Ernährungspläne

Die Rheuma-Diät

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 10.07.2018
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Die Rheuma-Diät
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Rheuma ist die Bezeichnung für viele unterschiedliche Erkrankungen. Meist ist jedoch die Arthritis gemeint, eine chronische Gelenkentzündung. Die Schulmedizin betont immer wieder, dass Rheuma nicht heilbar sei und man dabei nichts anderes tun könne, als Medikamente zu schlucken. Weit gefehlt! Denn Rheuma lässt sich mit einer bestimmten Lebensweise und Ernährung ganz hervorragend beeinflussen. Wir besprechen die Richtlinien einer effektiven Rheuma-Diät – oder besser einer effektiven Anti-Rheuma-Ernährung.

Rheuma-Diät: Gibt es sie oder gibt es sie nicht?

Der Begriff Rheuma-Diät erinnert an eine Ernährungsform, die nur über einen bestimmten Zeitraum hinweg praktiziert wird. Eine Ernährung jedoch, die bei Rheuma eine deutliche Linderung bringt, wird nicht nur zwei Wochen, zwei Monate oder ein Jahr lang, sondern dauerhaft umgesetzt. 

Die entzündungshemmende Ernährungstherapie

Offiziell heisst es, es gäbe keine Rheuma-Diät. Rheumatologen geben daher in den seltensten Fällen Ernährungsratschläge. Und wenn, so ist die Ausbeute an hilfreichen Tipps nicht sonderlich üppig und lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen:

"Fettes Fleisch und Wurst sowie Butter, Eigelb und fettreicher Käse sollten gemieden bzw. reduziert werden, dafür müsse man mindestens zwei Fischmahlzeiten pro Woche, möglichst viele fettarme Milchprodukte sowie viele Vollkornprodukte verzehren."

Ungeachtet ihres bescheidenen Umfanges, werden diese Ratschläge als entzündungshemmende Ernährungstherapie gepriesen – die aber selbstverständlich immer nur unterstützend zu einer medikamentösen Therapie eingesetzt werden dürfe.

Bei Rheuma Arachidonsäure meiden

Die Idee hinter der so genannten entzündungshemmenden Ernährungsweise hat durchaus ihre Berechtigung: Die Omega-6-Fettsäure namens Arachidonsäure – die ausschliesslich in fetthaltigen tierischen Nahrungsmitteln vorkommt – fördert im Körper die Bildung von hormonähnlichen Stoffen, den so genannten Serie-2-Prostaglandinen. Diese sind direkt an der Entstehung von rheumatischen Entzündungsreaktionen beteiligt.

Folglich lässt sich allein durch das Meiden von arachidonsäurehaltigen Nahrungsmitteln die Schwere der Rheuma-Aktivität reduzieren. Da es sich bei der Arachidonsäure um eine FETTsäure handelt, sind fettreiche tierische Produkte als besonders kritisch zu bewerten. Eine Ausnahme soll fetter Meeresfisch wie Hering oder Makrele darstellen.

Dort sind die Antagonisten (Gegenspieler) der Arachidonsäure zu finden, nämlich die vielgerühmten Omega-3-Fettsäuren, die sogar entzündungshemmend wirken können.

Kokosöl

Entzündungshemmende Ernährung: Nur Teilerfolge

Interessant ist, dass bereits diese geringfügigen Änderungen in der Ernährungsweise bei vielen Rheuma-Patienten zu einer deutlichen Besserung führen, die umso auffälliger wird, je konsequenter die Ernährungsrichtlinien befolgt werden. Da die dadurch beeinflusste Entzündung jedoch nicht die Ursache der Arthritis ist, sondern nur eines ihrer Symptome, kann die entzündungshemmende Ernährungsweise zwar zu einer Linderung, aber oft nicht zur tatsächlichen Heilung bzw. zu einem Stillstand führen.

Ein ganzheitliches Konzept ist erforderlich!

Die in unserem Artikel über ein ganzheitliches Konzept bei Rheuma (z. B. Arthritis) aufgeführten möglichen Ursachen der Arthritis machen deutlich, wie viele Aspekte bei der Entstehung dieser Krankheit mitwirken können und zeigen die Notwendigkeit einer wirklich ganzheitlichen Therapie. Mit Medikamenten, die nur einzelne Funktionen des Organismus manipulieren, kann eine Krankheit folglich kaum geheilt werden.

Der gesamte Körper stellt eine Einheit dar und kann nur dann wieder stark und heil werden, wenn er auch als Einheit wahrgenommen wird. Daher ist das Ziel einer ganzheitlichen Rheuma-Therapie die vollumfängliche Unterstützung des Körpers, damit dieser wieder in sein Gleichgewicht finden und sich aus eigener Kraft aus den Klauen der Krankheit befreien kann. Die Rheuma-Diät bzw Rheuma-Ernährung ist in einem solchen Konzept ein wichtiger Bestandteil – allerdings gehen ihre Richtlinien weit über jene der oben genannten entzündungshemmenden Ernährung hinaus.

Für wen ist die Rheuma-Diät geeignet?

Die weiter unten beschriebene Rheuma-Diät ist nichts für Menschen, denen schon allein beim Gedanken, eine Zeitlang ohne Wurst, Käse und Bier leben zu müssen, die Tränen in die Augen steigen und die – sobald sie von den übrigen erforderlichen Änderungen ihrer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten erfahren – überhaupt keinen Sinn mehr im Leben sehen.

Die ganzheitliche Arthritis-Therapie ist für starke und selbstverantwortliche Menschen gedacht. Für Menschen, deren Horizont weit über die zweifelhaften Genüsse der bisher gewohnten Ernährungsweise reicht. Für Menschen, die ihr Leben voll auskosten möchten und die erkannt haben, dass dies in Abhängigkeit von Medikamenten und mit einem schmerzenden oder gar verkrüppelten Körper nicht gelingen wird.

Viele Menschen haben inzwischen ihre Arthritis-Diagnose als Chance erkannt, nehmen ihr Schicksal kurzentschlossen in die eigenen Hände, legen mit der ganzheitlichen Arthritis-Therapie samt Rheuma-Diät los und fühlen sich mit jedem Tag besser. Auch wissenschaftliche Belege liegen inzwischen vor, dass eine gesunde Ernährung Arthritis vorbeugen und lindern kann.

Ernährungsumstellung bei Rheuma (Arthritis)

Die Ernährungsweise bei Arthritis und anderen rheumatischen Erkrankungen richtet sich nach den folgenden Grundsätzen:

Ihre neuen vitalstoff- und antioxidantienreichen Grundnahrungsmittel sind ab sofort:

  1. Gemüse (Blattgemüse, Knollengemüse, Fruchtgemüse)
  2. Salate und Kräuter
  3. Grüne Smoothies (Köstliche Power-Mixgetränke aus Früchten, grünem Blattgemüse und etwas Wasser, mehr Informationen dazu finden Sie hier.)
  4. Früchte (einschl. Avocados), sehr süsse Früchte (überreife Bananen, kernlose Trauben o. ä.) meiden 
  5. Nüsse, Mandeln und Samen (Leinsaat, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne): Aus Nüssen und Mandeln lassen sich wunderbare Gerichte zaubern. Hier finden Sie eine Menge interessante Rezepte: Mandel-Likör und Milch-Ersatz. Darüber hinaus enthält Leinsaat die wertvolle entzündungshemmende Omega-3-Fettsäure namens Alpha-Linolensäure – die Gegenspielerin der entzündungsfördernden Arachidonsäure. Leinsamen muss – damit man in den Genuss dieser Fettsäure gelangt - gemahlen werden (z.B. mit einer Kaffeemühle). Trinken Sie bei der Einnahme von Leinsamen SEHR viel Wasser.
  6. Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Kernbohnen etc.)
  7. Esskastanien (Maroni)
  8. Selbstgezogene Keimlinge aus Linsen, Brokkolisamen, Radieschen, etc.
  9. Süssigkeiten (selbst gemacht) aus Nüssen und Trockenfrüchten oder zuckerfreie Früchteriegel aus dem Bio-Handel, z. B. Raw Bite Energieriegel
  10. Naturbelassene Öle, die entweder reich an Omega-3-Fettsäuren und/oder arm an Omega-6-Fettsäuren sind (Bio-Olivenöl, Bio-Hanföl, Bio-Leinöl, Bio-Kokosöl)
  11. Als Getränk ist besonders reines kohlensäurefreies Quellwasser ideal (1,5 bis 2 Liter täglich), ergänzt von basischen Kräutertees (0,5 Liter täglich) und ab und zu einer Tasse Grüntee.

Als Beilage in geringen Mengen (höchstens 20 Prozent der täglichen Nahrungsmenge (Kalorienmenge)) gibt es folgendes:

  1. Brot aus Keimlingen (Mehr Infos dazu finden Sie hier.), als Alternative Bio-Brote aus Dinkel oder auch Urgetreide (Emmer, Einkorn, Kamut, Urroggen)
  2. Hirse, Quinoa, Buchweizen oder Teigwaren daraus, wie z. B. Buchweizennudeln.
  3. Wenn Sie sich mit einer vegetarischen Lebensweise überhaupt nicht anfreunden wollen, können Sie zweimal wöchentlich Seefisch wie Hering, Heilbutt, Aal, Sardine oder Makrele essen. Allerdings muss es sich um Fisch aus Wildfang handeln, da dieser mehr Omega-3-Fettsäuren enthält als Zuchtfisch. Notwendig für die Deckung des Omega-3-Fettsäuren-Bedarfes jedoch ist Fisch keineswegs. Beobachten Sie Ihr Befinden nach Fischverzehr genau und streichen Sie ihn sofort wieder aus Ihrer Ernährung, wenn Sie eine Verschlechterung Ihres Befindens beobachten.

Was es künftig nicht mehr gibt:

  1. Fleisch- und Wurstwaren werden – zumindest in den ersten sechs Monaten – strikt gemieden. Will man später wieder Fleisch in die Ernährung integrieren, dann kommt ausschliesslich Fleisch aus extensiver Weidehaltung in Frage und sollte nicht häufiger als zwei- bis dreimal wöchentlich auf den Tisch kommen. Fleisch aus extensiver Weidehaltung weist einen höheren Omega-3-Fettsäuren-Gehalt und einen niedrigeren Omega-6-Fettsäuren-Gehalt auf als Fleisch von Tieren aus Massentierhaltung bzw. von Tieren, die mit Getreide und Soja gefüttert werden.
  2. Milchprodukte werden zu 100 Prozent vom Speiseplan gestrichen. Milchprodukte werden von vielen Menschen unwissentlich nicht vertragen. Sei irritieren die Darmgesundheit, fördern ein ungünstiges Darmmilieu und können schon allein auf diese Weise die Entstehung einer Autoimmunerkrankung begünstigen. Wenn Sie nach Ihrer Genesung gelegentlich Milchprodukte verzehren möchten, wählen Sie ausschliesslich Produkte aus biologischer Weidehaltung und kaufen Sie nur solche Milchprodukte, die NICHT homogenisiert wurden, idealerweise fermentierte Milchprodukte wie Naturjoghurt und Kefir.
  3. Back- und Teigwaren aus herkömmlichen Mehlen sind nichts als Magenfüller und Sattmacher. Mehr Informationen zum Thema, warum Getreide in der heute üblichen Menge und Qualität für unsere Gesundheit nicht förderlich ist, lesen Sie hier.
  4. Fette und Öle: Gemieden werden alle tierischen Fette und Omega-6-Fettsäuren-reiche pflanzliche Öle, wie Distelöl, Sonnenblumenöl, Maisöl, Sojaöl etc. In Frage kommen zum Kochen und milden Braten Olivenöl, für Rohkost Hanföl, Leinöl und Olivenöl und zum Hocherhitzen ein natives Kokosöl.
  5. Gemieden werden Fertiggerichte und Konserven aller Art, in Ausnahmefällen können Sie zu Produkten aus dem Naturkosthandel greifen, z. B. bei Tomatenmark, Senf o. ä.
  6. Zucker und synthetische Süssstoffe sowie damit gesüsste Produkte 
  7. Herkömmliche Süssigkeiten und Milchschokolade; Milchfreie Schokolade mit einem Mindestkakaogehalt von 70 Prozent kann als Dessert ab und zu gegessen werden.
  8. Kaffee und Schwarztee (während des Koffeinentzugs kann Getreide- oder Lupinenkaffee hilfreich sein, als Süssungsmittel eignen sich Steviaprodukte oder Xylitol)
  9. Softdrinks, gekaufte Säfte und alkoholische Getränke; machen Sie stattdessen Ihre Limonade selbst, pressen Sie Säfte selbst und greifen Sie lieber zu Kefir statt zum abendlichen Bier.

Die Rheuma-Diät: Der Ernährungsplan bei Arthritis

Ein Ernährungsplan bei Arthritis könnte den obigen Regeln entsprechend beispielsweise so aussehen:

1. Erstes Frühstück: Ein grosses Glas Wasser oder Kräutertee z. B. ein basischer Morgentee.

2. Zweites Frühstück: Frische Früchte so viel Sie mögen, je nach Appetit auch alle zwei Stunden eine weitere Obstmahlzeit bis zum Mittagessen. Oder einen grünen Smoothie. Oder – für Menschen mit grossem Hunger am Morgen – ein basenüberschüssiges Müsli mit Früchten und Mandelmilch

3. Mittagessen: Essen Sie sich an Salaten satt. Diese sollten bevorzugt aus Blattgemüse bestehen z. B. Blattsalate, Radicchio, Zuckerhut, Endivien, Feldsalat, Chicoree etc., gerne auch aus Wildpflanzen (Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere, Melde, Portulak etc.) und Kohlgemüse (Rotkohl, Weisskohl etc.). Abgeschmeckt wird mit vielen Kräutern. Ergänzt werden die Salate mit selbst gezogenen Keimlingen. 

Auch Wurzel- oder Knollengemüse können verwendet werden (z. B. Pastinaken, Rettiche, Kohlrabi, Knollensellerie, Möhren etc.). 

Die Salate werden mit einem Dressing aus Zitronensaft oder Apfelessig, kalt gepressten hochwertigen Ölen (Hanf-, Lein- oder Olivenöl), Algenflocken (z. B. "Salat des Meeres" im Naturkosthandel) und Meer-, Kräuter- oder Steinsalz verfeinert. Konkrete Salat-Rezepte und weitere Dressing-Rezepte finden Sie in unserer Rezepterubrik.

Achtung: Mit „Salat“ sind hier also weder Reis- noch Nudel- noch Wurstsalate gemeint!

Wenn Sie noch hungrig sind, essen Sie einen Burger oder ein beliebiges Gemüsegericht nach Ihrem Salat.

4. Zwischenmahlzeit: Eine Handvoll Mandeln oder daraus hergestellte Mandelmilch (in den Mixer Wasser, Mandeln oder Mandelmus und entsteinte Datteln und/oder eine Banane geben, gut mixen und servieren).

5. Abendessen: Eine Gemüsesuppe oder kurz gedünstetes buntes Gemüse mit einer glutenfreien Beilage wie z. B. Esskastanien, Hirse, Buchweizen, Quinoa oder auch Kartoffeln.

Einen konkreten Drei-Tages-Ernährungsplan, der alle Richtlinien der Rheuma-Diät erfüllt, finden Sie in unserem hier verlinkten PDF.

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