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Nasenpolypen – Ursachen und ganzheitliche Massnahmen

Nasenpolypen – Ursachen und ganzheitliche Massnahmen

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(Zentrum der Gesundheit) – Nasenpolypen sind kleine Wucherungen der Nasenschleimhaut. Betroffene haben oft eine verstopfte Nase, häufig Nasennebenhöhlenentzündungen, Fliessschnupfen und immer wieder Kopfschmerzen. Die Schulmedizin bietet Cortison und Operationen. Aber selbst nach Operationen kehren die Nasenpolypen oft immer wieder zurück. Nach den Ursachen der Nasenpolypen wird selten gefahndet. Wir aber machen genau das und stellen eine Auswahl an ganzheitlichen Massnahmen vor, damit die Nasenpolypen verschwinden und nie wieder zurückkehren.

Nasenpolypen – Die Symptome

Nasenpolypen (Polyposis Nasi) entwickeln sich meist recht langsam, so dass die Beschwerden zunächst gar nicht so auffallen. Man gewöhnt sich daran, dass die Nase eben immer wieder verstopft ist und man durch den Mund atmen muss, dass Flüssigkeit den Rachen hinabläuft und man nachts zum Schnarcher geworden ist.

Irgendwann wird die Sache aber lästig – spätestens dann, wenn häufiger Nasennebenhöhleninfekte mit starken Kopfschmerzen auftreten, wenn man kaum noch etwas riecht und schmeckt, wenn die Atemprobleme auch Schlafstörungen mit sich bringen, sich sogar die Stimme verändert (man "näselt") oder womöglich die Nasenpolypen in der Nase so gross sind, dass man sie sehen kann.

Auch Kinder können an Nasenpolypen leiden. Besonders wenn Ihr Kind schnarcht, dauerhaft stark näselt und häufige Atemwegsinfekte hat, sollten Sie an Polypen in der Nase denken und diese abchecken lassen.

Nasenpolypen entstehen aus einer entzündeten Nasenschleimhaut

Nasenpolypen sind Wucherungen der Nasenschleimhaut. Sie wachsen oft aus einer der Nasennebenhöhlen in die Nasenhaupthöhle hinein und sind über einen Stiel mit der Nasenschleimhaut verbunden – daher die Bezeichnung Polyp. Denn die kleinen Wassertierchen sind ebenfalls mit einem Stiel an Ort und Stelle verankert.

Nasenpolypen entwickeln sich ausschliesslich aus einer chronisch entzündeten und geschwollenen Nasenschleimhaut. Kein Wunder, dass die Schulmedizin hier mit dem entzündungshemmenden und abschwellenden Cortison – meist in Sprayform – arbeitet. Doch kann es auch hier etliche Tage bis manchmal Wochen dauern, bis eine Linderung spürbar wird. Von Dauer ist diese jedoch selten. Denn die Ursache der Entzündung wird dabei nicht berücksichtigt und somit auch nicht behoben.

Nasenpolypen – Die Ursachen

Auffallend ist, dass insbesondere Allergiker (z. B. bei Heuschnupfen oder Hausstauballergie) und Asthmatiker Nasenpolypen entwickeln. Genauso zeigen sich Nasenpolypen gerne bei der sog. Schmerzmittelunverträglichkeit, wenn also die NSAID (Nicht-Steroidalen Entzündungshemmer) wie ASS (z. B. Aspirin), Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin etc. nicht vertragen werden.

Auch Menschen mit Mukoviszidose leiden häufiger an Nasenpolypen. Mukoviszidose ist eine angeborene Multisystem-Erkrankung, bei der die Schleimdrüsen einen zu dickflüssigen Schleim produzieren. Infolgedessen kommt es zu vielen Organstörungen – insbesondere der Atemwege, da der zu zähe Schleim nicht abtransportiert werden kann. Lungenentzündungen sind hier nicht selten. Auch ist die Nasenschleimhaut der Betroffenen geschwollen und entzündet.

Genauso verhält es sich bei Heuschnupfen oder Asthma. Auch hier sind die Nasenschleimhäute entzündet und geschwollen – und genau das sind die Voraussetzungen für eine Polypenbildung.

Oft werden anatomische Besonderheiten als Risikofaktoren für Nasenpolypen genannt, wenn also beispielsweise die Verbindungskanäle zwischen den Nebenhöhlen und der Nasenhöhle zu eng sind. Dies allein ist jedoch noch lange kein Grund dafür, dass sich Nasenpolypen bilden.

Lassen sich die Nasenpolypen mit dem Cortisonspray nicht schrumpfen, greift die Schulmedizin zum Skalpell. Die Polypen werden dann chirurgisch entfernt, wobei meist auch die Verbindung zu den Nebenhöhlen erweitert wird, damit die Belüftung der Nebenhöhlen künftig besser gewährleistet ist. Die OP ist nicht gerade einfach, leider häufig auch nicht nachhaltig. Denn bei 75 Prozent aller Operierten wachsen die Nasenpolypen in den ersten Jahren nach der Operation wieder nach.

Das ist auch kein Wunder, da ja die Ursache der Nasenpolypen nicht behoben wurde. Irgendetwas führt zu einer chronischen Entzündung der Nasenschleimhäute – und dieses Irgendetwas sollte zunächst gesucht werden.

Nasenpolypen – Unverträglichkeiten können der Auslöser sein

Da man annimmt, dass die Mehrheit aller Nasenpolypen allergisch bedingt ist, gilt es zunächst, die jeweilige Allergie bzw. Unverträglichkeit herauszufinden. Ungünstig ist es nun aber, wenn man lediglich glaubt, Pollen- oder Hausstauballergien kämen hier in Frage.

Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten können eindeutig zu chronischen Schleimhautentzündungen führen – allen voran die Milchunverträglichkeit. Hierbei muss es sich keinesfall um eine akute Milchallergie handeln. Meist ist es vielmehr eine Milchproteinunverträglichkeit, die sich nicht immer durch einfache Allergietests nachweisen lässt. Auch Gluten oder viele anderen Problemstoffe (Allergene) können bei manchen Menschen zu chronisch entzündeten Schleimhäuten führen.

Denken Sie auch daran, bei Erkältungen nicht allzu häufig die üblichen Nasensprays zu verwenden. Diese können die Nasenschleimhäute auf Dauer angreifen, sie empfänglich für Entzündungen und somit auch für Nasenpolypen machen.

Die richtige Ernährung bei Nasenpolypen

Zusätzlich kann eine insgesamt entzündungsfördernde Ernährung die chronische Entzündung der Nasenschleimhaut natürlich noch verstärken bzw. eine Heilung vereiteln. Daher ist es wichtig, die persönliche Ernährung aus entzündungshemmenden Lebensmitteln zusammenzustellen und gleichzeitig gezielt auch auf entzündungshemmende Nahrungsergänzungen zurückzugreifen.

Darüberhinaus wählt man Lebensmittel, die solche Vitalstoffe enthalten, die
 

  • erstens natürlich ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften besitzen,

  • zweitens das aufgeregte Immunsystem regulieren helfen (allergische Reaktionen haben ihren Ursprung in einem überaktiven Immunsystem) und

  • drittens die Schleimhäute beruhigen, nähren und regenerieren helfen.
     

Die Ernährung kann also grossen Einfluss darauf nehmen, ob ein Mensch nun ein Kandidat für Nasenpolypen ist oder nicht. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen nachfolgend die wichtigsten Massnahmen aus dem Bereich der Ernährung vor, die Ihre Anfälligkeit für Nasenpolypen deutlich mildern und bestehende Polypen schrumpfen lassen können.

1. Keine Milchprodukte bei Nasenpolypen

Im November 2011 las man im American Journal of Rhinology and Allergy, dass bei Patienten mit chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen und Nasenpolypen häufig eine Milchallergie beobachtet werden kann. Man hatte für die entsprechende Studie 100 Blutproben auf Nahrungsmittelallergien untersucht. 50 der Blutproben stammten von gesunden Personen, die anderen 50 Blutproben von Patienten mit Nasenpolypen und immer wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen.

In der Gruppe der Nasenpolypen-Patienten entdeckte man sechs mit einer Weizenallergie und sieben mit einer Milchallergie, während in der gesunden Gruppe zwar sieben ebenfalls eine Weizenallergie hatten, eine Milchallergie jedoch nicht gefunden werden konnte. Kuhmilch – so die beteiligten Forscher – sei daher eine der möglichen Ursachen für Nasenpolypen.

In früheren Studien hatte sich gezeigt, dass sogar bis zu 75 Prozent der Patienten mit Nasenpolypen, an einer Nahrungsmittelallergie litten.

Im Jahr 1989 zeigten italienische Forscher ausserdem, dass in einer Studie mit 16 Patienten, die alle Nasenpolypen hatten, sechs eine deutliche Besserung erfuhren, wenn sie sämtliche Lebensmittel mieden, gegen die sie – laut eines Tests – eine Unverträglichkeit hatten.

Wenn Sie also gerne Milchprodukte essen, aber an Nasenpolypen leiden, testen Sie einmal eine milchfreie Ernährung, z. B. über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten, besser länger. Viele Menschen sind vollkommen überrascht, wie gut sie sich plötzlich fühlen, wenn sie Milchprodukte vom Speiseplan streichen.

Inzwischen gibt es viele milchfreien Produkte (pflanzliche Milch, pflanzliche Sahne, pflanzlicher Frischkäse etc.), so dass man trotz Milchkarenz keine kulinarischen Einschränkungen befürchten müsste.

2. Gluten- oder weizenfrei essen bei Nasenpolypen

Viele Menschen leiden an einer Überempfindlichkeit gegen Gluten. Man spricht von der sog. zöliakieunabhängigen Glutensensitivität, worüber wir bereits hier berichtet haben: Glutensensitivität – Nicht länger Einbildung

Gluten ist das Protein in vielen Getreidearten, z. B. im Weizen, im Dinkel, im Roggen, in der Gerste etc. In der Schulmedizin anerkannt war bis vor kurzem nur die Zöliakie, eine meist angeborene autoimmune Glutenunverträglichkeit, bei der es zu Darmschleimhautentzündungen kommt, sobald glutenhaltige Lebensmittel verzehrt werden. Hier genügen meist schon Glutenspuren, um Symptome auszulösen (Durchfälle, Bauchkrämpfe etc.).

Während nun aber die Zöliakie nur einen kleinen Teil der Bevölkerung betrifft, sind die Zahlen bei der zöliakieunabhängigen Glutensensitivität sehr viel höher. Hier kann die Glutenunverträglichkeit chronische Entzündungsprozesse verstärken, das Immunsystem langfristig schwächen und so auch häufige Infekte und die Entstehung von Nasenpolypen fördern.

Gluten kann ferner die Entstehung von Allergien begünstigen, wie wir hier beschrieben hatten (Gluten fördert Allergien), so dass das Gluten auch indirekt zu einer Nasenpolypenentstehung beitragen kann. Denn Allergien sind – wie oben erklärt – eine sehr häufige Ursache für Nasenpolypen.

Testen Sie daher bei Nasenpolypen immer auch eine glutenfreie Ernährung, z. B. über einen Zeitraum von 60 Tagen – wie wir hier ganz am Ende erklärt hatten. Sollte es Ihnen schwer fallen, sich glutenfrei zu ernähren, was jedoch heute angesichts einer Fülle an glutenfreien Rezepten kein Problem mehr darstellen sollte, können Sie zunächst auch nur eine weizenfreie Ernährung testen. Denn vielleicht vertragen Sie Gluten ganz gut, nur eben ganz konkret den Weizen nicht.

Dieser enthält neben seinem spezifischen Weizengluten noch andere Stoffe, auf die Menschen mit Unverträglichkeiten reagieren können, wie wir hier erklären: Weizenprotein, aber nicht immer Gluten, fördert Entzündungen

3. Bei Nasenpolypen an weitere Unverträglichkeiten denken

Milch und Weizen bzw. glutenhaltige Getreide sind natürlich nicht die einzigen Allergene, die zu Unverträglichkeiten und damit zu entzündeten Schleimhäuten führen können.

Auch andere potentielle Allergene sollten bei Nasenpolypen ausgeschlossen werden. So könnte beispielsweise auch eine Unverträglichkeit oder Allergie gegen Sojaprodukte, Eier oder Hefe vorliegen.

Andere weit verbreitete Allergene finden sich in Gestalt mancher Lebensmittelzusatzstoffe in vielen Fertigprodukten, wie z. B. Benzoate, Tartrazin, Mononatriumglutamat und Sulfit.
 

  • Benzoate sind Konservierungsstoffe, die beispielsweise in Softdrinks, Marmeladen, Senf, Fertigsaucen und vielen weiteren Lebensmitteln mehr eingesetzt werden dürfen.

  • Tartrazin ist ein synthetischer Farbstoff, der in etlichen verarbeiteten Industrieprodukten Einsatz findet, wie z. B. in Süssigkeiten, Bonbonbs, Chips, Frühstückszerealien, Instantsuppen, Saucen, Käse und sauer eingelegten Produkten.

  • Mononatriumglutamat ist ein Geschmacksverstärker, der gerne in der asiatischen Küche verwendet wird, aber auch immer häufiger in Gaststätten und Kantinen Einsatz findet.

  • Sulfit ist ein Konservierungsstoff, z. B. in Trockenfrüchten und Wein.
     

Unverträglichkeiten mit der Ausschlussdiät herausfinden

Sie können nun z. B. eine sog. Ausschlussdiät durchführen, mit der sich gut herausfinden lässt, welche Lebensmittel bei Ihnen zur Bildung der Nasenpolypen führen könnten. Bei dieser Diät werden zunächst alle kritischen Lebensmittel vom Speiseplan genommen – und zwar über einen Zeitraum von etwa vier Wochen.

In dieser Zeit isst man keine Fertigprodukte, keine Milchprodukte, keine glutenhaltigen Produkte, keine Sojaprodukte usw. Man isst stattdessen sehr einfache Mahlzeiten und ausschliesslich selbst gemachte Gerichte, z. B. frische saisonale Früchte, Gemüse mit Reis, Gemüse mit Kartoffeln, Gemüsesuppen, selbst gebackenes glutenfreies Brot mit Gemüseaufstrich usw.

Wenn sich nach dieser Ausschlussdiät die Beschwerden gebessert haben, kann man die übrigen Lebensmittel wieder nach und nach in den Speiseplan einbauen. Das geht so:

Nach der Ausschlussdiät essen Sie einen Tag lang mehrmals Milchprodukte. Dann essen Sie wieder einige Tage gemäss den Regeln der Ausschlussdiät und warten ab, ob sich in diesen Tagen wieder verstärkt Symptome zeigen. Wenn ja, dann liegt der Verdacht nahe, dass Milchprodukte zur Bildung Ihrer Nasenpolypen beitragen.

Genauso gehen Sie mit allen anderen kritischen Lebensmitteln vor, ob es glutenhaltige Lebensmittel sind, Eier, Nüsse oder Fertigprodukte, die Sie gerne essen.

Aufgrund der vielen verdächtigen Lebensmittel kann der beschriebene Prozess viele Monate lang dauern. Um die Sache abzukürzen, können Sie einen Nahrungsmittelunverträglichkeits- bzw. -allergietest bei Ihrem Arzt oder Heilpraktiker machen lassen (IgG- und IgE-Antikörper).

Auch Heimtests gibt es inzwischen zu diesem Zweck, z. B. diesen. Vor der Durchführung von Heimtests sollten Sie jedoch mit Ihrer Krankenkasse abklären, ob diese die Kosten übernehmen könnte. (Allerdings ist das Ausschlussdiät-Verfahren häufig zuverlässiger als so manche Tests.)

Sobald Sie wissen, welche Lebensmittel gut für Sie sind und welche Sie meiden sollten, können Sie nun Ihre Ernährung so zusammenstellen, dass sie Ihnen reichlich gerade jene Vitalstoffe liefert, die Ihre Anfälligkeit für Nasenpolypen mindert. So sollte sie u. a. viel Quercetin liefern, ein Stoff, der allergische Reaktionen und Entzündungsprozesse reduziert:

4. Bei Nasenpolypen Lebensmittel mit Quercetin essen

Quercetin ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der grossen Familie der Flavonoide. Der Stoff kommt in vielen pflanzlichen Lebensmitteln vor. Er gilt als leistungsfähiges Antioxidans und fängt freie Radikale ab. Freie Radikale fördern Entzündungsprozesse, entstehen aber auch verstärkt durch Entzündungen, so dass sich hier schnell ein Teufelskreis entwickelt.

Als Radikalfänger wirkt Quercetin somit auch entzündungshemmend, eine Wirkung, die gerade bei der chronisch entzündeten Nasenschleimhaut mit Nasenpolypen äusserst willkommen ist. Gute Quercetinquellen sind (wenn nicht anders angegeben, dann immer in roher Ausführung):
 

Zwar klingt der Quercetingehalt von Äpfeln im Vergleich zu jenem von Liebstöckel oder Kapern natürlich gering. Doch isst man von Äpfeln natürlich auch mehr als von Liebstöckel oder von Kapern.

Quercetin schützt ausserdem direkt vor Allergien und allergischen Reaktionen. Denn es stabilisiert die Zellmembrane der Mastzellen und verhindert somit, dass diese zu schnell Histamine und andere entzündungsfördernde Botenstoffe ausschütten. Histamine sind jene Stoffe, die im Körper zu allergischen Reaktionen führen: zum Anschwellen der Schleimhäute, zu Rötungen und zu Juckreiz.

5. Bei Nasenpolypen auf ein gutes Omega-6-Omega-3-Verhältnis achten

Ähnlich wichtig für eine entzündungshemmende Wirkung im Körper ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Nimmt man zu viele Omega-6-Fettsäuren zu sich, können diese entzündungsfördernd wirken. Omega-3-Fettsäuren hingegen sind für ihre entzündungshemmende Wirkung bekannt.

Ein gutes Omega-6-Omega-3-Verhältnis wird meist mit 3 bis 5 zu 1 angegeben. In früheren (steinzeitlichen) Zeiten soll das Verhältnis gar 1 zu 1 gewesen sein.

Um ein solch günstiges Verhältnis zu erreichen, meidet man Omega-6-reiche Pflanzenöle (Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl etc.), während man verstärkt zu Omega-3-Quellen greift, wie z. B. die für Rohkost empfehlenswerten Öle wie Hanföl oder das Leinöl. Auch Walnussöl ist eine gute Wahl, um die chronischen Entzündungsprozesse der Nasenschleimhaut und die Nasenpolypen zu reduzieren

6. Lebensmittel, die das Immunsystem stärken

Natürlich sollte die Ernährung insgesamt vitalstoffreich gestaltet werden, damit das Immunsystem gestärkt und reguliert wird und auf diese Weise nicht mehr so anfällig für allergische Reaktionen oder Infekte ist.

Vitamin-C-reiche Lebensmittel, die gleichzeitig reichlich sekundäre Pflanzenstoffe besitzen, sind hier wichtig, wie z. B. Zitronen, Orangen, Kiwi, Beeren, Chilis, Brokkoli, Blumenkohl, Petersilie etc.

Beim Brokkoli haben wir zusätzlich hohe Sulforaphangehalte. Sulforaphan ist ein krebsfeindlicher, entzündungshemmender und antioxidativ wirksamer Pflanzenstoff, der offenbar auch das Immunsystem dahingehend beeinflusst, dass er eine TH-2-Dominanz dämpfen kann. Diese TH-2-Dominanz (ein Ungleichgewicht des Immunsystems) liegt gerne bei Allergien vor – und da Allergien häufig die Ursache von Nasenpolypen sind, kann der Brokkoli hier gleichzeitig direkt und indirekt hilfreich sein.

Sulforaphan gibt es auch als Nahrungsergänzungsmittel unter dem Markennamen Broccoraphan und kann in dieser Form in höherer Dosis und Konzentration eingenommen werden.

7. Vitamin A: Das Schleimhaut-Vitamin

Vitamin A ist ein sehr wichtiges Vitamin für die Schleimhäute. Es schützt die Schleimhäute und wird für ihre Regeneration benötigt. Darüber hinaus hemmt auch dieser Vitalstoff dank seiner antioxidativen Wirkung chronische Entzündungen. Vitamin A findet sich in Form von Beta-Carotin in vielen roten, orangenen, gelben und grünen Früchten und Gemüsen. Die Beta-Carotin-Spitzenreiter sind diese:
 

8. Vitamin-B-Komplex bei Nasenpolypen

Bei Haut- und Schleimhautproblemen dürfen auch die B-Vitamine nicht vergessen werden. Ein Mangel dieser Vitamine führt direkt zu Hautproblemen und Störungen von Heilprozessen der Haut.

Gerade bei Nasenpolypen aber und einer chronisch erkrankten Nasenschleimhaut müssen alle Nähr- und Vitalstoff vorhanden sein, die zur Heilung der Schleimhaut benötigt werden.

Normalerweise genügen beim gesunden Menschen die Vitamin-B-Konzentrationen einer gesunden Ernährung, um den Vitamin-B-Bedarf zu decken. Liegen jedoch bereits Beschwerden und chronische Krankheiten wie im Falle der Nasenpolypen vor, könnte der B-Komplex in höheren (therapeutischen) Dosen eingenommen werden, z. B. Präparate mit den Vitaminen B1 bis B6 zu je 100 mg. Wie immer bespricht man therapeutische Vitalstoffgaben mit dem Therapeuten.

9. Selen und Magnesium bei Nasenpolypen

Zwei weitere Vitalstoffe, auf die man bei Nasenpolypen sein Augenmerk richten sollte, sind Selen und Magnesium. Magnesium gilt als Vitalstoff, der nie mangelhaft vorhanden sein sollte, da er für derart viele Körperfunktionen erforderlich ist und zudem entzündungshemmende Wirkung mit sich bringt. Täglich sollten es 400 mg Magnesium sein, die Sie zu sich nehmen. Wenn Ihre Ernährung nicht genügend Magnesium liefert, greifen Sie zu einem Magnesiumpräparat. Details dazu finden Sie hier: Das richtige Magnesiumpräparat finden

Selen gilt als Spurenelement, das für körpereigene Entgiftungsenzyme unerlässlich ist und es daher dem Körper leichter macht, freie Radikale und andere bei Entzündungen anfallenden Abfallstoffe problemlos auszuleiten.

Hervorragende Selenquellen sind Paranüsse. Einheimische Gemüse und Getreide sollen eher selenarm sein, da die Böden in Europa nicht so gut mit Selen versorgt sind wie etwa jene in Nord- oder Südamerika. Wer Paranüsse nicht mag, kann auf ein Selenpräparat zurückgreifen, wie z. B. auf Selenhefe oder das anorganische Natriumselenit. Bei letzterem muss man jedoch darauf achten, dieses nicht zeitgleich mit Vitamin C einzunehmen, da das Vitamin die Selenverbindung inaktivieren würde.

10. Bromelain bei Nasenpolypen

Manchmal wird die Ananas als hilfreiches Lebensmittel gegen Nasenpolypen empfohlen. Das liegt an ihrem Bromelain-Gehalt. Bromelain ist ein entzündungshemmendes Enzym, das gerne zur schnelleren Heilung nach OPs oder Sportverletzungen sowie bei Gelenkbeschwerden genommen wird. Auch als Mittel zur Abschwellung bei Nasennebenhöhlenproblemen ist das Bromelain bekannt. Allerdings reicht die Bromelainmenge in der Ananas sehr wahrscheinlich nicht aus, um eine tatsächlich spürbare Wirkung bei Nasenpolypen zu erleben.

In Studien werden meist Tabletten mit 500 FIP* verwendet, von denen man 6 Stück täglich nehmen soll. 500 FIP entsprechen etwa 60 – 100 mg Bromelain. In einer kompletten Ananas sind jedoch nicht mehr als etwa 1 mg Bromelain enthalten. Man müsste also schon sehr viele Ananasfrüchte essen, um an eine wirksame Bromelain-Dosis zu gelangen.

Natürlich kann die Ananas dennoch regelmässig in den Speiseplan integriert werden. Dabei sollte man dann in jedem Fall auch den mittleren Strunk mitessen, da dort besonders viel Bromelain enthalten ist.

Eine Bromelaintablettenkur scheint jedoch erfolgversprechender – zumindest laut einer Studie von 2013. Man gab 12 Patienten mit chronischer Nasennebenhöhlenentzündung (manche hatten zusätzlich Nasenpolypen) Bromelaintabletten (6 Stück à 500 FIP) – und zwar drei Monate lang. Die Symptome besserten sich merklich und auch die Verträglichkeit war perfekt.

(*FIP steht für Fédération Internationale Pharmaceutice-Einheiten).

11. Kreuzblütengewächse

Bei Erkältungen und Atemwegsinfekten werden gerne Zubereitungen aus Kreuzblütengewächsen empfohlen, z. B. Meerrettich, Kresse oder Senf. Sie reinigen die Atemwege, wirken antiseptisch, entzündungshemmend und abschwellend. Für die entzündete und geschwollene Nasenschleimhaut sind diese Lebensmittel bzw. Zubereitungen daraus somit ideal.

Probieren Sie das "natürliche Penicillin", das nicht nur Meerrettich, sondern auch Kurkuma enthält, so dass Sie auf diese Weise gleich zwei starke Heiler auf einmal zu sich nehmen können.

12. Kurkuma bei Nasenpolypen

Kurkuma ist DER Entzündungshemmer schlechthin. Im Ayurveda wird die gelbe Wurzel schon seit Jahrhunderten bei Krankheiten aller Art eingesetzt. Inzwischen gibt es Kurkuma auch bei uns immer häufiger frisch zu kaufen, so dass Sie selbst zu Hause die Wurzel immer frisch in Ihre Speisen und Getränke reiben können.

Besonders praktisch ist an Kurkuma, dass die Wurzel nicht nur entzündungshemmend wirkt, sondern auch entgiftend, antibakteriell sowie leber- und darmregenerierend. Bei Nasenpolypen hilft nicht nur die entzündungshemmende Wirkung, sondern auch die abschwellende und antioxidative Wirkung von Kurkuma.

Gerne wird geraten, zweimal täglich die sog. goldene Milch zu trinken – eine Mischung aus Kuhmilch, Honig, Ingwer, Kurkuma und anderen Gewürzen. Bei Nasenpolypen kann dieser Tipp geradewegs zu einer Verschlimmerung führen, nämlich dann, wenn eine Milchunverträglichkeit besteht. Daher ist es sinnvoller, bei Nasenpolypen die goldene Milch in veganer Ausführung zu geniessen: Goldene Milch vegan

13. Probiotika zur Darmsanierung

Bekannt ist längst, dass Allergien oder allergische Reaktionen ihren Ursprung in einer geschädigten Darmflora und einer nicht mehr intakten Darmschleimhaut haben können. Darüberhinaus weiss man, dass ein Grossteil des Immunsystems im Darm lokalisiert ist und der Darm somit enormen Einfluss auf den Rest des Körpers hat.

Je gesünder nun der Darm und die Darmschleimhaut, umso gesünder sind auch die Schleimhäute im übrigen Körper. Bei Allergien, Autoimmunerkrankungen und geschwächtem Immunsystem sollte daher der Darm im Mittelpunkt der Therapie stehen. Wie eine Darmsanierung durchgeführt wird, haben wir hier erklärt: Darmsanierung – Die Anleitung

Falls Sie noch keine Zeit für eine komplette Darmsanierung haben sollten, starten Sie mit dem Aufbau einer gesunden Darmflora, wie wir hier erklärt haben: Aufbau der Darmflora – Die Anleitung

14. Wasser trinken

Denken Sie ausserdem immer daran, ausreichend Wasser zu trinken. Wasser ist nötig, um die Schleimhäute regelmässig mit genügend Feuchtigkeit zu versorgen. Nur so können sie den benötigten Schutzschleim bilden (der Allergene von aussen abhält) und darunter heilen.

Als allgemeine Regel gilt, dass man täglich 6 bis 8 250-ml-Gläser Wasser trinken sollte, also 1,5 bis 2 Liter. Eine andere Regel besagt, 30 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht zu trinken, was in etwa auf dieselbe Menge hinausläuft.

Wichtig ist, dass es tatsächlich einfach nur Wasser ist und nicht etwa eine Apfelsaftschorle, eine Limonade oder womöglich alkoholische Getränke. Bier und Wein zählen daher ebenfalls nicht zu den Wasserlieferanten.

15. Hausmittel bei Nasenpolypen

Natürlich kann man auch äusserlich sehr viel tun, um die entzündete und geschwollene Nasenschleimhaut zu beruhigen. Selbstverständlich sollten zunächst die typischen Reize für die Atemwege vermieden werden, wie z. B. das Rauchen, Dampfen, Einatmen von Abgasen oder sonstigen Reizstoffen.

Ferner beruhigen regelmässige Nasenspülungen mit einer Salzlösung die Nasenschleimhaut. Sie wirken antiseptisch und befeuchten die meist trockene Schleimhaut. Dazu stellt man eine gesättigte Solelösung her, wozu man so viel Salz in ein Glas warmes Wasser rührt, bis die Lösung gesättigt ist, was bedeutet, dass sich irgendwann kein Salz mehr auflösen wird und am Boden des Glases liegen bleibt. Dann führt man zwei- bis dreimal täglich mit dem Nasenspülkännchen eine Spülung durch oder tropft sich die Lösung mit einer Pipette in die Nase. Sobald die Flüssigkeit in der Nase ist, zieht man diese hoch, so dass sie sich auch in der Nase und den Nebenhöhlen verteilen kann.

Auch Inhalationen mit Eukalyptus- oder Thymianöl können hilfreich sein.

Nasenpolypen – Die ganzheitlichen Massnahmen auf einen Blick

Zusammenfassend können bei Nasenpolypen somit die folgenden Massnahmen eingesetzt werden:
 

  1. Optimieren Sie Ihre Ernährung!

  2. Finden Sie heraus, ob Sie Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten haben!

  3. Meiden Sie die für Sie unverträglichen Lebensmittel, z. B. Milchprodukte, Weizen, glutenhaltige Lebensmittel o. ä.

  4. Essen Sie reichlich Lebensmittel mit Quercetin: Äpfel, Dill, Liebstöckel, Kapern etc.

  5. Greifen Sie zu den scharfen Kreuzblütengewächsen unter den Gemüsen, z. B. Meerrettich, Kresse, Senf etc.

  6. Stärken Sie Ihr Immunsystem mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln.

  7. Kümmern Sie sich um ausreichend Vitamin A, den Vitamin-B-Komplex, Selen und Magnesium.

  8. Trinken Sie genügend Wasser!

  9. Sorgen Sie für ein gutes Omega-6-Omega-3-Verhältnis.

  10. Nehmen Sie Bromelain-Tabletten und Sulforaphan als Nahrungsergänzung ein.

  11. Geniessen Sie regelmässig Kurkuma, z. B. in einer veganen goldenen Milch.

  12. Führen Sie eine Darmsanierung durch oder bauen Sie wenigstens eine gesunde Darmflora auf.

  13. Spülen Sie die Nase häufiger mit einer Salzlösung und inhalieren Sie ätherische Öle von z. B. Thymian.
     

Tipps, die bei einer Nasennebenhöhlenentzündung helfen können, finden Sie überdies hier: Nasennebenhöhlenentzündung – Ganzheitliche Massnahmen

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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