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(Passiv)Rauchen: Mögliche Ursache von Arthritis

(Passiv)Rauchen: Mögliche Ursache von Arthritis

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(Zentrum der Gesundheit) – Rauchen fördert die Entstehung von Rheuma (Arthritis). Rheuma kann seinen Ursprung aber auch schon in der Kindheit haben. Denn Passivrauchen in der Kindheit erhöht das Risiko, später eine Arthritis zu entwickeln. Wenn Eltern also rauchen, dann sorgen sie dafür, dass ihre Kinder später mit höherer Wahrscheinlichkeit chronisch krank werden. Sie sollten daher, spätestens wenn Sie sich ein Kind wünschen, das Rauchen an den Nagel hängen. Und wenn Sie Nichtraucher sind, achten Sie darauf, dass Ihr Kind nirgendwo dem Qualm eines Rauchers ausgesetzt ist.

Arthritis durch Passivrauchen in der Kindheit

Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste chronisch entzündliche Gelenkerkrankung unserer Zeit und betrifft 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung. Die Arthritis wird häufig auch nur als Rheuma bezeichnet. Sie zählt zu den Autoimmunerkrankungen und verursacht eine fortschreitende Zerstörung der Gelenke, eingeschränkte Beweglichkeit und eine reduzierte Lebenserwartung. Es ist eine sehr schmerzvolle Krankheit, die sich nur schwer kontrollieren lässt.

Niemand wünscht seinem Kind ein solches Schicksal. Raucher jedoch, die in der Gegenwart ihrer Kinder rauchen, schaffen die Voraussetzung dafür, dass ihr Kind später an genau dieser Krankheit leiden könnte. Längst weiss man, dass aktives Rauchen das Arthritis-Risiko für den Raucher selbst erhöht. Neu ist jetzt, dass auch Passivrauchen – und das schon in der Kindheit – den Weg für eine spätere Arthritis ebnen machen kann.

Die Ergebnisse der entsprechenden Studie wurden beim Annual European Congress of Rheumatology (EULAR) 2017 vorgestellt – dem jährlichen Europäischen Rheuma-Kongress.

Rauchen beschleunigt Wirbelsäulenschäden bei Morbus Bechterew

In einer zweiten beim Kongress präsentierten Studie entdeckten türkische Forscher, dass das Rauchen – diesmal das aktive Rauchen – die Entwicklung von Wirbelsäulenschäden bei Patienten mit Morbus Bechterew beschleunigt. Morbus Bechterew (auch Spondylitis Ankylosans) ist eine chronisch entzündliche rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule, in deren Verlauf sich die Wirbelsäulengelenke versteifen. In manchen Fällen können auch die Augen oder andere Organe betroffen sein.

Wichtige Rheumapräventionsmassnahme: Nicht rauchen!

Für Studie Nummer 1 begleitete man seit 1990 über 70.000 weibliche Freiwillige, die zwischen 1925 und 1950 geboren waren. Es wurden ausschliesslich Raucher in die Studie mit einbezogen. Jene Frauen, die schon in ihrer Kindheit zum Passivrauchen gezwungen waren (mehrere Stunden pro Tag), hatten ein deutlich höheres Risiko eine Arthritis zu entwickeln als Frauen, die in Ihrer Kindheit nicht passiv rauchen mussten.

Unsere Studie unterstreicht die Wichtigkeit des Nichtrauchens in Gegenwart von Kindern – ganz besonders dann, wenn in der Familie bereits Rheumabetroffene vorzufinden sind", so die Autorin der Studie, Professor Raphaèle Seror von den University Hospitals of South Paris, Frankreich.

Abgesehen davon erhöht das Passivrauchen natürlich nicht nur das Risiko für eine Arthritis, sondern für andere Krankheiten ebenso, z. B. für Asthma. Hier spielt es sogar schon eine Rolle, wenn der Vater bei der Empfängnis Raucher war, wie Sie hier lesen können: Rauchender Vater erhöht Asthma-Risiko beim Kind

Auch das Krebsrisiko steigt, wenn die Eltern Raucher sind: Rauchen in der Schwangerschaft: Die Folgen

Kranker Darm und kranke Darmflora erhöhen Arthritis-Risiko

Zusätzlich stellte man fest, dass auch Verdauungsbeschwerden mit dem Auftreten einer Arthritis in Verbindung zu stehen scheinen. Wer beispielsweise an chronischem Durchfall leidet, hatte in dieser Untersuchung ein mehr als doppelt so hohes Risiko, später eine Arthritis zu bekommen.

Dieser Zusammenhang unterstützt die Hypothese, dass eine Dysbiose (Darmflorastörung) mit zu den wichtigsten Risikofaktoren autoimmunbedingter rheumatischer Erkrankungen zählt", erklärte Professor Seror.

Wir hatten hier schon über diesen Zusammenhang berichtet: Autoimmunerkrankungen infolge kranker Darmflora und hier: Leaky-Gut-Syndrom – Ursache vieler Beschwerden

Die Daten der Studie passen perfekt in das Bild, das man sich von der rheumatoiden Arthritis und ihrer Entstehung machte. Man geht davon aus, dass ein äusseres Ereignis eintritt, das zur Ausbildung von Autoimmunprozessen führt, die dann Jahre später zum Ausbruch einer rheumatoiden Arthritis beitragen.

Zur Vorbeugung einer Arthritis ist es also enorm wichtig, für einen gesunden Darm und eine ausgeglichene Darmflora zu sorgen sowie natürlich für eine rauchfreie Umgebung – sowohl in der Kindheit als auch im Erwachsenenalter.

Rauchen verschlimmert Zerstörung der Wirbelsäulengelenke

In Studie Nummer 2 analysierte man acht der derzeit vorhandenen Untersuchungen zum Thema "Zusammenhang zwischen dem Rauchen und dem Verlauf des Morbus Bechterew" Die ausgewählten Studien zeigten einen eindeutige Verbindung zwischen dem Rauchen und zunehmenden Strukturschäden der Wirbelsäulengelenke.

Rauchen stellt ein bedeutender Risikofaktor dar – und zwar nicht nur dafür, das sich eine bestehende Spondylitis ankylosans verschlimmert, sondern auch dafür, dass sie sich überhaupt erst entwickelt", erklärt Studienautorin Professor Servet Akar von der medizinischen Fakultät der Izmir Katip Celebi University im türkischen Izmir.

Rheumatologen sollten sich wirklich bemühen, ihre rauchenden Patienten zum Nichtrauchen zu motivieren, was einen enormen Einfluss auf deren Lebensqualität (oder der ihrer Kinder! – Anm. ZDG-Reaktion) in der Zukunft haben kann", fügte sie hinzu.

Ideen, das Nichtrauchen erleichtern können, stellen wir hier vor: 10 Tipps, wie Sie Nichtraucher werden

Weitere Informationen zur Prävention oder ganzheitlichen Therapie einer Arthritis, wozu auch eine entzündungshemmende Ernährung gehört, finden Sie hier:
 

Quellen:

Weitere Quellen finden Sie in den im Text verlinkten weiterführenden Artikeln.


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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