Gesünderes Blut bei veganer Ernährung

Pflanzenbasierte Ernährungsformen werden immer beliebter. Die meisten Menschen steigen zunächst auf eine vegetarische Ernährung um, bevor sie schliesslich noch einen Schritt weiter gehen und vegan werden – eine gute Entscheidung, wie eine Studie der Loma Linda University in Kalifornien ergab, die zeigen konnte, dass eine pflanzenbasierte Ernährung zu gesünderen Blutwerten führt. Veröffentlicht wurde die Studie im Februar 2019 im Fachmagazin The Journal of Nutrition.

Die Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung

Schon zahlreiche frühere Studien weisen auf die gesundheitlichen Vorteile einer vegetarischen oder veganen Ernährung hin.

Geringeres Krebsrisiko

So weiss man beispielsweise, dass eine Ernährung, die arm an tierischen Lebensmitteln ist, das Risiko für Dickdarm- und Prostatakrebs reduziert. Ja, schon allein ein geringerer Verzehr von rotem Fleisch oder Wurst und Schinken lässt das Krebsrisiko sinken.

Seltener Diabetes

Auch erkranken Vegetarier und Veganer seltener an Diabetes – und falls sie die Krankheit schon vor ihrer Ernährungsumstellung hatten, lässt sie sich mit einer pflanzenbasierten Ernährung viel besser unter Kontrolle bringen.

Abnehmen gelingt leichter

Auch beim Abnehmen sind vegetarische und vegane Ernährungsformen hilfreich, was nun wiederum sämtliche Risiken für jene Krankheiten mindert, die mit einem Übergewicht in Zusammenhang stehen.

Schutz vor chronisch entzündlichen Erkrankungen

Wer weniger Fleisch und Milchprodukte isst, verspeist auch automatisch mehr Obst, Gemüse und Nüsse, was zu einer besonders guten Vitalstoff- und Ballaststoffversorgung führt. Gerade pflanzliche Lebensmittel verfügen dank ihrer sekundären Pflanzenstoffe wie z. B. Carotinoide, Flavonoide, Lignane und Isoflavone über entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften, die sie sodann an jenen weitergeben, der sie verzehrt – und wer einen hohen Antioxidantienspiegel hat, ist auch besser vor Zellschäden und chronischen Erkrankungen geschützt.

Gerade hohe Lignan- und Isoflavonspiegel scheinen laut mancher Experten mit einem niedrigeren Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einherzugehen.

Studie: Haben Veganer gesündere Blutwerte?

Wissenschaftler der Loma Linda University School of Public Health wollten nun konkret überprüfen, ob sich die Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung auch im Blut, Urin und im Gewebe nachweisen lassen. Also analysierten sie jene Werte, die mit einem geringeren Krankheitsrisiko in Verbindung stehen.

840 Teilnehmer standen für die Studie zur Verfügung. Darunter Vertreter der folgenden fünf Ernährungsformen:

  • Veganer, die keine tierischen Produkte essen
  • Ovo-Lakto-Vegetarier, die Milchprodukte, Eier und Honig essen, aber keinen Fisch und kein Fleisch
  • Pesco-Vegetarier, die kein Fleisch essen, aber andere tierische Produkte, u. a. auch Fisch
  • Semi-Vegetarier, die ab und zu Fleisch essen (2- bis 3-mal monatlich)
  • Normalesser, die mindestens einmal wöchentlich Fleisch essen, andere tierische Lebensmittel natürlich ebenfalls

Von jedem Teilnehmer wurden nun Blut, Urin und Proben des Fettgewebes entnommen und auf verschiedene Marker untersucht, z. B. Carotinoide, Isoflavonoide, gesättigte Fette, ungesättigte Fettsäuren und Vitamine.

Veganer haben die besten Blutwerte

Es zeigte sich, dass die Veganer die höchsten Werte jener Marker hatten, die als präventiv wirksam gelten, also Krankheiten vorbeugen können.

Bei den Carotinoiden, Isoflavonen und Enterolactonen (entstehen beim Abbau von Lignanen) waren die Veganer ganz vorn, dicht gefolgt von den Vegetariern.

Auch hatten die Veganer die höchsten Omega-6- und Omega-3-Werte, aber die niedrigsten Spiegel an gesättigten Fetten.

Die Ergebnisse bei den Ovo-Lakto-Vegetariern und den Pesco-Vegetariern waren ähnlich, aber nicht ganz so gut wie jene der Veganer.

Keine besseren Blutwerte, wenn ab und zu Fleisch gegessen wird

„Wenn man weiss, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die Blutwerte verbessern kann, dann motiviert das die Menschen möglicherweise dazu, ihre Ernährung entsprechend umzustellen, um auf diese Weise gesünder zu werden und Krankheiten vorzubeugen“, sagt Studienleiterin Fayth Miles.

Interessant war überdies, so Miles, dass Semi-Vegetarier, also Personen, die zwar wenig, aber doch ab und zu Fleisch essen, keine nennenswert besseren Blutwerte hatten als die Normalesser, die häufig Fleisch essen.

Wenn auch Sie sich gerne vegan ernähren möchten, aber Sorge haben, auf zuviel verzichten zu müssen, dann lesen Sie unseren Artikel über die Umstellung zur veganen Ernährung, in der die pflanzlichen Alternativen zu vielen herkömmlichen Fleisch-, Milch- und Fischspeisen vorgestellt werden.

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Quellen

  • Newman T, Vegans have a 'healthier biomarker profile', 3. April 2019, MedicalNewsToday
  • Fraser GE, Miles FL et al., Plasma, Urine, and Adipose Tissue Biomarkers of Dietary Intake Differ Between Vegetarian and Non-Vegetarian Diet Groups in the Adventist Health Study-2, The Journal of Nutrition, 15. Februar 2019