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Monsanto - Angriff auf die Natur

Monsanto - Angriff auf die Natur

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(Zentrum der Gesundheit) - Mit grün klingendem Werbe-Belcanto täuscht und überrumpelt der amerikanische Chemie- und Saatgut-Konzern Monsanto Regierungen, Landwirte und vor allem Verbraucher weltweit. Da ist vom "Schonen" der Natur die Rede, vom "Verbessern der Erträge" und gar von "sozialen Vorteilen". In Wirklichkeit führt der US-Multi einen globalen Angriff auf die natürliche Ernährung durch die höchst aggressive Vermarktung von gentechnisch veränderte Organismen (GMO).

Patente auf die Ernährung?

Im Kielwasser des Weltmarktführers schwimmen Konzerne wie Aventis, BASF, Bayer, DuPont, Syngenta. Die Ziele sind horrend und verbreiten Horror: Monsanto und Konsorten stellen Patentansprüche, die nicht nur für Kulturpflanzen wie Mais und Soja gelten, sondern auch für die daraus entstehenden Endprodukte wie zum Beispiel Mehl und Mehlprodukte - also alles, was Bäckereien und Hausfrauen aus Mehl zubereiten. Und das ist nur ein Teil der Pläne. Doch nun der Reihe nach: Wer ist, was macht und was bewirkt Monsanto?

Das Belcanto von Monsanto

Wer wissen will, was ein "Werbe-Belcanto" ist (ital.: schöner Gesang), kann das auf der Homepage der Monsanto Deutschland GmbH erleben. Neben nüchternen Firmendaten (Gründung 1901, Mutation vom Chemiehersteller zum Gen-Saatgut-Konzern, heute 17.000 Mitarbeiter in über hundert Ländern, Umsatz 2005 etwa 6,3 Milliarden US-Dollar) wird da bestes Belcanto geboten. Kostproben:

"Ziel von Monsanto ist es, unter gleichzeitiger Schonung natürlicher Ressourcen die Erträge und die Qualität der Agrarproduktion deutlich zu verbessern. Von Monsanto entwickelte Produkte werden somit eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von globalen Herausforderungen in Bereichen wie Ernährung, nachwachsende Rohstoffe, Energie, Gesundheit und Umwelt spielen. Monsantos Kernkompetenzen liegen dabei im Bereich der Kulturpflanzen Mais, Sojabohne, Raps und Baumwolle. (...) Auf der ganzen Welt entscheiden sich Landwirte auf Grund der beachtlichen agronomischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Vorteile für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen."

Und an anderer Stelle:
"Entsprechendes Sortenmaterial, dem in einem ersten Schritt neue Eigenschaften wie Herbizidtoleranz und/oder Insektenschutz verliehen wurden, trägt zu erheblicher Produktivitätssteigerung bei gleichzeitig nachhaltiger Entlastung der Umwelt bei. Weitere Produkte stehen zur Zulassung an und eröffnen neue Möglichkeiten für die Landwirtschaft."

So ökologisch einwandfrei gewerbetextet steht es bei Monsanto. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Inzwischen servieren die Google-Server schwere Kost zum Thema. Und das bereits in Unmengen.

Die Patentansprüche reichen bis auf den Essteller

Schon vor Jahren waren im greenpeace magazin Zitate aus Patent-Papieren zu lesen, wie sie von den juristischen Heerscharen der Gentech-Giganten ausgearbeitet werden, um dann als kaum noch zu bewältigende Monstertexte in Form von Gesetzesvorlagen in die Legislative der Regierungen eingeschleust zu werden. Die darin eingeflochtenen Formulierungen lesen sich bei näherem Hinsehen aber als unglaubliche Patentansprüche, die weit über Saatgut hinaus reichen und unmittelbar Produkte des täglichen Ernährungsbedarfs betreffen: "Mehl, hergestellt aus Weizen..., "Teig oder Rührteig, hergestellt aus Mehl...", "essbares Produkt, hergestellt durch Zubereitung des Teiges oder des Rührteiges...", "Biskuits oder ähnliches, hergestellt aus Mehl...".

Medienberichte über schadstoffhaltige Salat- oder Kohlköpfe im Supermarkt lesen sich dagegen wie Tante-Emma-Nachrichten im Lokalteil.

Mit Belcanto auf politischem Parkett

Für sein Saatgut aus der Retorte kämpft Monsanto auf allen Ebenen, also auch auf politischem Parkett. Der Konzern ist bekannt für seine exzellenten Verbindungen zu US-Behörden wie der "Federal Drug Administration" (FDA), die Arznei-, aber auch Lebensmittel und gentechnisch veränderte Produkte kontrolliert. Hochrangige Mitarbeiter der FDA wechselten in den letzten Jahren zu Monsanto und umgekehrt. Die Kontakte zu einflussreichen Anwalts- und Lobbyfirmen in Washington gelten als legendär.

Gerade aktuell: Dem amerikanischen Kongress liegt der Gesetzentwurf HR 875 zur "Neuregelung der Lebensmittelsicherheit" vor. Sollte dieses Gesetz verabschiedet werden, würde das so gut wie eine Übergabe der amerikanischen Lebensmittelversorgung an die großen Saatgut-Konzerne bedeuten.

Der Gesetzentwurf wurde von der US-Demokratin Rosa DeLauro im Februar 2009 eingebracht. Ihr Ehemann Stanley Greenberg arbeitet für Monsanto. Doch die Freude von Monsanto über die richtigen Leute am richtigen Platz reicht noch viel weiter.

Michael Taylor, ehemaliger Leiter der FDA und Befürworter des Einsatz des rekombinanten bovinen Wachstumshormons rBGH, ist jetzt Mitglied im Team von US Präsident Obama und wird voraussichtlich die Nahrungsmittelsicherheit überwachen. Dabei kann er den neuen Landwirtschaftsminister Tom Vilsack unterstützen, der ebenfalls eher zu den Freunden der GMO-Fabrikanten als zu den Freunden der Farmer gezählt wird.

Politische Unterstützung auch in Deutschland

Der Genehmigungsfilz für Gentechnik-Mais in den obersten Etagen der Regierung. Monsanto hat direkten Kontakt zum Bundesamt für Verbraucherschutz. Deutsche Beamte werben für Gentechnik. Siehe diesen kurzen Film.

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Existenz der Farmer ist bedroht

Die Chancen stehen also gut für das Gesetz HR 875 - und weniger gut für die kleinen Farmer. Die haben dann allen Grund zu der Befürchtung, dass sie ihre Existenz verlieren könnten. Das dann mögliche Massensterben von Farmen wäre nicht das erste in Amerika.

Schon Mitte der 80er-Jahre hatte die Zinspolitik der Reagan-Regierung dazu geführt, dass in den folgenden zwanzig Jahren rund eine Million US-Farmer Haus und Hof verloren. "Selbstmord ist unter US-Farmern die Todesursache Nummer eins" schrieb Gerhard Waldherr in seiner Reportage für das greenpeace magazin, Ausgabe 6.2002. In diesem Bericht ging es aber nicht mehr um das Landwirtschafts-Desaster der Reagan-Regierung, sondern um das Desaster mit Gen-Pflanzen von Monsanto und Co, die seit 1995 den amerikanischen Markt aufrollten. Und wieder waren zuerst die US-Farmer und sind inzwischen Landwirte weltweit die Dummen.

Mit harten Bandagen am Point of Sale

Die Methoden, die Monsanto gegenüber seinen Kunden anwendet, stehen dem Charakter der Naturvergewaltigung von Monsanto-Produkten in nichts nach. Die Methoden gleichen eher denen eines Polizeistaates, der seine Grenzen dicht gemacht hat und keine Ausreise mehr erlaubt. Wenn die Bauern erst einmal auf die Werbeversprechen des Konzerns hereingefallen sind und Verträge unterschrieben haben, stehen sie unter ständiger Kontrolle und ständigem Druck des Konzerns. Grundlage der Knebelverträge ist folgende "Strategie" der GMO-Konzerne:

  • Das Saatgut aus der Retorte enthält Gene von anderen Lebewesen, deren Gene so manipuliert wurden, dass sie gegen Krankheiten, Ungeziefer und Unkrautvernichter immun sind. Das betraf anfangs hauptsächlich Saatgut für Mais, Sojabohnen, Baumwolle und Raps.
  • Inzwischen dominieren zwei Typen gentechnisch veränderter Nutzpflanzen: Solche, die sich selbst gegen Insektenbefall schützen, weil sie das Gen eines Bodenbakteriums enthalten, das Insektengift produziert, und solche, die gegen das firmeneigene Monsanto-Pflanzenvernichtungsmittel Roundup-Ready resistent gemacht wurden. Aufgrund dieser Eigenschaften ihres Saatgutes versprechen Monsanto und Co größere Ernten, weniger Chemie auf dem Acker und ein Ende des Hungers auf der Welt.
  • Viele Farmer in den USA und Landwirte in anderen Erdteilen haben Verträge unterschrieben, die sie dazu verpflichten, von ihrer jährlichen Ernte kein Saatgut abzuzweigen für die Aussaat in der nächsten Saison, wie das Bauern seit jeher getan haben. Mit anderen Worten: Die Bauern müssen ihre Saat in Zukunft jedes Jahr neu kaufen - von Monsanto und Co. Das muss natürlich kontrolliert werden dürfen.

Polizeirechte werden an Privatunternehmen abgegeben

Zur Kontrolle seiner Kunden setzt Monsanto "Außendienstmitarbeiter" ein, die keineswegs zimperlich sind im Umgang mit ihrer Klientel. Was das praktisch bedeutet, steht in der Mai-Ausgabe 2008 der US-Zeitschrift Vanity Fair. Dort beschreiben US-Farmer ihre Erfahrungen mit der "seed policy" (Saat-Polizei) von Monsanto auch anhand von Vergleichen mit der Gestapo und der Mafia. Gary Rinehart, ein örtlicher Händler in Eagleville/Missouri und Freund der Farmer, erinnert sich an einen etwas unheimlichen Unbekannten, der im Sommer 2002 in den Laden kam und mit den Worten drohte: "Monsanto is big. You can`t win. We will get you. You will pay" (Monsanto ist groß. Du kannst nicht gewinnen. Wir kriegen dich. Du wirst bezahlen).

Laut Vertrag dürfen die Saat-Detektive jederzeit ungefragt das Land des Vertragspartners betreten und die Saat kontrollieren, um "Saatgut -Piraterie" aufzudecken und dann Prozesse anzuzetteln, die schon mit vernichtenden Geldstrafen für die beklagten Farmer endeten - auch wenn deren Felder nur durch Wind oder Tiere mit Monsanto-Pflanzen kontaminiert worden waren.

Nach eigenen Angaben strengt Monsanto jedes Jahr rund 500 derartiger Verfahren an. Allein dafür ist eine mit mehreren Millionen Dollar ausgestattete Abteilung tätig. Einschüchterung, Kontrolle und Strafverfolgung von Kunden sind charakteristisch für die Vertriebs- und Vertragsstrategien des Monster-Multis. Bissige Beobachter fragen sich, ob Monsanto nicht längst mehr Juristen, Lobbyisten, Propagandisten und Polizisten beschäftigt als Ingenieure.

Vom Monsanto-Belcanto zu den Leidens-Kantaten der Bauern

Spätestens im Jahr 2002 war die Not der US-Farmer durch Monsanto größer als die Angst vor Monsanto, so dass Betroffene auch öffentlich Klartext redeten. So auch gegenüber dem greenpeace magazin*. Dem Autor Gerhard Waldherr diktierten sie klare Worte ins Mikrofon:

  • Ich kann nicht mehr garantieren für das, was ich pflanze, ich weiß nicht, welche Monster auf meinem Boden gedeihen." - "Befruchtung kann durch Wind, Bienen, Tierpelz oder anderen Kontakt erfolgen. Keiner hat diese Technologie im Griff." (Georges Naylor, Farmer in Iowa)
  • Sie wollen nicht den Hunger in der Welt bekämpfen, sondern die Landwirtschaft kontrollieren." (John Kinsman, Farmer in Lime Ridge, Wisconsin)
  • Sie drohen, uns vor Gericht zu ziehen, und wenn sie mit uns fertig sind, haben wir keine Farm mehr." (Percy Schmeiser, Farmer und früherer Bürgermeister)
  • Mit den GMOs hat die Industrie die Farmer in den Würgegriff genommen." - "Wir denaturieren die Welt systematisch, denn die künstlichen Pflanzen kontaminieren ihre natürlichen Verwandten. Es gibt praktisch keine reine Nutzpflanze mehr in diesem Land." - "Viele Farmer wissen nichts über GMOs, sie lassen sich einlullen von den Fachblättern, die von Anzeigen der Konzerne leben." - "Die Pflanzen werden durch Kreuzung verschiedenster GMO-Sorten zum Super-Unkraut." (Bill Christison, Farmer in Chillicothe, Missouri)

Das von Mr. Christison genannte "Superunkraut" ist immun gegen das von Monsanto hergestellte Unkrautvernichtungsmittel "Roundup". In den Baumwoll- und Soja-Anbaugebieten Amerikas sind bereits ganze Landstriche mit diesem Unkraut verseucht. Verzweifelte Farmer versuchen sogar, es von Hand auszureißen. Viele geben den Kampf auf. Andere verweigern die weitere Verwendung von Monsanto-Saaten und kehren zum herkömmlichen Anbau zurück. Wenn es noch möglich ist.

Protest und Gegenwehr von oben und von unten

Neben weltweiten Protesten von Farmern, Bauern und Nichtregierungs-Organisationen gesellen sich inzwischen zunehmend auch Einfuhr- und Anbauverbote von Regierungen. Beispiele aus neuer Zeit:

  • In der eher GMO-freundlichen Europäischen Union haben bereits fünf Länder den Anbau der Gen-Maisssorte "Mon810" gestoppt oder die Genehmigung auf Eis gelegt: In Österreich, Frankreich, Luxemburg, Griechenland und Ungarn ist die Aussaat untersagt. Seit April 2009 auch in Deutschland. Monsanto reagierte umgehend mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Braunschweig gegen diese Verfügung.
  • In Afrika erhielt Monsanto die rote Karte, weil Monsanto-Mais sich dort als taube Nuss erwies: Die Pflanzen sahen prächtig aus, bildeten aber kaum oder gar keine Maiskörner aus. Der GMO-Mais von Monsanto wurde auf einer Fläche von 82.000 Hektar Ackerland angebaut. Ein gutes Viertel der rund tausend Bauern, die diesen Mais angebaut hatten, berichteten über das Fehlen der Körner an ihren Pflanzen. Laut Hersteller sollten mit diesem Gen-Mais die viel versprochenen "höheren Erträge" erzielt werden. Monsanto soll klein beigegeben und allen betroffenen Bauern zugesagt haben, sofort eine Entschädigung anzubieten.
  • Als bei indischen Baumwoll-Bauern falscher Gebrauch von Pestiziden gegen Schädlinge zur Resistenz der Schädlinge geführt hatte, sollte dieses Problem durch ein genveränderte Baumwoll-Saatgut gelöst werden. Doch die Pflanzenkeime, die der Saatgut-Multi Mahayco-Monsanto Biotech vor vier Jahren eingeführt hat, sind dreimal so teuer wie konventionelle Samen. Heute gelten sie als Flop für die Bauern: "Alle Ankündigungen von Monsanto waren irreführend. Die aggressive Markteinführung vor drei Jahren hat hunderte Bauern in den finanziellen Ruin getrieben", sagt R. V. Ramanjaneyulu vom Center for Sustainable Agriculture, einer Nicht-Regierungsorganisation, die gute Kontakte zu den Medien hat. Monsanto kam einmal mehr in Erklärungsnot und verwies auf die "schwierigen klimatischen Bedingungen, die auch herkömmlichen Baumwollpflanzen geschadet hätten." (Spiegel Online vom 12.11.2006).
  • Auf den Philippinen werkelten erzürnte Bauern einen Kornkreis mit einem durchgestrichenen "M" ins Feld. Eine Luftaufnahme davon geistert wie ein Phantom durchs Internet. Mit einem Fotografen-Hinweis hat es die US-Zeitschrift Vanity Fair* veröffentlicht.
  • Nach erstaunlich langem Stillhalten der meisten Medien rührt sich zunehmend Kritik. Die bisher wohl bekannteste Publikation stammt von der französischen Journalistin Marie-Monique Robin, die vier Jahre lang weltweit dem Treiben von Monsanto nachgegangen ist. Der von ihr produzierte Film "Mit Gift und Genen" sowie ihr gleichnamiges Buch können es mit jedem Krimi aufnehmen.

Abgesang

Wie im einleitenden Belcanto von Monsanto zu lesen war, bezeichnet der Gen-Gigant seinen globalen Feldzug gegen natürliche Anbaumethoden und gegen natürliche Ernährung als weltweiten Kampf gegen den Hunger. Zugleich führt Monsanto - geübt im Gebrauch von harten Bandagen - auch einen weltweiten Kampf gegen Kritiker. Die gelten im Monsanto-Jargon längst als "technik- und fortschrittsfeindlich." Fortschritt wohin? Fort von der Welt?

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