Süssstoff begünstigt Diabetes

Bei Diabetes Typ 2 kann der Organismus den eintreffenden Zucker nicht mehr so gut verstoffwechseln. Die Zellen werden zunehmend insulinresistent, lassen den Zucker also nicht mehr im vollen Umfang passieren. Der Blutzuckerspiegel steigt dadurch und führt – wenn unbehandelt – langfristig zu den unterschiedlichsten Komplikationen, wie Nieren-, Augen- und Nervenschäden.

Viele Betroffenen verwenden daher lieber Süssstoffe als Zucker. Denn Süssstoffe schmecken lediglich süss, bestehen jedoch nicht aus Zucker und sollten daher – so könnte man denken – auch nicht den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Wir haben jedoch schon hier eine israelische Studie aus dem Jahr 2014 vorgestellt, derzufolge Süssstoffe wie Sucralose und Saccharin eindeutig zu Irritationen des Zuckerstoffwechsels führten und zusätzlich nicht nur der Darmflora schadeten, sondern auch noch zu Übergewicht beitrugen.

Sucralose: Künstlicher Stoff aus Zucker und Chlor

Sucralose ist ein Süssstoff, der 600-mal süsser schmeckt als Zucker, aber – im Gegensatz zu Zucker – von den kohlenhydratverdauenden Enzymen nicht zu Glucose abgebaut werden kann. Anders als die meisten anderen Süssstoffe wird Sucralose sogar direkt aus Zucker (Saccharose) hergestellt, so dass man annehmen könnte, der Süssstoff sei eher harmlos und nicht ganz so künstlich wie etwa Aspartam.

Das Ergebnis ist jedoch ein extrem unnatürlicher Stoff, der in dieser Form in der Natur nicht vorkommt. Man nimmt dem Zucker drei OH-Gruppen weg und fügt stattdessen Chlor hinzu. Es entsteht also chlorierter Zucker. Sucralose ist recht beliebt, da ihr der süssstofftypische bittere Nachgeschmack fehlt. Bei Fructoseintoleranz sollte Sucralose besser nicht verwendet werden. Der Süssstoff führt hier häufig zu stärkeren Symptomen als die Fructose.

Sucralose fördert Entstehung des metabolischen Syndroms

In einer Studie zeigte sich, dass der Konsum von Sucralose das metabolische Syndrom entstehen lassen kann. Unter diesem Syndrom werden vier weit verbreitete Gesundheitsprobleme zusammengefasst, die zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten: Übergewicht, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel und Blutzuckerprobleme. Auch das Risiko für Diabetes steigt beim metabolischen Syndrom, und zwar um das Drei- bis Fünffache.

"Unsere Untersuchungen ergaben, dass Süssstoffe zu einer zusätzlichen Fetteinlagerung in den Zellen führen. Je mehr Sucralose konsumiert wird, umso mehr Körperzellen sind betroffen“,

erklärte Dr. Sabyasachi Sen, Professor der Medizin an der George Washington University in Washington, D.C.

Fettproduktion und Entzündungswerte steigen

Schon beim täglichen Konsum von vier Dosen eines mit Sucralose gesüssten Getränks kann es – so Professor Sen – neben einer verstärkten Fettproduktion auch zu erhöhten Entzündungswerten in den Zellen kommen. Sucralose scheint zu einer Anhäufung freier Sauerstoffradikale in der Zelle zu führen, was die steigenden Entzündungswerte erklärt. Die freien Radikale stören die Zellaktivitäten, drosseln den Stoffwechsel und sorgen auf diese Weise wiederum für eine Verfettung der Zelle.

Besonders bei übergewichtigen Menschen konnten diese Folgen des Süssstoffkonsums beobachtet werden, während sich bei normalgewichtigen kaum eine derartige Veränderung erkennen liess.

Süssstoffe meiden, Diabetes heilen

Gerade Menschen mit Übergewicht sollten daher auf keinen Fall Süssstoffe verwenden. Sie erhöhen auf diese Weise ihr sowieso schon vorhandenes Risiko für Diabetes noch weiter und fördern sogar noch die Zunahme ihres Übergewichts.

Sinnvoller ist eine Umstellung der Ernährung (evtl. mit Hilfe eines Ernährungsberaters) in Kombination mit regelmässiger Bewegung, so dass nicht nur ein gesundes Körpergewicht erreicht werden kann, sondern auch der Stoffwechsel wieder reguliert wird. Bald entwickeln sich alle vier Problematiken des metabolischen Syndroms zurück und auch Diabetes kann auf diese Weise sehr oft geheilt werden.

Quellen

  • The Endocrine Society, Consuming low-calorie sweeteners may predispose overweight individuals to diabetes, ScienceDaily, 18. Mrz 2018