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Grüntee erfolgreich gegen Oralkrebs

Mit seinem hohen Gehalt an wertvollen Antioxidantien ist grüner Tee längst ein beliebtes Mittel zur Krebsprävention. Neue Untersuchungen haben jetzt gezeigt, dass sich Grüntee bzw. die Antioxidantien daraus auch zur Behandlung von Krebs eignen. US-Wissenschaftler konnten zeigen, wie Grüntee Krebs im Mund- und Rachenraum (Oralkrebs) bekämpft.

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08 März 2021

Grüntee greift Krebszellen an

Die antioxidativ wirksamen Pflanzenstoffe aus grünem Tee sind für ihr krebsfeindliches Potential bekannt, werden jedoch bislang nur zur Krebsprävention empfohlen.

Forscher der Pennsylvania State University aus den USA fanden jetzt aber nicht nur heraus, dass Grüntee bereits bestehende Krebszellen angreift, sondern können auch erklären, WIE der Grüntee dies bewerkstelligt.

Grüner Tee ist reich an Antioxidantien, wie z. B. dem PolyphenolEpigallocatechingallat (EGCG), das stolze 30 Prozent der Trockenmasse des Tees ausmacht.

Prof. Joshua Lambert erzählt, dass die krebshemmende Wirkung von EGCG aus grünem Tee schon länger bekannt ist. Bislang hatten Wissenschaftler jedoch keine Erklärung dafür. Weiterhin ist bekannt, dass grüner Tee das Gedächtnis unterstützt.

Grüner Tee gegen Oralkrebs

Prof. Lambert und sein Team untersuchten die Wirkung von EGCG auf gesunde menschliche Zellen und auf Krebszellen aus dem Mundbereich.

Dabei zeigte sich, dass EGCG die Schutzmechanismen gesunder menschlicher Zellen verstärkt und sie so widerstandsfähig gegen oxidativen Stress macht. Oxidativer Stress wird durch freie Radikale aus Umwelt und Nahrung hervorgerufen, führt zu Zellschäden und kann so letztendlich Krebs auslösen.

Auf Krebszellen hatte das EGCG jedoch die umgekehrte Wirkung: Hier löste es oxidativen Stress aus! Es förderte die Entstehung von freien Sauerstoffradikalen in den Krebszellen. Diese wiederum griffen die Mitochondrien in den Zellen an, so dass die Energieversorgung der Zelle zusammenbrach, was den Zelltod zur Folge hat.

Gleichzeitig hemmte das EGCG in den Krebszellen die Aktivität antioxidativ wirkender Gene, sodass die Krebszellen schutzlos zurück blieben.

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Warum das EGCG so unterschiedlich wirkt, hat vermutlich mit einem Protein namens Sirtuin 3 zu tun. Es spielt eine wichtige Rolle in der Mitochondrienfunktion und anderen antioxidativen Reaktionen in vielen Körpergeweben – so Prof. Lambert.

Offenbar kann EGCG die Aktivität des Sirtuin 3 selektiv beeinflussen, so dass diese in Krebszellen abgeschaltet und in gesunden Zellen angeregt wird.

Grüner Tee: Alternative zur Chemo?

Die Forscher hoffen, mit diesen ersten Ergebnissen schon bald ein wirksames und nebenwirkungsfreies Mittel gegen Krebs auf den Markt bringen zu können.

Aktuell müssen sich die meisten Krebspatienten noch einer Chemotherapie unterziehen. Diese ist mit zahlreichen Risiken und schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden.

Prof. Lambert erläutert: “Das Problem bei vielen Chemo-Medikamenten ist – gerade im frühen Stadium – dass sie einfach nur Zellen angreifen, die sich schnell teilen.” Das ist bei Krebszellen zwar der Fall, aber ebenfalls bei Zellen in den Haarfollikeln und dem Darm.

Daher kommt es zu den typischen Nebenwirkungen der Chemo-Therapie, wie Durchfalloder Haarausfall. Nebenwirkungen dieser Art würden bei hochdosierten Antioxidantien aus Grüntee vermutlich nicht eintreten.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auch in unserem Artikel Krebs – und grüner Tee!

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Ramona, Absolventin

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Quellen
  • Prof. Joshua Lambert et al., “Differential prooxidative effects of the green tea polyphenol, (-)-epigallocatechin-3-gallate, in normal and oral cancer cells are related to differences in sirtuin 3 signaling”, Molecular Nutrition & Food Research, November 2014, (“Unterschiedliche prooxidative Auswirkungen von grünem Tee Polyphenol, Epigallocatechin-3-Gallat, bei normalen und Oralkrebszellen hängen mit Unterschieden in der Sirtuin 3-Signalübertragung zusammen”)