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Probiotika bei Morbus Crohn

Probiotika bei Morbus Crohn

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(Zentrum der Gesundheit) – Die Therapie von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa steckt noch in den Kinderschuhen. Aus Sicht der Naturheilkunde spielt die Darmflora hier schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle. Langsam aber sicher folgt die Schulmedizin nach und erforscht nun emsig die Zusammenhänge zwischen Darmflora und den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Im Oktober 2017 wurden die neuesten Ergebnisse veröffentlicht: In der Therapie von Morbus Crohn könnten künftig Probiotika eingesetzt werden, die das verloren gegangene Gleichgewicht der Darmflora wieder herstellen.

Störung der Darmflora: Schlüsselrolle bei Morbus Crohn

Wissenschaftler an der Universitätsklinik von Cleveland/Ohio stellten fest, dass eine massive Darmflorastörung eine Schlüsselrolle bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen spielen könnte. Sie entdeckten in der Darmflora von Morbus-Crohn-Patienten besonders hohe Werte einer speziellen Candida-Variante: Candida tropicalis.

Candida-Pilze sind weit verbreitete Darmpilze, die zu den Hefepilzen zählen. Meist geht es um Candida albicans, wenn Menschen unter Darmpilzinfektionen oder Scheidenpilz leiden. Die zweithäufigste Pilzinfektion geht jedoch auf das Konto von Candida tropicalis.

Candida tropicalis in der Darmflora bei Kranken

Morbus-Crohn-Patienten hatten nun viel höhere Candida-tropicalis-Werte als ihre gesunden Familienmitglieder, wie die Forscher in Digestive and Liver Disease schrieben. Man wollte daher in der Therapie von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn künftig einerseits Antimykotika (Pilzmittel) und andererseits Probiotika einsetzen.

"Das menschliche Verdauungssystem ist das Zuhause von Billionen von Mikroorganismen. Manche sind dem Menschen freundlich gesinnt, andere hingegen können – wenn sie sich plötzlich im Übermass vermehren – auch schädlich sein und zur Entstehung von Krankheiten beitragen. Inzwischen haben wir die grosse Zahl der Mikroorganismen identifiziert, darunter auch jene, die bei CED (chronisch entzündlichen Darmerkrankungen) eine entscheidende Rolle spielen", erklärte Dr. Mahmoud A. Ghannoum vom Center for Medical Mycology der Universitätskliniken von Cleveland/Ohio.

Bei Morbus Crohn: 1 Pilz und 2 Bakterien

"Bedauerlicherweise hat man sich in den früheren Untersuchungen hauptsächlich auf die Bakterienvielfalt konzentriert und dabei ganz die Pilze vergessen, die jedoch äusserst grossen Einfluss auf die Gesundheit haben. Also haben wir in unserer Studie insbesondere die Pilzgemeinschaft im Verdauungstrakt untersucht. Man nennt sie in ihrer Gesamtheit auch Mycobiom."

Dazu wurde die Darmflora von gesunden Personen mit der Darmflora von Morbus-Crohn-Patienten verglichen. Dann schaute man, was konkret zum Ungleichgewicht in der Darmflora der Kranken geführt haben könnte. Es zeigte sich, dass Morbus-Crohn-Patienten eine grosse Zahl an Candida tropicalis beherbergten sowie ebenfalls übermässig grosse Mengen der beiden Bakterien Serratia marcescens and Escherichia coli.

Diese drei Mikroorganismen – so entdeckten die Forscher – arbeiteten überdies eng zusammen. Sie bildeten einen robusten plaquenartigen Film auf der Darmschleimhaut, der Darmentzündungen massiv verstärken kann.

Neue Morbus-Crohn-Therapie: Pilze bekämpfen, Darmflora aufbauen

Man will nun also zunächst Antimykotika einsetzen, um die übermässige Pilzansiedlung zu reduzieren. Gleichzeitig werden Probiotika (Präparate aus nützlichen Darmbakterien) verordnet, die erstens die Pilze zurückdrängen, zweitens für ein gesundes Gleichgewicht der vorhandenen Darmbakterienstämme sorgen und drittens den plaqueartigen Film des oben genannten Dreiergespanns auflösen.

 

Unsere bahnbrechende Entdeckung bestätigt, dass Bakterien und Pilze eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und auch bei der Krankheitsentstehung spielen. Dies wiederum lässt uns das Krankheitsgeschehen besser verstehen und erlaubt natürlich auch, wirksamere Therapien gegen Morbus Crohn zu entwickeln", schlussfolgerte Dr. Ghannoum.

Fragen Sie daher, wenn Sie Morbus-Crohn-Patient sind, Ihren Arzt nach entsprechenden Präparaten. Wie man seine Darmflora aufbauen kann, haben wir hier beschrieben, wobei Sie die Anwendung der dort genannten Präparate mit Ihrem Arzt besprechen sollten, da es sich um allgemeine Produkte zum Aufbau der Darmflora handelt und nicht um Produkte, die speziell bei Morbus Crohn getestet worden wären.

Weitere hilfreichen Informationen für eine ganzheitliche Therapie bei Morbus Crohn und/oder Colitis ulcerosa finden Sie hier:
 

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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