Zentrum der Gesundheit
  • Vitamin D könnte tausende vor Krebstod verhindern
3 min

Studie: Vitamin D könnte 30.000 Krebstode verhindern

Die Einnahme von Vitamin D könnte laut Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums jedes Jahr Tausende Menschen vor einem Krebstod bewahren und insgesamt mehr als 300.000 Jahre Lebenszeit schenken. Gleichzeitig würden sich dadurch die Gesundheitskosten natürlich enorm reduzieren.

Aktualisiert: 15 April 2024

Kostenlosen Newsletter abonnieren

Mit Ihrer Anmeldung erlauben Sie die regelmässige Zusendung des Newsletters und akzeptieren die Bestimmungen zum Datenschutz.

Alle über 50 sollten Vitamin D einnehmen

Seit vielen Jahren wird der Einfluss einer Vitamin-D auf die verschiedensten Erkrankungen erforscht. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf chronisch entzündlichen Erkrankungen, auf Diabetes, Atemwegserkrankungen und Krebs.

Die drei aktuellsten Meta-Analysen (in denen qualitativ hochwertige klinische Studien der letzten Jahre ausgewertet wurden) kamen dabei zum Schluss, dass eine Nahrungsergänzung mit Vitamin-D-Einnahme die Krebssterblichkeitsrate um 13 Prozent reduzieren würde.

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums übertrugen diese Ergebnisse auf Deutschland und errechneten, dass in Deutschland 30.000 Menschen weniger an Krebs sterben würden und den Menschen 300.000 Jahre Lebenszeit geschenkt werden könnte, wenn alle Deutschen ab 50 Jahren Vitamin D als Nahrungsergänzung einnehmen würden. Veröffentlicht wurde die Studie am 4. Februar 2021 in Molecular Oncology ( 1 ) ( 2 ).

Mit Vitamin D über 250 Millionen Euro sparen!

„In vielen Ländern der Welt ist die Krebssterblichkeitsrate im Laufe des letzten Jahrzehnts glücklicherweise gesunken“, sagt Hermann Brenner, Epidemiologe am Deutschen Krebsforschungszentrum. „Da aber gerade Arzneimittel gegen Krebs enorme Kosten verursachen, handelt es sich um einen teuren Erfolg. Vitamin D ist dagegen vergleichsweise billig.“

Gerade in der älteren Bevölkerung und besonders bei Krebspatienten ist ein Vitamin-D-Mangel weit verbreitet. Brenner und Kollegen berechneten auch die Kosten, die entstehen würden, wenn die gesamte deutsche 50-plus-Bevölkerung Vitamin D einnehmen würde (täglich 1.000 IE Vitamin D für 25 Euro pro Jahr) und stellten das Ergebnis jener Summe gegenüber, die man aufgrund nicht mehr erforderlicher Krebstherapien sparen würde.

Für die durchschnittliche Krebstherapie im letzten Lebensjahr eines Patienten veranschlagten die Wissenschaftler 40.000 Euro. Die Ersparnis durch Vitamin D betrug 254 Millionen Euro pro Jahr.

Finnland: Krebssterblichkeit um 20 Prozent niedriger

Brenner ist ferner der Meinung, man könne auf das routinemässige Überprüfen des individuellen Vitamin-D-Spiegels verzichten, da man bei 1000 IE Vitamin D keine Überdosis befürchten müsse. Die Kosten für eine entsprechende Kontrolle wurden in seiner Studie daher nicht berücksichtigt – nicht zuletzt deshalb nicht, weil eine solche vorherige Kontrolle in den meisten Vitamin-D-Studien ebenfalls nicht stattfand.

„Da Vitamin D u. U. derart positive Auswirkungen auf die Krebssterblichkeit haben könnte (von den eingesparten Kosten ganz zu schweigen), sollten wir nach Möglichkeiten Ausschau halten, wie wir den weit verbreiteten Vitamin-D-Mangel in der älteren Bevölkung Deutschlands beheben können“, findet Brenner.

„In vielen Ländern werden Lebensmittel schon seit Jahren mit Vitamin D angereichert – etwa in Finnland, wo die Krebssterblichkeit um 20 Prozent niedriger ist als in Deutschland. Dazu kommen noch weitere gesundheitliche Vorteile des Vitamins, das z. B. auch die Sterblichkeit durch Lungenerkrankungen senken kann. Die Nahrungsergänzung mit Vitamin D ist ausserdem so sicher, dass wir sie bekanntlich auch Neugeborenen für eine gute Knochengesundheit geben (Rachitisprophylaxe).“

Im Sommer Vitamin D in der Sonne tanken

Wenn man dann auch noch bedenke, dass man seinen Vitamin-D-Spiegel in der warmen Jahreszeit völlig kostenlos optimieren könne, nämlich dann, wenn man einfach – so das Deutsche Krebsforschungszentrum – dreimal wöchentlich für jeweils 12 Minuten in die Sonne gehe und dabei darauf achte, dass Gesicht, Hände sowie wenigstens Teile der Arme und Beine unbedeckt sind und auch nicht mit einem Sonnenschutzmittel eingecremt wurden.

Keine Angst vor Hautkrebs!

Fürchten Sie sich dabei bitte nicht vor Hautkrebs. Zwar hat man tatsächlich ein höheres Hautkrebsrisiko, wenn man sich viel (!) in der Sonne aufhält, doch ist genauso bekannt, dass Sonnenanbeter eine grössere Chance haben, ihren Hautkrebs dann auch wieder zu besiegen.

Ja, es ist sogar so, dass man davon ausgeht, dass mehr Menschen an einem unzureichenden Vitamin-D-Spiegel vorzeitig an (irgendeinem) Krebs sterben als jene, die aufgrund von Sonnenbädern am schwarzen Hautkrebs sterben. „Auf einen Krebstoten durch schwarzen Hautkrebs kommen 30 Menschen, die (dank Sonnenbädern bzw. Vitamin D – Anm. ZDG-Red.) vor dem Krebstod bewahrt werden könnten“, las man in der Pharmazeutischen Zeitung schon im Jahr 2008 ( 3 ).

Verbraucherschützer raten von Vitamin D meist ab

Die Hinweise des Deutschen Krebsforschungszentrums sind umso interessanter vor dem Hintergrund, dass die sog. Verbraucherschützer wie die Verbraucherzentralen oder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE im Allgemeinen von einer Nahrungsergänzung mit Vitamin D abraten.

Nur bei einem niedrigen Level solle man allerhöchstens 800 IE Vitamin D einnehmen, da höhere Dosen gefährlich werden könnten ( 4 ). Auf die haarsträubenden Aussagen der DGE zu Vitamin D während der Pandemie sind wir im vorigen Link eingegangen, während Sie hier lesen, wie wichtig Vitamin D zum Schutz vor Covid-19 (und natürlich anderen Atemwegserkrankungen) ist.

🌟 Bewerten Sie unsere Arbeit 🌟

Auf unserem Portal Zentrum der Gesundheit haben wir mittlerweile mehr als 2700 Artikel zu zahlreichen Themen rund um Gesundheit, Ernährung und Naturheilkunde veröffentlicht. Wenn Sie Zeit und Lust haben, freuen wir uns über Ihre Bewertung unseres Portals bei Trustpilot.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.