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Guerilla-Marketing von Osteoporose-Medikamenten?

Guerilla-Marketing von Osteoporose-Medikamenten?

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(Zentrum der Gesundheit) - Die amerikanische Behörde FDA forderte kürzlich einen neuen Warnhinweis auf bestimmten Osteoporose-Medikamenten (Bisphosphonaten), da diese langfristig genau zu der Problematik führten, die sie eigentlich verhindern sollten: zu Knochenbrüchen. Skeptische Stimmen jedoch sind der Meinung, die FDA-Warnung vor Bisphosphonaten diene nichts anderem als der Absatzsteigerung eines neuen bisphosphonatfreien Osteoporose-Medikamentes.

Patientenschutz oder Werbetrick?

Bisphosphonate sind sowohl für die Prophylaxe als auch für die Therapie der Osteoporose zugelassen und werden bevorzugt Frauen nach den Wechseljahren verordnet. Medikamente dieser Art wie z. B. Fosamax® der Firma Merck (der Wirkstoff heisst Alendronat), Bonviva® von Roche, Reclast® von Novartis sowie Actonel® von Warner Chilcott sollen die Abbauprozesse der Knochen verlangsamen und auf diese Weise zu einer Steigerung der Knochendichte führen.

Lange Einnahmezeit führt zu brüchigen Knochen

Zwar kennt man den Wirkmechanismus dieser Medikamente noch nicht genau und gibt zu, dass der therapeutische Nutzen einer Behandlung mit Bisphosphonaten über 3 bis 4 Jahre hinaus nicht ausreichend belegt sei. Doch hält das niemanden davon ab, sie 5 bis 7 Jahre und länger zu verordnen.

Dabei beobachtete man dann leider auch, dass Bisphosphonate - gerade bei langer Anwendungsdauer - zu einer gesteigerten Brüchigkeit der Knochen durch vermehrtes Auftreten von sog. "Mikrocracks" (feinen, nahezu unsichtbare Risse im Knochen) führen können.

Beipackzettel soll Risiken offen legen

Jüngere Studien zur Langzeitanwendung von Bisphosphonaten brachten dann auch einen konkreten Hinweis dafür, dass die Medikamente mögliche atypische Frakturen des Oberschenkelknochenschaftes (Corpus ossis femoris) nach sich ziehen könnten.

Daraufhin verlangte die FDA, dass Bisphosphonate mit verbraucherfreundlichen Beipackzetteln versehen werden sollten, damit der Patient die damit verbundenen Risiken einschätzen könne und auch verstehe, wie sich diese Risiken am besten minimieren lassen.

Bruch ohne Trauma

Die möglicherweise durch Bisphosphonate begünstigte Art des Oberschenkelbruchs tritt ohne Trauma, also ohne einen vorhergehenden Sturz oder Verletzung auf. Ihm kann ein monatelanger Schmerz im Oberschenkel oder in der Leistengegend vorausgehen.

Die Behörde riet daher, dass Patienten, die solche Symptome beobachten, einen Arzt aufsuchen sollten, um einem möglichen Bruch vorzubeugen. Ausserdem wies die FDA Ärzte an, nach fünf oder mehr Jahren der Medikation eine Neubewertung anzustellen, ob die Patienten das Präparat weiterhin nehmen sollten.

Natürlich könnten die Oberschenkelbrüche auch von der Osteoporose selbst kommen und nicht unbedingt vom Medikament ausgelöst sein, meinte die stellvertretende Direktorin der FDA im Bereich Arzneimittelzulassung Dr. Sandra Kweder.

Allerdings seien die in den letzten Jahren berichteten Fälle für Osteoporose untypisch, da sie erstens bei jüngeren Patienten als üblich und zweitens - wie erwähnt - ohne Trauma in Erscheinung traten.

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Bedenklich und ineffizient: lange Behandlungsdauer mit Bisphosphonaten

Laut Felicia Cosman von der National Osteoporosis Foundation scheinen die betreffenden Medikamente nur geringe oder gar keine Wirkung mehr nach einer derart langen Behandlungszeit zu haben, während zugleich die Fallrate an Knochenbrüchen ansteige.

Wenn die Unbedenklichkeit nicht mehr gegeben ist und die Effizienz des Medikaments nicht klar ist, wird es höchste Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, ob eine weitere Einnahme des Präparates noch gerechtfertigt ist

gab Felicia Cosman zu bedenken.

Oder nur Werbetrick für neues Osteoporose-Medikament?

Börsenbeobachter jedoch bringen noch einen ganz anderen Aspekt ins Spiel. Sie sind der Ansicht, dass die neue Warnmeldung der FDA in Wirklichkeit einer Absatzsteigerung des neuen Osteoporose-Medikamentes Prolia® der Firma Amgen dienen könnte. Es könnte sich um sogenanntes Guerilla-Marketing für ein neues Medikament handeln.

Schliesslich nehmen derzeit etwa 5 Millionen Menschen allein in den USA Bisphosphonate ein (in Deutschland sind es etwa 1 bis 1, 5 Millionen). Wenn diese alle auf das bisphosphonatfreie Prolia umsteigen, dann klingeln die Kassen bei Amgen.

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