Zentrum der Gesundheit
  • Hustenbonbons – selber machen
28 April 2022
4 min

Hustenbonbons: selber machen

Wenn die Nase läuft, der Hals kratzt und der Kopf schmerzt, können Hustenbonbons eine Wohltat sein. Denn in guten Hustenbonbons stecken viele heilsame Zutaten: Kräuter, Zitrone, Ingwer, Honig und vieles mehr. In käuflichen Hustenbonbons aber stecken meist mehr Zucker oder Süssstoffe als wirklich sinnvolle Zutaten. Daher macht man seine Hustenbonbons am besten selbst – und zwar nicht nur aus den besten Zutaten, sondern auch in Rekordzeit.

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Hustenbonbons und Halsbonbons: selbst gemacht

Hustenbonbons lutscht man, damit sich der Hustenreiz beruhigt, der Schleim sich löst und der Rachen nicht mehr so schmerzt. Hustenbonbons sind ausserdem sehr lecker, erfrischen den Atem und machen den Kopf klar. Sie sind also nicht nur in der Grippesaison im Einsatz – und das Selbermachen von Hustenbonbons lohnt sich gleich mehrfach.

Herkömmliche Hustenbonbons: viel Zucker

Wenn Sie Hustenbonbons kaufen, dann bestehen diese aus sehr oft mehr als drei verschiedenen Zucker- und Süssstoffarten, dazu Aromen, Farbstoffe, Säuerungsmittel, synthetische Vitamine und allenfalls etwas Eukalyptusöl oder auch Kräuterextrakte. Das ätherische Öl oder die Extrakte und somit die tatsächlichen Wirkstoffe machen dabei meist nicht viel mehr als 1 Prozent der Gesamtrezeptur aus.

Kein Wunder lindern Hustenbonbons die Beschwerden gerade noch ein bisschen während des Lutschens (wahrscheinlich aufgrund der verstärkten Speichelbildung), von einer tatsächlichen Heilwirkung aber spürt man häufig nicht besonders viel.

Hustenbonbons fördern Karies

Wenn das Bonbon dann auch noch mit Zucker oder Honig gesüsst ist, mangelt es nicht nur an Wirkung. Man versorgt beim Lutschen des Hustenbonbons auch noch vorhandene Kariesbakterien. Gerade aber wenn man erkältet ist, lutscht man die Bonbons auch nachts und steht bestimmt nicht nach jedem Bonbon auf, um die Zähne putzen.

Besser Hustenbonbons selber machen

Aus all diesen Gründen ist es sicherer, Hustenbonbons selber zu machen. Dann weiss man nicht nur, was drin ist, sondern auch wie viel drin ist. Man sorgt also zunächst für Zahnfreundlichkeit, indem man Xylitol verwendet – ein Zuckeraustauschstoff, der die Zähne und das Zahnfleisch schont und pflegt.

Weiterhin kümmert man sich dafür, dass auch wirklich eine wirksame Dosis der heilenden Substanzen enthalten ist. Welche Substanzen bzw. Heilkräuter das sind, bleibt Ihnen, Ihrem Geschmack und Ihren Beschwerden überlassen.

Kräuter für Hustenbonbons

  1. Ingwer stärkt das Immunsystem, wirkt desinfizierend, löst den Schleim, macht die Nase frei und den Kopf klar. Zudem lindert Ingwer Schmerzen – ob im Kopf oder in den Gliedern.
  2. Zimt wird traditionell bei Erkältungen und grippalen Infekten verwendet, da er von innen wärmt und entzündungshemmend wirkt.
  3. Salbei wirkt zusammenziehend, verhindert daher, dass Bakterien die Schleimhäute im Rachenraum angreifen und ist somit ideal für den Einsatz bei Halsschmerzen geeignet.
  4. Thymian ist das Hustenkraut schlechthin. Er löst den Schleim, stillt den Hustenreiz und wirkt antibiotisch.
  5. Pfefferminze wirkt beruhigend, entzündungshemmend und antibakteriell.
  6. Gewürznelken lindern Entzündungen, bekämpfen Bakterien und enthalten starke Antioxidantien.
  7. Zitronensaft (1 EL) verleiht den Bonbons eine spritzige Frische.

Rezept für selbst gemachte Hustenbonbons

Sobald Sie sich für eine Heilpflanze oder eine Heilkräutermischung entschieden haben, geht’s auch schon los:

Zutaten für Husten- und Halsbonbons

  1. 100 Gramm Xylit (Achtung: Xylit ist für Hunde tödlich! Achten Sie darauf, dass kein Hund Ihre Hustenbonbons stibitzen kann!)
  2. 2 EL fein pulverisierte Heilkräuter, z. B. eine Mischung einiger der oben genannten
  3. Um das Aroma und die Heilwirkung zu verstärken, können Sie noch 1 – 2 Tropfen eines ätherischen Öls dazu geben, z. B. Salbeiöl, Thymianöl oder Eukalyptusöl.

Zubereitung

  1. Xylit in einem Topf langsam und vorsichtig erwärmen, bis es flüssig geworden ist.
  2. Topf von der Herdplatte nehmen und mit einem Kochlöffel die pulverisierten Heilpflanzen und Gewürze einrühren.
  3. Die entstandene Bonbonmasse entweder in Candyformen (Bonbonförmchen aus Silikon) giessen oder aber mit einem Löffelchen kleine Portionen (so gross, wie die Bonbons werden sollen) auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben.
  4. Nach einer Stunde sind die Bonbons fest geworden. Warten Sie, bis Ihre Hustenbonbons völlig weiss sind. Jetzt können Sie sie aus der Form oder vom Papier lösen und dunkel und trocken aufbewahren (z. B. in einer Bonbon-/Keksdose).

Hustenbonbons mit Xylit vorsichtig dosieren

Da die Hustenbonbons Xylit enthalten, können diese ab einer gewissen Menge abführend wirken. Wenn Sie Xylit nicht gewöhnt sind, achten Sie darauf, nicht zu viele der Bonbons zu essen und auch Kindern nur maximal drei Bonbons am Tag zu geben.

Erythrit statt Xylit für die selbst gemachten Hustenbonbons?

Erythrit ist wie Xylit ein Zuckeralkohol, also ein Zuckeraustauschstoff. Er ist für Hunde nicht giftig (natürlich sollten Hunde dennoch kein Erythrit erhalten) und führt seltener zu Verdauungsbeschwerden als Xylit. Erythrit hat fast keine Kalorien (Xylit etwas mehr als halb so viel wie Zucker).

Nur leider werden die Hustenbonbons krümelig, wenn Sie statt Xylit nun Erythrit verwenden. An mancher Stelle wird nun geraten, Erythrit mit Fibersirup zu mischen, was die Konsistenz verbessert. Fibersirup (Fiber ist englisch und heisst Faser bzw. Ballaststoff) ist ein Sirup, der aus Maisfaser hergestellt und schliesslich mit Sorbit und Stevia gesüsst wird.

Das Mischungsverhältnis ist 50 g Erythrit, 15 g Fibersirup und 15 g Flüssigkeit, z. B. Zitronensaft sowie maximal 2 TL pulverisierte Hustenkräuter. Das Video mit der genauen Anleitung finden Sie unten.

Der Fibersirup nun ist - was die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel angeht - besser als Zucker, besonders natürlich ist er jedoch aufgrund seiner aufwändigen Herstellungsweise nicht. Auch kann das enthaltene Sorbit zu Blähungen und Völlegefühl führen. Der recht künstliche Geschmack ist pur nicht zu empfehlen.

*Wenn Sie den Sirup probieren möchten, finden Sie ihn hier: Fiber Syrup


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Quellen
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