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Wie Sie mit Sex Ihre Schlafstörungen beheben

Fast die Hälfte der Deutschen ist mit ihrem Sexleben nicht zufrieden. Gleichzeitig leidet jeder dritte an Schlafstörungen. Mit mehr Sex aber liessen sich so manche Schlafstörungen beheben.

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31 März 2021

Schlafstörungen und schlechter Sex gehören zusammen

Was haben die Schlafqualität und das Sexleben gemein? Abgesehen davon, dass der Ort des Geschehens derselbe ist, so sind die Ursachen von Schlafstörungen und die Ursachen von wenig oder schlechtem Sex sehr ähnlich, beispielsweise Stress. Wer gestresst ist, schläft schlecht und hat meist auch kein Interesse an sexuellen Aktivitäten.

Wenig überraschend ist ausserdem, dass derjenige, der schlecht schläft, wenig Sex hat, weil er einfach übermüdet ist. Gleichzeitig schläft man offenbar schlechter, wenn man selten Sex hat. Umgekehrt ist bekannt, dass guter Sex am Abend zu einem bedeutend besseren Schlaf führt.

Häufigster Grund für mangelnde Lust auf Sex: Müdigkeit

Laurie Mintz, Professorin der Psychologie, Sexforscherin an der University of Florida und Autorin mehrerer Selbsthilfebücher für besseren Sex, wendet sich in ihren Büchern besonders an Frauen. Denn diese sind deutlich stärker sowohl von Schlafstörungen als auch einer geringeren Lust auf Sex betroffen. Der häufigste Grund, den Frauen ausserdem für ihre Lustlosigkeit angeben, ist Müdigkeit.

Gelingt es nun, den Schlaf zu verbessern, kommt auch die Lust wieder zurück. Eine Studie zeigte, je länger Frauen schlafen konnten, umso grösser war am nächsten Tag ihre Lust auf Sex. Nur eine Stunde mehr Schlaf führte zu einer um 14 Prozent höheren Chance, am nächsten Tag Sex zu haben.

Auch in den Wechseljahren: Schlafstörungen mindern Libido

Währen diese Studie mit College-Studentinnen durchgeführt wurde, ist die beschriebene Problematik in anderen Lebensphasen weitaus stärker ausgeprägt, etwa in den Wechseljahren, die häufig mit starken Schlafstörungen einhergehen. Gleichzeitig kommt es zu körperlichen Veränderungen (sinkende Hormonspiegel, Scheidentrockenheit u. a.), die zu einem geringeren Interesse an Sex führen.

Doch auch hier waren es laut einer Untersuchung die Schlafstörungen, die sich am meisten auf die Lust und Sexhäufigkeit auswirkten.

Besonders betroffen von einem schlechten Schlaf sind selbstverständlich Mütter mit Säuglingen. Abgesehen davon, dass sie wegen eines unruhigen Kindes oder der Sorge um das Kind schlecht schlafen, haben sie tagsüber oft zu viel zu tun, dass der daraus entstehende Stress die Schlafqualität noch weiter verschlechtert.

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Noch schlimmer sieht es bei berufstätigen Müttern von Schulkindern aus. Sie klagen von allen Frauen am meisten über Schlafstörungen. Dennoch sind auch Mütter betroffen, die “nur” Teilzeit arbeiten und solche, die gar nicht auswärts arbeiten.

Männer: Trotz Stress und Schlaflosigkeit immer noch Lust auf Sex

Männer sind zwar auch häufig gestresst, doch können bei ihnen weder Stress noch die daraus resultierende Schlaflosigkeit die Lust auf Sex so stark dämpfen, wie es bei Frauen der Fall ist. Verantwortlich für diesen Unterschied ist das Testosteron.

Sowohl Stress als auch Schlaflosigkeit führen zu einer Ausschüttung von Stresshormonen (Cortisol). Cortisol nun senkt den Testosteronspiegel. Testosteron aber ist eines jener Hormone, die Lust auf Sex machen – und zwar bei Männern und Frauen. Da Männer jedoch über deutlich mehr Testosteron verfügen als Frauen, ist der weibliche Testosteronvorrat schneller geleert als der männliche.

Trotz Stress und Schlaflosigkeit bleibt Männern also immer noch genügend Testosteron, um sich einen Rest sexueller Lust zu bewahren. Dennoch würde ein guter Schlaf natürlich auch bei Männern eindeutig das Sexleben verbessern.

Mit Sex Schlafstörungen beheben!

Nun ist es jedoch häufig so, dass sich Schlafstörungen nicht so leicht beheben lassen. Deutlich einfacher ist es da, sich trotz Müdigkeit zum Sex „aufzuraffen“. Und genau das ist empfehlenswert. Denn ein Orgasmus lässt nicht nur den Cortisolspiegel fallen, er führt auch zu einer Ausschüttung des Hormons Oxytocin – und dieses wiederum führt zu einem besseren Schlaf. Bei Frauen steigt nach dem Orgasmus ferner der Östrogenspiegel, bei Männern der Prolaktinspiegel. Das Östrogen lässt Frauen tiefer schlafen und das Prolaktin macht Männer schläfrig.

Wenn Sie Ihr Schlafzimmer zudem als Tabuzone für Smartphones, Tablets, Laptops und den Fernseher erklären und sich am Abend lieber ihrem Partner widmen, dann lösen Sie gleich zwei Probleme: Ihre Schlaflosigkeit schwindet und Ihr Sexleben kommt in Schwung.

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Ramona, Absolventin

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Quellen
  • Laurie Mintz, Professor of Psychology, University of Florida, Want better sex? Try getting better sleep, The Conversation, March 2018
  • Kalmbach DA et al., The Impact of Sleep on Female Sexual Response and Behavior: A Pilot Study, 16. März 2015
  • RB Deutschland, Einblicke in deutsche Schlafzimmer: Durex veröffentlicht neue Studie zum Sexleben der Deutschen, 16.02.2016
  • Kaye K. Brownlee et al., Relationship Between Circulating Cortisol and Testosterone: Influence of Physical Exercise, J Sports Sci Med. 2005