine Blutdruckmedikamente, hatte einen Blutdruck von 120/80 mmHg und wog 88 kg. An 4 bis 5 Tagen pro Woche joggte er mittlerweile 60 Minuten lang und nahm an 5-km-Läufen teil.

Während also die Schulmedizin in diesem Fall erfolglos an den Symptomen herumtherapiert hatte, konnte sich der Mann mit ganzheitlichen Massnahmen innerhalb kürzester Zeit von seiner Schlafapnoe selbst heilen. Die Fallstudie zeigt jedoch auch, wie geduldig man sein sollte, wenn man Medikamente absetzen möchte. Bei unserem Apnoe-Patienten dauertes es 3,5 Jahre, bis er seine Blutdrucksenker weglassen konnte. Es lohnt sich also, am Ball zu bleiben!

Alle Informationen rund um die Schlafapnoe, zu ihren Ursachen und Folgen, zur schulmedizinischen Therapie und ihren Nachteilen sowie zur ganzheitlichen Vorgehensweise lesen Sie in unserem Haupt-Artikel zur OSA unter vorigem Link.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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Quellen
  1. (1) Gala TR, Seaman DR. Lifestyle modifications and the resolution of obstructive sleep apnea syndrome: a case report. J Chiropr Med. 2011 Jun;10(2):118-25.