Risiko für die Gesundheit

E-Zigaretten: Mehr Formaldehyd als gedacht

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 11.07.2018
  • 3 Kommentare
E-Zigaretten: Mehr Formaldehyd als gedacht
© istockphoto.com/vchal

E-Zigaretten werden gerne als die gesunde Alternative zum gewöhnlichen Tabak beworben. Ganz so harmlos, wie mancher Dampfer glauben möchte, sind E-Zigaretten aber nicht. Schon vor drei Jahren schrieben Forscher der Portland State University, dass der Dampf von E-Zigaretten bislang unentdeckt gebliebene Formaldehydformen enthalte. Dieselben Wissenschaftler überprüften nun ihre damaligen Forschungen und stellten fest: Das Formaldehydrisiko ist sogar noch höher, als sie seinerzeit angenommen hatten.

E-Zigaretten mit krebserregendem Formaldehyd

E-Zigaretten mögen sich zwar wunderbar zur Rauchentwöhnung eignen, doch sobald diese abgeschlossen ist, sollte der nächste Schritt die E-Zigaretten-Entwöhnung sein. Denn das dauerhafte Dampfen ist keinesfalls gesund.

So können E-Zigaretten beispielsweise die Mundschleimhaut schädigen, die Lungenfunktionen beeinträchtigen und das Immunsystem schwächen.

Forscher der Portland State University, die vor drei Jahren einen Artikel im Fachmagazin New England Journal of Medicine zur Formaldehydbelastung des E-Zigaretten-Dampfes veröffentlicht hatten, entdeckten nun in einer erneuten Studie zu diesem Thema, dass das Formaldehydrisiko sogar noch höher ist, als zuvor gedacht.

Brunnenkresse

15-mal mehr Formaldehyd als in herkömmlichen Zigaretten

Im Jahr 2015 hatte das Professorenteam David Peyton, Robert Strongin und James Pankow festgestellt, dass E-Zigaretten-Dampf neue Formaldehydformen enthielt – und zwar 15-mal mehr als in herkömmlichen Zigaretten. Man hatte die Chemikalien seinerzeit bei höchster Temperatureinstellung gefunden.

Formaldehyd ist ein bekanntes Karzinogen, also ein krebserregender Stoff. Im Gegensatz zum gasförmigen Formaldehyd handelt es sich bei den neu entdeckten Formaldehydformen um Moleküle, die sich an andere Partikel im E-Zigaretten-Dampf heften. Auf diese Weise können sie viel tiefer in die Lungen gelangen als gasförmiges Formaldehyd.

Grenzwerte werden weit übertroffen

Damals – im Jahr 2015 – meinten E-Zigaretten-Befürworter, dass die hohen Temperaturen, die bei besagter Studie zur Anwendung kamen, einen so unangenehmen Geschmack hervorrufen würden, dass kaum jemand auf diese Weise dampfen würde.

Daher wurden in der neuen Studie, die im Mai 2018 in Scientific Reports erschien, die Dämpfe bei den üblichen Temperaturen untersucht. Peyton und Strongin fanden dennoch sowohl gasförmiges Formaldehyd als auch die neuartigen Formaldehydpartikel – und zwar in Mengen, die über den Grenzwerten der OSHA lagen, die also die an Arbeitsplätzen erlaubten Formaldehydwerte überstiegen. OSHA steht für Occupational Safety and Health Administration und ist eine Behörde der USA, die sich darum kümmert, dass die Bundesarbeitssicherheitsgesetze auch umgesetzt werden.

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Nicht nur Formaldehyd in E-Zigaretten

Professor Strongin sagte, dass schon allein dies Zweifel an der Sicherheit von E-Zigaretten aufkommen lasse. Allerdings sind E-Zigaretten nicht nur aufgrund ihres Formaldehydgehalts wenig empfehlenswert. Sie enthalten ausserdem noch weitere schädliche Chemikalien sowie bedenkliche Schwermetalle.

Hinweis: Bitte vor dem Posten von Kommentaren lesen!

Sie befinden sich bei uns auf einem Gesundheitsportal! Bei uns geht es also nicht darum, Dinge zu empfehlen (E-Zigaretten), die weniger schädlich als etwas Schädliches sind (Tabakzigaretten), sondern darum, Menschen auf einen wirklich gesunden Weg zu bringen.

Daher raten wir vom Rauchen UND vom Dampfen ab. Unsere Artikel empfehlen also nicht, wie uns von Dampfern häufig vorgeworfen wird, man solle besser rauchen als dampfen.

E-Zigaretten sind unserer Ansicht nach in Ordnung, wenn man sie gezielt (z. B. 6 Wochen lang) zur Rauchentwöhnung nutzt. Vom dauerhaften Dampfen raten wir jedoch unbedingt ab – schon allein deshalb, da sowohl beim Rauchen als auch beim Dampfen in der Nähe befindliche nichtrauchende und nichtdampfende Mitmenschen mitmachen müssen, ob sie das nun möchten oder nicht. Denn diese Menschen müssen etwas tun, das eindeutig schädlicher ist als das, was sie normalerweise tun würden, nämlich nicht rauchen und nicht dampfen.

In unseren Artikeln über E-Zigaretten werden verschiedene Studien vorgestellt. Falls Ihnen an den jeweiligen Studien irgendetwas falsch erscheint, bitten wir Sie, sich am besten direkt mit den entsprechenden Wissenschaftlern in Verbindung zu setzen. Die Kontaktdaten finden Sie – wie immer – bei den Quellen am Ende des Textes.

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scan schrieb am 24.06.2018

Nebenher ist die Lunge nicht für die Aufnahme von Wasser in derart hoher Konzentration gebaut. Das sollte man vielleicht bedenken. Sicher ist das Rauchen von Zigaretten nicht gesund. Tatsächlich ungesund sind aber die Gifte der Industrie, und vor allem die Filter. Ich bin selbst Raucher seit über 30 Jahren; habe aber von Anfang an filterfrei selbst gedreht und keinen Raucherhusten mit über 50 Jahren. Die Frechheit ist eigentlich, dass die Industrie den Tabak vergiftet, und dann auf "böse Raucher" gezeigt wird. Wenn man im Netz sucht, wird man schnell fündig, wo wahre Verursacher für Lungenkrebs liegen. (zB übermäßiger Konsum von Kohlenhydraten, wie gemahlenes Mehl usw ) Nebenher ist Bewegung ein wichtiger Bestandteil der Gesundheit, der von vielen vernachlässigt wird. Da steht nicht nur Lungenkrebs am Programm. Von Gelenkschmerzen bis Knochenschwund ist alles möglich dank Ablagerungen.

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo scan

Ja, es stimmt, dass es viele verschiedene Risikofaktoren für chronische Erkrankungen und auch für Krebs gibt. Dennoch zählt das Rauchen natürlich ebenfalls dazu (ob mit oder ohne Filter). Ideal ist es daher, wenn man auf eine gesunde Ernährung achtet, auf viel Bewegung - und das Rauchen (sowie Dampfen) aufgibt bzw. gar nicht erst damit anfängt.

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

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Quellen

  • James C. Salamanca, Jiries Meehan-Atrash, Shawna Vreeke, Jorge O. Escobedo, David H. Peyton, Robert M. Strongin, E-cigarettes can emit formaldehyde at high levels under conditions that have been reported to be non-averse to users, Scientific Reports, 15. Mai 2018, (Quelle als PDF)
  • Portland State University, Higher formaldehyde risk in e-cigarettes than previously thought, ScienceDaily, 21. Mai 2018, (Quelle als PDF)
  • R. Paul Jensen, Wentai Luo, James F. Pankow, Robert M. Strongin, David H. Peyton, Hidden Formaldehyde in E-Cigarette Aerosols, The New England Journal of Medicine, 22. Januar 2015, (Quelle als PDF)