Die meisten Leute tun in Pausen das, was man besser lassen sollte

Wer erfolgreich sein will, braucht ein leistungsfähiges Gehirn. Ein leistungsfähiges Gehirn braucht regelmässige Pausen, um sich erholen zu können. Was aber tun die meisten Leute in ihrer Pause? Sie tun das, was sie besser nicht tun sollten. Sie tun etwas, das ihr Gehirn auslaugt.

Sie zücken Ihr Handy. Sie checken Nachrichten, twittern, whatsappen, regen sich über Kommentare bei FB auf, posten selbst Kommentare, lesen einen Artikel oder eine Instagram-Story, spielen ein Spiel oder gucken ein Video bei Youtube.

Handy in der Pause führt zu mentaler Erschöpfung

Das Hantieren mit dem Handy in Pausen führt zu mentaler Erschöpfung und geringerer Leistungsfähigkeit, wie eine Studie an der Rutgers University (Rutgers Business School) zeigte. Das Gehirn kann sich nicht erholen, sich nicht neu aufladen und ist folglich nicht mehr so leistungsfähig.

Das Experiment der Rutgers University wurde im August 2019 im Journal of Behavioral Addictions veröffentlicht. 414 Collegestudenten sollten 20 Buchstabenrätsel (Anagramme) lösen. Nach der Hälfte der Zeit sollten sie in der Pause in einem Online-Shop drei Artikel für ein bestimmtes Budget bestellen und schriftlich (auf Papier) oder tippend ihre Wahl begründen.

Dazu konnte ein Teil der Probanden das Handy nutzen, ein anderer Teil den Computer (grösserer Bildschirm), wieder ein anderer Teil ein Stück Papier, während der vierte Teil gar nicht erst eine Pause machte.

Wer in der Pause sein Handy nutzt, ist anschliessend weniger leistungsfähig

Die Teilnehmer aus der Handy-Gruppe waren nach dem Experiment mental am meisten erschöpft und nach der Pause am wenigsten in der Lage, die Rätsel zu lösen. Ihre Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit nach der Pause war fast mit jener Gruppe vergleichbar, die gar keine Pause machte. Die Handy-Gruppe war nur geringfügig besser als die Gruppe ohne Pause, aber schlechter als alle anderen Teilnehmer.

Die Zeit, die sie brauchten, um nach der Pause die noch übrigen Aufgaben zu lösen, war um 19 Prozent länger und die Zahl der gelösten Aufgaben war um 22 Prozent niedriger als in den anderen Pausen-Gruppen.

Handy-Nutzung während der Arbeit führt zu Konzentrationsstörungen

Inzwischen ist es das Normalste der Welt, dass man zwischen seinen Aufgaben oder sogar mitten in einer Aufgabe nach dem Handy greift. In jeder freien Minute wird auf das kleine Gerät gestarrt. Jede Unterbrechung aber, die man dem Handy widmet, mache es anschliessender schwieriger, sich wieder auf seine eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren, so Terri Kurtzberg, Autorin der Studie und Professorin für Management und Global Business an der Rutgers Business School.

Man mag sich wundern, warum eine Pause, die man mit dem Computer verbringt, den Geist weniger irritiert als das Handy. Kurtzberg vermutet: „Schon allein wenn man das Handy nur sieht, tauchen Gedanken an möglicherweise eingetroffene Nachrichten auf, der Wunsch, sofort mit anderen Menschen zu kommunizieren oder auch die Sehnsucht nach der grenzenlosen Informationsflut, die das Handy bereithält, was bei Computern und Laptops offenbar nicht in diesem Mass der Fall ist.“

Nutzen Sie Ihr Handy am besten weder bei der Arbeit noch in den Pausen!

Die Sucht nach dem Handy ist weit verbreitet und wird mittlerweile mit Angstzuständen, Schlafstörungen und Depressionen in Zusammenhang gebracht. Oft ist die mit dem Handy verbrachte Zeit verschwendete Zeit. Verbringen Sie besser wieder mehr Zeit ohne den kleinen Störenfried, leben Sie achtsam und nutzen Sie Ihre Zeit bewusst für Dinge, die Ihnen wirklich wichtig sind. Und wenn Sie in Ihrem Job erfolgreich sein möchten, dann lassen Sie das Handy ausgeschaltet – auch in den Pausen!

Handy reduziert Gehirnleistung – auch wenn es ausgeschaltet ist

Am besten lassen Sie Ihr Handy im Auto oder in einem anderen Raum, unbedingt aber ausser Sichtweite! Denn schon allein die Gegenwart des Handy im selben Raum, auch wenn es ausgeschaltet ist, verringert die Gehirnleistung – so eine Studie, die wir hier vorgestellt hatten: Smartphone verringert Gehirnleistung (3)

Quellen

  • (1)Sanghoon Kang, Terri R. Kurtzberg. Reach for your cell phone at your own risk: The cognitive costs of media choice for breaks. Journal of Behavioral Addictions, 2019
  • (2)Rutgers University, Need a mental break? Avoid your cellphone: Using a cellphone during breaks led to mental depletion, poorer performance in a recent study, ScienceDaily, 19, August 2019
  • (3)Zentrum der Gesundheit, Smartphone reduziert Gehirnleistung, 2017