Wie Olivenöl die Lebenserwartung verlängert

Olivenöl ist ein wichtiger Bestandteil der mediterranen Ernährung. Forscher der University of Minnesota Medical School rund um Professor Dr. Doug Mashek entdeckten, dass im Olivenöl der Schlüssel zu einer verlängerten Lebenserwartung und einem verminderten Risiko für altersbedingte Erkrankungen steckt. Veröffentlicht wurden ihre Ergebnisse im Januar 2020 im Fachjournal Molecular Cell.

Olivenöl oder Rotwein? Was ist gesünder?

Eigentlich hatte man immer gedacht, das Geheimnis der mediterranen Ernährung sei der Rotwein bzw. das in grossen Mengen in ihm vorhandene Resveratrol – ein antioxidativer Pflanzenstoff mit äusserst nützlichen Eigenschaften für die menschliche Gesundheit. Denn Resveratrol kann im Körper Prozesse aktivieren, die vor Krankheiten schützen und zu einer verlängerten Lebenserwartung führen.

Masheks Team aber ist der Meinung, es sind in Wirklichkeit die Fettsäuren im Olivenöl, die als Bestandteil der mediterranen Ernährung die entsprechenden Prozesse im Körper aktivieren.

Olivenöl ist nur dann gesund, wenn Sie diese vier weiteren Faktoren berücksichtigen

Allerdings reiche es nicht aus, einfach nur Olivenöl zu konsumieren, wenn man in den Genuss all der gesundheitlich relevanten Eigenschaften dieses Öls gelangen will, so die Forscher. Man sollte den regelmässigen Verzehr von Olivenöl am besten mit den folgenden vier Faktoren kombinieren:

Zunächst natürlich sollte man Olivenöl im Rahmen einer mediterranen Ernährung zu sich nehmen, die aus viel Gemüse, Salaten, Nüssen, Vollkorn und Hülsenfrüchten sowie nur geringen Mengen tierischer Lebensmittel besteht. Die drei übrigen Faktoren sind:

1. Faktor: Fasten Sie!

Damit ist nicht das Heilfasten gemeint, bei dem man tagelang gar nichts isst und nur Säfte, Brühe und Wasser trinkt, obwohl natürlich auch diese Fastenform regelmässig durchgeführt werden kann und heilsame Effekte hat.

Hier ist jedoch das sog. Intervallfasten gemeint, bei dem man versucht, eine möglichst lange Pause zwischen Abendessen und der ersten Mahlzeit am nächsten Tag durchzuhalten (im Idealfall 16 Stunden). Tipps zum Intervallfasten und der richtigen Durchführung finden Sie hier: Das Intervallfasten – Die Anleitung

Damit Sie gleich von vornherein die häufigsten Fehler vermeiden können, die beim Intervallfasten gerne gemacht werden, lesen Sie hier weiter: Die häufigsten Fehler beim Intervallfasten

2. Faktor: Schränken Sie Ihre Kalorienzufuhr ein

Essen Sie etwas weniger als gewohnt. Beenden Sie eine Mahlzeit schon etwas eher, also noch bevor Sie so richtig satt sind. Nehmen Sie dazu von vornherein etwas weniger auf Ihren Teller und beobachten Sie, ob die kleinere Portion nicht schon ausreicht. Vielleicht entdecken Sie, dass Sie in Wirklichkeit immer etwas zu viel gegessen haben.

Wir haben bereits hier erklärt, wie vorteilhaft sich das Weniger-Essen nicht nur auf die körperliche, sondern auch auf die geistige Gesundheit auswirkt: Weniger essen hält auch geistig fit

3. Faktor: Bleiben Sie in Bewegung, machen Sie Sport

Mashek erklärt, dass Olivenöl noch nicht gesund ist, wenn man es isst und verdaut. Die Fettsäuren sollten hingegen erst in den Zellen eingelagert werden. Wenn diese Fettvorräte dann durch Sport oder das Fasten benötigt werden und wieder aus der Zelle mobilisiert werden, dann erst können die besonderen Fettsäuren des Olivenöls – die Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure – die oben erwähnten heilsamen und lebensverlängernden Prozesse aktivieren. Andere Fettsäuren hätten diese Fähigkeit nicht, schrieben Mashek und Kollegen.

Olivenöl und seine ganz besonderen Wirkungen

Schafft man es also, die vier genannten Punkte umzusetzen, wird der lebensverlängernde und vor Krankheiten schützende Effekt des Olivenöls deutlich zutage treten. Zusätzlich hat Olivenöl noch weitere ganz besondere Eigenschaften:

So schützt Olivenöl beispielsweise vor den schädlichen Auswirkungen von Luftverschmutzung ( Olivenöl schützt vor Feinstaub ) und hält das Blut dünnflüssig ( Olivenöl als natürlicher Blutverdünner ), was schon allein zu einer deutlichen Reduzierung von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Beschwerden führen kann.

Olivenöl kann zudem in der kalten und warmen Küche eingesetzt werden, ist also sehr vielseitig, so dass man nicht viele unterschiedliche Öle benötigt. Lediglich zum scharfen Anbraten und Frittieren sollten Sie ein anderes Öl wählen, z. B. Kokosöl oder ein hocherhitzbares Bratöl. Wenn Sie aber nur sanft erhitzen, genügt das Olivenöl in Ihrer Küche vollkommen.

* Wir verwenden regelmässig diese Olivenöle: Bio-Olivenöl nativ extra aus Spanien und Bio-Olivenöl nativ extra aus Italien

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Quellen

  1. Charles P. Najt, Douglas G. Mashek et al., Lipid Droplet-Derived Monounsaturated Fatty Acids Traffic via PLIN5 to Allosterically Activate SIRT1. Molecular Cell, 2020; 77 (4)
  2. University of Minnesota Medical School, Mediterranean diet ingredient may extend life: Olive oil in the diet may also help mitigate aging-related diseases, ScienceDaily, 21. Februar 2020