Wie Granatapfelsaft Ihrem ungeborenen Baby hilft

Der Granatapfel ist ein uraltes Symbol für das Leben. Die formschöne Frucht wird seit Jahrtausenden genutzt, um Leiden wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. Inzwischen mehren sich die wissenschaftlichen Studien, die der traditionellen Heilkunde recht geben.

Forscher von der Washington University und vom Brigham and Women's Hospital haben im Jahr 2019 eine weitere interessante Entdeckung gemacht: Werdende Mütter, die Granatapfelsaft trinken, schützen das Gehirn ihres ungeborenen Kindes.

Steigert Granatapfelsaft die Gehirnentwicklung ungeborener Babys?

An der randomisierten, placebokontrollierten und doppelblinden Pilot-Studie (2) nahmen 71 schwangere Frauen teil, bei deren ungeborenen Babys eine Intrauterine Wachstumsretardierung – kurz IUGR – diagnostiziert wurde. Es handelt sich hierbei um eine krankhafte Verzögerung des Wachstums eines Fetus in der Gebärmutter. Ein Viertel aller Todesfälle bei Neugeborenen ist darauf zurückzuführen.

Eine IUGR kann diverse Ursachen haben: Genetische Faktoren, mütterliche Erkrankungen und Umwelteinflüsse. Am häufigsten ist eine Funktionsstörung der Plazenta dafür verantwortlich, wodurch das Baby nicht ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. In Folge kann die Gehirnentwicklung beeinträchtigt werden. (3)

Die Probandinnen wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Sie bekamen bis zur Geburt des Babys täglich 237 Milliliter Granatapfelsaft oder ein Placebogetränk.

Warum Schwangere regelmässig Granatapfelsaft trinken sollten

Um zu ermitteln, inwiefern sich der Granatapfelsaft auf die Entwicklung des Gehirns bzw. auf Gehirnverletzungen auswirkt, wurden die ungeborenen Kinder einer fetalen Magnetresonanztomographie unterzogen.

Es handelt sich hierbei um eine bildliche Darstellung des sich entwickelnden Kindes, wobei die Funktionsweise des Gehirns – z. B. die Verbindung von Nervenzellen – untersucht wurde. Die Forscher stellten dabei fest, dass durch den Granatapfelsaft die Verdrahtung der Hirnzellen und die Gehirnentwicklung signifikant verbessert werden konnten.

Laut Studienleiterin Terrie Inder (1) konnte durch diese Studie erstmals aufgezeigt werden, dass das Gehirn von gefährdeten Babys in der Gebärmutter geschützt werden kann, wenn schwangere Frauen regelmässig Granatapfelsaft trinken.

Warum Granatapfelsaft auch das Gehirn Erwachsener schützen kann

Ausschlaggebend für die Schutzwirkung des Granatapfelsafts ist der besonders hohe Gehalt an Polyphenolen. Zu dieser Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen gehören laut Analysen (5) an der University of California vordergründig Ellagitannine sowie Anthocyane – und viele mehr.

Die medizinische Wirkung des Granatapfelsafts beruht vordergründig darauf, dass die Polyphenole starke antioxidative und antientzündliche Eigenschaften aufweisen. Diversen Studien zufolge kann der Granatapfel bei Krankheiten, die das Gehirn betreffen wie z. B. Alzheimer, hilfreich sein. So hat ein Review (4) spanischer Forscher im Jahr 2017 gezeigt, dass die Polyphenole im Granatapfel – im Besonderen Ellagitannine – das Gehirn vor chronischen Schädigungsfaktoren schützen können.

Interessant ist ausserdem (5), dass die im Granatapfel enthaltenen Inhaltsstoffe sich wechselseitig beeinflussen, wodurch die Wirksamkeit verstärkt wird. Eine einzelne isolierte Substanz ist demnach bei weitem weniger effektiv als der natürliche Verbund aller Inhaltsstoffe, wie er im Granatapfelsaft gegeben ist.

Worauf Sie beim Kauf von Granatapfelsaft achten sollten

Hochwertiger Granatapfelsaft besteht zu 100 Prozent aus Granatapfelsaft und enthält keinerlei Zusätze wie Zucker, Farb- und Geschmacksstoffe. Zudem sollten Sie ausschliesslich Bio-Granatapfelsaft kaufen, da die Früchte aus konventionellem Anbau oft Pestizidrückstände über dem erlaubten Höchstgehalt aufweisen (6).

Quellen

  • (1) Can pomegranate juice protect the infant brain?, Science Daily, August 2019
  • (2) Matthews LG et al, Maternal pomegranate juice intake and brain structure and function in infants with intrauterine growth restriction: A randomized controlled pilot study, PLoS One, August 2019
  • (3) Nadine Katja Rieder, Auditorisch und visuell evozierte Hirnpotentialezur Hirnfunktionsdiagnostik bei wachstumsretardierten Feten (IUGR) und „small for gestational age“-Feten (SGA), Doktorarbeit, Eberhard Karls Universität zu Tübingen, 2017
  • (4) Tejada S et al, Neuroprotective Effects of Ellagitannins: A Brief Review, Curr Drug Targets, 2017
  • (5) Sheng Wu et al, Diverse Phytochemicals and Bioactivities in the Ancient Fruit and Modern Functional Food Pomegranate (Punica granatum) Molecules, Oktober 2017
  • (6) Ellen Scherbaum, Kathi Hacker, Rückstände und Kontaminanten in Frischobst aus konventionellem Anbau 2018 – Ein Bericht aus unserem Laboralltag, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart

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