Wie ein Vitamin das Verhalten von Hautkrebszellen beeinflusst

Krebsforscher der University of Leeds stellten fest, dass sich – zumindest in Laborversuchen – die Aggressivität von Hautkrebszellen mit Hilfe von Vitamin D reduzieren lässt (1). Das Vitamin beeinflusste im Innern der Krebszelle bestimmte Signalwege, was sodann zu einem verlangsamten Wachstum des Krebses führte.

Auch konnte bei Mäusen mit Hilfe einer verstärkten Vitamin-D-Wirkung die Streuung (Metastasierung) des Krebses in die Lungen verhindert werden.

Veröffentlicht wurde die Studie Anfang November 2019 im Fachmagazin Cancer Research, einem Journal der American Association for Cancer Research (Amerikanische Gesellschaft für Krebsforschung).

Vitamin-D-Mangel verschlechtert Prognose bei Schwarzem Hautkrebs

In Deutschland erhalten jährlich mehr als 21 000 Menschen eine Hautkrebsdiagnose. Bei weiteren 9 000 stellt man Frühformen des Melanoms fest. Meist sind der Rücken oder die Unterschenkel betroffen (3).

Nur etwa 55 Prozent der Patienten, die ihre Hautkrebsdiagnose erst im Endstadium erhalten haben, überleben im Allgemeinen das erste Jahr nach ihrer Diagnose – so Daten aus dem Vereinigten Königreich (2). Bei Patienten, deren Hautkrebs in einem frühen Stadium entdeckt wurde, leben zu diesem Zeitpunkt noch 100 Prozent. Es ist daher wichtig, so früh wie möglich gegen den Krebs aktiv zu werden.

Bekannt war bereits, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel bei schwarzem Hautkrebs (dem Malignen Melanom) zu einem ungünstigeren Verlauf führen kann. Der dahinter liegende Mechanismus jedoch war noch ungeklärt.

Wenn Vitamin D nicht wirken kann, wächst der Tumor

Professor Julia Newton-Bishop von der University of Leeds und ihr Team untersuchten nun jene Zellprozesse, die das Vitamin D in der Hautkrebszelle beeinflussen kann. Auch wurde geschaut, was passiert, wenn auf der Oberfläche der Hautkrebszellen der sog. Vitamin-D-Rezeptor (VDR) fehlt. Vitamin D kann erst auf eine Zelle einwirken, wenn diese über Vitamin-D-Rezeptoren verfügt. Das Vitamin bindet sich an den Rezeptor und übermittelt nun der Zelle seine Anweisungen

Das Forscherteam überprüfte anhand von 703 Hautkrebsumoren (ohne Metastasen) und 353 bereits metastasierenden Hautkrebstumoren die Aktivität des Gens, das für die Bildung der VDR in menschlichen Hautkrebszellen zuständig ist.

Es zeigte sich: Je weniger VDR ein Tumor hatte, umso schneller wuchs er, umso eher streute (metastasierte) er und umso geringer war die Aktivität jener Gene, die das Immunsystem in die Lage versetzen, gegen den Krebs zu kämpfen.

Vitamin D aktiviert das Immunsystem, so dass dieses den Krebs bekämpfen kann

Als man nun bei Mäusen die Menge der VDR auf den Hautkrebszellen erhöhte (was eine bessere Vitamin-D-Wirkung ermöglichte), verlangsamte sich das Wachstum der Hautkrebszellen und ihre Neigung zu streuen, schwand.

Professor Newton-Bishop sagte: „Nach vielen Forschungsjahren wissen wir nun, auf welche Weise Vitamin D Hautkrebs beeinflussen kann (indem es die Aktivität des sog. Wnt/β-Catenin-Signalwegs reduziert).“

„Besonders faszinierend aber ist, dass wir sehen konnten, wie Vitamin D dem Immunsystem hilft, Krebs zu bekämpfen. Sobald der Wnt/β-Catenin-Signalweg im Hautkrebs aktiv ist, wird dadurch das Immunsystem blockiert und es können weniger Abwehrzellen das Innere des Krebses erreichen, von wo sie ihn besser bekämpfen könnten. Vitamin D selbst bekämpft den Krebs also nicht. Es aktiviert lediglich das Immunsystem entsprechend.“

Bei Hautkrebs Vitamin-D-Spiegel überprüfen!

Martin Ledwick vom Krebsforschungsinstitut des Vereinigten Königreiches (Cancer Research UK), sagte dazu: „Vitamin D ist wichtig für die Knochen- und Muskelgesundheit, so dass man schon allein deshalb auf eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung achten sollte – besonders im Winter.

Bei einer Hautkrebsdiagnose aber ist es umso wichtiger, den Vitamin-D-Spiegel überprüfen zu lassen und einen möglichen Mangel zu beheben.“

Wie Sie das machen, haben wir hier erklärt: Vitamin D – Die richtige Einnahme. Im Zweifel und auch wenn eine chronische Krankheit oder bereits ein Krebs vorliegen, wenden Sie sich an Ihren Arzt, um mit ihm das weitere Vorgehen zu besprechen.

Quellen

  1. Sathya Muralidhar et al, Vitamin D-VDR signaling inhibits Wnt/beta-catenin-mediated melanoma progression and promotes anti-tumor immunity, Cancer Research (2019).
  2. Cancer Research UK, Vitamin D dials down aggression in melanoma cells, MedicalXpress, 6. November 2019
  3. Onko Internetportal, Malignes Melanom („Schwarzer Hautkrebs“) abgerufen am 7.11.2019