Blinddarmentzündung durch Darmspiegelung
Schulmedizin

Blinddarmentzündung häufiger nach Darmspiegelung

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 08.07.2018
  • 1 Kommentar
Blinddarmentzündung häufiger nach Darmspiegelung
© istockphoto.com/robertprzybysz

Obwohl Blinddarmentzündungen nicht mehr so häufig auftreten als noch vor einigen Jahren, werden in Deutschland dennoch jährlich 110.000 Wurmfortsätze infolge einer Entzündung operativ entfernt. In den USA sind jährlich immerhin noch 7 Prozent der Bevölkerung von einer Blinddarmentzündung betroffen. In den meisten Fällen sind keine Ursachen bekannt, so dass die Hintergründe von Blinddarmentzündungen nach wie vor erforscht werden. Wissenschaftler entdeckten nun, dass nach einer Darmspiegelung das Risiko für eine Blinddarmentzündung deutlich steigt.

Kann eine Darmspiegelung eine Blinddarmentzündung auslösen?

Bei einer Blinddarmentzündung ist bekanntlich nicht der Blinddarm, sondern der Wurmfortsatz entzündet. Es handelt sich dabei um einen etwa 10-cm-langen wurmförmigen Fortsatz, der im rechten Unterbauch liegt. Ist die Verbindung zwischen Wurmfortsatz und Blinddarm verstopft (z. B. durch verhärteten Stuhl (Kotsteine)), kann sich der Wurmfortsatz entzünden. Natürlich kann es auch andere Entzündungsursachen geben.

Breitet sich die Entzündung aus, steigt die Gefahr eines Blinddarmdurchbruchs, der u. U. tödlich ausgehen kann. Die Blinddarmoperation ist im Allgemeinen nach 20 Minuten erledigt und sollte im Zweifel nicht aufgeschoben werden. Typische Symptome einer Blinddarmentzündung sind Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und eine angespannte Bauchdecke am rechten Unterbauch. Forscher von der University of North Dakota (UND) stellten nun fest, dass die Gefahr einer Blinddarmentzündung nach einer Darmspiegelung (Koloskopie) steigen kann.

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Darmspiegelung – und kurz danach Blinddarmentzündung

„Manche meiner Patienten hatten eine Darmspiegelung in ganz unterschiedlichen Kliniken – und kurze Zeit später erlitten sie eine Blinddarmentzündung“, erklärt Dr. Marc D. Basson, Dekan der medizinischen Fakultät der UND.
„Die Patienten machten sich natürlich Gedanken und fragten sich, ob der Arzt bei der Darmspiegelung wohl irgendeinen Fehler gemacht hatte. Beides – eine Blinddarmentzündung und auch eine Darmspiegelung – tritt jedoch so häufig auf, dass auch ein rein zufälliges Zusammentreffen möglich wäre.“

Basson und sein Team untersuchten nun, ob es nicht vielleicht doch einen Zusammenhang zwischen einer Darmspiegelung und einer nachfolgenden Blinddarmentzündung geben könnte. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Januar 2018 in JAMA Surgery, einem Ableger des Journal of the American Medical Association.

Innerhalb einer Woche Blinddarmentzündung

Basson schrieb im entsprechenden Artikel, man habe Hinweise dafür gefunden, dass eine Darmspiegelung bei manchen Patienten eine Blinddarmentzündung auslösen könne – und zwar innerhalb einer Woche nach der Darmspiegelung. Ausgewertet wurden dafür die Daten von annähernd 400.000 Personen in den gesamten USA, die zwischen 2009 und 2014 eine Darmspiegelung durchführen liessen.

„In der ersten Woche nach einer Darmspiegelung war die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Blinddarmentzündung entwickelte, viermal so hoch als im übrigen Jahr“, erklärte Dr. Basson.

Wie genau eine Darmspiegelung die Entzündung des Blinddarms bzw. des Wurmfortsatzes begünstigen könnte, ist noch nicht geklärt.

Darmspiegelung könnte Entzündungsprozesse auslösen

Die Forscher vermuten jedoch, dass die Vorbereitungsmassnahmen, die vor der Darmspiegelung durchgeführt werden müssen (Abführmittel u. ä.), die Darmflora so verändern, dass sich mit grösserer Wahrscheinlichkeit Entzündungsprozesse entwickeln können. Auch während der Koloskopie könnte es zu negativen Einflüssen auf die Darmschleimhaut kommen, so dass eine nachfolgende Blinddarmentzündung wahrscheinlicher wird. Unzureichend gereinigte Endoskope könnten ebenfalls an der Problematik beteiligt sein und Fremdkeime in den Darm einschleppen.

Natürlich sollten sich Patienten nun nicht gegen eine Darmspiegelung entscheiden, wenn eine solche notwendig werden sollte. Denn auch wenn die Zahl der Blinddarmentzündungen nach einer Darmspiegelung steigt, so überwiegt nach wie vor der Nutzen einer Koloskopie. Wenn jedoch nach einer Darmspiegelung Schmerzen im Unterbauch auftreten sollten, dann zögern Sie nicht, sofort Ihren Arzt davon in Kenntnis zu setzen, um eine Blinddarmentzündung auszuschliessen.

Wir empfehlen ausserdem, nicht erst am Vortag mit den Vorbereitungen zur Darmspiegelung zu beginnen. Besser wäre es, die Wochen vor einer geplanten Darmspiegelung für ein Basenfasten zu nutzen, Schonkost zu essen oder zumindest insgesamt weniger zu essen. Wer ausserdem eine ballaststoffreiche Ernährung praktiziert, regelmässig darmreinigende Massnahmen ergreift und gelegentlich Einläufe durchführt, kann Kotsteinen vorbeugen, Entzündungsprozesse lindern und so das Risiko einer Blinddarmentzündung reduzieren.

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Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

Zuletzt kommentiert

Daniel Faust schrieb am 03.05.2018

Liebes Team von Zentrum der Gesundheit,

zunächst einmal ein großes Dankeschön an das gesamte Team, ihr leistet unglaubliches. Ihr seit für mich die beste deutschsprachige Internetseite, welche sich rund ums Thema Ernährung und Gesundheit beschäftigt.

Nun zu meiner Frage. Ich bin 25 Jahre alt und ernähre mich seit knapp einem Jahr Vegan bzw. vegetarisch (keine tierischen Produkte außer mehrmals die Woche gekochte Bio-Eier). Ich habe mich aufgrund der Diagnostizierung von Dickdarmkrebs bei meinem Vater (im 50. Lebensjahr, im Jahr 2015) und persönlicher gesundheitlicher Probleme für diese Ernährungsweise entschieden. Meine Ernährung davor war wortwörtlich eine Katastrophe. Jeden Tag Fastfood, Softdrinks, immer wieder Alkohol, kaum Obst und Gemüse, dafür tonnenweise Fleisch, vorallem vom Grill und natürlich unmengen an Milchprodukten. Eine karzinogenere Ernährung gibt es wahrscheinlich nicht als jene, welche ich geführt habe.

Ich leide an mehreren Symptomen und versuche diese mit viel Mühe in den Griff zu bekommen, daher wende ich mich nun an euch. Ich hatte schon immer Probleme mit meinem Darm doch der Höhepunkt war ein körperlicher Zusammenbruch im September 2016. Ich war in Griechenland am Meer und habe beim schwimmen Wasser verschluckt. Beim verlassen des Meeres habe ich nach etwa 10 Minuten stechende Bauchschmerzen bekommen und nach etwa 30 Minuten sind die Schmerzen im Magen unerträglich geworden, meine Arme und Beine haben angefangen zu kribbeln, mir wurde schwarz vor Augen und ich bin daraufhin zusammengebrochen. Ich vermute dass ich irgendetwas verschluckt hatte. Nach einer Infusion in der Notambulanz ging es mir etwas besser, so dass ich Nachhause konnte. Am nächsten Tag wurde mir wieder schwarz vor Augen und mir ging es sehr schlecht. Schwindel, zittern, total schwach und ausgelaugt. Nachdem ich wieder in Österreich war habe ich mich untersuchen lassen. Blut, Stuhl, Urin, Ultraschall der inneren Organe -> alles ohne besondere Auffälligkeiten. Danach wurde eine Irrigoskopie gemacht, welche aufgrunde des Abführmittels, des Kontrastmittels und eingeblasener Luft in den Darm (was sich so angefühlt hat als ob es mir jede Minute den Darm zerfetzt) nur noch mehr geschadet hat und diese war natürlich ohne Auffäligkeiten. Bei einer Unverträglichkeitsuntersuchung hat man dann eine Histaminintoleranz festgestellt. Damit hatte ich davor nie Probleme.

Seit diesem Ereignis habe ich wirklich schlimme Probleme mit meinem Darm. Ständig breiiger Stuhl mit oft nicht verarbeiteten Stückchen darin. Immer wieder ein starkes Stechen im Darm nach gewissen Mahlzeiten. Ständig aufgeblähter Bauch. Ständig Blähungen. Ich fühle mich durchgehend schlapp und Energielos, bin Müde und oft antriebslos. Ich leide zusätzlich unter einem Tinitus, immer wieder mal Herzrhythmusstörungen, innerer angespanntheit und Nervosität, unruhe, Schlafstörungen, mouches volantes, starker Angst, und psychischen Problemen wie Wahrnehmungsstörungen (mir kommt meine Umwelt und ich mir selbst fremd vor), ein Gefühl wie Watte im Kopf (Brainfog?), Muskelzucken am ganzen Körper, Konzentrationsstörungen usw.

Nach ausführlicher Recherche auf eurer Internetseite habe ich mich für eine ganzheitliche Entgiftung entschieden (sprich Darm, Leber, Niere - in dieser Reihenfolge). Weiters will ich anfangen Vitamin B12 zu supplementieren. Ich will meinen Darm entgiften und meine Darmflora wieder aufbauen. Ich will endlich ein gesundes und erfülltes Leben.

Nun zu meiner eigentlichen Frage, mein Arzt unterstützt mich bei dem ganzen Prozess leider nicht und beharrt auf eine Darmspiegelung. Ich habe aber einfach keine Lust mehr mir wieder hinten etwas hineinstecken zu lassen, mein Körper hat bei den ganzen Untersuchungen schon genug gelitten, vorallem bei der Irrigoskopie.

Findet ihr das eine Darmspiegelung trotzdem sinnvoll wäre? Weil ich denke mir selbst wenn etwas dabei rauskommt, mein Arzt wird mir sowieso gleich Antibiotika verschreiben, welche ich nicht nehmen werde und die natürliche Behandlung wäre sowieso eine Darmentgiftung in Verbindung des aufbaus der Darmflora oder nicht? Außerdem glaube ich das eine Darmspiegelung dem Darm bzw. Körper ziemlich zusetzt und die möglichen Komplikationen sind auch nicht so ohne.

Ich weiß dass ihr aus der ferne keine Diagnose stellen könnt, aber könntet ihr mir vielleicht noch Tipps geben wie ich vorangehen soll?

Meine geplante Vorangehensweise ist momentan diese:

- Darmentgiftung + Aufbau der Darmflora (nach eurer Anleitung)
- Leberentgiftung
- Nierenentgiftung
- Anfangen mit der supplementierung von Vitamin B12 und evtl. DHA und EPA aus Algen

soll ich sonst noch welche Nahrungsergänzungsmittel nehmen? OPC, Chlorella oder andere B-Vitamine?

Soll ich meinen Vitamin B12 Spiegel testen lassen (natürlich HoloTC und evtl. MMA)?

Soll ich bestimmte Untersuchungen machen?

Ich hoffe wirklich ihr findet Zeit für eine Antwort und falls nicht verstehe ich das selbstverständlich auch :-)

Liebe Grüße!

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Daniel

Ganz lieben Dank für Ihr Feedback und Ihr Lob, das uns sehr gefreut hat! :-)

Ihr Darm wird in jedem Fall sehr von Ihrer Nervosität beeinflusst bzw. umgekehrt (Stichwort Darm-Hirnachse). Eine der wichtigsten Massnahmen sollte daher ENTSPANNUNG lauten - ganz gleich welche Methode Sie dazu anwenden, ob Meditation, Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga oder was auch immer.

Bedenken Sie ferner, dass jede Reinigung sehr anstrengend sein kann für den Organismus. Daher sollten dazwischen immer einige Wochen Pause liegen.

Gehen Sie langsam vor.

Versuchen Sie jene Lebensmittel herauszufinden, mit denen es Ihnen gut geht - unter Berücksichtigung der Histaminintoleranz. Trinken Sie viel Wasser, und sonst keine Getränke, höchstens eine Tasse basischer Kräutertee pro Tag.

Vitamin B12 können Sie auch einnehmen, ohne den Spiegel testen zu lassen, z. B. 1000 µg pro Tag. Dazu einen hochdosierten B-Komplex und Omega-3 sowie evtl. Magnesium (200 mg, Vorsicht, da es leicht abführend wirken kann). Dazu den Darmflora-Aufbau - und dann warten Sie ab, wie es Ihnen geht.

Sie könnten jedoch einen Check auf eine Schwermetallbelastung durchführen lassen (es gibt Heimtests dazu, bitte googeln). Je nach Ergebnis können Sie weitere Schritte einleiten.

Alles Gute und einen schönen Abend!

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

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