Heisser Tee und das Glaukom-Risiko

Der Grüne Star ist eine der häufigsten Ursachen für Blindheit und betrifft derzeit 57,5 Millionen Menschen weltweit. Die Schulmedizin hält hier leider – wie so oft – keine Vorschläge für eine sinnvolle Prävention bereit. Umso spannender sind die Ergebnisse der vorliegenden Studie, die von Wissenschaftlern der University of California durchgeführt wurde:

Wer täglich mindestens einmal eine Tasse heissen Tee (Schwarztee) trinkt, scheint sein Risiko, jemals einen Grünen Star zu entwickeln, ganz signifikant senken zu können, so die Forscher im Dezember 2017 im British Journal of Ophthalmology. Interessant war an dieser Untersuchung, dass Kaffee – ob mit oder ohne Koffein, entkoffeinierter Tee, kalt getrunkener Tee und Softdrinks keine vergleichbare Wirkung auf das Glaukom-Risiko zeigten.

Koffein allein ist nicht für die präventive Wirkung des Tees verantwortlich

Schon frühere Studien hatten vermuten lassen, dass Koffein den Augeninnendruck beeinflussen könnte. Doch wurde bislang noch in keiner Untersuchung die Wirkung von koffeinfreien Getränken mit jener von koffeinhaltigen Getränken auf das Glaukom-Risiko verglichen. Und da Kaffee in der kalifornischen Studie keine Wirkung zeigte, ist davon auszugehen, dass es nicht am Koffein liegen kann, zumindest nicht am Koffein allein.

Die Forscher nutzten für ihre Analyse die Daten der sog. NHANES-Studie (National Health and Nutrition Examination Survey), an der 10.000 Menschen teilgenommen hatten. Bei 1.678 Teilnehmern waren u. a. umfangreiche Augentests durchgeführt worden. 5 Prozent der untersuchten Erwachsenen litten bereits an einem Glaukom.

Tee enthält Antioxidantien sowie nervenschützende und entzündungshemmende Stoffe

Die Auswertung der Daten zeigte nun, dass jene Menschen, die jeden Tag heissen Tee tranken, ein niedrigeres Risiko hatten, einen Grünen Star zu bekommen als jene, die eben keinen heissen Tee zu sich nahmen. Auch dann, wenn man andere mögliche Einflussfaktoren, wie z. B. einen Diabetes oder das Rauchen berücksichtigte, hatten die Liebhaber heissen Tees nach wie vor ein um 74 Prozent niedrigeres Glaukomrisiko.

Natürlich handelt es sich hier um eine reine Beobachtungsstudie, so dass nicht mit absoluter Sicherheit von einer ursächlichen Wirkung des Tees ausgegangen werden kann. Auch liegen leider keine Details zur Tassengrösse, Ziehdauer des Tees oder der Teesorte vor, was jedoch wichtig wäre, da alle diese Faktoren die Wirkung des Tees beeinflussen können.

Allerdings weiss man, dass Tee zahlreiche Antioxidantien und entzündungshemmende sowie neuroprotektive (nervenschützende) Pflanzenstoffe enthält. Alle diese Pflanzenstoffe – so die kalifornischen Forscher – stehen bereits in einem engen Zusammenhang mit einem geringeren Herz-Kreislauf-, Krebs- und Diabetesrisiko. Und da man weiss, dass oxidative Prozesse sowie Nervenschäden an der Entwicklung des Glaukoms beteiligt sind, liegt der Verdacht nahe, dass ein Tee, der antioxidativ und nervenschützend wirkt, hier präventiv durchaus sinnvoll sein kann.

Viele weitere Massnahmen reduzieren das Glaukom-Risiko – nicht nur heisser Tee

Glücklicherweise bleibt Betroffenen oder Menschen, die einem Glaukom vorbeugen möchten, nicht nur die vage Hoffnung, der Krankheit mit Hilfe von heissem Tee zu entkommen. Denn es gibt noch sehr viel mehr Massnahmen, die man bei einem drohenden Glaukom ergreifen kann. Wir sind auf diese Massnahmen detailliert hier eingegangen: Grüner Star – Wie vorbeugen, wie aufhalten?

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Quellen

  • Connie M Wu, Annie M Wu, Victoria L Tseng, Fei Yu, Anne L Coleman. Frequency of a diagnosis of glaucoma in individuals who consume coffee, tea and/or soft drinks. British Journal of Ophthalmology, 14. Dezember 2017
  • BMJ, Drinking hot tea every day linked to lower glaucoma risk: But hot coffee, iced tea, and soft drinks don't seem to make any difference, say researchers, ScienceDaily, 15. Dezember 2017,