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Nahrungsmittel aus dem Wald gegen das Hungerproblem

Nahrungsmittel aus dem Wald gegen das Hungerproblem

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(Zentrum der Gesundheit) – Wälder sind die wahren Schätze unserer Erde. Wälder könnten in vielen Teilen der Erde bittere Armut und quälenden Hunger bekämpfen. Denn Wälder sind die besten Lieferanten gesunder Nahrungsmittel. Jetzt hat auch die Forscher-Welt erkannt: Mehr Wälder würden nicht nur das Klimaproblem, sondern auch das Hungerproblem lösen. Natürlich nicht irgendwelche Wälder. Die Lösung hiesse: Waldgärten! Nahrungsmittel aus Waldgärten sind nährstoffreich, preiswert und gesund!

Der Wald: Gesündeste Quelle für Nahrungsmittel

Einer von neun Menschen auf der Welt leidet an Hunger, meist in Afrika oder in Asien.

Zur Linderung des Hungerproblems erhalten die armen Nationen oft Nahrungsmittel in Form von Milch- und Getreidepulver. Damit kann man notfalls überleben, aber langfristig gesund ist es nicht – weder für die Menschen noch für ihre Zukunft.

Wälder hingegen könnten nicht nur das Hunger-Problem lösen, sondern noch viele andere Probleme mehr. Sie würden den Menschen nicht nur gesündestmögliche Nahrungsmittel schenken. Wälder würden auch wieder Perspektiven schaffen – wie jetzt eine ausführliche Analyse von mehr als 60 Wissenschaftlern aus verschiedenen Weltregionen ergab.

Der Wald-Bericht wurde vom weltweit grössten Netzwerk von Wald-Forschern – der International Union of Forest Research Organizations (IUFRO) – veröffentlicht.

Darin wird betont, wie wichtig es ist, den ärmsten Bevölkerungsgruppen der Welt den Zugang zum Wald zu bewahren oder wieder zu ermöglichen. Denn der Wald stellt die beste und gesündeste Quelle für Nahrungsmittel dar.

Und nicht nur das!

Wälder retten Leben!

Wälder bieten auch Lebensräume, Brennholz, Baumaterial, können den Klimawandel verlangsamen und schützen gleichzeitig vor Stürmen und der überall drohenden Erosion der Böden – was man von unseren herkömmlichen Feldern nicht im Geringsten sagen kann.

Im Gegenteil! Die Produktionskapazitäten von Feldern sind stets beschränkt, die Böden laugen immer mehr aus, der Wind pfeift ungebremst über sie hinweg, und paradoxerweise werden immer mehr Wälder vernichtet, um neue Felder zu schaffen.

Ganz konkret ist die Expansion landwirtschaftlich nutzbarer Anbauflächen für sage und schreibe 73 Prozent des weltweiten Waldverlustes verantwortlich.

Klar ist jedoch, dass allein mit der typischen Felder-Landwirtschaft die Weltbevölkerung nicht ernährt werden kann.

Wälder jedoch könnten in vielen von Hunger und Armut geplagten Landstrichen die Lebensmittelversorgung mit qualitativ hochwertigster Nahrung sicherstellen.

Wälder trotzen Klima und Wetter

"Die Massenproduktion landwirtschaftlicher Produkte ist höchst anfällig für extreme Wetterbedingungen, die angesichts des Klimawandels in der Zukunft häufiger auftreten könnten.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass Wälder hier viel weniger anfällig und viel einfacher zu bewirtschaften sind", erklärte Christoph Wildburger, der Koordinator der Global Forest Expert Panel-Initiative (GFEP), die von der IUFRO angestossen wurde.

Und Bhaskar Vira von der Universität Cambridge, der dem Global Forest Expert Panel on Forests and Food Security vorsteht, fügt hinzu:

"In der Studie zeigen wir eindrucksvolle Beispiele, die anschaulich belegen sollen, inwiefern Wälder und Bäume eine hervorragende Ergänzung zur landwirtschaftlichen Produktion darstellen und – gerade in den vom Schicksal am meisten geplagten Weltregionen – zum Einkommen der dort lebenden Menschen beitragen können."

Die vier Stockwerke eines Waldgartens

Natürlich ist hier nicht die Rede von den typischen Monokulturen, die man heute in den Industrieländern als Wald bezeichnet. Denn weder Fichtenwald noch Eichenhain können den Menschen ernähren.

Gefragt sind hingegen urtümliche Wälder, die man Waldgärten nennt. Es handelt sich um Mischkulturen, die über mehrere "Stockwerke" angelegt sind und nur wenig Pflege verlangen.

Im ersten Stockwerk gedeihen Kräuter, Wildpflanzen und mehrjährige Gemüse.

Im zweiten Stockwerk Beerensträucher.

Im dritten Stockwerk niedrige Obstbäume und kleine Nussbäume, in den Tropen auch Bananen und Papaya.

Im vierten Stockwerk hohe Bäume (z. B. Nüsse, Avocados), Palmen (z. B. Kokosnuss, Dattel) sowie Kletterpflanzen (Trauben, Maracuja etc.), die über alle Stockwerke hinweg wachsen.

Leben aus dem Wald: Nahrungsmittel, Baumaterial & Brennstoff

Wälder dieser Art liefern ganz unterschiedliche Nahrungsmittel und Hilfsmittel:

1. Baumfrüchte als Nahrungsmittel

Baumfrüchte sind nicht nur Früchte, so wie wir sie kennen. Sie sind ideale Nahrungsmittel, ja Grundnahrungsmittel.

So gehören zu den Baumfrüchten neben den gewöhnlichen Früchten auch Nüsse, Avocados, Johannisbrot, Durian, Brotbaumfrüchte, Sapoten, Safu und viele andere der oft fett- und proteinreichen Früchte der Tropen.

Baumfrüchte sind häufig ausserordentlich reich an Vitaminen und Mineralstoffen und können daher die Grundlage für eine abwechslungsreiche Ernährung bieten, die weitaus gesünder ist als eine Ernährung aus beispielsweise Getreide

So ist zum Beispiel der Eisengehalt von getrockneten Samen des afrikanischen Johannisbrotbaums oder roher Cashewkerne vergleichbar bzw. erheblich höher als der Eisengehalt im Hühnerfleisch.

2. Tierische Nahrungsmittel – Fleisch von Wildtieren

Wo Wälder sind, gibt es auch viele Tiere. Wild findet wieder Lebensraum – und wo Gewässer sind, können Fische gefangen werden.

In Südostasien spielen auch Insekten eine grosse Rolle in der Ernährung. So ist beispielsweise die dicke Made des Sago-Palmrüsslers in manchen Regionen eine wichtige Proteinquelle.

Und verziehen Sie jetzt bitte nicht das Gesicht!

Eine Handvoll Maden zu essen, ist nicht mehr und nicht weniger eklig als ein Stück Fleisch zu verspeisen. Und wären Sie in Südostasien aufgewachsen, wäre es für Sie das Normalste der Welt – genau wie für einen Franzosen oder Spanier der Verzehr von Schnecken etwas Wunderbares darstellt.

Es ist also nur eine Frage der Gewohnheit. Und es würde den ökologischen Kollaps der Erde noch ein Weilchen hinauszögern, wenn auch in unseren Regionen verstärkt Insekten statt Säugetiere und Geflügel auf dem Tisch landeten.

Was wir allein an Pestiziden sparen würden…! ;-)

Insekten stellen eine kostengünstige und im Überfluss erhältliche Quelle für Proteine, Fette, Vitamine und Mineralstoffe dar – kurzum ein ideales Nahrungsmittel.

Daher werden in Südostasien bereits viele Wälder und Forstgebiete von lokal organisierten Gemeinschaften bewirtschaftet, die ihr Hauptaugenmerk auf die Steigerung des Vorkommens essbarer Insekten legen.

3. Brenn- und Bauholz

Wälder sind natürlich auch Quelle für Brennholz und Holzkohle.

Damit können Menschen Wasser abkochen und sich somit vor Krankheiten schützen. Sie können sich Mahlzeiten zubereiten und natürlich auch ihre Häuser heizen.

Und Häuser bauen kann man ebenfalls aus Holz.

4. Nahrung und Lebensraum für Nutztiere

Wälder dienen auch Bienen und anderen Bestäubern als Lebensraum und garantieren somit eine gute Obst- und Gemüseernte.

Genauso können viele Laubbäume als Viehfutter genutzt werden, so dass Wälder in vielen Landstrichen überhaupt erst die Produktion von Fleisch und Milch ermöglichen würden.

Wälder als Einkommensquelle

Der Wald-Bericht gibt überdies an, dass nahezu jeder sechste Mensch in Sachen Lebensmittelversorgung oder gar Einkommen vom Wald abhängig ist.

In der Sahelzone stellen Bäume und die damit einhergehenden Ressourcen etwa 80 Prozent des Gesamteinkommens dar, was insbesondere auf die Sheanuss-Produktion zurückzuführen ist.

Da ferner gilt, je geringer das Wohlstandsniveau, desto höher der Anteil, den der Wald am Einkommen der Haushalte hat, ist es dringend erforderlich, in armen Regionen der Welt den Wald zu erhalten oder Wälder zu pflanzen – insbesondere solche, die auch mit Trockenheit und anderen Klimakapriolen zurecht kommen.

Im afrikanischen Tansania beispielsweise engagiert sich bereits eine Initiative für die Produktionssteigerung der sog. Allanblackia-Samen. Daraus kann ein verzehrbares Öl gewonnen werden, welches auf dem globalen Lebensmittelmarkt grosses Potenzial hätte.

Waldgärten für weltweit gesunde Nahrungsmittel

Der Wald sollte also in Zukunft eine überragend wichtige Rolle in der weltweiten Erzeugung unserer Nahrungsmittel spielen.

Seine Früchte sollten die üblichen Feldfrüchte so ergänzen, dass keine zusätzlichen Felder mehr angelegt werden müssen. Ja, ideal wäre es gar, Felder wieder in Waldgärten zu verwandeln.

Das jedoch ist gar nicht so einfach – zumindest nicht in europäischen Gefilden.

Falls Sie im Besitz eines Feldes sind, versuchen Sie eine Genehmigung für einen Waldgarten zu bekommen, um dann gesunde Nahrungsmittel zu erzeugen.

Es wird nicht leicht sein.

Und in Drittweltländern noch viel weniger. Denn dort herrschen Monsanto & Co, und im Wald lässt sich nun einmal weder Gen-Saat ausbringen noch Roundup versprühen…

Dabei könnten Wälder in Krisenzeiten die damit einhergehende Nahrungsmittelknappheit kompensieren.

Denn wenn Dürreperioden, sprunghafte Marktpreise, bewaffnete Konflikte und andere Krisen eintreffen, kommt die Produktion der üblichen Nahrungsmittel zum Erliegen. Wälder könnten hier auffangen und beschützen.

Vielleicht kann der Wald-Bericht auch dazu beitragen, dass die Wälder endlich wieder die Wertschätzung bekommen, die sie verdient haben!

Immerhin erschien er kurz vor der finalen Festlegung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die neben weiteren globalen Herausforderungen vor allem Armut und Hunger reduzieren sollen.

Der Wald-Bericht liefert wertvolle Einsichten, inwieweit die UN agieren kann, ihr Ziel zu erreichen – nämlich bis zum Jahr 2025 den weltweiten Hunger eliminiert zu haben.

Wie schön wäre es, wenn der Wald und seine Nahrungsmittel hierbei eine massgebliche Rolle spielen dürfte!

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Quellen:



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