Demenz: Eine Nebenwirkung mancher Medikamente

Medikamente können die unterschiedlichsten Nebenwirkungen haben. Bei manchen Medikamenten gehört ein erhöhtes Demenzrisiko dazu – wie sich in einer grossen Studie ergab, die von Forschern der University of Nottingham im Juni 2019 im Fachmagazin JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurde.

Es handelt sich um sog. Anticholinergika. Diese Medikamentengruppe wird bei ganz unterschiedlichen Beschwerden verordnet – von Blasenproblemen (Reizblase) über Parkinson und Verdauungsbeschwerden bis hin zu Depressionen und Epilepsie.

Anticholinergika lassen das Demenzrisiko steigen

Anticholinergika hemmen den Botenstoff namens Acetylcholin. Dieser Botenstoff führt u. a. zur Kontraktion der glatten Muskulatur z. B. im Magen-Darm-Trakt oder der Blase. Wird dieser Botenstoff gehemmt, kommt es zu einer entspannenden Wirkung, weshalb Anticholinergika bei der Reizblase oder Magenkrämpfen hilfreich sein können oder auch das Zittern bei der Parkinson Erkrankung lindern.

Für oben genannte Studie hatten die beteiligten Wissenschaftler die Daten von insgesamt fast 300 000 Studienteilnehmern aus den Jahren 2004 bis 2016 ausgewertet (225 000 ohne Demenz, 60 000 mit Demenz) und festgestellt, dass jene, die Anticholinergika nahmen, ein höheres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken.

Auch wenn andere Risikofaktoren in die Auswertung miteinbezogen wurden (BMI, Rauchen, Alkoholkonsum, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Blutdruckmedikamente etc.), blieb das erhöhte Demenzrisiko durch Anticholinergika bestehen.

Demenzrisiko steigt um 50 Prozent

Konkret lautete das Studienergebnis folgendermassen: Wer im Alter von 55 oder darüber täglich und über mindestens drei Jahre hinweg starke Anticholinergika einnehmen musste, hatte ein um 50 Prozent höheres Risiko, an Demenz zu erkranken als Personen gleichen Alters, die diese Medikamente nicht nahmen.

Ärzte sollten also künftig sehr sorgfältig abwägen, ob sie ihren Patienten wirklich langfristig Anticholinergika verordnen müssen, rät Studienautor Professor Tom Dening. Wer bereits die genannten Medikamente nimmt, sollte diese natürlich nicht sofort absetzen, sondern mit seinem Arzt besprechen, ob die Therapie tatsächlich nötig ist oder ob es nicht vielleicht Alternativen geben könnte.

Anticholinergika sind nicht die einzigen Medikamente, die das Risiko für eine Demenz erhöhen. Weitere Arzneimittel, die ein erhöhtes Demenzrisiko auf ihrer Liste mit Nebenwirkungen haben, finden Sie hier:

Es lohnt sich also, jeweils nach Alternativen Ausschau zu halten!

Quellen

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