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Leber
Pseudo-Leberreinigung mit Fasten, Saft und Olivenöl

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 31.01.2017
Pseudo-Leberreinigung mit Fasten, Saft und Olivenöl
© Dušan Zidar - Fotolia.com

Die Leber braucht zweifelsohne Unterstützung, um bei all den Belastungen der modernen Zeit zwischendurch auch mal wieder aufatmen zu können. Zu diesem Zweck führt man in regelmässigen Abständen – z. B. ein Mal jährlich – eine Leberreinigung durch. Eine Leberreinigung soll die Leber entlasten, damit das grossartige Entgiftungsorgan Altlasten ausleiten kann. Auch die Leberregeneration steht im Mittelpunkt einer Leberreinigung. Doch ist nicht jede Leberreinigung für die Leber auch sinnvoll, geschweige denn angenehm.

Die Öl-Saft-Leberreinigung

In naturheilkundlichen Kreisen kennt man die sog. Leberreinigung mit Olivenöl und Grapefruitsaft. Natürlich gibt es zu dieser Leberreinigung – je nach Autor – die verschiedensten Varianten.

Grundsätzlich geht es jedoch darum, zunächst einmal ein bis mehrere Tage entweder fettfrei zu essen oder gar nur Apfelsaft zu trinken. Dadurch soll sich die Gallenflüssigkeit in der Gallenblase, aber auch in der Leber sammeln, um einen Druck aufzubauen.

Am letzten Apfelsaft- oder Fettfrei-Tag nimmt man über den Tag verteilt mehrere Portionen eines Abführmittels (Bittersalz) und trinkt dann am Abend kurz vor dem Zubettgehen eine Mischung aus 125 Milliliter Olivenöl und etwa 190 Milliliter Grapefruitsaft.

Die Überdosis Fett (Olivenöl) führt dazu, dass die in der fettfreien Zeit aufgestaute Gallenflüssigkeit ganz plötzlich und mit hohem Druck ausgestossen wird. Dadurch sollen Gallensteine ausgeschieden und die Gallenwege durchspült werden können.

Desmodium

Handelt es sich um Pseudo-Gallensteine?

Am nächsten Morgen hat man dann Durchfall. Man wird angewiesen, den Stuhl zu untersuchen und darin nach grünen Steinchen Ausschau zu halten. Diese Steine seien Steine aus der Gallenblase und der Leber. Interessanterweise finden nahezu ALLE Menschen, die diese Leberreinigung machen, solche Steine in Ihrem Stuhl – ob sie nun zuvor eine Gallensteindiagnose hatten oder nicht.

Ebenfalls interessant ist, dass diese Steine beachtliche Grösse annehmen können und zur Frage veranlassen könnten, wie um alles in der Welt diese Steine mit einem Durchmesser von teilweise über 2 Zentimetern die Gallenwege – die nur wenige Millimeter breit sind - passieren können und das auch noch ohne jegliche Gallenkolik.

Viele Menschen führten diese Leberreinigung bereits durch und berichten begeistert von reichlichem Stein-Abgang. Meist werden die Leberreinigungen in regelmässigen Abständen empfohlen, da – so heisst es – nicht alle Steine bei der ersten Reinigung abgehen würden.

In Wirklichkeit ist es nun sogar so, dass sehr viele Menschen schon echte Profis in Sachen Leberreinigung geworden sind, weil sie sie bereits unzählige Male absolvierten, Tausende Steine ausschieden und – trotz perfekter Ernährung – immer noch Steine ausscheiden und diese auch nicht weniger zu werden scheinen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Pseudo-Gallensteine sind Fettsteine

Der Verdacht liegt also ziemlich nah, dass es sich eben NICHT um Gallensteine handelt, sondern um etwas, das man ohne diese Reinigung gar nicht gehabt hätte. Analysen besagter Steine zeigten dann offenbar auch, dass es sich um sog. Fettsteine handelt.

Diese Fettsteine bilden sich durch eine chemische Reaktion erst im Darm aus den Zutaten der Leberreinigung (ob man diese nun mit oder ohne Bittersalz durchführt) und weisen eine deutlich andere Zusammensetzung auf als echte Gallensteine.

Während Gallensteine u. a. Bilirubin, Cholesterin und Calcium enthalten und eine kristalline Struktur aufweisen, kann man bei den Steinen, die nach der Pseudo-Leberreinigung ausgeschieden werden, weder eine kristalline Struktur feststellen noch die genannten Stoffe finden. Stattdessen verwandelten sie sich in eine grüne ölige Flüssigkeit, wenn man sie nur leicht auf 40 Grad erwärmte, was mit Gallensteinen nicht möglich ist.

In einem Versuch konnte man ferner zeigen, dass sich aus Ölsäure (dem Hauptbestandteil des Olivenöls und Zitronensaft kleine Bällchen bildeten, die alsbald eine feste Konsistenz annahmen, ganz ähnlich wie die Fettsteine, die sich bei der Pseudo-Leberreinigung bilden.

Diese Untersuchungen und Analysen wurden schon im Jahr 2005 im renommierten Fachjournal The Lancet veröffentlicht. Die durchführenden Forscher schrieben dazu:

Wir fassen zusammen, dass sich die grünen "Steine" zunächst durch die Reaktion der Lipasen (fettverdauende Enzyme) mit den Fetten des Olivenöls bilden. Anschliessend kommt es zu einem Verseifungsprozess mit Hilfe des im Zitrussaft enthaltenen Kaliums."

Das Ergebnis sind die beschriebenen Fett- oder Seifensteine.

Und so braucht man sich nicht wundern, wenn die tatsächlichen Gallensteine nach der Pseudo-Leberreinigung noch immer in der Gallenblase sitzen – wie Ultraschalluntersuchungen zeigen.

Natürlich kann es auch einmal sein, dass sich unter all den Fettsteinen auch ein echter Gallenstein oder Gallengriess befindet, was sehr erfreulich wäre. Die überwältigende Mehrzahl der Steine kommt jedoch weder aus der Galle noch aus der Leber.

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Noch fehlt der Nachweis

Wer nach wie vor davon überzeugt ist, mit der Pseudo-Leberreinigung ausnahmslos echte Gallensteine auszuscheiden, gehe einfach wie folgt vor:

  1. Vor der Leberreinigung lasse man sich das Vorhandensein von Gallensteinen (Ultraschall) beim Arzt bescheinigen.
  2. Die ausgeschiedenen Steine sende man in ein Labor und lasse sie auf ihre Zusammensetzung untersuchen und daraufhin, ob es sich um Gallensteine handeln kann oder nicht.
  3. Wenn zuvor Gallensteine diagnostiziert wurden, gehe man nach der Reinigung erneut zum Arzt und lasse sich bescheinigen, dass die Steine jetzt verschwunden sind.

Wer nicht zum Arzt gehen möchte, sollte wenigstens Punkt 2 erledigen. Jeder kann "Gallensteine" in entsprechende Labore einsenden. Die Kosten für eine derartige Untersuchung der Steine liegen meist unter 50 Euro.

Leider konnte bislang noch niemand entsprechende Nachweise erbringen, obwohl das im Grunde nicht schwierig sein dürfte.

Die Vorteile der Pseudo-Leberreinigung

Wenn die Pseudo-Leberreinigung nun keine Gallensteine ausscheidet, sondern lediglich selbst produzierte Fettsteine, warum fühlen sich manche Menschen anschliessend dann besser? Ganz einfach: Schon allein die entschlackenden Saft-Tage und danach die völlige Darmentleerung führen zu einem angenehmen Gefühl von Leichtigkeit und erhöhen das Wohlbefinden.

Die Sache mit der Olivenöl-Grapefruit-Bittersalz-Kombination, die einzunehmen nicht wenige Menschen eine ziemlich grosse Überwindung kostet und die für unsere Leber und nicht zuletzt auch für die Bauchspeicheldrüse eine radikale und schockartige Massnahme darstellt, kann man sich und seinen Organen aber sparen.

Eine ganzheitliche Leberreinigung mit tiefgreifenden und nachhaltig positiven Auswirkungen für das gesamte System unseres Organismus kann nicht im Hauruckverfahren innerhalb von ein bis vier Tagen erzielt werden, sondern benötigt Zeit.

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spirituelle.info schrieb am 28.01.2017

ja - das ist Aberglaube, dass diese Steinchen einfach so entstehen können. Es gibt mittlerweile unzähliche dokumentierteFälle, wo Menschen hinterher plötzlich keine oder weniger Steinchen in ihrer Gallenblase hatten. Die meisten die so eine Reinigung machen gehen zwar nicht vorher und hinterher zur Untersuchung - ABER: es gibt solche Fälle, die Beweisen, dass Steinchen abgegangen sind. Im übrigen ist das ein normaler Prozess, dass Lebersteinchen über den Darm nach außen kommen. Wer regelmäßig seinen Stuhl untersucht, kann sie durchaus ab und zu finden. Ach ja und noch was, ich habe diese Reinigung bereits durchgeführt ohne Bittersalz, nur mit Grapefruchtsaft und Öl - und da sieht man dann endgültig was für ein schwachsinniger Glaube das ist ist, dass solche Steinchen aus Olivenöl und Grapefruchtsaft entehen sollen können. Das geht nicht. Es gibt auch keinen einzigen Chemiker der das behauptet. Ich habe bereits vor Jahren etwas dazu geschrieben. lg von Andreas

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Andreas,

Wer Gallensteine hat, weiss das normalerweise deshalb, weil er zuvor beim Arzt war. Und er ist neugierig darauf, was durch die Reinigung passiert ist und geht daher anschliessend wiederum zum Arzt. Wir empfinden es daher als seltsam, wenn es bislang noch keinen einzigen von einem Arzt dokumentierten Fall gibt.

Sie schreiben auf Ihrer Seite hingegen: "Keiner dieser Leute konnte eine befriedigende Erklärung für all die vielen Fälle liefern, wo Gallensteine durch medizinische Untersuchungen von Ärzten gefunden und bestätigt wurden und diese direkt nach einer solchen Leberreinigung in einer zweiten medizinischen Untersuchung plötzlich nicht mehr in der Galle vorhanden waren." (Zur Erklärung für die Leser: Mit "Keiner dieser Leute" meint Andreas Menschen, die die Wirksamkeit der Pseudo-Leberreinigng anzweifeln.)

Genau diese Untersuchungsunterlagen hat bisher noch keiner vorgelegt. Wir freuen uns über jede entsprechende Zusendung :-)

Auf Ihrer Seite werden lediglich Fotos von Steinen gezeigt. Dass Steine ausgeschieden werden, bezweifelt niemand.

Sie schreiben auf Ihrer Seite: "Keiner dieser Leute hat nachgewiesen, dass es möglich ist aus Olivenöl + Grapefruitsaft ohne Bittersalz solche Steinchen zu erzeugen (es gibt ja auch Leberreinigungsvarianten ohne Bittersalz)."

Hier wurde genau das gezeigt, und zwar schon im Jahr 2005 (übrigens von einem Bio-Chemiker):

Interessant ist überdies, dass Sie selbst schreiben, dass es gar keine Gallensteine sind, die ausgeschieden werden, weshalb eine Laboranalyse kein Beweis sei. Wir fassen zusammen: Die Pseudo-Leberreinigung ist nicht für die Ausscheidung von Gallensteinen geeignet. Ausscheiden lassen sich andere Steine. Sie glauben, die Steine stammten aus der Leber, können aber keine Beweise dazu vorlegen. Stattdessen wünschen Sie sich, dass sich jene, die Ihnen keinen Glauben schenken, anstrengen, um das Gegenteil zu beweisen.

Viele Grüsse

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

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