Entsteht nach der Hormontherapie bei Prostatakrebs Alzheimer?

Prostatakrebs ist bei Männern eine der häufigsten Krebsformen. Dabei wird das Krebswachstum vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron gefördert. In manchen Fällen – bei besonders aggressiven Verlaufsformen oder wenn andere Therapien nicht in Frage kommen – wird daher die sog. Androgendeprivationstherapie (ADT) eingesetzt.

Meist spricht man der Einfachheit halber von Hormontherapie, Antihormontherapie oder Hormonentzugstherapie. Der Patient erhält Medikamente, die entweder die Testosteronproduktion drosseln oder die Wirkung des Testosterons in der Prostata verhindern. Was sinnvoll klingt, kann aber auch Risiken bergen. So wird beispielsweise schon länger diskutiert, ob die Hormontherapie nicht etwa zu Alzheimer führen könnte.

Nebenwirkungen der Antihormontherapie

Heilen kann die ADT den Prostatakrebs nicht. Sie kann lediglich – für die Dauer ihrer Anwendung – das Fortschreiten des Krebses verlangsamen. Auch muss der Patient mit Nebenwirkungen rechnen, wie etwa Hitzewallungen, Verlust der Libido, Erektionsstörungen, Muskelabbau, erhöhtes Diabetes- und Herz-Kreislauf-Risiko, Osteoporose, schmerzhafte Vergrösserung der Brustdrüsen etc.

In einer Analyse(1) der University of Pennsylvania, die Anfang Juli im Fachmagazin JAMA Network Open veröffentlicht wurde, zeigte sich, dass durch die Antihormontherapie in den darauffolgenden zehn Jahren auch das Risiko für Alzheimer steigen kann. Wie es genau durch die ADT zu einer Demenz kommen könnte, ist noch nicht geklärt, so dass verschiedene Mechanismen in Frage kommen.

Sinkender Testosteronspiegel fördert Risikofaktoren einer Demenz

Bekannt ist, dass ein sinkender Testosteronspiegel automatisch die Entstehung der typischen Risikofaktoren einer Demenz fördern kann, wie etwa Diabetes oder Depressionen und – wie eine Studie von 2014 zeigte (2) – auch direkt zu kognitiven Störungen beitragen kann.

Gerade Diabetespatienten müssen stets mit einem höheren Demenzrisiko rechnen, da der Diabetes Blutgefässe beschädigen kann, was wiederum zu Durchblutungsstörungen im Gehirn und somit auch zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz führen kann.

Risiko steigt nach ADT

Die Forscher der University of Pennsylvania untersuchten die Daten von mehr als 150.000 Prostatakrebs-Patienten (im Alter von 70 bis 79 Jahre), die ihre Krebsdiagnose zwischen 1996 und 2003 erhalten hatten und bis 2013 wissenschaftlich begleitet wurden.

62.000 dieser Patienten hatten eine ADT erhalten, 91.000 nicht. Das Alzheimer-Risiko lag in der ADT-Gruppe bei 13,1 Prozent, in der ADT-freien Gruppe bei nur 9,4 Prozent. Das Risiko, andere Demenzformen zu entwickeln, lag in der ADT-Gruppe sogar bei 21,6 Prozent, in der ADT-freien Gruppe bei nur 15,8 Prozent.

Wahl der Krebstherapie sollte sorgfältig getroffen werden

Frühere Studien zu diesem Thema kamen zu gemischten Ergebnissen, fanden also in manchen Fällen keinen Zusammenhang zwischen der ADT und einer Demenz bzw. einem Alzheimer. Die neue Studie jedoch wurde anhand höchst zuverlässiger Daten (National Cancer Institute Database, 30 Prozent der US-Bevölkerung) aus einem durchschnittlich achtjährigen Zeitraum erstellt, so dass ihr mehr Bedeutung beigemessen werden kann als den bisherigen Analysen.

Natürlich bedeutet die Studie nicht, dass eine ADT kurzerhand zu Alzheimer oder Demenz führt, doch weist sie auf mögliche Risiken hin, so dass man bei der Wahl der Krebstherapie äusserst sorgfältig vorgehen sollte.

Jüngere Patienten sollten keine ADT erhalten

Wissenschaftlerin Grace Lu-Yao vom Sidney Kimmel Cancer Center in Philadelphia sagte sogar, dass das mögliche Demenzrisiko nach einer ADT bei jüngeren Patienten so schwer wiege, dass etwaige Vorteile dieser Therapie es nicht wert seien, das Risiko einzugehen.

Jüngere Männer mit Prostatakrebs sollten also unbedingt nach alternativen Therapien Ausschau halten, wozu aus unserer Sicht (ZDG) in jedem Fall auch die passende Ernährung sowie naturheilkundliche Massnahmen gehören sollten.

So weisen Studien bereits darauf hin, dass bei Prostatakrebs tierische Fette, Frittiertes und Milchprodukte gemieden werden sollten, während man auf eine gute Omega-3-Versorgung achten sollte und als Nahrungsergänzung zu Curcumin und Capsaicin greifen könnte. Als empfehlenswerte Mahlzeit bei Prostatakrebs gilt Blumenkohl (oder Brokkoli) mit Kurkuma.

Quellen

  • (1)Ravishankar Jayadevappa et al., Association Between Androgen Deprivation Therapy Use and Diagnosis of Dementia in Men With Prostate Cancer, JAMA Network Open, 2019
  • (2)McGinty HL et al., Cognitive functioning in men receiving androgen deprivation therapy for prostate cancer: a systematic review and meta-analysis, Support Care Cancer. 2014 Aug;22(8):2271-80. doi: 10.1007/s00520-014-2285-1. Epub 2014 May 25

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