Graues Haar durch Kupfermangel?
Vorsorge Gesundheit

Hilft Kupfer gegen graues Haar?

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 06.08.2018
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Hilft Kupfer gegen graues Haar?
© istockphoto.com/Tatomm

Graues Haar ist unerwünscht. Daher färben die meisten Menschen ihr Haar, sobald sich die ersten grauen Fäden zeigen. Mindestens einmal im Monat muss neue Farbe auf den Kopf. Soll die Farbe das Grau auch wirklich abdecken, dann enthält sie Chemikalien. In manchen Quellen des Internets heisst es nun jedoch, man müsse nichts weiter tun als kolloidales Kupfer einnehmen und werde damit sein graues Haar los. Nie mehr färben, nie mehr Chemie im Haar. Das klingt verführerisch. Hilft Kupfer tatsächlich gegen graues Haar?

Kann kolloidales Kupfer gegen graues Haar helfen?

In unserer Gesellschaft ist graues Haar nicht wirklich beliebt. Man sieht damit oft älter aus, als man ist – und wer will das schon? Allmonatliches Färben mit chemiereichen Haarfarben macht aber auch keinen Spass. Umso beliebter sind angebliche Wundermittel, mit denen man ohne grossen Aufwand seine ursprüngliche Haarfarbe wieder zurückbekommt.

Wir haben schon über Zwiebelsaft als traditionelles Mittel gegen graue Haare berichtet. Die Nebenwirkungen sind bei dieser Methode jedoch nicht von der Hand zu weisen (penetranter Zwiebelgeruch, hoher Aufwand) und der Erfolg ist fraglich.

Im Netz kursiert noch ein weiteres Mittelchen, das weitaus einfacher in der Anwendung ist: Kolloidales Kupfer, das man einfach eine Zeitlang einnimmt und das Problem ist alsbald gelöst, sprich die natürliche Haarfarbe kommt zurück und das Grau verschwindet, so heisst es zumindest.

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Kann Kupfermangel zu grauem Haar führen?

Konkrete Hinweise auf den Wahrheitsgehalt und die Wirksamkeit dieser Massnahme lassen sich jedoch nicht finden. Es gibt etliche Blogartikel und auch ein paar Erfolgsgeschichten in einschlägigen Foren. Abgesehen von diesen vereinzelten Anekdoten scheint es nichts Beweisendes zu geben, zumindest nichts mit wissenschaftlichem Hintergrund – bis auf eine Ausnahme.

Liegt ein Kupfermangel vor, so kann dieser tatsächlich zu grauem Haar führen. Denn das Spurenelement Kupfer spielt eine wichtige Rolle bei der Melaninbildung. Melanine sind Farbpigmente, die die Haut unter Sonneneinstrahlung braun färben, aber auch für die unterschiedlichen Haarfarben – rot, braun, schwarz – zuständig sind.

Zur Bildung von Melanin ist das Enzym Tyrosinase erforderlich – und genau dieses Enzym besteht u. a. aus Kupfer. Fehlt Kupfer, kann keine Tyrosinase gebildet werden. Ohne Tyrosinase kein Melanin. Und ohne Melanin wird das Haar grau bzw. weiss.

Niedriger Kupferspiegel bei Menschen, die früh graue Haare bekommen

In einer iranischen Studie aus dem Jahr 2012 wurde ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Kupferstatus und dem vorzeitigen Ergrauen der Haare festgestellt. Unter „vorzeitig“ versteht man jedoch schon „in jungen Jahren“. Die 66 Teilnehmer der Studie waren daher allesamt jünger als 20 Jahre. Man untersuchte nun deren Eisen-, Zink- und Kupferspiegel und verglich sie mit dem jeweiligen Status von 66 nicht ergrauten Gleichaltrigen.

Es zeigte sich, dass die Jugendlichen mit grauen Haaren einen niedrigeren Kupferspiegel (um die 90 µg/dL) und gleichzeitig einen höheren Eisenspiegel (108 µg/dL) als die nichtergraute Kontrollgruppe aufwiesen (Kupfer 105 µg/dL, Eisen 88,8 µg/dL). Die Untersuchung des Zinkspiegels ergab keine Unterschiede.

Hier zeigte sich eindeutig der Eisen-Kupfer-Antagonismus, was bedeutet, dass ein Kupfermangel häufig mit hohen Eisenwerten einhergeht, dass also auch ein Eisenüberschuss zu einem Kupfermangel beitragen kann. Achten Sie darauf, wenn Sie Eisen einnehmen, dass Sie es nicht übertreiben und letztendlich zwar keinen Eisenmangel mehr haben, dafür nun aber einen Kupfermangel.

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Bei Kupfermangel sollte der Mangel unbedingt behoben werden

Wer also schon im jugendlichen Alter die ersten grauen Haare entdeckt, könnte seine Spurenelementeversorgung überprüfen lassen und entsprechende Mängel beheben. Natürlich können Sie auch noch im fortgeschrittenen Alter Ihre Mineralstoff- und Spurenelementewerte bestimmen lassen. Denn Mängel sollten immer vermieden bzw. behoben werden – ob man nun graues Haar hat oder nicht.

Liegt ein Kupfermangel vor, könnte es nun vielleicht tatsächlich sein, dass Ihr Haar wieder zu seiner natürlichen Farbe zurückfindet, wenn Sie Kupfer einnehmen und so den Mangel beheben.

Kupfermangel: Weitere Symptome

Kupfermangel kann noch weitere Symptome mit sich bringen, nicht nur früh ergrautes Haar:

  • Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
  • Pigmentstörungen der Haut
  • Infektanfälligkeit
  • Haarausfall
  • Depressionen
  • Brüchige Knochen
  • Atemwegsbeschwerden
  • u. a.

Welches Kupferpräparat eignet sich, um einen Kupfermangel bei grauem Haar zu beheben?

Um einen Kupfermangel zu beheben, müssen Sie jedoch nicht zwingend kolloidales Kupfer einnehmen. Es gibt viele Präparate mit Kupfer, z. B. Kupfer gebunden an die Aminosäure Glycin (Kupfer-Bisglycinat-Chelat), was zu einer hohen Bioverfügbarkeit beiträgt, da Glycin sehr leicht über die Darmschleimhaut resorbiert werden kann.

Ein sehr natürliches Kupferpräparat mit ebenfalls hoher Bioverfügbarkeit ist das über ein spezielles Keimverfahren mit Kupfer, Zink und Mangan angereicherte Buchweizenkeimpulver. Hier genügen schon zwei Kapseln pro Tag, um 200 Prozent des Kupfertagesbedarfs zu decken, was zu einer raschen Behebung des Mangels beiträgt.

Fazit: Ist graues Haar die Folge eines Kupfermangels, kann die Behebung des Mangels die Haare wieder neu beleben. Liegt jedoch kein Kupfermangel vor, wird die Einnahme von Kupfer eher nicht zur natürlichen Haarfarbe beitragen können.

Zwar kann graues Haar auch von Stress, einer Übersäuerung, Vitaminmängeln und einer Darmflorastörung mitbedingt sein, taucht es jedoch im mittleren oder höheren Alter auf, bessert sich zwar bei einer guten Vitalstoffversorgung, einem umfassenden Stressmanagement, einer Entsäuerung und Darmsanierung der Allgemeinzustand, das graue Haar nimmt dadurch jedoch selten seine natürliche Farbe wieder an.

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Quellen

  • Universität Mainz, Formation of the browning pigment melanin decoded, PHYS ORG, July 4, 2016, (Quelle als PDF)
  • Fatemi Naieni F et al, Serum iron, zinc, and copper concentration in premature graying of hair., Biological Trace Element Research, 2012 Apr;146(1):30-4, (Quelle als PDF)