Zentrum der Gesundheit
Betrunkener Mann liegt auf dem Sofa und schläft

Gesunder Darm schützt vor Alkoholismus

Autor: Zentrum der Gesundheit

Aktualisiert: 08 März 2021

Alkoholismus ist weit verbreitet. Ein sog. Leaky-Gut-Syndrom, das viele Menschen unwissentlich haben, sorgt dafür, dass der Durst auf Alkohol wächst und der Ausstieg aus dem Alkoholismus immer schwerer fällt. Beim Leaky-Gut-Syndrom ist die Darmschleimhaut durchlässiger als beim gesunden Menschen. Die Sanierung des Darms ist also auch hier der allererste Schritt zur Heilung.

Alkoholkrank durch gestörte Darmbarriere

Alkohol kann der Gesundheit massiv schaden. Er schädigt bekanntlich die Leber und verschlechtert damit die Entgiftungsleistung des Organismus. Alkohol erhöht das Krebsrisiko und zerstört überdies Gehirnzellen.

Auch für Männer, die gerne Vater werden wollen, ist Alkohol nicht gerade ideal. Denn Alkohol kann Männer zeugungsunfähig machen.

Nichtsdestotrotz ist Alkoholkonsum keineswegs verpönt, sondern gehört für viele einfach "dazu". Schlimmer noch: Wer in Gesellschaft keinen Alkohol trinken möchte, wird vielfach geradezu missbilligend behandelt.

Eine wissenschaftliche Studie aus Belgien zeigte nun, dass Alkohol nicht nur gesundheitliche Probleme verursachen kann, sondern bereits selbst die Folge eines ungesunden Zustandes sein kann – nämlich die Folge einer Darmerkrankung, dem sog. Leaky-Gut-Syndrom.

Dabei handelt es sich um eine Problematik der Darmschleimhaut, die nicht nur für Nähr- und Vitalstoffe durchlässig ist, sondern plötzlich auch Bakterien, Toxine und unvollständig verdaute Nahrungspartikel in den Blutkreislauf gelangen lässt.

Ein Leaky-Gut-Syndrom spürt man nicht direkt. Es äussert sich also nicht mit Durchfall oder Verstopfung, auch nicht mit Bauchweh oder Blähungen.

Was man spürt, sind jedoch die Folgen des Leaky-Gut-Syndroms – wie z. B. eine Allergie, eine Autoimmunerkrankung oder eben auch eine psychische Problematik wie Depressionen oder die Neigung, zu viel Alkohol zu trinken.

(Hier erfahren Sie, wie Sie mit Hilfe einer Symbioselenkung (Aufbau der Darmflora) Depressionssymptome lindern können: Darmflora-Aufbau gegen Depressionen)

Darmflora beeinflusst Alkoholkonsum

In unserem Verdauungstrakt tummeln sich in der Regel zehn bis einhundert Billionen Bakterien. Bei einem gesunden Darm handelt es sich dabei nicht um Krankheitserreger, sondern um lebenswichtige Gesundheitshelfer.

Darmbakterien sind unerlässlich für das Immunsystem und haben noch zahlreiche andere gesundheitsfördernde Eigenschaften, wie Sie hier nachlesen können: Die Darmflora aufbauen

Ist jedoch die Darmbarriere, also die Darmwand, durchlässig, können die Darmbakterien der Darmflora in den Blutkreislauf gelangen.

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Dort aber haben sie nichts verloren und können Entzündungen verursachen.

Während akute Entzündungen eine wichtige Schutzreaktion des Körpers darstellen, um sich vor Krankheitserregern zu schützen, sind chronische und systemische Entzündungen äusserst schädlich.

Entzündungen lösen psychische Erkrankungen aus

Chronische Entzündungen können nun diverse Erkrankungen auslösen – einschliesslich psychischer Störungen. Dazu kann neben Depressionen unter anderem auch der Alkoholismus gehören.

Dr. Philippe de Timary und Dr. Peter Stärkel entdeckten mit ihrem Team von der Université Catholique de Louvain in Belgien, dass ein "undichter" Darm auch direkt die Lust auf alkoholhaltige Getränke erhöhen kann.

An de Timarys Studie nahmen 63 Alkoholiker und zum Vergleich vierzehn gesunde Testpersonen teil.

Die Entzündungswerte im Blut der Alkoholiker wurden sowohl vor als auch nach einem Entzug untersucht.

Dabei zeigte sich, dass der Alkohol vor dem Entzug zu starken Entzündungsreaktionen im Körper führte, die mit einem erhöhten Alkoholdurst einhergingen. Diese entzündlichen Prozesse gingen nachweislich von solchen Darmbakterien aus, die sich im Körper selbstständig gemacht hatten.

Nach dem Entzug waren die Entzündungen zwar nicht vollends verschwunden. Es liess sich jedoch eine erhebliche Besserung feststellen.

Darm beeinflusst auch psychische Gesundheit

Dr. Stärkel betont die Bedeutung der Studienergebnisse. Sie zeigten, dass Prozesse im gesamten Körper die Funktionsweise des Gehirns beeinflussten – und damit letztendlich auch das Verhalten in Bezug auf den Alkoholkonsum.

Die Studie wurde im Magazin Biological Psychiatry veröffentlicht. Herausgeber Dr. John Krystal rät Medizinern, anhand dieser Grundlage auch eine Darmsanierung und die Behandlung von Entzündungen im Körper in die Therapie von Alkoholikern mit einzubeziehen.

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Quellen

  • Dr. Philippe de Timary et al., "Role of Inflammatory Pathways, Blood Mononuclear Cells, and Gut-Derived Bacterial Products in Alcohol Dependence", Biological Psychiatry, Oktober 2014, ("Rolle von entzündlichen Prozessen, mono nuklearen Blutzellen und Bakterienprodukten aus dem Darm bei Alkoholabhängigkeit")