Naturheilkunde/Therapie

Probiotika bei Osteoporose

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 20.07.2018
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Probiotika bei Osteoporose
© istockphoto.com/South_agency

Forscher der University of Gothenburg veröffentlichten im Juni 2018 die weltweit erste Studie, in der sich konkret am Menschen zeigte, wie gut Probiotika sogar bei einer bestehenden Osteoporose helfen können. Der wechseljahrestypische Knochendichteverlust konnte mit den probiotischen Bakterien halbiert werden. In der Placebogruppe schwand die Knochendichte doppelt so schnell wie bei den Probandinnen, die Probiotika nahmen. Diese Erkenntnis – so die schwedischen Wissenschaftler – öffnet ganz neue Wege in der Prävention von Knochenbrüchen bei älteren Menschen.

Probiotika gegen Osteoporose

Probiotika sind Präparate aus nützlichen Bakterien, die sich positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirken und normalerweise in einem gesunden Darm vorhanden sind. Bei chronischen Erkrankungen wie Osteoporose oder auch Arthritis ist meist die Darmflora gestört. Probiotika nun helfen über die Regulierung der Darmflora die ursprüngliche Ursache der Erkrankung zu beheben und können so Heilprozesse anstossen.

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Probiotische Bakterien erhöhen die Knochendichte

Schon in unserem Artikel über die gesundheitlich so wertvollen Wirkungen des Lactobacillus helveticus haben wir beschrieben, auf welch vielfältige und positive Weise sich das probiotische Milchsäurebakterium auf die Knochengesundheit auswirkt. Es erhöht die Bioverfügbarkeit knochenwichtiger Mineralstoffe, hemmt die mineralstoffbindende Wirkung der Phytinsäure, fördert die Bildung der knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) und reduziert entzündliche Prozesse. Alle diese Eigenschaften erhöhen die Knochendichte.

Regulierung des Calciumstoffwechsels

Als man ferner in einer doppelblinden randomisierten Crossover-Studie (2004) mit 20 Frauen jenseits der Wechseljahre den Probandinnen Produkte mit L. helveticus gab, sank deren Parathormonspiegel. Das Probiotikum verbesserte also den Calciumstoffwechsel, denn ein hoher Parathormonspiegel würde dafür sorgen, dass Calcium aus den Knochen abgezogen wird. In der Placebogruppe konnte ein solch positiver Effekt nicht beobachtet werden.

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Knochenschwund wird gebremst

In einer weiteren Studie (2016) konnte gezeigt werden, dass Probiotika den wechseljahrestypischen Knochenschwund aufhalten können. Damals waren die Probanden jedoch Mäuse.

Wissenschaftler der University of Gothenburg/Schweden konnten nun jedoch (Juni 2018) erstmals am Menschen belegen, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Probiotika in die Therapie der Osteoporose eingesetzt werden können, da sie den alters- und hormonbedingten Knochenschwund bei Frauen nach den Wechseljahren bremsen können.

Osteoporose wird auch als Knochenschwund bezeichnet. Die Krankheit führt zu brüchigen und schwachen Knochen, die leicht brechen können. Insbesondere Frauen nach den Wechseljahren sind von einer Osteoporose betroffen. Denn die Krankheit steht eng mit dem Hormonhaushalt in Verbindung. Meist wird Osteoporose jedoch erst nach einem Sturz mit Knochenbruchfolge diagnostiziert. Daher seien dringend präventive Massnahmen erforderlich, so Dr. Mattias Lorentzon, Chefarzt und Professor der Geriatrie an der Sahlgrenska Academy, University of Gothenburg.

Erste Studie am Menschen bestätigt: Probiotika wirken bei Osteoporose

Wie gut sich Probiotika als eine solche präventive Massnahme eignen, zeigte Lorentzon in seiner doppelblinden Studie, die im Journal of Internal Medicine veröffentlicht wurde: Neunzig Frauen (durchschnittlich 76 Jahre alt) erhielten ein Jahr lang entweder ein Probiotikum (mit L. reuteri) oder ein Placebopräparat. Weder die Frauen noch die Forscher wussten, wer das tatsächliche Probiotikum und wer das Placebopräparat erhielt.

“Am Ende der Studie untersuchten wir am Unterschenkelknochen das Ausmass des Knochenschwundes mit Hilfe eines CT-Scans und verglichen die Ergebnisse mit den Werten, die wir zu Beginn der Studie festgestellt hatten”, berichtete Dr. Anna Nilsson, ebenfalls Professorin an der University of Gothenburg.

Bei den Frauen, die das Probiotikum eingenommen hatten, konnten wir nur einen halb so starken Knochenschwund erkennen als in der Placebogruppe. Nebenwirkungen konnten keine beobachtet werden, was bedeutete, dass das Probiotikum gut vertragen wurde.

Professor Lorentzon erklärte, dass Probiotika eine wirksame und sicherer Möglichkeit darstellten, um gerade bei älteren Menscchen einer Osteoporose vorzubeugen. Probiotika können also – so die schwedische Studie – langfristig zur Prävention von Knochenschwund eingesetzt werden.

Einnahme von Probiotika in der Prävention und Therapie von Osteoporose

In obiger Untersuchung hatte man einen Stamm des probiotischen Bakteriums L. reuteri eingesetzt. Ganz am Anfang erklärten wir, dass auch L. helveticus positive Auswirkungen auf die Knochengesundheit hat. In der ebenfalls oben erwähnten Mäusestudie war ferner eine probiotische Mischung aus verschiedenen Bakterienstämmen erfolgreich zum Einsatz gekommen. Wenn Sie daher Probiotika zur Prävention oder begleitenden Therapie von Osteoporose einnehmen möchten, eignen sich Präparate am besten, die in jedem Fall L. reuteri und L. helveticus enthalten.

Bei der Einnahme von Probiotika sollten Sie einige Dinge beachten, die wir in unserem entsprechenden Artikel erklären. Auch unsere Anleitung zum Aufbau der Darmflora enthält wichtige Informationen und Vorschläge zum Einnahmeschema von probiotischen Präparaten.

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Quellen

  • Anna G. Nilsson, Daniel Sundh, Fredrik Bäckhed, Mattias Lorentzon, Lactobacillus reuteri reduces bone loss in older women with low bone mineral density - a randomized, placebo-controlled, double-blind, clinical trial. Journal of Internal Medicine, 2018, (Quelle als PDF)
  • University of Gothenburg, “Probiotics can protect the skeletons of older women”, ScienceDaily, 21. Juni 2018, (Quelle als PDF)
  • M. Narva, R. Nevala, T. Poussa, and R. Korpela, The effect of Lactobacillus helveticus fermented milk on acute changes in calcium metabolism in postmenopausal women, European Journal of Nutrition, 2004, (Quelle als PDF)