Getreide und Pseudogetreide

Quinoa: Unverträglichkeit und Allergie

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 28.06.2018
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Quinoa: Unverträglichkeit und Allergie
© istockphoto.com/hungryworks

Übelkeit, Bauchkrämpfe, eine heisere Stimme, Schluckbeschwerden oder ein Engegefühl im Hals könnten nach dem Verzehr von Quinoa auf eine Allergie oder Unverträglichkeit hinweisen. Meist liegt es daran, dass die Quinoa nicht richtig zubereitet wurde. Kennt man den entscheidenden Trick, dann treten nur noch selten Beschwerden auf. Quinoa ist seit Jahrtausenden ein Grundnahrungsmittel der Menschen in den Andenregionen Südamerikas. Die kleinen Körnchen werden wie Reis oder Hirse zubereitet und eignen sich als Beilage, für Salate, Füllungen und vieles mehr.

Beschwerden nach Quinoa-Verzehr weisen auf eine Unverträglichkeit oder Allergie hin

Quinoa gehört zu den Gänsefussgewächsen, also nicht zu den Getreiden. Man nennt die Körnchen aber auch ein Pseudogetreide, weil man sie ähnlich wie Getreide zubereiten und verwenden kann.

Quinoa schmeckt sehr gut, ist äusserst vitalstoffreich und ausserdem glutenfrei. Der Proteingehalt ist mit fast 14 Prozent deutlich höher als jener in Weizen, Roggen oder Hafer. Auch sind in 100 g Quinoa 8 mg Eisen enthalten. In Weizen sind es nur 3,3 mg, im Hafer 5,8 mg. Genauso liefert Quinoa bedeutend mehr Calcium und Magnesium als unsere üblichen Getreide.

Daher verwundert es nicht, dass Quinoa längst auch in unseren Breiten ein beliebtes Lebensmittel ist. Dennoch geht es manchen Menschen nach dem Verzehr von Quinoa gar nicht gut. Dies könnte eine Unverträglichkeit oder auch eine Allergie sein.

Allergie

Eine echte Allergie auf Quinoa ist sehr selten. Sie würde sich – wie bei Allergien üblich – in Problemen mit der Atmung äussern, mit einem Blutdruckabfall und einem schnellen Herzschlag, was bereits auf einen anaphylaktischen Schock hindeuten würde, der einen medizinischen Notfall darstellt und umgehend behandelt werden muss.

Natürlich muss nicht jede allergische Reaktion im anaphylaktischen Schock enden. Leichte allergische Symptome können Schluckbeschwerden, Husten, Schleimbildung im Rachen oder ein Engegefühl im Hals sein.

Unverträglichkeit

Symptome, die auf eine Unverträglichkeit hinweisen, können den allergischen Symptomen ähneln oder aber auch ganz anders sein. Es kann sich ein Kratzen im Hals einstellen. Auch Husten und Schluckbeschwerden sind möglich, genauso aber auch Bauchkrämpfe und Übelkeit bis hin zum Brechreiz.

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Allergien und Unverträglichkeiten können sich plötzlich entwickeln

Da sich Allergien und Unverträglichkeiten auch plötzlich entwickeln können, kann es durchaus sein, dass man jahrelang ohne Probleme Quinoa (oder was auch immer) essen konnte und sich dann mit einem Mal allergische Reaktionen oder Unverträglichkeitssymptome zeigen.

Als Auslöser kommen beispielsweise chronischer Stress, eine Magen-Darm-Infektion, eine Antibiotikaeinnahme oder aber auch die Einnahme eines anderen Medikamentes (z. B. Säureblocker) in Frage. Alle diese Faktoren beeinträchtigen die Darmgesundheit und können über eine Schädigung der Darmflora und Darmschleimhaut zunächst zum Leaky Gut Syndrom und anschliessend zur Entwicklung von Allergien und Unverträglichkeiten führen.

Welcher Stoff führt zur Allergie oder Unverträglichkeit?

Bei einer Allergie oder Unverträglichkeit gehört daher eine Darmsanierung immer zu einem ganzheitlichen Therapiekonzept dazu, um die Problematik bei der Wurzel zu packen. Zunächst gilt es aber herauszufinden, welcher Stoff aus Quinoa zur Allergie oder Unverträglichkeit führt.

Allergietests kann natürlich der Arzt durchführen. Ist es das Quinoaprotein, gegen das sich eine Allergie entwickelt hat, sollte man Quinoa besser meiden. Besonders bei Fertiggerichten oder in Restaurants muss man vorsichtig sein, da Quinoa in Salate gemischt werden kann, in vegetarische Burger, Aufläufe und Suppen, also in Gerichte, bei denen man nicht sofort erkennt, welche Zutaten enthalten sind. Auch könnte manch einer denken, er esse Couscous, Graupen, Hirse oder Ähnliches, dabei ist es Quinoa.

Beim Kauf von Nahrungsergänzungen oder Superfoodmischungen heisst es ebenfalls aufpassen. Auch hier könnte Quinoa enthalten sein.

Was Quinoa und Äpfel gemeinsam haben

Laut eines Reviews aus dem Jahr 2018 (Journal of Allergy and Clinical Immunology) könnte es sein, dass Personen, die auf Quinoa empfindlich, also mit Allergien oder Unverträglichkeiten reagieren, auch mit Äpfeln ihre Probleme haben. Wer daher weiss, dass er Äpfel nicht verträgt, sollte am besten – wenn er das Pseudogetreide probieren möchte – mit nur kleinen Quinoamengen starten.

Liegt eine Unverträglichkeit gegen Saponine vor?

Nun könnte es aber auch sein, dass man auf Quinoa direkt nicht empfindlich reagiert, aber auf die Saponine, die sich auf der Oberfläche der kleinen Samen befinden. Es handelt sich dabei um sekundäre Pflanzenstoffe, die Insekten davon abhalten sollen, die Körnchen anzuknabbern.

Wie kann man die Saponine von der Quinoa entfernen?

Saponine kann man jedoch entfernen – und zwar abwaschen und somit Unverträglichkeitsreaktionen oder auch allergische Reaktionen vermeiden. Dazu übergiesst man die ungekochten Quinoakörnchen mit Wasser und lässt sie mindestens 30 Minuten lang stehen. Dann giesst man das Wasser ab, gibt die Quinoa in ein Sieb und spült sie noch einmal gründlich mit Wasser. Anschliessend kann man die Quinoa wie gewohnt kochen oder dämpfen. Hat man sie nicht nur eine halbe Stunde, sondern über Nacht im Wasser stehen lassen, verkürzt sich die Kochzeit.

Natürlich befinden sich Saponine nicht nur in bzw. auf Quinoa, sondern auch auf Amaranth (einem weiteren Pseudogetreide), Kichererbsen und anderen Hülsenfrüchten. Diese sollten daher vor dem Verzehr genauso behandelt werden, wie wir es für Quinoa beschrieben haben.

Saponine sind in Wirklichkeit gesund – wenn die Dosis stimmt

Auch Spinat, Tomaten, Spargel, Rote Bete und viele weitere Lebensmittel enthalten Saponine, allerdings in ihrem Innern, so dass sie sich nicht abwaschen lassen und ausserdem in teilweise deutlich geringeren Mengen, so dass man hier oft nichts von einer Unverträglichkeit spürt.

Im Gegenteil. In kleinen Mengen sind Saponine äusserst gesunde Substanzen. Man sagt ihnen entzündungshemmende, schleimlösende und stärkende Eigenschaften sowie eine präventive Wirkung in Sachen Darmkrebs nach.

In unserem Artikel über Erbsen sind wir bereits auf die Saponine und ihre zahlreichen positiven Wirkungen auf die Gesundheit eingegangen. Genauso in unseren Informationen zum heilsamen Spargel, wo Sie auch die entsprechenden Studien zu dieser Thematik finden.

Quinoa: Mögliche Ursache von Allergien und Unverträglichkeiten

Ob nun eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen Quinoa (oder ein anderes Lebensmittel vorliegt), in den meisten Fällen treten die Symptome innerhalb von 2 Stunden nach dem Verzehr auf. Manchmal kann es aber auch 4 bis 6 Stunden oder noch länger dauern, bis sich die Reaktion auf das jeweilige Lebensmittel zeigt. Je länger eine Reaktion auf sich warten lässt, umso schwieriger wird es natürlich, einen Zusammenhang herzustellen. Hier hilft oft ein Ernährungstagebuch und/oder ein Ernährungsberater weiter.

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